Was kann ein 10 Jähriger?

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von sonnenscheinbarby1 02.08.07 - 09:05 Uhr

Hallo, ich habe da auch mal ein paar Fragen.
Was kann bzw. sollte ein zehnjähriger alles können, z.B. im Haushalt und allgemein?
Wie hoch bzw. niedrig sind eure Ansprüche?
Was erwartet ihr von euren Kindern, auch in Sachen Selbstständigkeit?

Bin mal gespannt auf eure Antworten!

Beitrag von nomylena 02.08.07 - 10:23 Uhr

Meiner wird im Oktober neun.

Wir verlangen von ihm seine täglichen kleinen Pflichtaufgaben, und an Tagen ohne Training (Sport) auch eine größere Aufgabe. Am Wochenende sind dann noch zusätzliche Aufgaben zu erledigen.

Tägliche kleine Pflichtaufgaben sind:

Katzentoilette säubern, #katze
Meerschweine füttern,
seine Sachen für den nächsten Tag zusammen packen (hier helfe ich bewusst nicht, gab auch auf dem Zeugnis eine nicht so schöne Ordnungsnote - aber "was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr")
Geschirr auf den Abendbrottisch mitdecken und abräumen, ggf. den Geschirrspüler anstellen

weitere Aufgaben sind:
Staubsaugen in verschiedenen Räumen an unterschiedlichen Tagen,
mit dem Hund ( das ist ein kleiner) #hund ein Ründchen spazieren

am Wochenende:
wird Staub gewischt im eigenen Zimmer und durchgeräumt,
Schulsachen werden auf Vollständigkeit überprüft (Stifte anspitzen, Hausaufgaben,....), und die
Meerschweinchen werden "gemistet"

ab und an gibt es auch noch Zusatzaufgaben:
wie beim Unkrautjäten helfen, oder dem Papa bei irgendwas am Haus oder im Garten helfen.

Klar wird ab und an gemault, aber im Grunde macht er es. Er ist auch immer schnell fertig mit seinen Aufgaben.

Wir haben ihm das so erklärt, dass jeder seinen Teil zur Gemeinschaft beitragen muss, um so mehr Zeit haben wir miteinander (wir arbeiten beide im Schichtdienst, ich ss-bedingt im Moment nicht),

Manchmal möchte er auch Sachen probieren, die ich ihm noch nicht ganz zutraue, dann tun wir dies gemeinsam.

Ja, beim Kochen ist er auch immer gern dabei. Schnippeln, rühren und zum Ende das Lob erhaschen, dass hat er gekocht.

Selbständigkeit:
Zur festgelegten Uhrzeit aus dem Hort allein nach Hause gehen,
seine Aufgaben ohne Erinnerung erledigen,
Bibliothekstermine selber kontrollieren,
das Hausaufgabenheft zwecks irgendwelcher Mitteilungen von allein vorlegen,
lauter so kleine Sachen halt,...

LG nomy

Beitrag von sonnenscheinbarby1 02.08.07 - 15:11 Uhr

Hallo,
von meinem Mann der Sohn wird im Oktober 11 Jahre. Wenn er bei uns ist, merken wir erhebliche Defizite, die uns nicht gefallen.
So kann er zum Beispiel nicht Kartoffeln schälen, keine Rühereier zubereiten, sein Brötchen frühs kann er auch nicht gerade aufschneiden, sodern krum und schief, also hauchdünn zu megadick.
Wir sagen ihm auch, daß er bei uns von allein den Tisch decken soll, ohne daß wir immer was sagen müssen. Auch das abtrocknen fällt ihm schwer.
Bei seiner Mutter gibt es kein richtiges Frühstück. Dort macht er sich selbstständig eine Schüssel Kornflakes, weil die Mutti so lange schläft. Auch kochen tut er mit ihr nicht und Aufgaben hat er dort auch keine. Wenn er bei uns mal etwas probieren soll, weil wir denken, daß müßte er eigentlich schön können, stauen wir nur, wie unselbstständig er ist. Was soll da später mal aus ihm werden?
Auch hat er, wenn er nicht gerade an Papas Rockzipfel hängt, nur Langeweile. Er kann sich nicht selbst beschäftigen. Wir haben noch zwei eigene Kinder. Von unserer dreijährigen verlange ich auch, daß sie allein spielen kann und ihr nicht ständig irgendwelche Vorschläge unterbreiten muß.
Auch hilft sie uns den Tisch decken und wieder abräumen. Klar daß ich daß mit ansagen muß. Ich verlange doch nicht zuviel, wenn ich sage, daß sein Sohn mit anfassen muß und kleine, vor allem wenige Dinge auch mal miterledigt, grad weil er es bei sich zu Hause nicht lernt.

LG

Beitrag von nomylena 02.08.07 - 15:43 Uhr

Ja, dass ist schade, wenn erziehungstechnisch nicht alle an einem Strang und in diesselbe Richtung ziehen.

