Langzeitstillen? Meinungen

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von jessy1507 01.08.07 - 15:18 Uhr

Ich lese hier immer wieder von Langzeitstillkindern, die wirklich sehr lange noch über das erste Jahr hinaus gestillt werden.

Ich muss gleich sagen, dass ich niemanden angreifen möchte, aber ich finde diese Vorstellung so komisch, dass ein Kind so lange gestillt wird. Wenn ein Kind schon läuft und spricht bzw. kommuniziert finde ich das total seltsam, wenn es dann zur Mutter läuft und nach Milch fragt. #augen
Ich habe gerade neulich auf einem Schiff so eine Szene beobachtet und ich kann mich damit irgendwie nicht anfreunden. #kratz

Ich selber finde das Stillen etwas Schönes ist und war sehr traurig, dass ich auf ärztlichen Rat nach 3,5 Monaten abstillen musste! #schmoll Aber ich denke, ich selbst hätte, wenn ich noch gekonnt und gedurft hätte, nicht länger als 6 Monate gestillt!

Wiegesagt: ich will niemandem etwas böses, aber ich würde sooo gerne mal Eure Meinungen hören!

Jessy mit Luna (*29.01.2007)

Beitrag von sonne_1975 01.08.07 - 15:33 Uhr

Warum soll es denn komisch sein, ein Kind, was schon läuft, zu stillen? Wo ist da der Unterschied? Warum kann man diesem Kind eine Milchflasche mit Kunstmilch oder Kuhmilch geben aber keine Muttermilch?

In der ganzen Welt wird jahrelang gestillt, nur in Industrienationen wird schon nach 6 Monaten komisch angeguckt, weil wir ja wie immer keine Zeit haben. Die Kinder brauchen doch weiterhin Milch, warum sollen wir ihnen lieber Kuhmilch geben?

Mein Sohn kommt übrigens nicht an und fragt nach Milch, er wird jetzt nur morgens gestillt (abends wollte er leider nicht mehr), da liegt er noch.;-)

Gruss. Alla und Juri, 15 Monate

Beitrag von josili0208 01.08.07 - 15:44 Uhr

Und ab wann beginnt eigentlich Langzeitstillen?
Ich habe gar nichts geplant und dachte wenns bis 6Monate klappt - super! Inzwischen ist Jan 9 Monate und stillt immernoch nachts und ab und zu wenn er Lust hat. Ich kann mir derzeit nicht vorstellen ihn zum aufhören zu zwingen. Wie soll das auch gehen? Ich sage ihm dass er keine Milch mehr kriegt und baumel dann Tag und Nacht mit der Nahrungsquelle vor seinem Gesicht rum? Die Milch verschwindet ja nicht so einfach innerhalb von Stunden nur weil, hm ja weil was...#kratz Weil Jan älter wird? Oder weil es komisch aussieht? #gruebel
Kenne übrigens keine Mutter die ihrem Kind mit 6 Monaten oder 1 Jahr die Flasche entzogen hat , weils komisch aussieht. Im Gegenteil kenne ich Kinder die mit 3,4,5...Jahren morgens mit der Milchpulle vorm TV sitzen #augen Ist das jetzt "normaler" als mit 1,5Jahren noch die Brust zu geben?

LG Jo

Beitrag von celiana 01.08.07 - 15:47 Uhr

Hallo,

es ist eigentlich das normalste der Welt, noch nach dem 1. Geburtstag zu stillen. Die WHO empfiehlt die ersten 6 Mon vollstillen, dann noch zwei Jahre teilstillen UND noch solange weiterstillen wie Mutter und Kind wollen.

Kinder brauchen im ersten Lebensjahr Milch, warum künstlich aufbereitete Kuhmilch nehmen statt der perfekt auf ihre Bedürfnisse abgestimmten Muttermilch? Und danach ist es auch nicht anders.

Natürliches Abstillalter liegt übrigens von 2 bis 4 oder sogar 7 Jahren.


