ARGE und zus.ziehen.Bedarfsgemeinschaft? Wichtig

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Beitrag von leoni24 03.08.07 - 16:01 Uhr

Hallo,

habe da mal eine Frage. Wenn man zusammen zieht mit jemanden, dann gilt man doch als Bedarfsgemeinschaft? Jetzt habe ich aber gehört, das das nicht stimmt bis zu einem Jahr. Erst dann würde man als Bedarfsgemeinschaft gilt.

Mal angenommen man zieht dann mit einem Partner zusammen, der schon immer arbeiten war und der sich bevor zusammen zieht sich ein Auto kaufen möchte..........ist er verpflichtet sein Auto wieder zu verkaufen nur weil er mit jemanden zusammen zieht die ALG II bezieht?

Ich meine jeder hat doch sein vorleben und seine Arbeit wenn er eine hat und verdient doch sein Geld....und wenn der jenige der Meinung ist sich was zu zu legen...dann ist es doch seine Sache und hat nichts mit einem zu tun. Es wäre ja nicht mein Auto.

Würde mich echt mal interessieren.

Vielen Dank
LG
Leo

Beitrag von goldtaube 03.08.07 - 16:09 Uhr

Gemäß §7 3a SGB II vermutet man, dass zwei Leute füreinander einstehen, wenn Partner länger als 1 Jahr zusammenleben. Allerdings wird dies auch vermutet, wenn sie ein gemeinsames Kind haben oder wenn sie Kinder oder Angehörige im Haushalt versorgen oder befugt sind über das Einkommen/Vermögen des anderen zu verfügen.
http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/__7.html

D. h. auch wenn zwei Menschen gerade zusammenziehen und ein Kind im Haushalt versorgen, geht man davon aus das sie füreinander einstehen und sind somit eine Bedarfsgemeinschaft.

Das Auto muss er nur verkaufen, wenn es einen Wert von über 5000 Euro hat. Überschreitet das Auto diesen Wert nicht muss es auch nicht verkauft werden.

Sobald ihr eine Bedarfsgemeinschaft seid, bekommt ihr beide ALG II, selbst wenn du es beantragst und er sein Geld selber verdient. Das lässt sich nicht trennen. Er hat auch dieselben Pflichten wie du.

Beitrag von jacque 03.08.07 - 19:31 Uhr

Das ist bicht ganz richtig, es wird zwar vermutet, dass gegenseitiges füreinander Einstehen vorliegt, dennoch kann schriftlich dargelegt werden, dass der Partner nicht für seine Partnerin in finanzieller Hinsicht einsteht....da gab es schon Fälle wo das geklappt hat...Und niemand darf gezwungen werden etwas wieder zu Geld zu machen, so wird das auch nie passieren, man bekommt halt nur mitgeteilt, dass man "zuviel hat" und eben nicht bedürftig ist im Sinne des SGB II.

Beitrag von goldtaube 03.08.07 - 20:27 Uhr

Klar, kann man sagen man steht nicht füreinander ein, aber es ist eine Beweisfrage und in der Regel kann man es nicht beweisen, dass man nicht füreinander einsteht. Es sei denn man hält wirklich alles getrennt.

Wenn jemand ALG II haben will, kann er schon gezwungen werden. Natürlich kann man immer sagen, nein ich möchte dann doch kein ALG II.

Beitrag von jacque 05.08.07 - 14:12 Uhr

Glaub mir, so schlimm ist das nicht.....

Beitrag von fruchtbombe 08.08.07 - 21:58 Uhr

"Das Auto muss er nur verkaufen, wenn es einen Wert von über 5000 Euro hat. Überschreitet das Auto diesen Wert nicht muss es auch nicht verkauft werden."


falsch!! die Arge schreibt niemandem vor, sein Auto zu verkaufen. es wird lediglich der Wert über 5000 Euro zum Vermögen gezählt. hat das Auto also beispielsweise einen Wert von 6000 Euro, werden 1000 Euro fiktiv zum vorhandenen Vermögen addiert. übersteigt das gesamte Vermögen dann die Freibeträge, muß dieser Übertrag erst verbraucht werden, bevor erneut AlgII bezogen werden kann.

viele Grüße.

