Partnerschaft funktioniert nicht mehr seit der Geburt

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von Lisa77 03.08.07 - 09:57 Uhr

hallo ihr lieben

ich weiss einfach nicht mehr weiter... seit der geburt unseres sohnes (11 monate) läuft in der beziehung alles schief. wir sind fast nur noch am streiten. ich fühlte mich seit der geburt zu wenig unterstützt von meinem partner, unser kleine hatte schlimme koliken und hat die ersten monate fast nur geschrien. wenn dann mein partner nach hause gekommen ist hat er rumgemotzt, dass die wohnung dreckig ist etc. ich konnte einfach nicht mehr, ich war so am anschlag, dass ich nur das nötigste gemacht habe. dazu hatte ich nach der geburt wochenlang schlimme rückenschmerzen. wenn ich meinen mann gefragt habe, ob er mich massieren kann hat er jedes mal gesagt, dass er keine lust hat. wir arbeiten nun beide teilzeit, trotzdem mache ich praktisch den ganzen haushalt alleine. wenn ich ihn darauf anspreche meint er, ich könne nichts anderes machen als reklamieren. es häufen sich x solche sachen, ich habe mich extrem von ihm distanziert, kann manchmal nicht mal mehr eine berührung von ihm ertragen.

ich bin völlig hin- und hergerissen. auf der einer seite war es immer mein wunsch, eine intakte familie zu haben, ich möchte dass mein sohn mit mama und papa aufwachsen kann. auf der anderen seite denke ich, dass ich doch nicht die nächsten jahre wegen des kindes mit einem mann zusammen leben kann, mit dem ich nicht mehr glücklich bin.

war jemand in einer ähnlichen situation? hat es sich wieder eingespielt mit der beziehung oder habt ihr euch getrennt?

danke für Eure antworten und ratschläge.
lisa

Beitrag von silkstockings 03.08.07 - 10:15 Uhr

Ihr seid in einer Schleife gefangen, die häufig nach der Geburt eines Kindes auftritt.

Du fühlst dich zu wenig unterstützt und er fühlt sich von deinen Forderungen überfordert.

Ihr müsst daraus ausbrechen.

Am besten mal eine Zeitblase schaffen und Luft schöpfen. Und dann ganz sachlich das Thema angehen.
Vielleicht Wünsche, Forderungen, Ansichten über die Partnerschaft aufschreiben.
Keine Vorwürfe.

Beitrag von Lisa77 03.08.07 - 10:23 Uhr

danke für Deine antwort.

keine vorwürfe, das ist das schwierige! wenn wir miteinander reden ist es plötzlich wieder so weit, dass wir uns nur noch dinge vorwerfen und von da nicht mehr wegkommen. dazu kommt noch, dass wir verschiedene muttersprachen haben, was wohl auch noch zu mehr missverständnissen führt.

Beitrag von mel1983 03.08.07 - 10:17 Uhr

Ich war in der gleichen Situation.

Ich habe mich von meinem Partner räumlich getrennt, weil es mir auf den Sack ging, dass ich mich um unsere Tochter gekümmert hab und nebenbei nach bestem Wissen und Gewissen den Haushalt so gut es ging erledigt hab, und gnädiger Herr kommt Heim und meint "wie siehts denn hier aus".
Das habe ich mir knapp 2 Jahre angetan, dann räumliche Trennung.

Auch da, und bis heute, lief nicht alles glatt.
Es gibt also definitiv kein Patentrezept.

Ich finde nur, dass die häusliche Trennung für mich die letzte Chance zur Rettung der Beziehung war.

Da ich nicht weiss, wie es gemeinsam weiter gelaufen wäre, kann ich dir nicht sagen, ob es jetzt besser ist.

Es ist aufjedenfall immernoch nicht alles rosa. Fakt ist aber, ich habe mein eigenes leben, MEINEN Haushalt. Ich kann machen, was ich mag und was ich schaffe im Haushalt.
Allerdings bot ich meinem "Freund" damit natürlich die Möglichkeit, sich noch mehr Freiheiten zu nehmen.
Egal, mir gehts besser. Nicht in der Beziehung, aber in MEINEM Leben.

Sag ihm einfach, wenn er Heim kommt und motzt, dass er doch bitte mal mit anpacken möge, weil du es alleine nicht schaffst.
Teile ihm klar und deutlich mit, was er just in diesem Moment doch bitte mal tun soll.

Kann er ne Woche Urlaub machen? Wenn ja, dann soll er. In der Zeit hat ER das Kind und den Haushalt, und du fährst zu ner Freundin/deiner Mutter/sonstwo hin.

Gib nicht zu schnell auf, lass dir aber auch nicht zu viel gefallen.

LG Mel

Beitrag von Lisa77 03.08.07 - 10:27 Uhr

Hallo Mel

Danke für Deine Antwort.

