Problem (Stief)schwiegervater und mein Kind. Sehr lang.

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von ina_ragna 01.08.07 - 22:02 Uhr

Ich muss mich heute mal auskotzen.

Ich lebe zusammen mit meinem Freund und meinem Sohn (4 Jahre alt). Gleich nebenan im Haus leben seine Eltern. Alle 2 Wochen kommt die Tochter meines Freundes über das Wochenende zu Besuch.
Zum Anfang lief alles super. Zu schön um wahr zu sein.

Doch dann ging es langsam aber sicher los.
Mir fiel auf, dass von seiten meines SV mein Sohn in kleinen Konfliktsituationen immer als der Schuldige hingestellt wurde. So z. B. wenn sich beide Kinder mal stritten – was ja auch vorkommt – wurde grundsätzlich mein Sohn als Verursacher ausgemacht. Der SV hat den Fall meist noch nicht einmal gesehen, sondern dann nur auf das anschließende Geschrei reagiert. Das soll jetzt nicht heissen, dass mein Kind ein Unschuldsengel ist. Ich kann nur nicht den Richter spielen, wenn ich rein gar nichts gesehen habe.

Es wurde jedoch immer mehr und mehr.
Meinem Sohn wurde von ihm vorgeworfen, dass er nur rumheult und rumbockt, nie hört und sowieso nicht lieb ist.
Das ist völlig aus der Luft gegriffen. Er ist immer noch ein Kind und keine Maschine!
Ich muss dazu sagen, dass mein Sohn so ist wie ich als Kind war.
Zu irgendetwas in einem Befehlston zwingen lassen ist einfach nicht. Da stellt er auf stur. Wenn er dann noch provoziert wird, reagiert er nunmal bockig und stur, weint eben auch. Er wird ja auch schon morgens so begrüsst, ob er denn heute schon gebockt hätte.

Verständnis für meinen Sohn wird auch nicht aufgebracht. Er lebt jetzt nunmal in veränderten Lebensverhältnissen, hat auf einmal noch eine Vaterfigur (die er nie hatte) und alle 2-Wochen eine Stiefschwester dazu bekommen. Hinzu kommt die veränderte Wohnsituation. Wo wir vorher allein einer Wohnung gelebt haben, leben wir nun in einem Haus mit Grundstück. Mein Sohn muss das alles supertoll finden, alle herrschenden Regeln sofort begreifen und umsetzen. Die Tochter meines Freundes kann es ja schließlich auch.

Sowieso wird immer zwischen den beiden Kindern verglichen. Was das Mädchen, welches mittlerweile 6 Jahre alt ist, schon alles kann und mein Sohn nun eben nicht, was der Junge nicht alles falsch macht etc. Kinder kann man überhaupt nicht miteinander vergleichen. Selbst meine Schwester und ich sind wie Feuer und Wasser.

Als Junge darf er natürlich auch nicht weinen, wenn er hingefallen ist. Finde ich sowas von bescheuert.

Die Enkeltochter wird freitags meistens von den Großeltern als Mittagskind von der Kita abgeholt. Mein Sohn wird trotz Vollmacht (die die Schwiegereltern selbst so wollten) nicht von der Kita abgeholt, da er ja angeblich nicht hören kann und man andauernd auf ihn aufpassen müsste. Komisch, meine Eltern behaupten genau das Gegenteil.

Gemein finde ich auch die Tatsache, dass von den Schwiegereltern über den Kopf des Vaters entschieden wird (er lässt sich sowas ja auch gefallen), dass das Mädchen z. B. von Sonntag auf Montag bei den Großeltern schläft und mein Sohn immer wieder dann traurig dasteht. Das Versprechen, dass er da auch mal schlafen darf, wird natürlich nicht eingelöst.

Ich bin derzeit schwanger. Vor einer Woche fragt die Schwester meines Freundes mein Kind, was er sich wünschen würde. Er sagte, dass er ein Mädchen wollte. Auf die Frage, ob er auch einen Jungen lieb haben würde, murmelte der SV: „Nee, nicht noch so einen!“ Hallo? Geht’s noch?

Hinzu kommt noch, dass meinem Sohn schon die Schuld gegeben wurde, wenn das Mädchen auf einmal eben keine Milch mit Honig mehr zum Frühstück trinken wollte, weil er diese nunmal überhaupt nicht mag. Das Fass für mich zum überlaufen brachte dann ein Frühstück letzten Sonntag, bei dem meinem Sohn zum wiederholten Male der Vorwurf gemacht wurde, dass er keine Milch trinkt. Schließlich ist die ja gesund, bla bla eben.
Ich war dann so sauer, dass man das Kind nicht einmal damit in Ruhe lassen kann, schließlich zwinge ich auch niemanden was zu essen oder zu trinken, was er nicht mag, dass ich ziemlich forsch gesagt habe, man möge ihn endlich mit der Scheiss Milch in Ruhe lassen. Er trinkt keine und damit Ende. Als Antwort habe ich dann bekommen, dass er ja schließlich früher (als Baby) auch Milch getrunken hat. #kratz

Weiter ging es damit, dass die Enkeltochter, nachdem sie dem SV ins Gesicht mehrmals ins Gesicht gehustet hatte, höflich von dem gebeten wurde, die Hand vor dem Mund zu machen.
Mein Sohn, der nach dem Frühstück, neben dem SV stand, hustete. Auf einmal mault der SV mein Kind an, was das soll, ob er nicht die Hand vor den Mund nehmen könnte. Das wäre ja eklig und wischt sich mit einer Grimasse über den Arm. #schock

Ich habe dann mein Kind genommen und bin ins Haus gegangen. Ich habe im übrigen kein Wort mehr mit meinem Freund gewechselt. Ich habe ihm meine Bedenken und Gefühle genau einen Tag vorher geschildert. Er wusste Bescheid, was ihn mir vorging und er hat bei diesem Frühstück so getan, als ob ihn das alles nicht anginge und als ob alles halb so schlimm wäre.

