Angst vor dem Allein sein

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von schwarze Tante 01.08.07 - 15:43 Uhr

Hi Ihr,

ich muss mir mal was von der Seele schreiben, was mir sehr auf dem Herzen liegt.

Ich bin momentan in einer Beziehung in der ich nicht glücklich bin und aus der ich eigentlich aussteigen möchte, aber ich schaffe es nicht weil ich mir mit meinen Ängsten und meiner Panik selbst einen Strich durch die Rechnung mache.

Meine Familie ist als ich noch klein war zerbrochen und ich stand auch ganz früh (mit 17) alleine da. Seitdem neige ich dazu, mich an meine Freunde zu hängen und sie als Familienersatz zu "missbrauchen", was der Beziehung an sich insofern schadet, als dass ich übersteigerte Ängste habe, meinen Partner zu verlieren, ansonsten aber eigentlich nicht ganz so dramatisch ist wenn der Partner ein bisschen Verständnis zeigt.
Wenn ich allerdings genug von einer Beziehung habe, schaffe ich es nicht, auszusteigen.
Im Moment ist es so, dass ich praktisch keinen Freundeskreis habe (zum einen weil mein Freund das forciert hat weil er extrem eifersüchtig ist und zum anderen weil ich umgezogen bin und es einfach verpasst habe, mir einen neuen Freundeskreis aufzubauen) und eine Familie die mir Halt geben könnte habe ich auch nicht und deswegen habe ich den Eindruck, in Einsamkeit zu versinken, wenn ich den Schritt wirklich wage und meinen Freund verlasse.

Ich weiss, ihr könnt mir auch nur raten, zu versuchen hier Freunde zu finden und nicht aus Angst an einer Beziehung festzuhalten, aber so einfach ist das einfach nicht!

Wer also ein paar liebe Worte oder tolle Tips für mich hat, ich bin superdankbar für jede kleine Hilfe. Und wenn jemand von euch aus dem Raum Karlsruhe kommt und vielleicht Lust hat, in meinen nigelnagelneuen illustren Freundeskreis aufgenommen zu werden - meldet euch! ^^

Danke fürs Zuhören

Beitrag von laraberg 01.08.07 - 16:12 Uhr

Hallo,

ich kann Dich gut verstehen, denn meine Freundin hat genau das gleiche Problem. Lieber hält sie wochen- und monatelang an miesen Beziehungen fest, die ihr jegliche Kraft rauben als den Schritt in die Trennung zu gehen, weil die Angst vor dem Alleinsein sie fast umbringt!

Hast Du denn einen Job? Wenn ja, gibt es da Arbeitskolleginnen, die Du gerne hast? Mit denen Du auch mal gemeinsam Mittagspause hast oder mit denen Du gerne mal ein wenig redest? Wenn ja, lade sie doch mal zu Dir nach Hause ein. Oftmals ist es nur noch ein kleiner Schritt um aus einer netten Kollegin eine Freundin machen zu können!

Gibt es denn Dinge, die Du gerne machst? Hast Du Hobbies? Liest Du gerne, kochst Du gerne, fährst Du gerne Fahrrad? Es gibt hier sicherlich einige Dinge, die Dir Spaß machen und daher solltest Du hier auch wieder schauen, daß Du hier wieder etwas findest, was Dir Freude macht. Wenn Du gerne liest, kannst Du Dich einem Lesekreis anschließen und auch hier wird es viele Gleichgesinnte geben, mit denen Du ins Gespräch kommen kannst und wo auch Freundschaften entstehen können.

Auf jeden Fall solltest Du aus dieser Beziehung heraus. Was bringt es Dir wirklich, wenn Du Dich hier von Tag zu Tag weiter runterziehen läßt und von Tag zu Tag unglücklicher wirst? Wie lange schaffst Du es hier noch, durchzuhalten und Dein Leiden künstlich zu verlängern?

Ich wünsche Dir Stärke und Kraft und die hast Du und das schaffst Du auch!

Beitrag von ****ego****** 01.08.07 - 21:55 Uhr

"Der Mensch ist allein, bei der Geburt und beim sterben. Dazwischen gibt es Menschen, die ihn begleiten...manche ein Leben lang, manche nur für Lebensabschnitte.


Du solltest für dich selbst erst der Mensch werden, der du bist, damit du nicht von anderen Menschen abhängig wirst. Klar braucht jeder Menschen, die einem wohlgesonnen sind, aber dies sollte niemals dazu führen, dass man in einem Abhängigkeitsverhältnis verharrt, welches einem nicht gut tut."

*schwall*

Aber da ist was Wahres dran.

Ich kann nur von mir berichten, dass ich in einer ähnlichen Beziehung mal gelebt habe. Zu Freunden hatte ich teilweise jahrelang keinen Kontakt, weil mein damaliger Freund sie nicht leiden konnte bzw. durch sein Verhalten auch ziemlich aneckte.

Ich fühlte mich die letzten Jahre gefangen in dieser Beziehung, die ich nicht mehr wollte, und wurde krank.
Erst als ich mich von ihm befreit hatte, gings mir besser und siehe da - die alten Freunde waren alle für mich da.

tu dir das nicht an und warte zu lange, es ist verschwendete Zeit.

Man kann sich im Leben nur auf einen verlassen, und das ist man selbst.
Klingt abgedroschen, ist aber so.
Viele können sich nicht mehr mit sich selbst beschäftigen heutzutage.
Ich musste das auch erst wieder lernen. Aber es geht.

Wünsche dir ganz viel Mut!!!