Schwangerschaftsstreifen

Begleiterscheinung Schwangerschaftsstreifen

Der kugelrunde Bauch und eine vollere Oberweite zählen für viele Schwangere zu den tollen Veränderungen des Körpers, wenn das Baby im Bauch heranwächst. Wird das Bindegewebe jedoch zu stark beansprucht und überdehnt, entstehen die ungeliebten Schwangerschaftsstreifen. Erfahre hier, was genau mit der Haut passiert und wie du den Dehnungsstreifen vorbeugen kannst.

Viele werdende Mütter bekommen Schwangerschaftsstreifen, in der Medizin striae gravidarum genannt. Der Grund: Die Haut wird durch das heranwachsende Kind und die Gewichtszunahme stark gedehnt, das Bindegewebe kann der Spannung nicht mehr standhalten und reißt. Die zwei bis vier Millimeter breiten Risse in der Unterhaut (Subcutis) sind anfangs bläulich, rosa oder bräunlich rot. Man vermutet, dass die Färbung durch durchscheinende Gefäße entsteht. Die Risse treten vor allem am Bauch, den Oberschenkeln und der Hüfte sowie am Gesäß und am Busen auf. Bei hellhäutigen Frauen ist das Risiko für Schwangerschaftsstreifen höher als bei dunkelhäutigen.

Wie entstehen Schwangerschaftsstreifen?

Dehnungsstreifen sind irreversibel, sie bilden sich also nicht zurück. Allerdings ziehen sie sich im Lauf der Zeit zu feineren Linien zusammen und verblassen zu einem etwas helleren, manchmal bläulich schimmernden Farbton. Sie können bereits in den ersten drei Monaten nach der Empfängnis auftreten, in der Regel zeichnen sie sich aber ab der  24. Schwangerschaftswoche ab. Die Ursache für die oft ungeliebte Hautveränderung ist noch nicht vollständig geklärt. Einige Faktoren begünstigen jedoch die Entstehung von Schwangerschaftsstreifen:

  • Schnelle Gewichtszunahme: Dehnungsstreifen treten nicht nur bei werdenden Müttern auf, sondern auch bei Menschen, die besonders schnell an Gewicht zunehmen. Eine Zunahme von zehn bis 15 Kilogramm in der Schwangerschaft ist völlig normal, allerdings sollte diese  stetig und über den gesamten Zeitraum verteilt erfolgen. Entscheidend sind Körpergröße und -gewicht vor der Schwangerschaft, die zum sogenannten Body-Mass-Index (BMI) verrechnet werden. So liegt die tolerable Gewichtszunahme in der Schwangerschaft bei einem niedrigen BMI (unter 19,8) bei 12,5 bis 18 Kilogramm, bei einem mittleren BMI (19,8 bis 26) bei 11,5 bis 16 Kilogramm und bei einem hohen BMI (über 26) bei sieben bis 11,5 Kilogramm.
  • Genetische Veranlagung: Frauen, die eine genetische Veranlagung zu einem schwachen Bindegewebe haben, sind häufig von Dehnungsstreifen betroffen. Hatten weibliche Verwandte bereits vermehrt Schwangerschaftsstreifen, treten die feinen Risse nicht zwingend, aber sehr wahrscheinlich auf.
  • Mehrlingsschwangerschaften und große Babys: Die mechanische Einwirkung auf das Bindegewebe, also die starke Dehnung, erhöht das Risiko für Schwangerschaftsstreifen deutlich. Bei besonders großen oder  mehreren Babys wird ein noch größerer Druck von innen auf die Bauchdecke ausgeübt, sodass die Wahrscheinlichkeit für Dehnungsstreifen entsprechend steigt.

Außerdem vermuten Experten, dass der Botenstoff Cortisol die Elastizität der Haut verringert und so zur Entstehung der Risse beiträgt. Das „Stresshormon“ wird während der Schwangerschaft vermehrt von der Nebennierenrinde ausgeschüttet.

