Ich will keinen Unterhalt von meinen Partner, "muss" er trotzdem?

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von biene8520 06.08.07 - 10:45 Uhr


Hallo!

Mich hat eine Bekannte sehr verunsichert.

Also, ich bin schwanger und lebe mit dem Kindsvater nicht zusammen und bin auch nicht verheiratet. Jedenfalls noch nicht, ist geplant, aber wir suchen derzeit noch ne Wohnung.

Wenn das Kind nun auf die Welt kommt, habe ich nicht vor, irgendwelche Ansprüche gegen ihn geltend zu machen. Eine Bekannte meinte nun, dass das ganz egal sei, dann würde sich das Amt einschalten und von ihm das Geld verlangen.

Kann das wirklich sein? Ich bin berufstätig, habe Einkommen, bezahle meine Wohnung alleine und will kein weiteres Geld vom Kindsvater und das Amt soll sich dann einschalten und mir sagen, dass er bezahlen "muss", obwohl ich nicht will? #kratz

Vielleicht kennt sich jemand damit aus?

Vielen Dank im Voraus! :-)

LG Biene

Beitrag von goldtaube 06.08.07 - 10:49 Uhr

Wenn du dein eigenes Geld verdienst und nicht ALG II zusätzlich bekommst, dann kannst du drauf verzichten. Interessiert dann niemanden.

Solltest du aber ALG II beziehen, dann wird man von dir verlangen, dass du dich an ihn wendest. Denn du bist verpflichtet alles dafür zu tun die Hilfebedürftigkeit zu beenden oder zumindest zu verringern. Tust du das dann nicht, wirst du keine Leistungen mehr bekommen.

Beitrag von juliafranziska 06.08.07 - 12:45 Uhr

Hallo,

die ARGE kann gerne verlangen, dass sich die Unterhaltsberechtigte an den Unterhaltspflichtigen wendet - aber nur mit Zustimmung der Alg II-Empfängerin/Unterhaltsberechtigten.

Der Unterhaltsanspruch geht auf die ARGE über und kann eben nur mit Zustimmung rückübertragen werden.
Wird der Rückübertragung nicht entsprochen, hat die ARGE ihren Job selbst zu tun, nämlich sich gezahlte Leistungen zurückzuholen.

Die Leistungen werden selbstverständlich NICHT eingestellt.

Soll ich Dir die gesetzliche Bestimmung dazu rübereichen oder kennst Du sie selbst!

In diesem Sinne,
juliafranziska

Beitrag von goldtaube 06.08.07 - 13:14 Uhr

Bei den ARGEN die ich kenne läuft das folgendermaßen:

Sie sagen der Antragstellerin, dass sie sich an den Unterhaltspflichtigen wenden muss. Sagt sie nein, dann sagen sie ihr das sie das machen werden. Will sie dies auch nicht, dann gibt es keine Leistung mehr. Zumindest nicht für sie.

Beitrag von juliafranziska 06.08.07 - 16:43 Uhr

Hallo,

das ist schon klar, dass es kein Geld mehr gibt, wenn die Antragstellerin NICHT möchte, dass die ARGE ihren Job tut und sich jeden Cent vom Unterhaltspflichtigen holt.

Du hattest es nur so formuliert, dass es so geklungen hat, als ob die Antragstellerin sich von vorn herein an den Unterhaltspflichtigen wenden muss und dass es ansonsten kein Geld mehr geben würde - und das ist de facto so nicht richtig.

In den seltensten Fällen sind Unterhaltsfragen, was den Betreuungsunterhalt anbelangt, sofort geklärt und genau deswegen geht der Unterhaltsanspruch auch sofort auf die ARGE über, so dass der Unterhaltsberechtigte nicht erst einmal ohne Geld dasteht.

In diesem Sinne,
juliafranziska

Beitrag von goldtaube 06.08.07 - 16:52 Uhr

Nein, so war das gar nicht gemeint.

Sondern das zuerst gesagt wird, dass sie sich an ihn wenden muss und wenn sie das nicht will, dann macht die ARGE das und wenn sie das auch nicht will, dann gibt es eben kein ALG II.

Ich habe jetzt nur davon geredet, dass wenn sie es überhaupt nicht will, weder sie selber noch die ARGE.

Das man natürlich so lange Geld bekommt bis das geklärt ist, sollte klar sein. Nur wenn sie sich absolut weigert was zu nehmen. Sie schrieb ja, dass sie keinen will und fragte ob er trotzdem zahlen muss.