Hey und selbst du trinkst in deinem Alter noch Muttermilch! Nämlich die der Kälbchen.:-p

lg Conny mit Stillkind Jeremy fast 17Mon

Beitrag von bofan 01.08.07 - 15:51 Uhr

Hallo,

ich habe auch immer geságt, dass ich es nicht schön finde wenn ein Kind irgendwann zur Mama läuft, ihr das Shirt hochzieht und nach der Brust grapscht!
Nun ist mein Sohn 14 Monate und ich stille ihn noch immer.
Es hat sich einfach so ergeben, er mag keine Flasche und er brauchte es bisher einfach noch.
Nun versuche ich gerade abzustillen, mal sehen, wie lange sich das hinzieht!
Ich habe mal eine 4-jährige gesehen, die noch an der Brust hing, tut mir leid, das finde ich nicht sehr ästhetisch, auch wenn es in anderen Ländern gang und gäbe ist, was aber da auch sicher eine Preis - und Hygienefrage ist.In armen Ländern, meine ich!

LG Samira

Beitrag von sweathu 01.08.07 - 16:10 Uhr

hmmmmm.
ich habe meinen Sohn 10 MOnate voll gestillt, er wollte partout nichts anders, allerdings ist er mit 9 Monaten schon gelaufen;-)..

Ich finde es gar nicht schlimm, wenn man sein Kind länger als 6 Monate stillt, allerdings sollte man es nciht übertreiben. Irgendwo solle eine Grenze gesetzt werden.

1 Jahr ist schon ein vernünftiges Ziel..
Aber wenn es noch nachts gestillt werden will?? Warum dann mit Fertigmilch anfangen, wenn man noch stillen könnte?;-)..

Meine Grenze habe ich auch so ungefähr bei 1 - 1 1/2 Jahre gesetzt:-)
Lg Karin

Beitrag von bomaus79 02.08.07 - 11:06 Uhr

ich finde nicht das es mit 10 Monaten Langzeitstillen ist.
für mich bedeutet Langzeitstillen alles was über 2 jahre ist.

Beitrag von sweathu 02.08.07 - 11:25 Uhr

VOLLgestillt;-)

erst dann hat er was anderes bekommen..

Beitrag von zwillinge2005 01.08.07 - 16:27 Uhr

Hallo Jessy,

ich habe unsere Zwillinge 13,5 Monate gestillt. Ich hätte es noch länger gemacht, hatte dann aber den V.a. einen Knoten in der einen Brust und habe über drei Wochen nur an einer Brust gestilt.

Das war mir dann doch mit Zwillingen zu antrengend und die Jungs haben eh schon gut slber gefrühstückt. Zuletzt bekamen sie nur noch jeden zweiten Tag die Brust (also abwechselnd) und dann wars zuende mit dem Stillen.

Für uns alle ein gutes Ende, da keiner plötzlich auf das Stillen verzichten musste und die Jungs keine Fläschchen brauchten.

Wenn sie noch länger hätten stillen wollen, hätten wir das auch noch weiter gemacht.

Allerdings nicht bis sie angefangen hätten mit mir zu diskutieren......

Aber auch das muss jede Mutter selber entscheiden!!!

LGr, Andrea

Beitrag von lucie_neu 01.08.07 - 16:30 Uhr

Möchte mal wissen was du machst wenn dein Kind - so wie meines - keine Flaschenmilch trinkt #kratz

Beitrag von kati_n22 01.08.07 - 17:23 Uhr

Ich finde es eher befremdlich einem Kind weil es 6 Monate alt ist(warum eigentlich dieses Datum?) die natürliche Nahrung zu nehmen und ihm modifizierte Muttermilch von Kühen zu geben. Das wir das als "normal" sehen und gar natürlicher empfinden als das stillen unserer eigenen Kinder, ist kritisch betrachtet schon sehr degeneriert.

Muttermilch gibt meinem Kind mehr als nur reine Nährstoffe, die mein Körper im übrigen artspezifisch optimaler macht als jede angepasste Kuhmilch. Muttermilch enthält lebende Zellen. nach dem ersten Lebensjahr steigt die Anzahl der Immunzellen in der Muttermilch nochmal stark an. Da die Kinder dann oftmals nicht mehr riesige Mengen trinken passt sich der Körper an, man findet Immunkonzentrationen wie teilweise im Kolostrum!
Kinder die Langzeitgestillt werden haben einen starken Schutz gegen Infektionen wie z.B. Mittelohrentzündung. Manche Infektionsraten sind durch Langzeitstillen noch lange nach dem Abstillen gesenkt.

