tod irgendwie noch nicht verarbeitet

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von simone84 06.08.07 - 23:23 Uhr

hallo zusammen,#blume
es kommt und geht, das gefühl der erinnerung.
es ist nun im dezember 3 jahre her aber es gibt noch sehr viele momente wo ich dran denken muss und mich trauer überkommt. und die angst vor dem tod. ganz extrem ist es seit meine kleine tochter auf der welt ist.

mein opa ist vor 3 jahren an nikolaus verstorben.
er hats geahnt. ich habe zu der zeit nicht hier gewohnt und er wollte unbedingt das ich nikollaus mit meinen eltern komme.

an dem morgen fuhr meine mutter früh morgens schon zu meinen großeltern da mein opa einen tag vorher über rückenschmerzen klagte und sich mehrfach übergeben hatte,. er wollte keinen arzt.
er schlief seit dem schlaganfall meiner oma immer bei ihr im wohnzimmer auf der couch. dort hat er auch an diesem morgen gelegen. allerdings hat er sich nicht gerührt als meine mum zu ihm ging. meine oma lag im bett neben ihm und dachte er würde einfach mal erholsam schlafen. sie ist halb gelähmt und kann daher nicht aufstehen.
doch so war es nicht.

als ich aufwachte stellte ich fest das auch mein vater nicht da war. normalerweise frühstücken wir immer schön an nikollaus wenn wir frei haben.
ich rief meinen vater an und er sagte nur das sie bei oma und opa wären.
ich war so sauer auf alle. ich wohnte nicht mehr hier, war zu besuch und was machen die ???? treffen sich ohne mich, das war mein gedanke.
ich habe mich langsam fertig gemacht und mir seeeehhhhr lang zeit gelassen. dann überkam mich doch das schlechte gewissen und ich ging einen weihnachtsstern für meine großeltern kaufen.
als ich bei ihnen ankam klingelte ich und mein vater öffnete die tür. für mich war klar da muss was sein. denn normalerweise hat mein opa so lange ich denken kann die tür geöffnet.
mein vater nahm mich in den arm und sagte nur "oma wird sich über den weihnachtsstern auch freuen"
ich fing an zu weinen und ging ins wohnzimmer. mein opa lag mit einer decke abgedeckt auf der couch. meine oma verstört im bett und meine mutter toital aufgelöst. ich kann den moment einfach nicht vergessen wie mir bewusst wurde das ich meinen geliebten opa niemals wieder sehen würde.nie wieder hören wie er mit dem vogel flötet, wie er mit der zunge schnalzt und einfach seine stimme.

als man ihn holte wollt ich ihn erst nicht nochmal sehen. aber dann bin ich hinterher gerannt und wollte mich doch von ihm verabschieden. ich habe ihn so sehr geliebt. er war der allerbeste und irgendwie habe ioch mir in dem letzten jahr kaum zeit für ihn genommen. ich wollte ihm noch so viel sagen.

emeine oma erzählte später ,mein opa habe im dunkeln nachts an ihrem bett gesessen und auf sie herrab geguckt. sie hat sich schlafend gestellt weil sie irgendwie merkte das er das so möchte. dann ist er auf gestanden hat die papier kiste aus dem schrank genommen und dokumente sortiert. als er dann fertig war stand er nboch lang am fenster und hat sich auf die couch gelegt. nach einer zeit ist meine oma dann eingeschlafen und kurz wach geworden als er stöhnte. nur einmal und nicht laut.
da war er: der hinterwand herzinfakt.
er war extra leise weil er meine oma nicht wecken wollte. und er hat sich quasi nachts verabschiedet. oh man wenn ich das schreibe bekomme ich tränen in den augen und einen riesen kloß im hals.

mit meinen eltern und meinem mann möcht ich nihct mehr drüber sprechen weil ich mir dumm vor komme. als ob ich nicht los lassen könnte.

obwohl ich weiß das es meiner mutter genauso geht. natürlich schlimmer.
möchtr auch keine wunden aufreißen.
naja meine oma ist seitdem im heim und jedes mal wenn ich mit meiner tochter hin gehe wird sie sentimental und lässt mich zum abschied klaum los. ich habe so angst das der anruf kommt und mit ihr etwas ist.
meine eltern brauchen nur komisch mir gegenüber zu sein und schon bekomme ich die alten beklemmungen sie könnten mir wieder etwas verschwiegen.

seit der geburt meiner tochter habe ich noch mehr angst es könnte was mit meiner familie passieren. mit meinen eltern, meiner oma, meinem mann mit mir und unserer tochter. ich bekomm das nicht unter kontrolle. ich habe schon panikatacken wenn ich lange autobahn fahren muss. ich glaub halt das das mit dem tod meines opas zu tun haben könnte.

er hätte sich so für mich gefreut. als er von uns ging war ich nicht glücklich. hatte eine schlechte partnerschaft usw.
nun geht es mir gut. ich habe einen sehr tollen ehemann und eine zucker süße tochter. er hätte sich so gefreut. ich möcht ihm so gern alles erzählen und ihm seine urenkelin vorstellen. meinen mann vor stellen. ihn hätte er sehr gemocht.

tut mir leid das ich euch so voll getextet habe auber irgendwie mußte ich mir das alles mal von der seele schreiben.

ganz lieben gruß,
simone

Beitrag von cybergirlsh 07.08.07 - 00:00 Uhr

Ach simone, lass dich mal #liebdrueck

Ich kann dich einerseits sehr gut verstehen, auch wenn ich Gott sei Dank noch nicht in Deiner Situation war, aber ich wüsste auch nicht, wie es mir ergehen würde, wenn mein aller-aller-allerliebster Opa eines Tages nicht mehr da ist.

Mir kamen echt die #heul als ich eben deinen Text las!

Aber kopf hoch, das Leben geht weiter und Dein opa wird sicher von dort oben immer gut auf Dich und Deine Familie aufpassen!

Ich wünsche dir alles Gute

lg,
Sabrina

Beitrag von simone84 07.08.07 - 09:05 Uhr

danke für deine liebe antwort.
musste einfach mal raus :-)

ganz lieben gruß,
simone

Beitrag von babs28 07.08.07 - 10:38 Uhr

Hallo Simone!

Ich kann dich verstehen.

Zwar nicht was den Opa betrifft, den meine Oma und mein Opa sind gestorben als ich noch klein war (6Jahre bei Oma und 10 Jahre bei Opa)

Aber meine Mama ist vor fast 7Jahren gestorben und mir geht es manchmal genauso wie dir.
Ich habe einen kleinen Sohn von fast 10 Monaten. Denn hat meine Mutter nie kennen gelernt. Aber ich habe ihn ihr trotzdem "gezeigt".

Ich bin mit meinem Mann am Todestag von meiner Mutter am Grab gestanden und hab das Maxi Cosi von unserem 6 Tage alten Sohn auf den Boden gestellt und ihr gesagt: Schau Mama das ist Nico dein Enkelsohn. Pass gut auf ihn auf beschütze und behüte ihn.

Auch jetzt wenn er manchmal ganz anstrengend ist, "spreche" ich mit meiner Mutter.

Manche mögen mich für verrückt halten, aber das ist meine Art mit der Trauer fertig zu werden.

Alles,alles liebe und einen festen #liebdrueck

Babs