Wer hilft mir bzw. Wie erlernt das Kind Respekt vor den Eltern?

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von lilli1983 02.08.07 - 12:59 Uhr

Hallo,

ich habe schon mehrmals über das Thema geschrieben und bisher bin ich noch kein Stück weiter und JA , ich gebe ich zu, ich bin überfordert mit Elias ( im Juni 2 geworden).
Elias ist ein Sausewind, er geht an alles ran, auch an fremde Sachen, er muss alles untersuchen und auseinander nehmen. Draußen ist er nicht zu stoppen, rennt querfeldein immer bei anderen aufs Grundstück und mein meckern oder meine "Strafen" ( in den Kiwa oder an die Hand) lässt ihn kalt. Zuhause nicht anders. Er kann richtig böse werden und haut und schmeißt Sachen rum, auch meine Sachen ( Vasen....)
Frühs gibts immer das gleiche Theater, er will nicht angzogen werden und tobt rum. Ich fühl mich total ausgepowert seit Monaten, mal gehts mit besser mal schlechter...ich fühle mich auch überfordert und weiß absolut nicht wie ich mit ihm umgehen soll. Erst heute meinte meine Mutter, nachdem er dort gewütet hatte, er hätte keinen Respekt vor mir. Ich komm mir so blöd vor, habe alles falsch gemacht.
Ich fands immer gut so einen Wirbelwind zu haben aber langsam geht es mir auf die Nerven, man kann oft am normalen Leben nicht richtig teilnehmen, jeder Einkauf und jede Autofahrt ist Stress pur! Elias meckert sehr viel und wehrt sich gegen fast alles und hat wirklich nen super Dickkopf! Nein, er ist nicht nur negativ, er kann auch ganz ganz lieb sein und ist auch sonst sehr verschmust. Nachts kommt er auch in mein Bett. Aber nun ist es so, das ich irgentwie so ein Abwehrgefühl gegen ihn verspüre, wie soll ich das sagen. Wenn er mich tagsüber so haut oder irgentwie total frech war hab ich ehrlich gesagt keine Lust auch noch Nachts nich richtig schlafen zu können und möchte Ruhe haben. Aber wenn er in seinen Bett ist muss ich Nachts 3-4 mal hin weil immer irgentwas is, man, das schlaucht langsam! Ich muss wirklich sagen, mir stehts zur Zeit bis sonst wo...habe keine Geduld mehr und mag ihn auch gar nicht mehr gerne immer so nah an mir dran. Leider haben Oma und Opa nicht so die Zeit um ihn zu nehmen, fahren dauernd in den Urlaub. Und der Papa arbeitet ja bis späten Nachmittag inkl. Samstags.
Achja, was mir noch einfällt, Elias kann fast nichts sprechen und das gibt der Sache noch ds Tüpfelchen, denn wir sind echt beide langsam frustriert darüber. Und ich weiß das man auf keinen Fall klapsen oder hauen oder wie auch immer darf, aber manchmal wünscht ich ich könnte ihn mal den Hintern versohlen ( so, egal was andere nun schreiben, ich habs ja nicht getan aber ich träume nachts sogar schon davon #gruebel) Ich bin am Ende zur Zeit #heul

LG Katrin

Beitrag von hippychick 02.08.07 - 13:18 Uhr

normalerweise wuerde ich sagen, in dem du respekt vor ihm hast.

mein sohn (wird in 9tagen zwei) hat auch hummeln im hintern und will immer das was nicht geht, was andere haben etc. und wenn ich mal einen schlechten tag hab und er mich nervt, wird es nur schlimmer, dann wiegeln wir uns gegenseitig auf.

ich versuch jetzt, seine wutausbrueche nicht mehr so dolle zu beachten und lobe ihn mehr wenn er was gut gemacht hat, lieb ist und das scheint zu helfen.

mit dem sprechen, das hab ich auch beobachtet, wenn er ein paar neue woerter gelernt hat, ist er besser drauf. ich glaub er mag es einfach nicht, wenn er sich nicht verstaendigen kann.

nimm dir doch den sonntag"frei", vielleicht hilft das ja schon.

hoffe es wird bald besser!

lg hippy (auch mit lang arbeitendem mann, ohne verwandte, mit baby und kind im bett..aber ich schlaf trotzdem gut...)

Beitrag von norma71 02.08.07 - 13:20 Uhr

Hallo Katrin,

es gibt ein gutes Buch: „Kinderjahre“ von Reno H. Largo. Das kann ich Dir empfehlen.

Und in Deinem akuten Fall, weil Du ja schreibst, dass Du sehr genervt bist: Gehe zu einer Erziehungsberatung! Du kannst im Internet suchen, welche Beratungen es bei Dir gibt oder Deinen Kinderarzt danach fragen.

Viele Gruesse,
Norma

P.S. Und mit Karl Valentin: "Wir können Kinder nicht erziehen, die machen uns eh alles nach."

