Brauche ich einen Psychologen? (Achtung lang)

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von mh lieber so 03.08.07 - 21:38 Uhr

Ich brauche euren Rat. Weiss nicht mehr weiter. Erzähle es euch in der Kurzfassung.

Als ich 12 Jahre alt war, bin ich alleine zum Bahnhof gelaufen. Es war helllichter Tag. Da sah ich ein Auto stehen und ein Mann ist drinnen gesessen. Er fummelte an seiner Hose rum. Als ich dann beim Auto vorbei gelaufen bin sah ich, dass dieser Mann onanierte. Es war für mich damals so schlimm. Mir wurde total übel ich dachte, ich müsse mich übergeben. Diese Sache hat mich sehr sehr lange verfolgt. Mit 12 Jahren kennt man sowas noch nicht. Ich traute mich nicht, mit jemanden drüber zu reden. Erst vor 2 Jahren habe ich meiner Mutter die Story erzählt. Ich bin nachher nie mehr in so eine Situation gekommen, dass ich einen Mann onanieren gesehen habe. Habe dann die ganze Sache vergessen.

Ich hatte dann natürlich auch meine erste Liebe und in den ganzen Jahren natürlich sehr viele Partner. Mir ist diese Sache nicht mehr so in den Sinn gekommen. Obwohl ich schon ab und an mal an das schlimme Erlebnis gedacht habe. So weit, so gut. Inzwischen bin ich verheiratet und habe 2 Söhne. Vor vier Jahren dann, bin ich morgens früher aufgestanden als gewohnt. Da sah ich meinen Mann im Wohnzimmer sitzen am onanieren. Ich habe ihn beschimpft. Habe ihm gesagt, dass er nicht normal seie. Ich war so wütend, mir wurde so übel ich hätte heulen können. Ich sah die Situation von damals wieder vor mir. Habe mich dann natürlich am Abend bei meinem Mann entschuldigt und ihm erklärt, warum ich so reagiert habe. Habe ihm von meinem Erlebnis erzählt. Er hat gesagt, dass ich einen Psychiater aufsuchen müsse, wenn ich mit dieser Geschichte von damals nicht abschliessen könne. Onanieren sei normal und würde jeder gesunde und normale Mensch machen.

Es verging dann wieder sehr viel Zeit. Vor 4 Monaten dann, passierte etwas, was mich wieder in den Alptraum fallen liess. Ich bin vormittags aus dem Büro zur Strasse runter um zu rauchen. Ich bin dann so hin und her gelaufen und neben unserem Bürogebäude ist eine kleine Gasse, die eigentlich selten von jemanden genutzt wird. Ich habe dann im Blickwinkel hinten in der Gasse jemanden stehen sehen. Als ich dann hinschaute, hat ein Mann gegen die Mauer gestanden und onaniert. Mir wurde wieder so übel. Ich zitterte am ganzen Leib. Hatte einen Klotz im Hals. Ich konnte mittags nichts essen. Habe es meiner Mutter erzählt. Die hat gelacht. Mein Mann hat auch über diese Sache gelacht und für mich war es einfach nur der schlimmste Alptraum. Ich kann die Geschichte bis heute nicht vergessen. Ich habe diesen Mann aus der Gasse angezeigt. Musste mir dann Bilder anschauen von diesem Mann, um ihn zu identifizieren. Er ist psychisch krank und in Behandlung. Musste alles nochmals genau beschreiben. Es war für mich so schlimm. Und jetzt, wo ich die Geschichte halbwegs verdrängt habe bin ich gestern auch früher aufgestanden und erwischte meinen Mann wie er onanierte. Ich fühlte wieder so einen Hass, eine Übelkeit. Ich habe ihn wieder beschumpfen. Seit gestern kann ich mit meinem Mann nicht mehr reden. Ich empfinde so eine Wut. Eine Rücksichtslosigkeit. Ich kann das Gefühl nicht beschreiben. Andererseits kommt auch so eine Hilflosigkeit auf. Und das alles macht mich sehr traurig. Und ich wünschte, ich könnte das alles für normal empfinden. Und was auch eine grosse Angst von mir ist, dass ich meine Söhne wenn sie das Alter haben, mal beim Onanieren erwischen würde. Das wäre für mich der nächste Alptraum.

Ich würde gerne professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Schäme mich aber ein bisschen davor, ausgelacht zu werden, wegen diesem Problem das ich habe.

Danke fürs zuhören.

Beitrag von babylove05 03.08.07 - 22:13 Uhr

Hallo

Wenn du meinst das du hilfe brauchst geh zum Psychologen. Auslachen wird der dich bestimmt nicht.


Martina

Beitrag von scarlett23 04.08.07 - 00:50 Uhr

hi

ich denke nicht das du nur für diesen Grund zum Ps. musst.

Du solltest dich einmal fragen was genau dich ekelt,, das erinnert mich an einen Freibadbesuch´mit ein paar Freundinnen mit 11 Jahren wir haben unter die Kabine geguckt und auch einen Mann in der Hocke onanieren gesehen er ist sogar gekommen #schock das war für mich auch erstmal ein Trauma ..l.hat aber nach ein paar jahren aufgehört.... lg

Beitrag von auch mal schwarz 04.08.07 - 18:02 Uhr

Liebe Unbekannte,
wenn diese traumatische Erlebnis sich wirklich so tief in dein Unterbewußtsein eingegraben hat und so viele Spuren bei dir hinterlassen hat, solltest du damit wirklich einen Fachmann aufsuchen, um das Erlebte zu verarbeiten.
Ich glaube nicht daß er dich auslacht, sondern er wird die Sache vielmehr sehr ernst nehmen.
Im Grunde genommen ist es egal, mit welcher Art von Sexualität ein Kind konfrontiert wird, wenn es nicht darauf vorbereitet ist. Es wird immer irgendeinen Eindruck hinterlassen. Bei dem einen Kind mehr als bei dem anderen, aber mit 12 ist noch nicht jedes Kind in der Lage, zu verstehen, was da genau passiert.
Bei dir hat es dazu geführt, daß ein an sich normaler Vorgang eine ganz heftige psychische und auch körperliche Abwehrreaktion hervorruft.
Ich gehe mal davon aus, daß das Thema Selbsbefriedigung bei dir selbst völlig ausgeschlossen ist.
Wenn du ein völlig "normales" Verhältnis zur Sexualität entwickeln möchtest, und das schliesst Selbsbefriedigung nun mal ein, dann lass dir helfen.
Ich denke mal, daß es für einen Psychologen oder Therapeuten kein ungewöhnliches Thema ist und er wird mit dir daran arbeiten, daß du dir in diesem Punkt ne Elefantenhaut zulegst. Vielleicht bist du dann in der Lage, solche Erlebnisse einfach als banal normal abzutun, so, als würde sich jemand in der Nase bohren.
Ich drück dir die Daumen