Beitrag von juliafranziska 06.08.07 - 16:55 Uhr

Hallo,

alles klar - dann haben wir wohl ein wenig an einander vorbei geredet.
Passiert ... :-)

In diesem Sinne Dir noch einen schönen Abend,
juliafranziska

Beitrag von goldtaube 06.08.07 - 17:01 Uhr

Sowas passiert schon mal!

Ich wünsche dir auch noch einen schönen Abend. :-)

Beitrag von sophie112 06.08.07 - 10:50 Uhr

HI.
Ja er muss zahlen. Aber wenn du nix vom Staat beziehst oder so, dann geb einfach an DASS er zahlt (auch wenn er das nicht tut). Falls sie einen Kontoauszug haben wollen, wovon ich aber nicht ausgehe, dann sage das der Unterhalt bar Erfolgt.
Es wäre nur von Nachteil wenn du harz4 oder so beziehen würdest denn dann würde der Unterhalt mit angerechnet werden.

Mit lieben Grüßen Sophie

Beitrag von carminia 06.08.07 - 11:42 Uhr

"Falls sie einen Kontoauszug haben wollen, wovon ich aber nicht ausgehe, dann sage das der Unterhalt bar Erfolgt. "

Wenn sie keine staatlichen Leistungen bezieht, gehen ihre Kontoauszüge niemanden etwas an.

Wenn meinst du mit "sie".?

Beitrag von jamey 06.08.07 - 11:02 Uhr

wenn du keine leistungen vom staat beziehst dann interessiert es die katz ob er zahlt oder nicht wenn du es nicht willst.

ferner: wenn ihr dann mal zusammen wohnt, dann beteiligt sich ja jeder an den normalen kosten des lebens, dann muss er u-halt eh nicht zahlen?!

was meine vorrednerin da schreibt kann ich nicht bestätigen. wie gesagt, wenn du keine leistungen beziehst, wer sollte sich dann dafür interessieren ob der kv zahlst, natürlich nur vor dem hintergrund, dass du das auch nicht willst. geprüft wird meines erachtens erst, wenn du unterhaltsvorschuss oder staatliche hilfen beantragst.

Beitrag von kati543 06.08.07 - 11:11 Uhr

Wenn ihr keine gemeinsame Wohnung habt, muß sich der KV an den Kosten beteiligen (Unterhalt f. Kind und evtl. dich), wenn du keine eigenen Einkünfte hast und ALG2 beantragst. Er muß sich auch beteiligen, wenn du genug verdienst, aber es willst, dass er zahlt. Ansonsten zwingt ihn niemand.

Wenn ihr eine gemeinsame Wohnung habt, ist das eh hinfällig. Dann gibt es keinen Unterhalt, weil er sich ohnehin an den Kosten beteiligt.

Beitrag von mausdd 06.08.07 - 13:21 Uhr

Wenn du gleich wieder nach der Geburt arbeiten gehst und keine staatliche Unterstützung bekommst, musst du von dem Erzeuger deines Kindes gar nichts einfordern. Erst wenn du staatliche Unterstützungen wie Wohngeld, ALGII etc. bekommen willst, wird das Amt dich erst auffordern den Unterhalt für dein Kind und dich von deinem Partner einzufordern.

Aber warum soll dein Lebensgefährte oder was das ist für sein eigenes Kind keinen Cent zahlen und du musst alles zahlen? Hast du Angst,dass er nichts mehr mit euch zu tun haben will, wenn du von dem Thema anfängst?

Beitrag von biene8520 07.08.07 - 10:04 Uhr


Hallo!

Nein, ich bin ja berufstätig bzw. werd es nach der Geburt wieder sein, d.h. ich werde keine staatliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Natürlich würde er für sein Kind zahlen bzw. Ausgaben tätigen wir ja zusammen, wir wohnen nur eben noch nicht zusammen. Wollen wir aber machen und suchen derzeit eine Wohnung. Vor der Geburt klappt das aber nicht mehr (ist jederzeit so weit).

Nur den Fall gesetzt, dass wir - sagen wir mal - 2 Monate nach der Geburt erst zusammenziehen, ob er dann für die 2 Monate etwas zahlen "muss" von Amts wegen. Ich kann es mir nicht vorstellen, denn wen interessiert es schon, wenn ich darauf verzichte, "offiziell" Geld von ihm zu nehmen, wenn wir kurz drauf eh zusammenziehen und die Ausgaben ja eh teilen.

Wie gesagt, meine Bekannte hat mich da etwas verunsichert. Schwangere machen sich ja über alles Sorgen ... :-D

Vielen Dank für Eure Antworten!

LG Biene

Beitrag von mausdd 07.08.07 - 11:16 Uhr

Nein, natürlich muss er nichts zahlen, da du keine staatlchen Hilfen bekommst.