Anrechnung der Erziehungszeit bei der Rentenversicherung

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Beitrag von kleene0106 06.08.07 - 10:16 Uhr

Hallo,

weiß hier vielleicht jemand wieviel Jahre Erziehungszeit auf die Rentenversicherung angerechnet wird, wenn sich die Erziehungszeiten überschneiden?
In der Regel werden ja drei Jahre pro Kind angerechnet, nun ist es bei uns aber so, dass unsere Tochter im August 2003 geboren wurde und unser Sohn im November 2004. D.h., wenn unser Sohn drei Jahre alt wird und seine Erziehnungszeit beendet ist, hätte ich 41/2 Jahre Erziehungszeit gehabt. Werden mir jetzt nur diese 41/2 Jahre angerechnet oder habe ich einen Anspruch auf insgesamt 6 Jahre Erziehungszeit, weil ich zwei Kinder habe?

Ich habe heute zwar ein Schreiben mit dieser Frage an die Rentenkasse geschickt, aber vielleicht kennt sich ja hier jemand damit aus und kann mir im Vorfeld schon mal einige Infos geben, ich weiß ja nicht, wie lange sie dort brauchen um mir Rückmeldung zu geben.

LG
Kleene

Beitrag von kati543 06.08.07 - 10:31 Uhr

So wie ich den Brief von denen verstanden hatte, wird dir ja ein fiktives monatliches Einkommen "gutgeschrieben", dass dann diesen einen Punkt pro Jahr bedeutet. Du kannst aber mehr, als nur 1 Punkt pro Jahr bekommen.

Beitrag von kleene0106 06.08.07 - 10:49 Uhr

Hi,

erstmal danke für deine schnelle Antwort. Normalerweise bin ich ja geistig recht fit, aber ich muss zugeben, dass ich grad ziemlich auf dem Schlauch stehe.#hicks

Ich bin nicht berufstätig - das wird vermutlich nicht ganz unerheblich sein nehme ich an. Sorry dass ich das vorhin nicht angegeben habe, daran habe ich nicht gedacht.

Könntest du mir das evtl. etwas ausführlicher erklären mit den Punkten? Wäre sehr lieb von dir, manchmal stelle ich mich wohl doch arg blöd an.:-)


LG
Kleene

Beitrag von kati543 06.08.07 - 11:44 Uhr

Hast du denn keinen Schriebs von der Rentenversicherung bekommen - nach der Geburt deines Kindes?

Beitrag von kleene0106 06.08.07 - 12:00 Uhr

Hi,

nein habe ich nicht. Ich habe von der Familienkasse den Bescheid wegen dem Kindergeld bekommen und vom Versorgungsamt den Bescheid wegen dem Erziehungsgeld.
Ich habe letzte Woche einen Schrieb von der Rentenkasse bekommen, dass dort ungeklärte Zeiten vorhanden sind und da sagten Sie mir auch, dass die Kinder gar nicht registriert wären, obwohl ich von der Krankenkasse damals bei meiner Tochter wegen dem Mutterschaftsgeld einen Schrieb bekommen habe, indem steht, dass sie die Info an die Rentenkasse weiterleiten. Aus welchen Gründen auch immer, ist dort nichts angekommen. Jetzt musste ich halt alle Nachweise bezüglich der Geburten meiner Kinder dort hinschicken - aber es dauert ja sicherlich eine Weile, bis ich da etwas zurückbekomme.

Deswegen habe ich da überhaupt keine Ahnung von und dachte, mir könnte hier jemand etwas genaueres sagen. Denn die nette Frau von der Rentenkasse (sie war wirklich sehr nett), konnte mir da auch keine Auskunft geben, weil sich wohl irgendwas geändert hat und sie da noch nicht so erfahren wäre, so dass ich eine schriftliche Anfrage stellen sollte, weil die sich dort dann damit auseinandersetzen müssen.

Ich kann jetzt natürlich warten bis ich von denen eine Rückmeldung bekomme, aber ich dachte ich werde sicher nicht die einzige sein, die ihre Kinder nicht im Abstand von drei Jahren bekommen hat, deswegen dachte ich, da hat schon jemand Erfahrungen mit gemacht.

LG
Kleene

Beitrag von kati543 06.08.07 - 12:01 Uhr

Das ist ziemlich kompliziert. Um Anspruch auf eine Altersrente zu haben, musst du verschiedene Bedingungen erfüllen. Eine davon hat mit den Punkten zu tun. Du musst mindestens 5 Punkte haben, um Anspruch zu haben. Einen Punkt erhielt man - lt. Schreiben von vor einem Jahr - wenn man ein komplettes Jahr gearbeitet und 2400€ brutto/Monat verdient hat - und natürlich dafür in die Versicherung eingezahlt hat. Bei weniger bzw. mehr Gehalt gibt es entsprechend weniger oder mehr Punkte. Das führt dann zu den tollen Nachkommastellen. Pro Punkt bekommt man am Ende einen bestimmten Betrag Rente - je mehr Punkte, desto höher ist die Rente.
bei der Geburt eines Kindes wird nun für 3 Jahre jeweils ein Punkt gutgeschrieben (wer darauf nun wieder Anspruch hat und wer nicht, hatte ich nie verstanden). Man kann auch zusätzlich zu diesen "geschenkten" Punkten noch arbeiten gehen und zusätzlich Punkte sammeln. Die Punkte bekommt man unabhängig davon, ob man einer weiteren Tätigkeit nachgeht, oder nicht. Allerdings gibt es eine Höchstpunktzahl - höher geht nicht. Dieser Wert ergibt sich aus der Bemessungsgrenze. Ich glaube die liegt bei über 5000€. Also ist es möglich 2 Kinder parallel zu haben und Punkte zu bekommen. Außerdem ist das nicht beschränkt auf die ersten 3 Jahre, sondern auf die ersten 10 Jahre. Erst nach dem 10 Geburtstag des Kindes können die Punkte beantragt werden. Die Punkte bekommt in aller regel die Mutter, aber auch der Vater kann sie beantragen. Wobei immer gilt entweder Vater ODER Mutter.

Beitrag von kleene0106 06.08.07 - 12:28 Uhr

Ich danke dir ganz ganz herzlich für die ausführliche Antwort!!!#liebdrueck

Da muss man ja fast schon studiert haben um das nachvollziehen zu können, oder? Da hilft mir mein Fachabi auch nur bedingt weiter.;-)

Na da bin ich dann ja mal gespannt.

Danke für die Mühe!:-)


LG
Kleene