Kind im Lebenslauf bei Bewerbungen erwähnen?

Archiv des urbia-Forums Finanzen & Beruf.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Finanzen & Beruf

Dieses Forum bietet Platz für alle Fragen und Antworten rund ums liebe Geld und die Absicherung der Familie - egal ob ALGII, Haushaltsgeld, Baufinanzierung oder Altersvorsorge. Auch Themen wie ElterngeldKindergeld sowie der Wiedereinstieg in den Beruf sind hier richtig.

Beitrag von angeloona 06.08.07 - 14:54 Uhr

So, nun lese ich hier doch auch von anderen, die darüber klagen, mit Kind(ern) im Lebenslauf nicht einmal zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden!

Mir selber geht es genauso. Erst ein wirklich seriöses Vorstellungsgespräch gehabt, noch offen, was dabei herauskommt. Ansonsten nur Absagen, obwohl ich über gute Qualifikationen verfüge, eine gute Ausbildung und viele Jahre Berufserfahrung.

Aber... es ist nun einmal so, daß ich meine Tochter bisher nicht unerwähnt ließ, allerdings im Anschreiben stets betont, wie sehr die Betreuung (Kita, Familie) gewährleistet ist.

Nun, da ich fast nur noch Absage erhalte bzw. keine Antworten, überlege ich auch, mein Kind nicht mehr in meinen Bewerbungen zu erwähnen und dann nur später von ihr zu erzählen, wenn es denn dann mal zu einem Gespräch kommt.

Was haltet ihr davon? Vielleicht sind hier auf Arbeitgeber dabei. Eigentlich find ich es schon schade, daß man zu solchen "Mitteln" greifen muß, möchte meine Tochter schließlich auch nicht verleugnen...

Gruß
Angeloona

Beitrag von goldtaube 06.08.07 - 15:00 Uhr

Wenn du es bei der Bewerbung verschweigst und erst später sagst, wird dich ein Arbeitgeber auch nicht unbedingt einstellen. Er fragt sich dann sicher, was du noch so verschweigst und denkt, dass du kein ehrlicher Mensch bist.

Beitrag von schwarzbaer 06.08.07 - 15:17 Uhr

ich habe gute Erfahrungen mit dem "Weglassen" meiner 2 Kinder gemacht. Einfach die Zeile "Familienstand: ..., 2 Kinder" im Lebenslauf weglassen.

Wenn ich im Gespräch danach gefragt werde, stehe ich natürlich zu meinen beiden Süßen, habe aber eine gute Argumentation parat bezüglich Betreuung.

Ich habe meinen jetzigen Job auf die Art gefunden.

Beitrag von kathrincat 06.08.07 - 16:44 Uhr

in der bewerbung nicht angeben, wenn du gefragt wirst musst du es sagen und kannst gleich noch erzählen das sie untergebracht sind und die wegen krankheit nicht zuhaus bleibst.

Beitrag von janamausi 06.08.07 - 20:19 Uhr

Hallo!

Ich hab meine Tochter im Lebenslauf/Anschreiben (also im Anschreiben auch reingeschrieben, dass die Betreuung durch Kiga/Familie gesichert ist) erwähnt und hab eigentlich gute Erfahrungen damit gemacht.

Allerdings hab ich auch die Erfahrung gemacht, dass man, wenn man direkt nach der Elternzeit einen neuen Job sucht, eher schlechte Chancen hat. Ich hab Ende der Elternzeit einen neuen Job gesucht und trotz gutem Arbeitszeugnis etc. nur Absagen bekommen und jetzt habe ich ein halbes Jahr gearbeitet und mich wieder neu beworben und das Interesse an mir war von Seiten der Arbeitgeber wesentlich größer.

Ich könnte mir schon vorstellen, dass es manchen Arbeitgeber evtl. nicht oder nicht so viel ausmacht, wenn man sein Kind erst beim Vorstellungsgespräch erwähnt, aber genauso könnte ich mir auch vorstellen, dass manch Arbeitgeber genau aus diesem Grund einen dann nicht nehmen würde.

Hast Du denn dein Anschreiben mal von anderen Personen durchschauen lassen? Ich finde, so etwas bringt auch immer viel. Es gibt zwar viele Meinungen und die einen finden gerade das gut, was andere schlecht finden, aber man kann ja dann das für sich am besten passende raussuchen.

Viel Glück bei deinen Bewerbungen!
LG janamausi

Beitrag von rudi333 07.08.07 - 08:44 Uhr

Das ist ein zweischneidiges Schwert, da man nicht weiß, auf was der "aussuchende" wert legt. Generell muss nicht mal eine Schwangere angeben, dass sie schwanger ist (außer man sieht es schon), warum sollte man dann preisgeben, ob man bereits Kind(er) hat? Genausogut kann ich mir als Arbeitgeber darüber negative Gedanken machen, wenn eine Frau im gebährfähigen Alter angeblich noch kein Kind hat, dass sie demnächst wegen Schwangerschaft wieder ausfällt. Dass die Betreuung gesichert ist, sollte ja selbstverständlich sein, behaupten wird das jeder erstmal. Wie wollt Ihr aber die 1-3 jährige Lücke im Lebenslauf erklären?