Er redet sich das ganze sowieso nur schön. Er hat dann mit den SE geredet. Es ist alles ja gar nicht so gemeint und ich würde überreagieren. Er kommt da gefühlsmässig gleich nach einem Stein. Ihm ist es ja auch egal, ob seine Eltern über ihn so richtig lästern. Wir haben deswegen schon seit ein paar Tagen richtig miesen Streit.
Ich bin aber nicht seiner Meinung.
Ein Kind behandelt man einfach nicht so. Ich behandel doch seine Tochter auch nicht so gemein. Sie hat mir ja auch rein gar nichts getan.
Wenn jetzt schon das Mädchen so offensichtlich und vor allen Dingen vor den Augen meines Kindes immer bevorzugt wird, was soll dann erst werden, wenn mein Baby auf der Welt ist. Soll ich dann meinen Sohn in die Ecke stellen?

Ich bin ein sehr emotionaler Mensch. Für meinen Sohn würde ich sterben. Wer gegen ihn wettert, greift automatisch damit mich an. Das ganze hat mir sehr weh getan. Ich werde die Vorfälle nicht vergessen und meine Konsequenzen ziehen. Ein gemeinsames Frühstücken oder Mittagessen gibt es für mich nicht mehr.

Sorry, für den langen Text, aber tat gut, sich mal alles von der Seele zu schreiben. Mein Freund möchte mich da überhaupt nicht verstehen, was mich wahnsinnig traurig macht.


Liebe Grüße
Ina

PS: Nicht wundern, dass ich keine Namen genannt habe. Ich habe mich spontan entschieden, nachdem ich das so erstmal für mich geschrieben habe, hier reinzusetzen.

Beitrag von sandrinchen77 02.08.07 - 07:55 Uhr

Hallo Ina,

du triffst die richtige Entscheidung. Ich würde auch erstmal nicht mehr gemeinsam mit deinen Schwiegereltern essen.
Und wenn sie fragen warum, dann sollten sie vielleicht auch erstmal selbst sich Manieren beibringen.

Und vor allem man kann doch kein Kind von 6 Jahren mit einem 4 Jährigen vergleichen, also Hallo. Wobei es ja sowieso ist, daß Jungen einfach länger brauchen als Mädchen in der Entwicklung.

Ein kleines Kind so zu mobben, ist wirklich das Letzte.

Viel Glück.
Vielleicht hilft es ja was. Und sie kommen zur Vernunft.

Aber dein Mann sollte schon hinter dir stehen, das finde ich ein bisschen schade.

Liebe Grüße

Sandra

Beitrag von alpenbaby711 02.08.07 - 12:25 Uhr

Ganz ehrlich, ich kann deinen Frust verstehen. Bei solchen SChwiegis würde ich auch die Kriese kriegen. DA sind manche Leuten eben nichts mehr wert oder manche Kinder, leider. Dein Sohn tut mir noch mehr leid weil er versteht doch gar nicht wieso er nicht gemocht wird.
Vor allem hoffe ich mal für euch das es mit dem neuen Baby nicht schlimmer wird, weil dann würde ich mir überlegen weg zu ziehen damit mehr Abstand drin ist.
Ach so ja den Kontakt reduzieren würde ich auch ganz gewaltig und wenn er fragt warum, klar die sollen erstmal Anstand lernen. Vor allem würde ich ihn wenn er motzt auch jedes Mal begrüßen mit Na bist heute auch wieder bockig?, Grins das würde ihm sicherlich auch nicht gefallen.

Ela

PS: Viel Kraft für euch

Beitrag von arya 02.08.07 - 17:15 Uhr

Hallo Ina,

ich würde erstmal auf Distanz gehen.

Du bist noch nicht so lange mit Deinem Freund zusammen, der Kleine ist auch nicht sein Sohn, somit auch nicht der Enkel des Schwiegervaters. Es hat halt nicht jeder die Größe, zu sagen: der Junge ist für mich trotzdem wie ein leibliches Enkelkind! Da liegt dem Opa offensichtlich das "echte" Enkelmädchen einfach mehr am Herzen.

Und das Mädchen haben sie ja wohl nur noch am Wochenende. Sicher spielt da auch mit die Sorge rein, das der Kontakt zu dem Kind schwerer wird, da seine Mutter nicht mehr mit Deinem Freund zusammen ist.

Da hilft vielleicht nur ein Umzug, damit Ihr etwas Abstand gewinnt. Denn ich könnte auch nicht zusehen, wie meinem Kind Unrecht geschieht.

alles Gute
arya