Beitrag von lilli1983 02.08.07 - 13:24 Uhr

Danke Danke Danke Euch beiden schonmal für die netten Tips, das Buch kauf ich mir! Ja das ich vor ihm Pepekt haben muss ist klar, aber manchmal fällt es mir sehr schwer weil er sich aufführt wie ein Teufelchen. Den Kinderarzt werde ich mal ansprechen, das habe mich mir auch schon gedacht. Blad kommt er ja auch halbtags in den Kiga, vielleicht wirds dann besser.

LG Katrin

Beitrag von norma71 02.08.07 - 13:48 Uhr

Ja, und scheue Dich wirklich nicht davor, den Kinderarzt oder die Erzieherinnen im Kindergarten um Rat zu fragen!
LG,
Norma

Beitrag von lilli1983 02.08.07 - 13:50 Uhr

Nein das mache ich und frage, ich bin auch gespannt wie die Kindergartenerzieherinnen ihn dann so einschätzen und was die raten. Buch ist bestellt.

Beitrag von pupichen80 02.08.07 - 13:27 Uhr

es heißt nie "ich habe alles falsch gemacht" und es heißt auch nie "ich MUSS hin, weil irgendwas ist". Müssen musst du gar nicht. Wenn Emily nachts wach wird, und sie mich ruft dann frage ich erst was ist. Wenn sie weint dann geh ich hin und sehe nach dem rechten, wenn ich aber als Antwort erhalte "aufstehen" oder "Emily raus aus Bett" dann sage ich "Gute Nacht Emily. Du musst schlafen" Muss dazu sagen, dass Emily deswegen eigentlich selten nachts nach uns verlangt.

Respekt hat sie vor uns beiden großen. Sie hat eine zeitlang zu meinem Mann gesagt "raus!!" wenn er das Zimmer betreten hat. Da hab ich mich immer zu ihr runtergekniet, sie gepackt und ihr deutlich gesagt "DAS sagt man nicht zum Papa! Verstanden?" Und dann erwarte ich von ihr immer eine Antwort. Wenn sie mit nein antwortet, dann gehe ich raus und sage ihr "dann musst du alleine spielen!" das ging ne zeitlang so, und dann irgendwann hat sie mit "ok, tschuldigung" angefangen zu antworten.

Ich halte den Respekt vor den Eltern und den Älteren sehr wichtig (bei der Jugend die wir heute sowieso schon haben). Wenn die Kinder sich respektlos verhalten, sollte man das meiner Meinung sofort unterbinden. Ich mache es immer so, dass ich Emily sofort packe und im strengen (auch mal lauteren) Ton sage "nein Emily!!! So nicht! Das macht/sagt man nicht!!" Und bei uns wirkt das ganz gut. Sie schmeißt nie Sachen durch die Gegend wenn sie wütend ist. Schmeißt sich höchstens mal auf den Boden. Dann ignoriere ich sie einfach. Früher hat sie auch mal ausgeholt um nach uns zu hauen, aber dann habe ich sie ganz streng angeguckt oder reflexartig sofort ihre Hand gepackt und direkt gesagt "nein!! Das machen wir nicht! Mama haut dich auch nicht!" und ich muss sagen, das fruchtet alles sehr gut. Jetzt holt sie nur noch aus, und wenn sie dann meinen Blick sieht macht sie sofort einen Rückzieher ;-).

Alles Gute
Manu

Beitrag von lilli1983 02.08.07 - 13:31 Uhr

Vielen Dank, das tröstet doch ein bissl wenn man hört das andere es auch nicht leicht haben!Ich höre nur immer meine Mutter: So wart ihr früher nicht, nee, ihr habt immer gehört..#bla Ja ja, wers glaubt.....

Beitrag von baerchen9 02.08.07 - 13:53 Uhr

Hallo Katrin,

du bist da gerade in einem Strudel drin, aus dem du versuchen musst unbedingt wieder auszubrechen. Da du einen kleinen Wirbelwind zuhause hast, bist du natürlich ständig am schimpfen, was ihn und natürlich auch dich frustriert und dieses negative Gefühl schaukelt sich bei euch immer mehr hoch. Noch dazu kommt deine Erschöpftheit, was das ganze nicht besser macht.

Du musst auf alle Fälle in den nächsten Tagen mal nur Zeit für dich haben und Kraft tanken und danach versuchen ruhiger mit schwierigen Situationen umzugehen. Das geht aber wirklich nur wenn du ausgeschlafen und ausgeglichen bist.

Wie Respekt verschaffen? Mit Konsequenz. Mit klaren Linien.