Punktum, ich bin selbständig, müsst ich jemand einstellen und diejenige schreibt nur die halbe Wahrheit, dann darf sie noch während des VS-Gespräches mein Büro verlassen.

Bleibt ehrlich - Die Absagen kommen nicht davon, sondern weil es zuviele Bewerber und zu wenig Stellen gibt.

Beitrag von mel1983 07.08.07 - 10:24 Uhr

Wenn du die Zeile "Kinder" im Lebenslauf weglässt, nützt dir das nicht viel.

Denn wie erklärst du im Lebenslauf dann die Zeit, in der du im Erziehungsurlaub warst.
Entweder du lässt es stehen, ergo hast nichts verschwiegen, damit auch nichts gewonnen, oder du streichst es raus und hast dann Lücken im Lebenslauf.

Also der Gedanke geht so nicht so recht auf.

LG Mel
Die noch nicht mal Absagen bekommt, sondern garnichts von den AGs hört.

Beitrag von angeloona 07.08.07 - 10:40 Uhr

Hallo Mel,

also das Problem von fehlenden Zeiten im Lebenslauf besteht ja nicht, denn ich bin während meiner Elternzeit ja noch immer beim alten Arbeitgeber eingestellt.

Aber ich denke, ich werde meine Tochter weiterhin nicht verschweigen, möchte mich dann später beim Gespräch nicht rechtfertigen müssen.

Gruß
Angeloona

Beitrag von mel1983 07.08.07 - 10:59 Uhr

Achso nagut, so habe ich das noch nicht gesehen.

Nur wenn du Elternzeit (trotz Anstellung beim AG) verschweigst und die Kinder, ist das, wie ich finde, ein Zacken zu viel.

Desweiteren wird es, wie du selbst schon sagst, ziemlich unangenehm, wenn man sich dann rechtfertigen muss. Würde mir wahrscheinlich einen hochroten Kopf bescheren und sagen könnte ich dazu auch nicht viel.

Was will man schon sagen, wenn einer fragt, warum man die eigenen Kinder verschweigt.

Von daher finde ich dein Entschluss gut. Ich würds auch nicht anders machen, bzw mache es auch so.

LG Mel

Beitrag von raleigh 07.08.07 - 11:24 Uhr

>>Was will man schon sagen, wenn einer fragt, warum man die eigenen Kinder verschweigt.<<
Man verschweigt sie nicht, man erwähnt sie nur halt nicht explizit. Wird man im Gespräch angesprochen, erwähnt man sie sowieso.
Und da die Elternzeit im Lebenslauf angegeben ist, ist da auch nicht viel mit Verschweigen.

Wenn man mich fragt, warum ich meinen Sohn nicht explizit erwähne, dann bin ich ehrlich: Weil mir einfach bewusst ist, dass Kinder ggf. als Hindernis angesehen werden könnten. Da ich davon ausgehe, dass das A und O ist, zunächst einen guten Eindruck zu machen und so wenig Angriffsfläche zu bieten.

Und dass dieses Thema besser direkt besprochen werden sollten, wenn es dem potentiellen AG wichtig ist. Dass Beteuerungen und Versprechungen in der Bewerbung einfach lächerlich sind und ich wegen meiner Qualifikation eingestellt werden will. Ob ich ein Kind habe, sagt nichts über meine Qualifikationen aus.

Beitrag von schwarzbaer 07.08.07 - 11:56 Uhr

war bei mir kein Problem, da ich bei beiden Kindern ab Ende Mutterschutz wieder angefangen habe zu arbeiten.

Beitrag von raleigh 07.08.07 - 11:15 Uhr

Dass du ein Kind hast, ist nicht notwendig zu erwähnen. Niemand ist gezwungen das mitzuteilen. Es fragt mich auch keiner, ob meine Oma ein Pflegefall ist und bei mir lebt.

Im Lebenslauf nicht (ich lasse mittlerweile auch meinen Familienstand weg, geht die einfach nix an) und im Anschreiben schonmal gar nicht.

Dein Anschreiben soll deine Stärken und Vorzüge betonen und sie nicht mit der Nase auf irgendwelche Haken und Ösen stoßen.

Beitrag von raleigh 07.08.07 - 11:20 Uhr

PS: Achja, praktischer Hinweis, wie man Elternzeit unterbringt, ohne sich gleich in den Fuß zu schießen.

seit 11.2004 - Grinsekatze und Empfangsdame bei Alice-im-Wunderland GmBh, seit 08.2006 in Elternzeit

Beitrag von manavgat 07.08.07 - 13:55 Uhr

Lass es weg und kuck was passiert.

Gruß

Manavgat