Wieso sollte ich meinem Kind da eine minderwertige Kunst oder Kuhmilch geben, wenn die Natur so etwas für uns bereithält? Weil der Nachbar das nicht normal findet?
Ich finde man sollte wirklich kritisch hinterfragen WAS einem an dem Anblick von Langzeitstillkindern stört. Vielleicht die eigene oder die typische soziale Verbindung von Brust und Sexualtität?

Wir werden abstillen wenn Klaas das möchte. Ob das mit einem oder zwei Jahren ist, wird er selbst entscheiden. Ich freue mich schon darauf, wenn er das mit mir kommunizieren kann :-p
LG
Kati

Beitrag von anarchie 01.08.07 - 17:50 Uhr

ich war zu faul, mehr zu schreiben...#cool

und unterschreib hier einfach nochmal...#schein

lg

melanie, deren Töchterchen genau definiert, ob die Milch heute süsser war, als sonst, ob sie schwer floss(wegen der ss), etc...;-)

Beitrag von kati_n22 01.08.07 - 18:57 Uhr

Wie süss wenn sie Dir das so sagen kann!
Auf diese Zeit freue ich mich schon.
Ich hoffe Klaas stillt sich nicht so früh ab....#schwitz
LG
Kati

Beitrag von anarchie 01.08.07 - 19:05 Uhr

Hey!

da hast du gute Chancen - vor 2,5 ist Abstillen seeeeerh selten!#pro#freu

lg

melanie

Beitrag von ratpanat75 01.08.07 - 22:13 Uhr

#danke, ich schliesse mich 100 % an.

P.S. Bin zweifache Langzeitstillmama und finde es überhaupt nicht komisch, wenn mein Sohn ( 23 Monate) mir sagt " Deine Milch schmeckt soooo lecker, Mami" #freu !

LG

Beitrag von anarchie 01.08.07 - 17:47 Uhr

Hallo!

Was ist denn daran komisch??
Komisch ist maximal dass artfremde Nahrung von minderer Qualität , auf unnatürlicher Weise verabreicht der artgerechten, qualitativ besseren Nahrung vorgezogen wird!;-)

was die WHO empfiehlt wurde ja schon geschrieben...

Das natürliche Abstillalter des Menschen liegt bei 3-6 Jahren....

Ich finde es immer komisch, wenn ich ein kind mit schnuller oder Flasche sehe...so unnatürlich#schein

Mein Sohn wurde 7 Monate vollgestillt, hat sich kurz vor seinem 3.Geburtstag abgestillt...
Als seine Schwester geboren wurde, war er erst 16 Monate - also habe ich 1,5 Jahre zwei Kinder gestillt.
Meine Tochter stillte 11 Monat voll, ist jetzt 3,5 und stillt noch...
Ich bin in der 34.SSW - werde als wohl bald wieder zwei Kinder sillen...

Meine beiden haben noch nie eine Flasche, einen Nuckel oder gar Fertigmilch aus der Nähe gesehen...
Und wenn sie Durst hatten (als sie schon gegessen haben), hatten sie einen Becher....

lg

melanie

Beitrag von sonne_1975 02.08.07 - 09:45 Uhr

Hallo, ich hätte mal eine Frage an dich.

Wie stellt sich denn die Milch auf beide Kinder ein? Ich meine die Zusammensetzung. Normalerweise ist sie dem Alter des Kindes angepasst. Wie ist es, wenn beide Kinder trinken? Für einen ist es doch falsch, oder?

Es ist nur reines Interesse, ich habe mir die Frage schon länger gestellt.

Gruss. Alla und Juri, 15 Monate, leider abends selbst abgestillt und nur morgens gestillt

Beitrag von anarchie 02.08.07 - 13:53 Uhr

Hallo!