Kartoffeln schälen, Eier aufschlagen, Rührei zubereiten, Brötchen aufschneiden sind Fingerfertigkeiten, die nur durch "mehrmaliges Ausführen" sich bei Kindern einstellen.

Mach es doch so, wenn er bei Euch ist, zählen Eure Regeln und Grundsätze. Ihr möchtet, dass er mit hilft, ja und wenn er es dann macht, auch mal loben, wie stolz ihr auf ihn seid.
Lass ihn aktiv an Deiner Küchenarbeit teilhaben, nimm Dir einfach nur mal Zeit für ihn, und frag´' ihn auf was er denn Lust hat. Vielleicht kannst Du nach seiner Leibspeise fragen und zusammen mit ihm dies einkaufen und zubereiten.

Vielleicht erstellst Du auch einen Wochenendplan, und stellst ein kleine Belobigung (Spielplatz gehen, Schwimmbad oder so) für Sonntag in Aussicht - mach einen familiären Wettstreit drauß', wenn wir das alles zum Samstag packen, dann Sonntag alle ins Bad. Und auf diesem Plan hat jeder seine Aufgabe. Auch er.

Is jetzt schwer von der Ferne nen Ratschlag zu geben, und ich möcht mich auch nicht zu weit ausm Fenster lehnen.

Wenn die Defizite horrend sind, muss natürlich auch mal sachlich mit der Mutter des Kindes geredet werden.

Beitrag von sonnenscheinbarby1 03.08.07 - 06:53 Uhr

Danke für eure Antworten.
Leider ist es nicht sehr einfach mit der Mutter zu reden, denn sie sieht alles nicht so schlimm.
Weil der Große ja ein "SCHEIDUNGSKIND" ist, wird er von allen Seiten wie der arme Junge behandelt.
Der Papa schipft mit ihm nie, obwohl es innerlich in ihm brodelt. Bei unseren Kindern sieht das anders aus, da sagt er schnell was, wenn es ihm nicht paßt.

Noch ein paar Fragen:
Wie ist das mit dem lernen und den Hausaufgaben, helft ihr da?
Wie sieht eure Hilfe und Unterstützung aus?

LG

Beitrag von raichu 03.08.07 - 10:40 Uhr

Hi,
in der Grundchule habe ich meinem Sohn selten helfe müssen, da er in der Ganztagsschule eine HA-Betreuung hatte.
Wenn ich mal helfen musste, dann natürlich so, dass ich versucht habe, ihn dahin zu bringen, VON SELBST drauf zu kommen (zB Rechenweg oder Satzbau)
bloß nicht radieren und verbessern, zB rechtschreibfehler!!!
Da kriegen vernünftige Lehrerinnen auch die krise, mir ist immer wichtig, dass Lehrer beim kontrollieren der HA auch sehen können, wo es evtl. noch Schwierigkeiten gab!
wenn er mal schwierige Rechenaufgaben hatte, hab ich sie zT nachgerechnet und ihm die falschen Aufgaben gezeigt, damit ER den fehler suchen konnte.

LG
Anja

Beitrag von raichu 02.08.07 - 17:50 Uhr

Hi,
mein Sohn ist 10,9 und kommt am Montag in die 5. Klasse.

Er kann (und muss zum Teil...)

-einige Gerichte alleine Kochen
-Einkaufen gehen
-Spälmaschine ausräumen
-selbständig Geschenke aussuchen/ kaufen
-Wäsche sortieren (nach bunt/dunkel/60°)
-alleine mit der Bahn durch die Stadt fahren
-sich Infos beschaffen (hat z:B. selbständig eine email geschrieben an die freiwillige Feuerwehr, ob die eine Jugendgruppe haben etc.)
-ohne Probleme seine Zahnklammer pflegen und regelmäßig tragen
-seinem großen Bruder auf die Nerven gehen;-)
-alleine mit einer Gruppe in Urlaub fahren für 2 Wochen


hoffe, das konnte dir helfen..

LG
Anja

Beitrag von miss.cj 03.08.07 - 00:10 Uhr

Will auch mitmachen, mein Sohn ist aber erst 1,5 Jahre...#freu

Er kann:

-Spülmaschiene ausräumen und anmachen
-Waschmaschiene ein und ausräumen
-Wäsche nach hell und dunkel sortieren
-Katze kämmen
-sein Hochstuhltisch mit nem Feuchttuch wischen
-Nase putzen
-Auto auf- und zu schließen

#huepf#freu
(nich so ernst sehen)

Lg Conni

Beitrag von raichu 03.08.07 - 10:36 Uhr

Hey,
meiner konnte in dem Alter auch noch:
CD-Player bedienen
CDs und Bücher sortieren
Schränke perfekt ausräumen
wichtige Dinge in die Toilette werfen
einen ganzen Adventskalender aufessn (nämlich den vom großen Bruder...)
;-)
LG
Anja