Beitrag von insana1984 03.08.07 - 17:43 Uhr

Hallo!

Frag am besten deinen Berater im JobCenter. Denn das wird von jedem Berater auch unterschiedlich entschieden.

Bei uns wurde auch alles in einen Topf geschmissen, aber gegen den Autokauf (es war mehr Wert wie 5000,-@) hatte unsere Beraterin nix.
Ihr Kommentar war nur darauf: "Es ist ja sein Geld und er hat das ja verdient".

LG Anja

Beitrag von frozen2205 03.08.07 - 18:50 Uhr

Das mit der Bedarfsgemeinschaft ist nicht ganz so einfach ... Kann nur von meiner besten Freundin sprechen, denn da habe ich eine ganze Menge miterlebt.

Erstmal stimmt das mit dem Wert von 5000€ nicht, sondern es sind 7000€ (das hat die Angestellte im AA damals zu meiner Freundin gesagt) ... Und dann kommt es darauf an ob ihr zur Bedarfsgemeinschaft gemacht werden ob ihr zusammen ein Kind habt. Wenn nicht spricht das schon mal gegen Bedarfsgemeinschaft. Dann dürft ihr nicht länger als 1 Jahr zusammen wohnen bzw. nicht länger als nachweislich 3 Jahre zusammen sein (wobei das letztere das AA euch das beweisen müsste) und dann müsstet ihr verschieden wirtschaften.

Aber spätestens nach einem Jahr wird das AA das Gehalt von deinem Freund auf dein ALG anrechnen und dann wird das natürlich weniger. Sollte er soviel verdienen das du gar kein ALG II mehr bekommst zahlt das AA nur noch die Beiträge für Krankenversicherung usw.

Ist bissel komplizierter.

Beitrag von leoni24 03.08.07 - 21:22 Uhr

Hallo,

erstmal vielen Dank, für Eure Antworten. Wir würden schon gern zusammen ziehen wollen. Das Auto hat er ja bereits......gemeinsame Kinder haben wir nicht .

Ich will auf keinen Fall, das die Arge ihn ans Auto geht..da es seins ist und er sich das Geld selber verdient.

Ich versuch schon so schnell wie möglich eine Arbeit zu bekommen, nur bei unseren Verdienstmöglichkeiten, werde ich weiterhin der Arge auf der Tasche hängen, trotz arbeit dann. Es ist echt zum verzweifeln.
Was heißt das er die selben Pflichten hat wie ich, wenn ich den Antrag erneut stellen müßte. Er hat doch arbeit.......! ?
Ach man ist das alles Kompliziert!
LG
Leo

Beitrag von klau_die 04.08.07 - 08:35 Uhr

"Was heißt das er die selben Pflichten hat wie ich, wenn ich den Antrag erneut stellen müßte. Er hat doch arbeit.......! ? "

Sobald Ihr als Bedarfsgemeinschaft gewertet werdet, beziehst nicht nur Du ALGII, sondern IHR als BG - sämtliches Einkommen kommt in einen Topf und der "Rest" wird als ergänzendes ALGII dazu gezahlt.

Beitrag von nightingale1969 04.08.07 - 11:00 Uhr

Und er hat nötigenfalls die Verpflichtung, sich eine bessere Arbeit zu suchen (wenn es z.B. nur ein Teilzeitjob ist oder weit unter seiner Qualifikation).
Ist er schon länger bei der Firma und ist auf Grund seines berufl. Werdeganges nicht damit zu rechnen, dass er einen besseren Job findet, dann "nerven" wir, also die Arbeitsvermittlung, ihn auch nicht.

Gruß
Ch.