Er schaut ja zeitweise auch alleine zu unserem Kind, wenn ich arbeiten gehe. Wenn ich dann nach Hause komme sieht es aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Ich muss dann manchmal wirklich lachen, wenn er meint, wie streng der Tag gewesen ist. Wenn ich ihn dann darauf hinweise, dass er mir genau in solchen Situationen Vorwürfe macht, meint er, naja, so schlimm ist es auch wieder nicht, eigentlich wäre der Tag mit Kind und Haushalt easy zu meistern, er hatte sich halt einfach zu viele Dinge vorgenommen. Null Verständnis.

Das schlimme und traurige finde ich wirklich, dass es mir gut geht, wenn ich mit meinem Kind bin und wenn mein Partner dazukommt, fangen die Zankereien an und ich fühle mich schlecht.

Ich fahre demnächst für ein paar Tage weg (ohne Mann), vielleicht bringt mir das etwas, die Situation klarer zu sehen.

LG Lisa

Beitrag von butterblume82 03.08.07 - 10:18 Uhr

Hallo,

bin in einer ähnlichen Situation allerdings ohne Baby wir wollten eins hat aber nicht geklappt. Hab es immer und immer wieder mit ihm versucht und er hat sich net geändert, nun habe ich einen Schlussstrich gezogen auch wenn es mir sehr schwer fällt aber ich weiss es wird nicht besser. Denke oft darüber nach ob es richtig ist was ich mache, aber wenn ich es nicht jetzt rausbekomme wann dann?!

Zu Dir kann ich nur sagen, war dein Mann auch schon vor der Geburt so? Oder eben nur jetzt?
Evt solltest du mal für ne Woche weg mit dem kleinen vielleicht wird ja da alles klarer, keine Ahnung zur Familie oder so.
Ein Baby ist ja ne rießen umstellung im Leben er fühlt sich evt. überfordert, trotz all dem finde ich sollte er dich unterstützen es ist ja eure kleine Familie.

Ich hoffe du wirst eine entscheidung treffen, kopf hoch.#liebdrueck

Beitrag von Lisa77 03.08.07 - 10:30 Uhr

danke für Deine antwort!

nein, vor der geburt war es nicht so. wir haben damals beide 100% gearbeitet und uns den haushalt geteilt. nun sieht er es anscheinend in 1. linie als aufgabe der frau an. auch alles organisatorische betr. dem baby überlässt er mir. es fällt ihm noch nicht mal ein, dass er von sich aus mal etwas in die hand nehmen könnte.

Beitrag von sonjazander 03.08.07 - 10:29 Uhr

mein baby ist 5 monate alt....mein glück war ich hatte zum glück kein schrei kind...kinderkommunion hatte ich auch noch in der zeit...viele vorbereitungen.
wohnung immer sauber.....auch heute noch trotz 7 stunden teilzeitarbeit. nach der geburt ging ich wieder arbeiten....


ist klar er geht arbeiten und möchte wenn er nach hause kommt eine saubere bude.


aber streßig ist es schon mit kleinkind kann dich vestehen:-D

Beitrag von wee1975 03.08.07 - 11:10 Uhr

Hallo Lisa 77 ,
wollt dich mal ein bisschen aufmuntern und dir ein Positivbeispiel geben :-)
Also , ich war auch in so einer Situation , denke dass geht sehr sehr vielen so !!!
Was uns geholfen hat war reden , reden , reden ...
- ohne Vorwürfe , einfach über die eigenen Gefühle u. Ängste
Was allerdings auch ne Zeit braucht bis es klappt ;-)

Versucht euch in die Lage des anderen hineizuversetzen.
Auch mal sagen " ich versteh dich sehr gut" , "das fehlt mir genau so wie dir " , etc.

Durch solche Gespräche entspannte sich vieles bei uns,
es war ne harte Zeit für uns beide aber wir habens geschafft
und ich kann nur sagen es lohnt sich !

so, genug#bla



Gib nicht auf ,
LG julia

Beitrag von Lisa77 03.08.07 - 11:49 Uhr

Hallo Julia

Danke für Deine lieben und aufmunternden Worte!

Liebe Grüsse Lisa

Beitrag von rhodochiton 03.08.07 - 17:28 Uhr

Aaalso

uns gieng es genau gleich!

Zudem habe ich rausgefunden dass ich wegen Eisenmangels noch eine Depression hatte und dann hatten wir noch Stress mit Schwigis, was alles sehr erschwerte.

Eigentlich waren wir nur beide überfordert und keiner wollte es wohl wahrhaben oder zugeben. Dazu kam der permanente Schlafmangel! Das ist nicht zu unterschätzen. Ein Mensch mit wenig Tiefschlaf und dann vielleicht noch das Kind immer im
Ehebett (so schläft laut Studie die Mutter nie richtig da sie immer auf "Standby" sei)

Mein Tipp also:
Warte noch und bitte um Unterstützung. Erarbeitet ein Konzept wo jeder seine freien Minuten oder Schlaf hat, Du wirst sehen dann gehts schon besser und wenn dan das Kind 1,5 jährig ist, kann es selber mal spielen und es ist alles wieder schön zusammen!