Wem gehören die Bilder? (Copyright)

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Beitrag von murmel2006 06.08.07 - 13:23 Uhr

Ich hoffe, ich bin hier im richtigen Forum gelandet - aber so richtig schien mir meine Frage nirgendwo hineinzupassen:

Wenn ich im Rahmen einer entlohnten Beschäftigung fotografiere, gehören die Bilder dann dem Betrieb? (Ich denke ja schon...) Macht es da einen Unterschied, ob man eine private Kamera nutzt oder nicht?

Vielen Dank schonmal
murmel2006

Beitrag von shivana 06.08.07 - 13:37 Uhr

Das sollte in deinem Vertrag stehen, wenn du dafuer entlohnt wurdest.
Ansonsten solltest du mal unter Bildrecht, Urheberrecht, ..., nachschauen, weil dein konkretes Anliegen kann man aus deinem Post nicht so ganz erkennen.

LG Juliane

Beitrag von nobility 06.08.07 - 16:44 Uhr

Hallo,


Wenn im Rahmen eines Beschäftigungsverhältnises bzw. entlohnten Auftrages ganz konkret benannte Bilder gefordert werden so gehören diese dem Betrieb. Der Betriebsinhaber hat dann das rechtmäßige © auf diese Bilder .

Wenn diese Arbeit vom AG an den AN beauftragt ist, z.B. auf Baustellen Beweisfotos zu machen, so gehören diese Bilder deinem AG. Oder dachtest du evtl. daran, diese Bilder deinem AG zu verkaufen? Ich denke, daß er dann zumindest mit einer Abmahnung kontert.

Mit welcher kamera diese Bilder gemacht wurden, ob privat oder Betrieblich ist dabei unerheblich.

Gruß
Nobility

Beitrag von nienchen82 06.08.07 - 17:16 Uhr

Äh? Das stümmet irgendwie nich so ganz...



2.1.5.2 Urheberpersönlichkeitsrecht

Das Urheberrecht besteht aus viel mehr also nur Vorschriften und Berechtigungen zu Verwertung. Jeder Fotograf weiß, dass ein gelungenes Bild, in dessen Erstellung, Aufnahme, richtige Bearbeitung und Präsentation viel Mühe gesteckt wurde, einem „geistigen Kind“ gleich. Er hat erhebliche ideelle Interessen daran.

Dem trägt auch das Recht durchaus Rechnung. Insbesondere geschieht dies in den Vorschriften der §§ 12 ff UrhG, aber auch verstreut an anderen Stellen im Gesetz. Die wichtigen Vorschriften hier sind:
# Der Urheber darf bestimmen, ob und wie sein Werk veröffentlicht wird, § 12 Abs. 1 UrhG. Kein Fotograf kann also gezwungen werden, sein Werk gegen seinen Willen in einem Bildband veröffentlichen zu müssen – und sei es für die Hebung des Guten, Wahren und Schönen sowie die Fortentwicklung der Menschheit und den Weltfrieden auch noch so hilfreich. Er ist frei, sich sein Werk ganz allein zu Hause anzuschauen.
# Der Urheber darf bestimmen, dass das Werk (gemeint sind auch Vervielfältigungen des Werkes) mit einer Urheberbezeichnung zu versehen ist, § 13 UrhG. Im Fall von Fotos ist das gern der „(c) Vornahme Nachname“-Vermerk;
# Er darf Entstellungen und sonstige Beeinträchtigungen des Werkes verbieten, wenn diese berechtigte geistige oder persönliche Interessen am Werk beeinträchtigen, § 14 UrhG.
# Der Urheber kann einmal vergebene Nutzungsrechte (dazu gleich mehr) wegen gewandelter Überzeugung zurückrufen, § 42 Abs. 1 UrhG.
Der Urheber kann – sofern nichts anderes vereinbart ist – auch einem Nutzungsrechteinhaber verbieten, das Werk zu ändern, § 39 UrhG.


[Zitiert aus http://www.law-blog.de/164/fotorecht-spezial-teil-4-urheberpersonlichkeitsrecht-und-schranken/ ]
@Urbia, der Link stellt nur die Quelle dar und keine Werbung. ;)

Beitrag von nobility 06.08.07 - 18:32 Uhr

Das war nicht gefragt ( Ausgangsthread ) !!

Du gehst schlicht an der Fragestellung des Threadstellers vorbei.

Noch einmal;

Wenn ich in einem Beschäftigungsverhältnis den Auftrag bekomme, z.B. auf einer Baustelle Beweisfotos zu erstellen so ist das eine klare Arbeitsanweisung für die ich entlohnt werde.
Auf dieses/diese Foto/s hat der AG einen klaren Rechtsanspruch.
Im Rahmen dieser Anweisungsausführung habe ich als AN keinen Anspruch auf diese Fotos.

