Ich nehme immer mehr Abstand von ihm....unsere Ehe ist/geht kaputt :-(

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von Einsame Mama 03.08.07 - 15:55 Uhr

Das ist das, was ich mir schon immer gewünscht hatte....unabhängig von diesem Mann zu sein. Dieser Mann, der mir schon so oft weh getan hat, der mich einmal geschlagen hat, was ich niemals in meinem Leben vergessen werde und der mich so versucht zu verändern, wie er das gerne hätte. Egal was er immer getan hat, ich habe ihn immer geliebt. Egal wie sauer oder verletzt ich von ihm war, ich habe mich immer wieder nach ihm gesehnt. Er kann so liebevoll sein, so verständnisvoll. Seine Familie und seine Freunde leben alle ganz weit weg, er ist zu mir gezogen nachdem wir geheiratet 2003 geheiratet haben. Nach unserer Heirat haben viele von meiner Familie Abstand von mir genommen, so war also auch ich alleine. Wir mussten viel durchstehen, hatten kaum Geld und mussten manchmal von gerade mal 50 Euro im Monat leben. Das hat uns sehr zusammengeschweißt, wir wussten, dass wir nur einander hatten und das stärkte das Vertrauen zueinander. Wir waren glücklich und wahnsinnig verliebt....und das sogar noch bis vor drei Monaten.....!

Im September 2006 wurde ich ungeplant schwanger. Wir waren anfangs geschockt, freuten uns jedoch über das Baby, das unser Leben lebenswert macht und uns einen Sinn gibt.
Während der Schwangerschaft waren wir ein Herz und eine Seele. Er stand mir sehr zur Seite, half mir viel im Haushalt und hatte viel Verständnis. Wir aßen oft auswerts, weil es mir oft schlecht ging und ich uns nichts zu essen machen konnte. Abends telefonierte er öfters mit seiner Familie oder mit seinen Freunden. Dabei lag ich immer mit dem Kopf auf seinem Schoß und er streichelte mich, manchmal sogar Stunden lang. Er massierte mir die Füße, weil sie mir durch das viele Stehen manchmal weh taten. Er machte morgens Frühstück oder machte mir auch mal ein Brot, wenn mein Kreislauf im Keller war. Ich liebte diesen Mann und wenn es Mal Zeiten gegeben hatte, in denen er es bei mir richtig verbockt hatte, dann waren diese in diesem Moment für immer vergessen.

Unsere Tochter ist nun drei Monate alt und seitdem sie da ist, ist nichts mehr wie es mal war. Wir streiten nur noch....und das seit dem ich aus der Klinik wieder da bin. Ich habe das Gefühl, dass er sich nun frei fühlt. Die SChwangerschaft ist zu Ende und er muss nicht mehr so lieb sein, so verständnisvoll, ich kann jetzt wieder so "funktionieren" wie vorher. Ich soll wieder ganz normal die Wohnung sauber halten und Essen machen, egal, ob ich nun einmal oder zehn Mal nachts wach war. Wenn ich Rücken Schmerzen habe, vom vielen Tragen unserer Kleinen, ist ihm das egal. Ich habe in diesen drei Monaten eine einzige Massage bekommen und das für fünf Minuten, obwohl ich manchmal vor Schmerzen weinen könnte :-(.

Aber das traurige und mein wahren Problem ist, dass es mir egal ist :-(. Früher, wenn er mal weg war, habe ich ihn angerufen oder ihm eine SMS geschickt. Das hat ihn immer wahnsinnig gemacht, er fühlte sich eingeengt von mir. Ich hatte Verständnis, konnte es aber nicht ändern, weil ich immer solche Sehnsucht nach ihm hatte und nach einigen Stunden nicht anders konnte. MIttlerweile bin ich froh, wenn er weg ist :-(. DIe Stimmung zu Hause wenn ich und meine Maus alleine bin ist einfach viel besser. Wir spielen und lachen zusammen, es ist egal, wann ich nun das Bad putze oder Essen mache. Ich bin unabhängig, fühle mich nicht beobachtet und bedrängt. Ich frage nicht mehr, wann er nach Hause kommt und wo er nun ist. Und ehrlich gesagt habe ich auch das Gefühl, dass er länger weg bleibt, um nicht nach Hause zu kommen. Und wenn er kommt, dann hat er nur unsere Tochter vermisst. Er nimmt sie gleich und spielt und kuschelt mit ihr. Ich kriege, wenn überhaupt, einen flüchtigen Kuss. Aber auch das ist mir egal...:-(. Irgendwo vermisse ich ihn tief in meinem Innersten und ich liebe ihn und fühle mich zu ihm hingezogen, aber die Ablehnung ist stärker. Wenn ich mich mal danach sehne, mit ihm zu schlafen und wir es dann auch tun, ist es in der Realität anders, als in meiner Sehnsucht und in meiner Vorstellung. Ich verliere schnell die Lust daran, möchte am liebsten aufhören aber wir machen einfach weiter und ich liege eigentlich nur träge da, ohne Leidenschaft und ohne Gefühl :-(.

