Wird Kredit für EFH zur Schuldenfalle???

Archiv des urbia-Forums Trennung.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Trennung

Sorgerecht, Umgangsrecht, Unterhaltszahlung ... ? Wenn sich ein Paar zu einer Trennung entschließt, ergeben sich für jedes Elternteil ganz neue Fragen an die eigene Lebensplanung.

Beitrag von happyplace69 03.08.07 - 22:07 Uhr

Guten Abend!

Wer von Euch war vielleicht mal in ähnlicher Situation;

Vor 2 Jahren haben mein Ex-Partner (wir waren nicht verheiratet) und ich einen Kredit für ein EFH aufgenommen. Laut Darlehensauszügen sind noch 135.000 EUR abzuzahlen. Da wir uns nun getrennt haben, wollten wir wissen, wie hoch der Ablösebetrag ist, damit wir einen angemessenen Preis für das Haus veranschlagen können. Die Bank meinte, dass könnten wir nicht bezahlen, die Summe wäre "utopisch" und außerdem ließe man uns nicht aus den Verträgen! Dann ließ man uns stehen...
Kann das sein? Ich bin mit meinen Nerven am Ende, weil ich nicht weiß wie es für mich und meinen Kleinen Sohn (1 Jahr) weitergehen soll. Mit dem Vater können wir nicht zusammen wohnen bleiben, aber Kredit und Miete kann ich ebenfalls nicht gleichzeitig aufbringen! Jemand meinte, wir müssten gut 200.000 EUR an die Bank zurückzahlen, ist das wirklich so? Für den Preis werden wir das Haus nicht los!

Ich danke Euch für Eure Antworten!

Beitrag von __corazon__ 03.08.07 - 22:35 Uhr

Hallo

es tut mir leid, aber je nach den Konditionen, die Darlehensvertrag können da noch wirklich hohe Kosten auf Euch zukommen. Ihr wollt ja vorzeitig aus dem Vertrag raus, und das lassen sich manche Banken durch die Vorfälligkeitsentschädigungen gut bezahlen.

Ich würde mal mit den Verträgen zur Verbraucherzentrale gehen oder sie einem Anwalt vorlegen.

Es wird Euch wahrscheinlich nichts anderes übrig bleiben, als das Haus mit Verlust zu verkaufen. Denn so müsst Ihr ja neben der Tilgung auch noch die Zinsen für die 135' aufbringen.

Die lassen Euch mit den Worten einfach stehen? was ist das denn für ne komische Bank....


LG
corazon

Beitrag von klau_die 05.08.07 - 08:22 Uhr

Hallo,

dass Ihr aus dem Vertrag gar nicht rauskommt, kann ich mir nicht vorstellen aber mit einem fetten Minus unter dem Strich werdet Ihr rechnen müssen. Die Marktlage ist nicht günstig und Ihr müßt Vorfälligkeitszinsen einkalkulieren. Was glaubst, Du, wieviele ehemalige Paare noch auf Jahre verschuldet sind wegen eines gemeinsam finanzierten Hauses...

Gruß,

Andrea

Beitrag von muggles 06.08.07 - 23:44 Uhr

Das mit den Vorfaelligkeitszinsen stimmt so nicht ganz: Meine Freundin (die bei einer Bank arbeitet und dort Hypotheken bearbeitet) hat mir das so erklaert: Wenn Ihr einen Kreditvertrag zu einem bestimmten Zinssatz (z. B. 5%) abgeschlossen habt, und Ihr wollt die Hypothek vor Ablauf der Zinsbindung abloesen, kommt es auf den dann aktuellen Zinssatz an: Ist der dann hoeher (z. B. 6%) muesste sich die Vorfaelligkeitszinszahlung in Grenzen halten, da die Bank ja die geliehene Summe mehr Zinsen berechnen koennte.

Ist der Zinssatz dann niedriger, fallen Vorfaelligkeitszinsen an, da die Bank ja Verlust macht.

Wie lange dauert denn die Zinsbindung? Wie hoch ist denn der aktuelle Marktwert des Hauses? Ich bin mit meinem Ex seinerzeit so verblieben: Ich habe die Wohnung uebernommen (er ging per Schuldhaftentlassung aus dem Darlehensvertrag) und ihn ueber 4 Jahre verteilt eine bestimmte Summe x ausgezahlt.

Dann ging ich ins Ausland und habe die Wohnung vermietet. Waere das vielleicht eine Alternative? Wuerden die Mieteinnahmen die monatliche Belastung decken, waere Euch doch schon mal geholfen. Die Mieteinnahmen werden natuerlich geteilt, wenn Ihr beide den Kredit bedient.