Beikoststart mit knapp 5 Monaten?

Archiv des urbia-Forums Stillen & Ernährung.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von anke26 07.08.07 - 17:14 Uhr

Hallo Mit-Mamis,

hätte da mal ne Frage:
Meine kleine Maus wird am 16.08. 5 Monate alt.
Bisher stille ich voll und mache das auch total gerne und muss fast weinen, wenn ich an´s abstillen denke.
Jedoch: Lena zeigt seit ca. 2 Wochen reges Interesse an "richtiger" fester Nahrung. Sie ist ganz fasziniert von meinem Frühstück und verfolgt jede Bewegung, die ich mit Essen in der Hand mache.
Sollte ich vielleicht jetzt schon mit Beikost anfangen? Es freut mich einerseits tierisch, dass sie solch ein Interesse an Essen zeigt, auf der anderen Seite möchte ich nicht zu früh beginnen, hab dann aber WIEDER auf der anderen Seite Angst, dass ich ihr Interesse einfach missachte..
Was tun?
Viele Grüße
und #danke

Anke u. Lena

Beitrag von daisy1307 07.08.07 - 17:28 Uhr

meine wird am 9.8 5 monate alt, und verhält sich auch schon länger so wie du es beschreibst.
ich hab nen kompromiss draus gemacht, ich ersetze keinesfalls eine mahlzeit oder so, aber sie darf kosten. also mal ein löffel suppe, kartoffelpürree oä.
auch heute beim mittagessen hatten mein freund und ich keine chance zu essen, sie will auch . hab ihr 10ml brei gemacht, löffel dazu und sie war glücklich. das ist so wenig, kann glaub ich nicht schaden.

so richtig zufüttern werd ich aber so spät als irgendwie möglich. richte mcih da nach der kleinen. aber ein bisserl darf sich der magen schon dran gewöhnen.

lg

Beitrag von clautsches 07.08.07 - 17:35 Uhr

Beikost ist Beikost - die Menge spielt dabei keine Rolle.
Wenn der Darm deines Kindes noch nicht bereit ist, schadet ein Löffel genauso wie eine ganze Mahlzeit.

Sprich:
Ob du es so machst wie jetzt oder gleich eine ganze Mahlzeit ersetzt, macht jetzt keinen Unterschied mehr - "richtig zufüttern" tust du bereits.

LG Claudi

Beitrag von daisy1307 07.08.07 - 18:41 Uhr

ich weiß nciht, aber ich mein gefühl würd mir davon abraten, von einem tag auf den anderen zb ein ganzes gläschen zu füttern.

glaub schon, dass es sinnvoll ist, wenn sie mal ne "fingerspitze" wo kosten darf. ok, der brei heut war sicher beikost, weil sie sicher 2-3 löffel(spitzen?) auch gegessen hat, aber das schopt sie sich eh selber rein. orale phase. aber sie kaut das zeug und schluckt es sofort, kein reflex mehr da. hab ich heut festgestellt. (aber wie stellt man das fest, wenn man nix gibt???)

ich kenne die signale, die du in deinem beitrag schreibst, bin auch überzeugte stillerin und hab eigentlcih immer gesagt, meine kleine kriegt vorm 8. monat überhaupt nix außer mumi. weil das 8. monat ist ja auch: "nach dem 4. monat"
aber ich muss auch zugeben, dass ich mein kind da völlig falsch eingeschätzt habe. vielleicht ist sie wirklcih etwas früher dran, aber das fängt mit den schon vorhandenen zähnen an und hört mittlerweile beim vierfüßlerstand auf... #schwitz
gar nicht so einfach #gruebel

lg

Beitrag von clautsches 07.08.07 - 19:10 Uhr

Ich finde es auch sinnvoll, mit ganz kleinen Mengen zu beginnen und die Zwerge erst mal kosten zu lassen.

Aber halt erst ab dem 7. Lebensmonat... ;-)

LG Claudi

Beitrag von clautsches 07.08.07 - 17:30 Uhr

Beikostreife bedeutet mehr als nur Interesse am Essen.

Lies dir mal folgenden Artikel, vielleicht hilft dir der bei deiner Entscheidung:


Der richtige Zeitpunkt für Beikost

Quelle: Biggi Welter, Stillberaterin der LaLecheLiga

Der Organismus eines Babys ist in den ersten sechs Monaten auf eine Ernährung mit Muttermilch ausgerichtet. Eine Einführung von Beikost vor diesem Zeitpunkt (wobei man sich natürlich nicht um ein paar Tage hin oder her streiten darf) kann zu einer Überlastung der Nieren (erhöhte Molenlast) und des Verdauungssystems führen.
Je früher die Einführung anderer Nahrung beginnt, um so höher ist das Risiko. Gerade in den ersten Wochen und Monaten, ist der Darm noch sehr unreif und die Darmschleimhaut ist durchlässig. Artfremdes Eiweiß kann vor allem in den ersten Monaten die noch nicht ausgereifte Darmschleimhaut passieren und so in den Blutkreislauf gelangen. Der Körper sieht dieses Eiweiß als Fremdstoff an und kann eine allergische Reaktion auslösen. Nach sechs Monaten ist der Darm erheblich reifer und die Gefahr geringer.