Gestern Abend, als er ins Bett gegangen ist, bin ich ihm nicht wie immer einfach gefolgt. Wieso sollte ich denn??? Kuscheln wir denn, wenn wir zusammen ins Bett gehen??? Wird es so romantisch, dass wir dann miteinander schlafen??? Nein, er sagt mir lediglich, wie müde er doch ist und schläft ein. Es sei denn, er hat es gerade nötig und braucht entweder mich oder meine Hand...!

Eigentlich sehne ich mich nach einer Familie, wie ich sie mir erträumt hatte. Wir lieben unsere Kleine so sehr und im Grunde lieben wir ja auch einander noch, aber wir entfernen uns immer mehr und keiner tut etwas dagegen...! Ich habe es ein paar Mal versucht und auch er sagte mal zu mir, dass er nicht möchte, dass es so wird zwischen uns, aber geändert hat er nichts und mir hat es nichts ausgemacht! Heute früh fragte er mich nach dem Aufwachen, warum wir beide nur noch im Krieg leben. Ich wusste keine Antwort....und es war mir auch egal...! Er ist gerade weg, ich weiß zwar wo, aber nicht genau warum und was er da tut. Ich soll ihn nachher abholen. Ich habe ihn nicht gefragt, wann und wie lange er braucht. Es ist mir nämlich egal. Er hat vorhin angerufen und mich gefragt, ob der Navi zu Hause ist. Ich sagte nur ja und dann tschüss...! Ich habe ihn nicht gefragt, ob er nun zurückfahren will, um ihn nicht abzuholen. Ich habe nicht gefragt, ob er den Weg alleine findet. Und ich habe ihm nicht gesagt, dass ich ihn liebe, wie ich das eigentlich immer tue, bevor wir ein Telefongespräch beenden....!

Ich möchte das alles eigentlich gar nicht. Ich möchte meinen liebevollen Ehemann wieder haben, in den ich so wahnsinnig verliebt war. Ich möchte eine Familie sein, wie ich sie mir immer in meinen Träumen vorgestellt hatte. Ich möchte lieben und geliebt werden, von dem Mann, mit dem ich mein Leben verbringen wollte....mit dem Vater meiner Tochter, meinem besten Freund und meinem Liebhaber...!

Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Soll ich alles so lassen, wie es nun ist, bis einer von uns einen anderen gefunden hat oder endgültig den Schlussstrich zieht? Bis wir einander entweder totgeschwiegen haben oder so sehr uns in Streitigkeiten vergraben, dass wir uns trennen? Dabei möchte ich das doch gar nicht....und er sicherlich auch nicht....:-(


Ich bin so unendlich traurig. Aber mir ist alles egal....



Die Einsame Mama :-(

Beitrag von *Desperate Housewive* 03.08.07 - 19:05 Uhr

Das Ganze, wirklich alles, was du schreibst kommt mir sehr, sehr bekannt vor.
Mein Mann und ich sind / waren seit 10 Jahren zusammen, unser 8. Hochzeitstag steht kurz bevor, wir haben ein gemeinsames Wunschkind ... alles andere ist sehr, sehr ähnlich.
Wir waren gerade dabei für Baby Nummer 2 zu üben als meine Welt unterging.
Im April stellten wir die Versuche erst einmal ein weil ich etwas abnehmen wollte, mich wieder attraktiv fühlen wollte (der alte Babyspeck war noch nicht ganz weg).
Er nervte mich manchmal sehr, nicht das wir lieblos wurden, doch wir waren in 1. Linie Eltern und seine Arbeit ging ihm immer vor. Ich war so einsam und setzte mich abends an den Pc um Freunden zu schreiben weil er mir nicht zuhörte. Ich dachte manchmal eine Trennung würde uns evtl. gut tun. Nicht weil ich ihn nicht liebe, sondern weil ich mich nicht mehr geliebt fühlte.
Inzwischen habe ich herausbekommen das er, noch wärend wir für ein Baby übten, bei einer online Dating Firma bezahlt hat und sich kurz darauf das erste Mal mit einer anderen Frau getroffen hat. Er unternahm Trips mit ihr bei denen er behauptete sie sein beruflich, er kümmert sich rührend um ihr Kind und unseren Sohn und mich lässt er links liegen, er behauptet er wohne bei einem Kollegen doch Frau ist nicht dumm und seine "Neue" sehr gehässig so das sie mich sogar anrief und es mir erzählte. Er glaubt es mir nicht un dmItte des Monats ziehe ich aus, mit unserem Kind.
Wir sin dihm sch**egal geworden und glaub mir, das tut mehr weh als alles andere.
Der Traum von dem du schreibst, er sitzt bei mir auch noch tief im Herzen und das ist in Milliarden Stücke zersprungen als ich alles heraus fand.
Versuch alles um die Schmetterlinge zurück zu holen ... geht gemeinsam aus (ein Babysitter findet sich schon) und rede ruhig mit ihm. Schieb ihm keine Schuld in die Schuhe, darauf können Männer ja gar nicht. Ich versuche hier auch die Zeit so gut es geht zu überbrücken. Mein Herz gehört noch imme rihm und dem Traum von meiner glücklichen Familie - und die wird es vermutlich nie mehr geben.