So beugst du Schwangerschaftsstreifen vor

Es gibt kein Wundermittel gegen die Entstehung von Schwangerschaftsstreifen, und aussagekräftige Studien zur Wirksamkeit von Salben sind rar. Werdende Mütter können dennoch die Elastizität und Durchblutung ihrer Haut verbessern und so die unerwünschten Streifen auf ein Minimum reduzieren. Durch Gymnastik, Wechselduschen sowie Zupf- und Knetmassagen, die in der Frühschwangerschaft begonnen werden, können Frauen einen Beitrag leisten. „Allerdings sind Massagen leider keine Garantie dafür, von Schwangerschaftsstreifen verschont zu bleiben. Etwa jede dritte Schwangere muss mit solchen Hautveränderungen rechnen, die jedoch lediglich ein kosmetisches Problem darstellen“, so Dr. Christian Albring, Gynäkologe und Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF).

Kann man Schwangerschaftsstreifen vermeiden?

Wir stellen dir die gängigsten Methoden vor, um Schwangerschaftsstreifen soweit es geht vorzubeugen und sich etwas Gutes zu tun:

  • Massagen: Massagen sind gerade in der Schwangerschaft ein wichtiges Mittel zur Entspannung, da das zusätzliche Gewicht des Babys den Körper mehr als gewöhnlich belastet und häufig zu Verspannungen führt. Die knetenden Berührungen regen die Durchblutung an und machen die Haut elastischer. Nutze zur Unterstützung weiche Bürsten oder Massagehandschuhe aus Naturfasern. Versorge die Haut außerdem mit Feuchtigkeit, indem du täglich Bauch und andere gedehnte Körperbereiche in kreisenden Bewegungen mit Öl einreibst. Normale Öle aus Oliven, Sonnenblumenkernen und ähnlichem eignen sich ebenso wie spezielle Produkte für werdende Mütter. Knetende und zupfende Massagen helfen übrigens nicht nur, wenn du Schwangerschaftsstreifen vorbeugen möchtest, sondern auch bei der Rückbildung der gedehnten Haut nach der Geburt. Die letzten Wochen vor der Niederkunft, wenn der Bauch am stärksten gedehnt ist, solltest du jedoch darauf verzichten.
  • Wechselduschen: Bei einer Wechseldusche duschst du dich zunächst warm ab und lässt dann für eine kurze Zeit kaltes Wasser über Beine, Arme und noch kürzer über die Brust und den Bauch fließen. Wiederhole diesen Vorgang mehrere Male.
  • Gesunde Ernährung: „Durch ausgewogene Ernährung und eine maßvolle Gewichtszunahme können werdende Mütter Dehnungsstreifen der Haut ein Stück weit vorbeugen“, rät Dr. Christian Albring. Mit einer  gesunden und ausgewogenen Ernährung mit viel Obst und Gemüse unterstützt du deinen Körper von innen. Verzichte auf fetthaltiges Essen sowie auf Convenience Produkte oder Fast Food.
  • Hohe Flüssigkeitszufuhr: Ein guter Feuchtigkeitshaushalt ist sehr wichtig. Trinke ausreichend Wasser, um deine Haut geschmeidig zu halten.
  • Sport treiben: Auch  regelmäßige Bewegung soll das Bindegewebe positiv beeinflussen, und zwar aus zweierlei Gründen: Sie regt die Durchblutung an und senkt das Risiko für eine rasche Gewichtszunahme. Auch untrainierten Schwangeren wird zum Ausdauersport geraten. Besonders empfehlenswert: Radfahren, Schwimmen und Laufen.

Einige Hautkliniken bieten auch Behandlungen an, bei denen sich Frauen die Schwangerschaftsstreifen lasern lassen können. Das Ergebnis soll ein ebenmäßigeres Hautbild sein. Dazu sind mehrere Sitzungen notwendig. Die Kosten der Laser-Behandlungen werden in der Regel nicht von den Krankenkassen übernommen, da es sich um eine rein kosmetische Therapie handelt.

Bleibt die Frage, ob die Streifen wirklich als Makel angesehen werden müssen. Nicht umsonst kursiert im Internet dieses Zitat: "Dein Körper ist nicht ruiniert, du bist eine Tigermutter, die sich ihre Streifen verdient hat".


Seitenanfang