Es ist sinnvoll mit der Beikost erst dann zu beginnen, wenn das Baby die folgenden Anzeichen zu erkennen gibt:

• es ist in der Lage aufrecht zu sitzen,
• der Zungenstreckreflex, durch den das Baby feste Nahrung automatisch wieder aus dem Mund herausschiebt, hat sich abgeschwächt,
• es zeigt Bereitschaft zum Kauen,
• es kann selbstständig Nahrung aufnehmen und in den Mund stecken und interessiert sich dafür,
• es zeigt ein gesteigertes Stillbedürfnis, das sich nicht mit einer Erkrankung, dem Zahnen oder einer Veränderung in seiner Umgebung oder in seinem Tagesablauf in Verbindung bringen lässt.

Dies ist meist etwa mit sechs Monaten der Fall, bei wenigen Kindern früher, bei gar nicht so wenigen später. Ehe diese Zeichen nicht zu erkennen sind, sollte noch keine Beikost eingeführt werden. Auch Babys, die mit künstlicher Säuglingsnahrung gefüttert werden, sollten in den ersten sechs Monaten keine andere Nahrung erhalten.

Wenn es dann soweit ist, sollte die Einführung der Beikost langsam erfolgen. Es ist am günstigsten mit einem Nahrungsmittel zu beginnen, zunächst nur eine geringe Menge anzubieten (jeweils nur mit ein paar Löffeln beginnen) und diese dann langsam zu steigern. Am Anfang sollte nur eine neue Nahrung, ein- oder zweimal am Tag gegeben werden und etwa eine Woche gewartet werden, bevor wieder etwas Neues angeboten wird. (Also nur Karotte, nur Kartoffel, nur Banane, nur geriebener Apfel usw.).

Der Sinn dieser Vorgehensweise ist folgender: Falls sich eine allergische Reaktion zeigt, kann man auf diese Art leichter feststellen, was sie verursacht hat. Auch wenn das Risiko einer allergischen Reaktion nach dem ersten halben Jahr nicht mehr so groß ist, besteht die Möglichkeit dass eine Speise eine allergische Reaktion auslöst (Ausschlag, Durchfall, Erbrechen). Wurde immer nur ein neues Nahrungsmittel eingeführt, dann lässt sich leichter feststellen, welches Nahrungsmittel nicht vertragen wurde. Die betreffende Speise sollte dann aus dem Speiseplan gestrichen und erst zu einem späteren Zeitpunkt wieder angeboten werden. Bereits eingeführte Nahrungsmittel, die gut vertragen werden, können miteinander gemischt werden.

Überlegen Sie sich wirklich, ob Sie vorher mit Beikost beginnen wollen, es hat keinen Vorteil für Ihr Kind, aber viele Nachteile und nur die Tatsache, dass die Nahrungsmittelindustrie auf die Packungen druckt „ab vier Monate" heißt nicht, dass Beikost ab diesem Alter sinnvoll oder notwendig ist.

Beitrag von mischu 08.08.07 - 07:40 Uhr

Ist es nicht klar, dass eine Stillberaterin der LaLecheLiga sowas von sich gibt. Ganz ehrlich, ich halte dieses ganze Still-Märchen für ziemlich übertrieben.
Ich hab meinen jüngsten auch 4 Monate voll gestillt weil ich geglaubt habe, ich könnte ihn somit vor der Neurodermitis (die sein großer Bruder auch hat) vorerst bewahren. So hab ich immer schön aufgepasst was ich zu mir nehme und mich 4 Monate gequält ihn zu stillen. Was paassierte ist ganz klar, nach 3 Monaten "blühte" der Kleine mitten im schönsten Neurodermitis- Schub. Ich also gleich in die Kinderklinik (die auch unseren Großen deswegen betreut) mit ihm und mir wurde gesagt, dass es, wenn es einmal drin steckt, auch durchkommt. Will heißen, egal ob stillen oder nicht, die Neurodermitis kommt wenn es so angelegt ist.
Fazit: Innerhalb von 2 Wochen abgestillt, einfache 1er Nahrung gekauft (da brauch ich ja auch keine teure HA-Nahrung), mit 4 Monaten angefangen Gläschen zu füttern. Verträgt er alles prima und ich frag mich warum ich es mir eigentlich nicht gleich so einfach gemacht habe.
Übrigens, als wir noch Babys waren, bekamen wir mit 6 Wochen schon Griesbrei #schock und? Was ist aus uns geworden? #kratz
LG mischu

Beitrag von clautsches 08.08.07 - 09:25 Uhr

Ich stille ja nicht nur wegen unseres Neuro-Risikos, sondern auch aus 1.000 anderen Gründen.
Ich werde nie erfahren, ob es was gebracht hat, aber wenn die Möglichkeit besteht, meinen Sohn vor auch nur einer Krankheit oder Allergie zu schützen, dann mach ich das natürlich.

Ich für meinen Teil weiß z.B., dass ich mit 8 Wochen meinen ersten Brei bekam und heute ca. 15 Allergien habe...

Ausserdem stille ich sowieso gerne und wüsste gar nicht, wozu ich früher mit Beikost beginnen sollte.

Aber : jedem das Seine! ;-)
LG Claudi