Warum träumen alle vom eigenen Haus? Was würdet Ihr dafür aufnehmen?

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Forum: Haushalt & Wohnen

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Beitrag von curlysue1 04.08.07 - 10:54 Uhr

Hallo,

zur Zeit wollen bei uns viele bauen und hier überall hört man davon#kratz

Was hat das für Vorteile? Was würdet Ihr dafür höchstens für Belastung aufnehmen und wielange würdet Ihr daran bezahlen wollen?

LG
Curly

Beitrag von papaniels 04.08.07 - 11:07 Uhr

was heißt wollen... eher müssen.
also vorteile hat es ganz klar. ich bin jetzt 28 und werde wohl ca. 30 bis 33 jahre zahlen müssen. bin dann aber zur rente, bzw früher schuldenfrei! undhabe nur ncoh nebenkosten zu zahlen. miete und abzahlung entfallen.
miete müsste ich eh zahlen, die auch steigen wird kaufst du schlau kostet dich ein haus nich allzuviel mehr wie eine in der größe vergleichbare mietswohnung. der unterschied ist halt das das geld was du zahlst in dein eigentum überghet, die zinsen jetzt mal ausserachtgelassen.
wieviel jeder aufnmmt. das sei mal dahingestellt. nimm die miete und schlag was auf was du verkraften kannst. schon hast du dein limit.

Beitrag von jade63 04.08.07 - 11:46 Uhr

Ich bin da vorsichtig.
Eigenes Haus finde ich toll! Ich will auch mal später eines, so was hübsches Kleines, als Alterssitz, wenn die Kinder raus sind.

Zur Zeit wohnen wir zur Miete in einer DHH. Das ist im Moment für unsere Zwecke ideal. Tut aber weh zu wissen, dass man die Miete nicht ins Eigentum finanziert.
Doch das Haus jetzt kaufen?
Da zahlen wir sehr viel und ewig!
Und das für ein Haus, das in 25 Jahren wahrscheinlich gar nicht mehr unseren Zwecken entsprechen wird.

Und was ist mit Arbeitslosigkeit?
In meinem Alter neue Arbeit zu finden wird sehr schwer, andererseit habe ich noch gute 20 Jahre zu schaffen.
Sollte einer von uns mal auf ALG2 fallen, ists vobei. Das finanziert uns keiner. Es gibt ja finanzielle Hilfen, aber erstens gibts es auch dafür Grenzen. Wir liegen drüber. Zweitens wird nur der Ratenteil, aber nicht der Zinsteil unterstützt. Und letzterer wird im Laufe der Zeit immer größer.
Und Umzug? Mit Haus???

Darum haben wir das jetzt so gemacht:
Im Moment wird angespart.
Das Ganze wird noch etliche Jahre dauern.
Im Prinzip sparen wir den Teil, den wir noch drauflegen könnten, würden wir jetzt ein Haus kaufen.
Wenn wir genug Geld haben, wird davon der größte Teil unseres Altersitzes finanziert.
So sind wir jetzt fexibel und gehen kein Risiko ein, weder jetzt noch später.

Beitrag von gh1954 04.08.07 - 17:00 Uhr

>>> Zweitens wird nur der Ratenteil, aber nicht der Zinsteil unterstützt. Und letzterer wird im Laufe der Zeit immer größer. <<<

Der Zinsanteil wird immer geringer!

Wir haben vor 19 Jahren ein Haus gekauft, ist jetzt fast bezahlt, ich zahle pro Monat noch 100 Euro ab.. und das für 129qm in sehr guter Wohnlage mit Garten.

>>> Und das für ein Haus, das in 25 Jahren wahrscheinlich gar nicht mehr unseren Zwecken entsprechen wird. <<<

Dann könntest du es verkaufen und dir davon eine kleine Eigentumswohnung kaufen und mietfrei leben.

Ich zahle jetzt kaum noch Miete und sollte ich verkaufen, hätte ich ein sehr gutes Finanzpolster, was ich bei lebenslanger Mietzahlung nicht hätte.

Ich habe es nie bereut, Eigentum erworben zu haben, zumal das Lebensgefühl in einem eigenen Haus anders ist.

Beitrag von anarchie 04.08.07 - 15:37 Uhr

Hallo!

Naja...zum Einen zahle ich für ein adäquartes Mietsaus monatlich viel Geld - und wenn ich ausziehe, ist es weg!
Hinzu kommt, dass man nicht mal eben so umbauen kann, wie man will und evtl. Investititonen einem selber nichts bringen, weil es einem ja nicht gehört!

Und: ich brauche ein Haus mit 3 KiZi, mind.einem Arbeitszimmer plus Küche, Wohnen/essen, Bad, etc....dazu haben wir zwei Nienchen udn einen Hund....ist auch nicht soooo einfach!
So ein Haus würde hier monatlich eine Miete von ca 1300-1800EUR kosten....so zahlen wir 2000EUR - und nach 20 jahren ist es unseres....

Es ist auch ein Stück weit Altersvorsorge....und ist irgendwann erledigt!

Wir zahlen 20 Jahre ab, leider sehr viel, da wir voll finanzieren mussten und nicht wenig!
Auf 35 Jahre...das wäre mir zu lang!
Aber ich hätte es wohl auch gemacht, wen es nicht anders gegangen wäre....

lg

melanie(34.SSW) mit nr.3

Beitrag von __corazon__ 04.08.07 - 18:33 Uhr

Hallo Curly,

ich hatte gerade etwas weiter unten schon Papaniels in diesem Sinne geantwortet, der Einfachheit halber übernehme ich den Beitrag von weiter unten mal fast wortwörtlich.

