Er verbietet ihm "Papa" zu sagen

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Forum: Trennung

Sorgerecht, Umgangsrecht, Unterhaltszahlung ... ? Wenn sich ein Paar zu einer Trennung entschließt, ergeben sich für jedes Elternteil ganz neue Fragen an die eigene Lebensplanung.

Beitrag von abenteuer 07.08.07 - 16:53 Uhr

Hallo Urbias.
Mein Sohn ist 19 Monate alt und ich bemühe mich sehr darum, dass er seinen Vater regelmäßig sieht. Ich finde es wichtig, dass er weiß, wer sein leiblicher Papa ist und Kontakt zu ihm hat. Der Kleine hängt sehr an meinem ex und freut sich auch total, wenn wir hinfahren #freu Er ruft dann die ganze Zeit unterwegs schon "papa papa papa" und auch nach dem Besuch spricht er von nix anderem. :-p

Nun kam es aber mehrmals vor, dass er ihn "Papa" gerufen hat und mein Ex nicht reagierte#schmoll Er meinte, er hört nur auf seinen Namen. Er hat sich dann zu unserem Sohn gesetzt und versucht ihm seinen Namen beizubringen #schock
Ist später sicher doof für ihn, wenn alle ihre Väter "Papa" nennen, nur er nicht.

Ich hab meinen Ex dann gefragt wieso- die Begründung fand ich eigenartig:
"weil ich ihm kein richtiger Vater bin. Er wäre sonst später enttäuscht, wenn er merkt, dass Papas immer da sind und ganz viel mit ihnen unternehmen." #kratz

Man muss dazu sagen, dass er total unsicher ist, welche Rolle er für den Kleinen in der Zukunft spielen will:-[ Er sieht ihn nämlich überhaupt erst seit einigen Monaten, da er sich davor geweigert hatte. Nun scheint er jedoch den Kleinen ganz gern zu haben und geht sehr lieb mit ihm um :-)

Bin verunsichert, wie ich nun handeln soll. Sollte ich dem Kleinen lieber seinen Vornamen beibringen, da mein Ex auf "Papa" ja nicht reagiert? Oder sollte ich bei "Papa" bleiben?Möchte tun, was für meinen Sohn am Besten ist.
Lg Julia

Beitrag von sigru 07.08.07 - 19:36 Uhr

Hallo Julia,

natürlich ist es schön, wenn Dein Sohn Papa zu seinem Erzeuger sagen könnte aber ich denke Du mußt den Wunsch des Vaters respektieren- bzw. bleibt Dir eigentlich garnichts anderes übrig.
Vielleicht steckt bei Deinem Ex die Agnst vor einer zu engen Bindung dahinter...??
Sei einfach froh, daß der Kleine den Kontakt zum Vater hat und laß Dich überraschen was die Zukunft bringt. Man kann nichts erzwingen.

Alles Gute, Sigru

Beitrag von kwer_ 08.08.07 - 09:32 Uhr

Hallo Julia.

"weil ich ihm kein richtiger Vater bin. Er wäre sonst später enttäuscht, wenn er merkt, dass Papas immer da sind und ganz viel mit ihnen unternehmen."

Das finde ich keine merkwürdige Begründung, sondern eine ehrliche. Zumal der "Vater" in dieser Begründung (für mich) deutlich herauskommt: nämlich die Sorge um das Kind.

Das Verhältnis zwischen Kindern und getrennt lebenden Elternteilen ist nunmal nicht das gleiche wie bei "intakten" Familien.

Du schreibst, dass ihr ihn besucht. Ist der Vater denn auch öfter mal alleine mit dem Kleinen? Wenn nein, wird es vielleicht langsam aber sicher Zeit dafür. Muss ja nicht gleich für Ewigkeiten sein. Aber nur dann hat er eigentlich eine Chance sich auch mal als Papa benehmen zu müssen und als Papa zu fühlen.

Dabei fällt mir noch ein Spruch von einer Geburtstagskarte ein, die mir meine Tochter mal geschickt hat: "Any man can be a father, but it takes a special person to be a dad. ..."

Also: Gib ihm Zeit + Chance "a special person" zu werden ;-)

Übrigens gibt es (immer noch?) recht viele Eltern, die sich von Ihren Kindern mit Vornamen anreden lassen - es gibt bestimmt schlimmeres.

