Alkoholproblem-wer hat es geschafft, ist wieder "trocken"??

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von ++verzweifelt++ 01.08.07 - 13:31 Uhr

Hallo,

VORGESCHICHTE

ich bin mit meinem Mann knapp 2 Jahre verheiratet und momentan echt am Ende.
Er hatte schon vor der Hochzeit immer mal Probleme mit Alkohol.
D.h. er hat mal in der Woche oder am WE getrunken, ich habs gemerkt, hab ihn drauf angesprochen
und erst wenn ihm klar war, dass er mir nicht mehr ausweichen kann, hat er mir die Wahrheit gesagt.
Er hat es immer abgestritten, mich immer angelogen. Das Vertrauen war da schon angeknackst, die Enttäuschungen
nie vergessen.
Im Sept. 05 haben wir geheiratet und das Thema Alkohol war erst mal vergessen (auf Partys etc. wurde natürlich was getrunken
aber nicht übermäßig)

Seit Anfang des Jahres ist es wieder schlimm. Er trinkt, ich frage ihn, er lügt mich an, schämt sich dann am nächsten Tag und ignoriert mich
komplett und am dritten Tag kommen dann Entschuldigungen, Versprechungen…

Im März war er dann 4 mal bei einem Psychologen weil er meint dass er mit dem Stress auf der Arbeit nicht mehr klar kommt…
es folgten allerdings keine Termine, das trinken blieb ( nicht jeden Tag, aber schon 1-2mal die Woche)

Am 23.7. ist es dann das erste Mal passiert, dass er VOR der Arbeit getrunken hat (also betrunken mit dem Auto zur Arbeit und auf der Arbeit mit „Standgas“)
ich war so schockiert dass ich nur noch geheult habe, meine Schwieeltern haben es mitbekommen, mit ihm geredet, ihm Hilfe angeboten.
Ich dachte er hätte es echt kapiert. 8 Tage hat er es geschafft, gestern aufm Heimweg Jägermeister an der Tanke gekauft.

Morgen haben wir wieder einen Termin beim Psychologen. Wir wollen ihn fragen wo wir Hilfe bekommen können.

JETZT MEINE EIGENTLICHE FRAGE:

Gibt es hier Paare die das überstanden haben? Wo Mann/Frau Alkoholiker waren und jetzt seit langem „trocken“ sind???
Welche Therapien wurden gemacht?

Ich will ihm gerne helfen wenn ER es auch will, ihn unterstützen. Aber momentan weiß ich nicht woher ich die Kraft hernehmen soll.
Dazu kommt noch, dass wir noch ein großes Problem haben – unerfüllter Kinderwunsch! Das lastet doch schon genug auf unseren Schultern.
Jetzt noch der Alkohol.. das pack ich nicht.

Ich wäre Dankbar für ein paar Berichte, egal welcher Art.
Leider kann ich erst morgen wieder antworten das Internet zu Hause im Moment streikt.

Vielen Dank schon mal!!!

Beitrag von lunasxx 01.08.07 - 13:52 Uhr

Hallo Du,

erstmal #liebdrueck. Ich habe eine Alkoholikerin in der Familie und kann mir lebhaft vorstellen was Du durchmachst. Grundsätzlich: DU KANNST IHM NICHT HELFEN! Der Einzige der ihm helfen kann ist er selber. Solange er nicht selbst den Willen aufbringt aufzuhören (nicht einzuschränken) wird das nix werden. (Eine Lektion die ich auch erst lernen mußte).

Ich empfehle Dir Dich an die Organisation Al-Anon (www.al-anon.de zu wenden. Das ist eine Selbsthilfegruppe für Angehörige von Alkoholikern. Die können Dir gute Ratschläge und Hilfestellung anbieten.

Viele Grüße

Kerstin

P.S. Kinderwunsch und Alkoholprobleme passen nicht zusammen. Sorry, das kann nur Probleme geben #heul#heul#heul

Beitrag von perücke 01.08.07 - 23:18 Uhr

http://www.nexusboard.de/index.php?siteid=1381

Dein Mann ist Alkoholiker.

Der Vater meiner Kinder ist es auch. Er hat Therapien gemacht.
Ich besuche eine Selbsthilfegruppe für Co-Abhängige.