In meinen Augen macht es heute aus verschiedenen Gründen keinen Sinn, ein Haus zu kaufen oder zu bauen.
Die Eigenheimzulage ist weggefallen. Je nach Region (aber nicht überall) fallen die Mietpreise, da es teils schon jetzt ein Überangebot an Wohnimmobilien gibt.

Und wenn man sich mal die prognostizierte Bevölkerungsentwicklung anschaut, kommt es noch dicker. In wenigen Jahren wird es einen Haufen Erben geben, die Bevölkerung in Deutschland wird immer älter und immer weniger. Das heißt, es wird eine Menge EFH geben und keine Menschen, die sie bewohnen, die also dann am Markt angeboten werden, sodass die Preise für Wohn-Immobilien fallen, egal ob man kaufen oder mieten möchte.

Ich denke, noch bevor man ein heute erworbenes Haus abbezahlt hat, wird man hierzulande mit schicken Häuschen zum Kauf oder zur Miete erschlagen werden.
Ausnahme: man hat ein absolutes Super-Schnäppchen im Auge oder es ist eine totale Toplage.

Ich möchte mich ehrlich gesagt auch nicht örtlich fest binden, da man jobmäßig heute einfach viel flexibler sein muss wie noch vor einigen Jahren. Das waren auch ganz andere Zeiten. Ich hab auch keinen 08/15-Job, sodass ich mal eben bei Wegfall meines Arbeitsplatz zum nächsten Arbeitgeber wechseln könnte.

Was als Argument nicht von der Hand zu weisen ist: das Lebensgefühl in Eigentum ist ein ganz anderes. Aber mein Lebensglück hängt dennoch nicht davon ab, ob ich nun Wände einreißen darf oder nicht, weils wem anders gehört ;-) Dafür bin ich mental auch viel zu wenig von materialistischen Sachen abhängig.

Davon abgesehen, wie lange bewohnt man so ein Häusle wirklich so, dass der Platz passt? Wenn die Kinder aus dem Haus sind, also nach 20-25 Jahren, ist es manchmal noch nicht bezahlt, aber schon viel zu groß. Ich sehs bei den Eltern meiner Freunde oder bei meinen eigenen Eltern. Die wohnen zu zweit, jetzt vorübergehend zu dritt, auf 200qm + Keller + Garten. Und das will auch unterhalten und gepflegt werden!!

Ich hab lange und gründlich überlegt, und ich stand vor 3 Jahren tatsächlich kurz vor dem Kauf, und bin mir mittlerweile sicher, dass ich mir KEIN Wohneigentum anschaffen werde, aus den o.g. Gründen. Das Thema ist bietet momentan übrigens auch abendfüllenden Gesprächsstoff in meinem Freundeskreis, aber die meisten haben sich wie ich entschieden und wollen definitiv nichts kaufen.

Liebe Grüße von
corazon

Beitrag von doppelherz 05.08.07 - 21:24 Uhr

Hallo Curly,

wir haben nicht gebaut, wir haben gekauft. Warum? Zunächstmal wirft das Bauen häufig mehr Kosten auf, als man kalkuliert hat und zum Anderen, haben wir uns relativ kurzentschlossen darauf eingeschossen (meine 1. Schwangerschaft), so dass auch nicht wirklich die Zeit blieb.

Vorteile sind imens! Du lebst in deinen eigenen vier Wänden, musst dich nicht um Nachbarn scheren, kannst alles so verändern/gestalten, wie du es möchtest und niemand kann dich einfach so vor die Tür setzen wg. Eigenbedarf. Zudem ist es einfach ein schönes Gefühl, sein eigenes Haus zu haben und somit auch fürs Alter vorzusorgen.

Wir zahlen monatlich einen Abtrag von 830,00 EUR. Das müssten wir auch für eine Mehrzimmer-Wohnung an Miete bezahlen. Und dann zahle ich doch lieber für mich selbst, als für einen Vermieter. Natürlich kommen dann noch die Nebenkosten hinzu wie Müll, Gas, Wasser, Strom, die Hausversicherung, Grundsteuer der Stadt usw. Von daher muss man schon vorher gut kalkulieren. Wir haben das dann so kalkuliert, dass ich gehaltstechnisch ausfalle (eben wg. Schwangerschaft) und das hat geklappt. Natürlich ist es eng. Monat für Monat. Doch ich spare gern. Schließlich weiß ich wofür. Und inzwischen haben wir sogar ein zweites Kind. Außerdem arbeite ich nebenbei auf 400-EUR-Basis. Wir können uns zwar keinen Urlaub und keine Extras leisten, auch so was wie Essengehen oder superschicke Markensachen sind nicht drin, aber das war uns vorher klar. Zudem geht das ja nur solange, wie ich nicht voll arbeite. Aber ab dann wird es bestimmt wieder aufwärts gehen. Und all das ist es mir wirklich wert: jeden Morgen aufzuwachen und zu wissen, all das, das Schlafzimmer, die Küche, der große Garten usw. gehört alles mir #freu.

VLG von Simone #blume

Beitrag von doppelherz 05.08.07 - 21:25 Uhr

Oh - das habe ich vergessen: Unsere Hypothek läuft 15 Jahre. 3 Jahre sind bereits abgezahlt.