Viele Grüße
der kwer_

Beitrag von animagus69 08.08.07 - 09:40 Uhr

Hallo kwer,

Übrigens gibt es (immer noch?) recht viele Eltern, die sich von Ihren Kindern mit Vornamen anreden lassen - es gibt bestimmt schlimmeres.****

Na ja, ich persönlich finde das eigentlich nicht so gut, ich bin gerne eine Mama, mein Mann gerne ein Papa;-). Aber das soll halt jeder für sich entscheiden.In meinem Bekanntenkreis gibt es 2,3 Bsp., wo die großen Kinder ihre Eltern jetzt beim Vornamen nennen, bei kleinen Kindern hört sich das irgendwie nicht gut an.Für mich bleibt mein Paps immer mein Paps.;-)Aber Du hast Recht, es gibt Schlimmeres.
lg

Beitrag von abenteuer 09.08.07 - 00:12 Uhr

Hallo kwer!
Ich würde unserem Sohn gerne mal bei ihm lassen, doch das möchte er nicht. und zwingen kann ich ihn ja wohl schlecht ;-)
Doch er geht jetzt schon auf ihn von sich aus zu und spielt- das ist ein großer Fortschritt. Vor einigen Monaten durfte ich nicht mal von unserem Sohn sprechen. Ich hab die Hoffnung, dass er später den Kleinen auch mal alleine von sich aus nehmen möchte. Nur finde ich es blöde, wenn unser Kleiner sich nun seinen Vornamen angewöhnt- das ist irgendwie so distanziert und man kann sowas später schlecht wieder abgewöhnen.

Lg Julia

Beitrag von kwer_ 09.08.07 - 08:03 Uhr

Hallo Julia,

na das meine ich doch: kleine Fortschritte, Stück für Stück.

Zwingen kannst du ihn nicht, aber vielleicht musst du ja irgendwann mal dringend was erledigen, z.B. einen Arzttermin #schein ...

Und was den Vornamen angeht: Distanziert finde ich das Anreden mit Vornamen (zumindest bei uns in Deutschland) nicht. Meinen Partner nenne ich ja auch beim Vornamen (o.k., manchmal auch Schatz, ...) Aber auch das kann sich später wieder ändern.

Kopf oben lassen. Weitermachen. Du bist auf dem richtigen Weg.

Lg der kwer_

Beitrag von animagus69 08.08.07 - 09:34 Uhr

Hallo,

na ja, leider wirst Du wohl oder übel den Wunsch des KV nachkommen müssen, obwohl ich persönlich finde es eigentlich doof. Der Kleine ist gerade mal 19 Monate und versteht natürlich noch garnichts.Dein Ex ist nun mal der Papa und wie es scheint, möchte er sich doch auch kümmern.Später werden Du oder Dein Ex dem Jungen erklären müssen, warum er nicht Papa sagen darf, wenn er doch der Papa ist. Ich finde , dass dies auch nicht so gut ist für den Kleinen.Vielleicht solltest Du noch mal ganz in Ruhe mit dem KV reden und ihm auch Deine gedanken darlegen.Wer weiß, vielleicht regelt auch die Zeit alles allein.Seine Beweggründe kann ich auch nur teilweise nachvollziehen. Aber es gibt auch Männer, die wollen nicht Papa sein, weil sie denken, bei der erneuten Partner- suche den kürzeren zu ziehen.Bloß das man das ja nicht ewig verheimlichen kann. Na ja, ich hoffe, Ihr könnt das normal regeln.
Alles Gute!
lg animagus!#blume

Beitrag von abenteuer 11.08.07 - 23:36 Uhr

Hallo animagnus. Vielen Dank für deine Antwort :-)
Ich werde demnächst dann wohl noch mal mit ihm reden
Lg Julia

Beitrag von murmel2006 11.08.07 - 22:15 Uhr

PRinzipiell schließe ich mich der MEinung der anderen an, aber in dem Alter sagen die Minis eigentlich zu jedem Mann "Papa" (Mein Sohn hat gestern in der Krippe erst einem wildfremden Mann hinterhergerufen... *peinlich*)

Vielleicht kannst du ihm das plausibel machen (möglicherwese hilf google...) und ihn damit doch ein wenig in die andere Richtung "schubsen"?

Viel Glück

murmel2006 + Mini Erik *27.12.2005

Beitrag von 2teiler 12.08.07 - 01:39 Uhr

Hallo,

hab auch eine kleine Anmerkung hierzu bzw. eher einen Vorschlag:
Hab mal wo gelesen, daß eine (Patchwork-)Familie sehr gute Erfahrungen gemacht hatte damit, daß der Kleine die beiden Papas angesprochen hat mit "Papa Egon" und "Papa Karl" (z.B.).

Kinder können für gemeinhin sehr viel klarkriegen, oftmals mehr, als wir ihnen zutrauen würden...
Auch wenn es in deinem Fall keinen zweiten "Papa" gibt (oder?), wäre das doch... ...hmm.... mal überlegen... ... ?

Gruß aus dem Wedding vom
Frank