Da könnte ja jeder Polier, Baustellenmeister, Fachbauleiter,Bauleiter etc. diese Fotos gegen fettes Entgeld seinem Chef verkaufen weil nur er der AN glaubt die Nutzungsrechte an diesen Fotos zu haben? Falsch gedacht!

Hier handelt es sich um Arbeitsrecht.

Nicht um Urheberrecht.

Du sprichst hier vom allgemeinen Urheberrecht an Fotos, welcher dieser aus eigener freier Willensentscheidung ohne direkte mit dem Foto verbundene fremde Entlohnung selbst erstellt hat. Diese sind dann tatsächlich sein Eigentum und er allein besitzt die Urheberrechte.Zumindest so lange wie er diese nicht verkauft hat.

Beispiel;

An diesen Fotos habe ich das alleinige Urheberrecht:

http://freenet-homepage.de/Lothars-Fotos/

Für die hat mich nicht mein Chef per Anweisung bezahlt. Die habe ich für mich in meiner Freizeit gemacht.

Nobility

Beitrag von nienchen82 06.08.07 - 20:12 Uhr

Das Urheberrecht gilt auch bei Aufträgen oder Arbeitsverträgen. Siehe Journalisten, die geben ihre Bilder auch für bestimmte Zwecke oder ziehen die Nutzungsrechte zurück.

Da hat ein Arbeitsvertrag nichtszu sagen. Das Urheberrecht kann man nicht beschneiden.

Der Arbeitgeber kann per Definition schon einmal nicht der Urheber sein, denn das ist derjenige, der Bildausschnitt, Motiv, Blende/Zeit usw. wählt. Nur wenn dem Fotografen DAS komplett vorgegeben ist, dann ist er nicht der Urheber. So passiert das ja häufig bei Model-Shootings.

Wie jetzt jeder einzelne mit diesem Recht umgeht ist ihm überlassen, viele wissen von der Einschränkung nichts und geben ihre Fotos weiter. Ich würde es gerade in der Tourismusbranche nicht so einfach machen, weil das nach Bilderklau nur so stinkt. Es gibt einige Hobbyfotografen in der Branche, wo sich der Arbeitnehmer zuviel herausgenommen hat und hinterher schön den doppelten Satz für das Bild zahlen musste oder gar mehr, weil es in mehreren Medien auftauchte. Gut, dass der Arbeitgeber denjenigen später irgendwie kündigt ist meist ein Nebeneffekt, aber allein wegen der Bilder dürfte er das nicht tun.

Wenn du jetzt sagst der Chef hat ein Recht darauf (Beweisfotos z.B.), dann stimmt das sogar, aber er darf ohne Einverständnis des Fotografen damit nichts machen. ;)

Aber wie gesagt, alles relativ: Wo kein Kläger, da kein Richter.

Beitrag von murmel2006 06.08.07 - 19:05 Uhr

Vielen Dank euch allen, ihr habt mir alle geholfen (bitte nicht streiten). Die Situation ist etwas verfahren und ich weiß nicht, ob ich das mit einer langen Erklärung entwirren kann:

Ich habe eine Weile in einem Betrieb gearbeitet und dabei viel fotografiert (Verkaufstiere, auf Schauen, auf der Weide, Tourismus usw.) teils mit konkretem Auftrag, teilweise einfach so, weil ich auch vor dem Anstellungsverhältnis sowie danach immer noch Spaß daran hatte. Es läßt sich definitiv nicht mehr bei jedem Bild sagen, ob es nun ein konkreter Auftrag war.

Momentan gibt es nun eine Streitsituation. Aus diesen Betrieb sowie von einigen Bundesländern sammle ich Zuchtdaten, größtenteils aus käuflich erworbenen Schaukatalogen, teilweise aber auch dem Betriebsarchiv.

Der Betrieb möchte nicht, daß ich auch nur die Daten aus Katalogen veröffentliche, weil sie betriebsintern wären. Ich meine aber, wenn die Daten nachweislich aus Katalogen sind und ich sie erhoben habe, kann ich zumindest diese auch veröffentlichen (nicht die aus dem Archiv, wobei teilweise auch schwer nachvollziehbar).

Sollte die Einstellung sich mit gut zureden nicht ändern lassen, möchte ich, daß meine Fotos nicht mehr verwendet werden. Das ist der eigentliche Hintergrund. An sich zwar kindisch, zumal es sich um den Betrieb der Schwiegerewltern handelt, aber ich bin nunmal sehr verärgert.

Danke

murmel2006