Die Zusammensetzung der Milch richtet sich immer nach dem jüngsten Stillkind...durch die Hormone bei ss und Geburt wird Kolostrum gebildet - und es kommt von der Zusammensetzung her praktisch zum "Neustart§.

Das ältere Kind profitiert insofern davon, als dass die Milch natürlich extrem gehaltvoll ist - und die hohe Abwehrstoffkonzentration des Kolostrum hat.

Die Natur ist schon echt genial;-)#freu

lg

melanie

Beitrag von kja1985 01.08.07 - 18:06 Uhr

Ich bin dafür. Begründen muss man so etwas Natürliches wie das Langzeitstillen nicht. Meine Tochter ist 19 Monate alt und kriegt auch noch ihr Milchfläschchen, warum sollte ein Stillkind im selben Alter dann nicht die Brust kriegen dürfen?

Beitrag von pusel_wusel 01.08.07 - 20:16 Uhr

Hallo!

Also ich sehe das ganze aus einer anderen Perspektive! Jeder kann es machen wie er mag. NUr ich habe für mcih entschieden dass mit 6 Monaten genug gestillt ist. Es macht mir Spaß, keine Frage, Wir genießen es auch. Aber irgendwann möchte ich meinen Körper auch mal wieder für mich haben. Eine schöne Diät einlegen, in meine alten Oberteile wegen der hoffentlich dann reduzierten Oberweite wieder reinpassen, wieder einen Trinken wenn mir danach ist, zeitelich flexibel arbeiten was ich dann auch wieder tuen werde usw...
Ich habe für mich diesen Kompromiss gewählt, so bekommt meine KLeine 6 Monate das, was für sie am Besten ist und danach denke ich wieder mehr an mich!

Wenn jemand darin keinerlei Entbehrung sieht schätze ich das sehr!

Liebe Grüße,
KAthrin

Beitrag von tanjamami2006 01.08.07 - 21:16 Uhr

Also ich kann mich dir komplett anschließen. Ich finde es auch ungewöhnlich über das erste JAhr hinaus zu stillen. Denke auch oft, dass den Müttern die Abnabelng bzw. Abstillung schwerer fällt als den Kindern. Ich habe gern gestillt, war aber auch froh wie die Stillzeit nach 8,5 Mon. zu Ende war. Außerdem war mein Abstillgrund der Schönste überhaupt: Mein Kind wollte nicht mehr gestillt werden. Das habe ich akzeptiert. Also mit 3, oder 4 JAhren denke ich auch nicht das es normal ist noch zu stillen. Für die Kinder ist das vllt eher Gewohnheit oder Nuckelersatz. Aber das man nach 6 Mon. schon komisch angekuckt und dauernd gefragt wird: Aber jetzt stillst du nicht mehr oder???? finde ich auch nicht okay. Schließlich ist das eine persönliche Angelegenheit. Die Kinder bei uns in Europa werden so gut ernährt, das es denke ich nicht notwendig ist, weiter zu stillen. Anders sieht es in Armen Ländern aus, dort müssen die Frauen lange stillen, weil die Babys sonst verhungern oder wg. Dreckwasser sterben müssen.

Die meisten Langzeitmamis sind halt eher alternativ eingestellt und planen schon in der Schwangerschaft eine lange Stillzeit ( meine Meinung)

Gruß Tanja

Beitrag von bomaus79 02.08.07 - 10:57 Uhr

genau so ist es, du bringst es auf den Punkt.

Beitrag von bomaus79 02.08.07 - 11:04 Uhr

für mich heißt es das diese Mütter ihre Kinder künstlich klein halten wollen.
sie wollen es nicht akzeptieren das ihr Babys größer und auch selbstständiger werden.
das Stillen ist zur Ernährung eines Säuglings gedacht und dieses Ziel ist wohl mit 2 Jahren verfehlt.
so und jetzt Steine bitte. :-p

Beitrag von caligirl83 02.08.07 - 18:53 Uhr

#pro

Beitrag von sonne_1975 02.08.07 - 21:24 Uhr

Aha, und die Natur hat so eingerichtet, dass die Kinder dann statt der Muttermilch lieber die Kuhmilch trinken sollen.#kratz

Gruss. Alla