#liebdrueck

Beitrag von kathalisator 03.08.07 - 19:26 Uhr

Hallihallo #blume

Warum ich dir schreibe? Weil ich manchmal genau das gleiche Gefühl habe wie du: Zu denken es bringt nichts mehr und wozu das alles?!
Bevor du eine Trennung in Erwägung ziehst, denke über alles gut nach. Und zwar nicht gerade in einer Krisensituation, sondern vielleicht in diesem einzigen Moment, wo alles fast perfekt erscheint. Dies wird dir Kraft spenden. Der eine glückliche Moment, kann schon der Keim dafür sein, wieder einmal ein prächtiger Baum zu werden.
Das wichtigste überhaupt in einer Beziehung ist es, miteinander reden zu können, ausreden lassen, gemeinsame Kompromisse und Lösungen finden und einander akzeptieren. Dabei bedenken die wenigsten, dass man die ein oder andere Macke des Partners nicht abstellen kann oder für jene einen Mittelweg zu finden ist.
Am besten du vergleichst die Zeit davor mit der Zeit danach zuerst in deinem Kopf, evt. auch schriftlich (stellst Dinge auf, die dich damals und heute glücklich machen und die, die dich damals und heute stören). Suche für dich Gründe, wieso dies oder jenes war oder ist. Liebe ist nicht vergänglich. Jeder Mensch muss Liebe geben können, um Liebe zu empfangen. Noch ist das Feuer nicht erloschen!!! Sei mutig und geh mit deinen Gedanken zu deinem Mann. Frag ihn, was er von den Dingen aus heutiger und vergangener Sicht hält. Gib ihm, wenn nötig Bedenkzeit und dräng ihn nicht zu einer Antwort. Achte aber bitte, welche negativen Sachen du anführst. Solche Diskussionen sollten sachlich bleiben. Mit den negativen, meine ich jene Macke deiner oder seinerseits, die man mit Augenzwinkern überbrücken kann. (Bsp.: Er ist ein wenig unordentlich, oder macht sich nicht viel aus der Hauswirtschaft) Dafür seit ihr ein Paar, was sich gegenseitig ergänzen sollte, wie bei einem Puzzle. Wären zwei gleiche Bausteine vorhanden, würden sie kurz oder lang zusammenbrechen.
Wie du bereits in deinem Bericht erwähnt hast, seit ihr bisher immer gut miteinander ausgekommen. Das kommt schließlich nicht von ungefähr!
Zur Zeit konzentriert sich dein Leben auf den einen Punkt. Krise in der Partnerschaft. Dabei ist es keine Frage, dass man abgeneigt zueinander ist. Schließlich liegt etwas unerklärliches in der Luft. Versucht dieses hartnäckige Etwas zu finden und geht eine gemeinsame Versöhnung ein.
Ich bin durchaus zuversichtlich, dass ihr das schaffen werdet.
Ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen. Ich besitze zwar noch nicht viele Erfahrungsjahre, aber die die ich besitze sind ausreichend um zu sagen: Wahre Liebe spürst du, sei rein mit deinem Gewissen, bewahre Anstand auch in schweren Zeiten und du wirst sehen, wie schön das Leben ist!
Man kann nicht alles perfekt machen, aber jeder Schritt ist ein Schritt zum Glück.

Alles Liebe und Gute, auch eurem Kind #klee

Beitrag von smr 03.08.07 - 20:54 Uhr

Hallo Du!
Erstmal lass Dich mal #liebdrueck
Kann es vielleicht auch sein, dass Du noch unter Wochenbettdepressionen leidest?
Ich glaube, dass es auch an der Umstellung vom Paar zum Elternpaar liegt.
Man kann sich in der Theorie immer so gut vorstellen, wie schöööööön doch alles wird, aber die Realität sieht doch ganz anders aus, oder? Ich denke, das muss sich erst alles einspielen und einpendeln. Dein Hauptanliegen ist momentan sicher Euer Kind und mitunter ist es da eben mühsam, dem Mann noch gerecht werden zu können, man selbst ist ja auch noch Mensch.
Versuch nicht alles zu schwarz zu sehen, gehe alles ein wenig lockerer an.
LG
Sandra