Dir empfehle ich eine shg ebenfalls

perücke

Beitrag von auchverzweifelt 02.08.07 - 00:27 Uhr

Leider kann ich dir auch nur sagen, dass du ihm nicht helfen kannst, wenn er nicht will!

Ich habe selber das Problem, dass mein Mann dem Alkohol ziemlich zugeneigt ist. Und das wirklich jeden Tag (6 Flaschen Bier pro Abend).

Ich weiß auch nicht mehr, was ich machen soll. Ich hoffe immer nur und hoffe und hoffe und hoffe.

Er verspricht, er höre auf, tut es aber nicht.

Unsere Beziehung ist am Ende! Ich weiß es - er auch?!?! Nur, wir kriegen es einfach nicht hin uns zu trennen.

LG und alles Gute

Es gibt bestimmt positive Ausgänge, ich wünsche es dir auf jeden Fall

Beitrag von hansfallada 02.08.07 - 08:29 Uhr

Hallo,

es wurde hier schon angesprochen das du erstmal wenig tun kannst.

Dein Mann muss sein Alkoholproblem erkennen.
Dein Mann muss dann bereit sein sich helfen zu lassen.
Dein Mann sollte sich dann einem Arzt an vertrauen.
Der Arzt wird einen körperlichen Alkoholentzug "verordnen".
Einige Tage stationär in einer Klinik.
Danach folgt der lange Weg der Entwöhnung.

Du kannst dich erstmal informieren.
Hilfe suchen bei verschiedenen Anlaufstellen, u.a. bei dem o.g. Link.

Leider wartet aber ein weiteres Problem auf dich.
Die meisten Beziehungen gehen in die Brüche wenn ein Alkoholkranker Partner
"trocken" wird. Die "Chemie" stimmt dann nicht mehr.

Und noch ein Problem gibt es. Du selbst kannst in eine "Co-Abhängigkeit geraten,
wenn dein Mann nicht bereit ist sich helfen zu lassen.

Deshalb kannst du folgendes tun:
Es klingt hart, aber es ist der einzig richtige Weg.

Setze deinem Mann ein Frist!
Er soll sich bis dahin entscheiden.
Entweder du oder der Alkohol.
Wenn er sich für dich entscheidet, ist das schön und du kannst ihm helfen.
Trinkt er dann aber heimlich weiter oder spielt alles herunter, verlass ihn!

Alles Gute

Beitrag von sonjazander 02.08.07 - 08:58 Uhr

ich habe es nicht geschaftt mit meinem partner....

ich war 7 jahre mit ihm zusammen nachher wurde es so schlimm das wir uns trennten. und jetzt kein kontakt mehr auch nicht zu seinem gemeinsamen kind zahlt natürlich auch keinen unterhalt....jobverlust wegen alkohol.

ist jetzt hartz 4

und nach mittlerweile 6 jahren ende der beziehung denke ich immer noch warum hast du all die kraft in den idioten vergeudet.


gruß sonja

Beitrag von ++verzweifelt++ 02.08.07 - 09:34 Uhr

Hallo zusammen,

erst mal vielen Dank für eure Antworten! #danke

Wir waren heute morgen beim Psychologen. Mein Mann hat ganz offen gesprochen, auch ich konnte meine Gefühle/Sorgen erzählen.
Wir sind jetzt so verblieben dass er weiterhin dort in Behandlung bleibt aber sich auch an eine Suchtberatung wendet.
Er hat verschiedene Adressen bekommen, ich werde mal beobachten wann und wo er sich einen Termin macht.

Er weiß dass es so nicht weiter geht und er will sich auch helfen lassen. Das stimmt mich schon mal positiv.
Ich hoffe nur,dass er es auch schafft!!

LG und vielen Dank!

Beitrag von lunasxx 02.08.07 - 13:47 Uhr

Hallo Du,

eine Kleinigkeit wollte ich noch loswerden. Wenn Du mir ihm zusammen bleiben möchtest, dann wird es auch an Dir sein manches zu ändern. Der Umgang mit einem Abhängigen ist nicht einfach und muß so traurig das klingt "gelernt" werden, ansonsten läufst Du wie oben geschildert Gefahr in Co-Abhängigkeit zu geraten bzw. die Therapie unbewusst zu sabotieren.

Viel Kraft wünsche ich Dir.

Viele Grüße

Kerstin