Meine Tochter darf sehr viel, aber was sie nicht darf (weil es gefährlich ist oder weil sie etwas kaputt machen könnte), das wird mit konkreten Ansagen durchgesetzt. Ein Beispiel: Sie darf sich zu mir auf die Couch setzen, aber nicht darauf rumspringen. Natürlich probiert sie es immer mal wieder, dann ermahne ich sie zweimal und beim dritten mal hebe ich sie dann von der Couch runter und erkläre ihr wieso. Klar gibts dann Protest, aber ich versuche sie dann abzulenken und die ganze Situation ist entschärft.

Was auch noch bei uns super klappt ist, wenn ich sie in meine Arbeiten miteinbeziehe. Egal ob das, putzen, Wäschewaschen oder auch einkaufen ist (Johanna darf die Sachen in den Einkaufswagen legen und wenn es geht auf auf das Kassenband und gestern durfte sie sogar der Kassierin das Geld geben, da war sie mächtig stolz).

Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig weiterhelfen. Ich wünsche dir alles Gute!

LG
baerchen9

P.S. Manchmal hilft einmal tief durchatmen!

Beitrag von loniemaus 02.08.07 - 14:09 Uhr

hallo katrin,

lass dich mal #liebdrueck du arme. das vorweg.

ich glaube, dass dein kleiner genau merkt was mit dir los ist. die zwerge haben ganz feine antennen. er schreit wahrscheinlich förmlich nach deiner liebe die du im moment nicht 100% geben kannst. es ist ein teufelskreis in dem ihr beide steckt.

ich würde an deiner stelle versuchen mich ganz doll am riemen zu reissen. ich weiss: ist leichter gesagt als getan. aber versuche dein kind ganz besonders doll zu lieben und es wird dir mehr respekt gegenüber bringen. er merkt, dass da was mit dir ist und protestiert auf seine kindliche weise dagegen.

versuche auch weiterhin bzw. wieder stolz auf ihn zu sein, dass er nicht einfach in der ecke sitzt und gar nicht`s macht sondern ein aufgewecktes und wissberieriges kind ist. ich würde auch alles entdecken wollen was ich nicht kenne.

wenn du wieder ein wenig angespannter bist wird sich einiges wieder einrenken. versuche es mal.

liebe grüße
tina und leonie *26.02.2006 die auch bald in die trotzphase kommen wird#schock

Beitrag von inajk 02.08.07 - 17:15 Uhr

Ihr steckt in einem ziemlich boesen Teufelskreis. Ich versuche mich mal an ein paar allgemeinen Tips:

1. Such dir Hilfe! Und zwar sowohl professionelle (Erziehungsberatung o.ae.) als privat. Es lastet zu viel auf dir. Spann den Vater mehr ein. Sonntags hat er den Kleinen, du hast frei. Dazu mindestens einen Abend die Woche. Wenn ihr es euch leisten koennt, schafft euch einen Babysitter an, damit ihr zu zweit was machen koennt. Du brauchst mal was anderes als nur dein Kind. Oder ueberleg dir, wieder arbeiten zu gehen. Wenn du dein Kind nicht mehr dauernd hast, geniesst du die Zeit mit ihm auch wieder mehr.

2. Von Respekt "verschaffen"halte ich niocht so viel. Kinder brauchen Deutlichkeit, Vorhersagbarkeit, und viel positive Aufmerksamkeit. Also

- weniger fragen, mehr sagen. Nicht "wollen wir jetzt spazierengehen?" (NEIN!!!!), sondern, "wir gehen jetzt spazieren. Willst du zu Fuss oder mit Dreirad?". So hat er was zu entscheiden.

- immer ankuendigen, was ihr tut, den Tag planen. Viele Kinder machen Quatsch weil sie nicht verstehen was passiert und die Uebersicht verlieren. Auch im kleinen, nicht einfach Pulli ueber den Kopf ziehen, sondern ankuendigen und kommentieren. Jetzt ziehen wir den Pulli an ... so ... jetzt den Arm rein... prima... jetzt den anderen Arm... so, fertig! Super!

- und ueberhaupt: loben, loben, loben. Es gibt nichts besseres. Kinder reagieren viel mehr auf Lob als auf Strafe, schimpfen etc. Also achte drauf und lob ihn wann immer er macht was er soll, oder einfach nur nett ist (ich weiss, du findest im Moment dass das nie der Fall ist, aber achte mal drauf! Es gibt die Momente, und wenn du dauernd lobst werden es immer mehr werden!).

- Umgekehrt: unerwuenschtes Verhalten soviel wie moeglich ignorieren (ausser wenn es lebensgefaehrlich ist). Auch das funktioniert besser als Strafen. Wenn man in so einem Teufelskreis steckjt, haben Kinder oft gelernt, dass sie durch Quatsch machen/nicht gehorchen am meisten Aufmerksamkeit kriegen. Das muss aufhoeren.

Probier das hier mal. Und such dir Hilfe, denn das hier sind natuerlich nur sehr allgemeine Erziehungswahrheiten. Ich wuensche dir alles Gute,
LG
Ina