Fruchtwasseruntersuchung ja oder nein?

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von p.u.e.p.p.i 07.08.07 - 18:28 Uhr

Hallo Leute,

ich war heute bei der Feindiagnostik. Nun bin ich sehr verwirrt. Eigentlich ist mit unsrem Knirps alles im grünen Bereich, meinte die Ärztin.....nur so schreibt sie im Bericht:

"unauffällige,zeitgerechte SS ohne Fehlbldungen,allerdings finden sich 2 Softmarker, in beiden Ventrikeln ist je ein white spot zu sehen und das Nasenbein ist etwas kürzer ( gemessen:5,5mm unter der 5. Perzentile)..."

Jetzt hab ich nen Termin fürn Beratungsgespräch zur Fruchtwasseruntersuchung. Kennt sich einer damit aus? Ist das Ergebnis 100%? Wie hoch ist das Risiko das Baby zu verlieren bei der FU?

Nackenfaltenmessung habe ich in der 12.SSW machen lassen,war absolut unauffällig.

Bitte dringend um Hilfe, stehe z.Z. völlig neben mir .... denn ich liebe diesen kleinen Knirps doch jetzt schon mit Haut & Haaren

Vielen Dank
Anne mit #babyboy 21+0

Beitrag von anarchie 07.08.07 - 18:32 Uhr

Hallo!

Das Risiko liegt je nach Erfahrung des Arztes bei 1-5%....

gruß

melanie mit Nr.3(35.SSW) - die keine FWU machen lassen würde

Beitrag von mona1976 07.08.07 - 18:36 Uhr

Da musst du leider auf dein eigenes Gefühl hören.
FU ist eigentlich verlässlich, die chancen für eine Fg ist höher dabei.
Zum Beratungsgespräch solltest du aber gehen...schreibe dir am besten alle fragen die du hast auf, denn in der Aufregung vergisst man schnell etwas.

Viel Glück und es wird schon alles glatt gehen.

Lg Mona mit Janine (5) und #baby 16.Ssw

Beitrag von habibte 07.08.07 - 18:39 Uhr

Hallo, ich kenne jemanden, der das gleiche gesagt wurde, wie dir. Sie hat Fruchwasseruntersuchung gemacht, danach hat sie das Baby verloren und dabei war das Baby kerngesund. Und wie ich gehört habe ist die auch nicht genau. Aber, die Entscheidung liegt bei dir. Ich würde es nicht machen.


Wünsche alles gute.

habibte 27SSW.

Beitrag von salouri 07.08.07 - 18:40 Uhr

Hallo Anne,

bei mir kamen bei 2 routinemäßigen Blutuntersuchungen grenzwertige Befunde raus. Mein Arzt riet mir dann, die FWU machen zu lassen. Ich überlegte nicht lange.
Am nächsten Tag hatte ich schon den Termin im KH. Also, die Untersuchung an sich war nicht schlimm, der Arzt erklärte mir vorher alles. Musste hinterher nur 2 Stunden liegen und durfte dann nach Hause.
Das Ergebnis kam 12 Tage später: Alles gesund und wir bekommen einen Jungen.
Ich würde es jederzeit wieder machen lassen.

Die Entscheidung dafür liegt ganz allein bei Dir.

Liebe Grüße

Salouri

Beitrag von helikopta 07.08.07 - 18:43 Uhr

Hallo,

also ich kann dir was deine medizinischen Fragen angeht leider nicht helfen, damit kenne ich mich nicht aus.

Das Ergebnis einer FU kann eine ganze menge Ausschließen, allerdings auch nicht alles zu 100%.

Diese sicherheit hast du nie, denn wer weiß was auch während der Geburt passiert oder auch noch im weitweren Verlauf der SS.

Eine Fruchtwasseruntersuchung hat ein FG Risiko von 0,2 % Meine ich.

Ich persönlich würde sie nicht machen lassen, denn meine ganz persönliche Meinung und mein Gefühl wäre, das diese Untersuchung keine Konsequenzen nach sich ziehen würde.
Ich wäre nicht in der Lage die SS zu so einem Späten zeitpunkt zu beenden. Dies muss aber jeder für sich selber abwägen. Ich würde mit meiner laienhaften Meinung sagen, dass es keine so Schwerwiegende Behinderung sein kann, denn dann hätte man sie entdeckt.

Ich finde du solltest dir genau überlegen, welche Konsquenz du aus einem Möglichen Ergebnis ziehen würdest. Bis zum Ergebnis bist du ja sicher schon in der 21 SSW, kannst du dir Vorstellen diese Schwangerschft abzubrechen? Würdest du das Kind trotz einer Fehlentwicklung bekommen?
Wenn du dir über diese Dinge im Klaren bist, und dir Gedanken darum gemacht hast wie ein Abbruch zu diesem Zeitpunkt gemacht wird, wirst du die für dich/euch richtige Entscheidung treffen.

Niemand hier kann dir diese Schwere Entscheidung abnehmen.
Ich wünsche dir Mut und Kraft die Richtige Entscheidung für euch zu finden.

LG

Daniela

Beitrag von s_a_m 07.08.07 - 18:49 Uhr

Vielleicht interessant zum Thema „white spots in beiden Ventrikeln“ und ihrer Aussagekraft:
http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&id=866451

Zum „etwas verkürzten Nasenbein“:
Was durch den Ultraschall beim „Nasenscreening“ herausgefunden werden kann, ist, ob das Baby ein unterentwickeltes Nasenbein hat. Ich habe mal von einer Studie gelesen, bei in der 11. bis 14. Schwangerschaftswoche die Nasen von 701 ungeborenen Kindern im Ultraschall begutachtet wurden. Bei 59 von ihnen wurde vorgeburtlich durch nachfolgende invasive (!!) Untersuchungen wie die Amniozentese oder auch erst nach der Geburt eine Trisomie 21 (Down-Syndrom) festgestellt: 43 dieser Kinder hatten im Ultraschall ein unterentwickeltes Nasenbein, bei 16 war das Nasenbein wie üblich ausgebildet. Eine andere Studie (http://www.thieme-connect.de/ejournals/abstract/ultraschall/doi/10.1055/s-2005-858880) ergab folgendes: „Unsere Daten zeigen keinen zusätzlichen Nutzen der Integration von Darstellbarkeit oder Fehlen des fetalen Nasenbeins in die Berechnung zum Risiko für ein fetales Down-Syndrom zwischen 11. und 14. Schwangerschaftswochen.“ In der Studie war das Nasenbein des ungeborenen Kindes nicht darstellbar bei 5 von 18 Kindern mit Trisomie 21.

Ein unterentwickeltes Nasenbein KANN also auf eine Chromosomenbesonderheit hinweisen, MUSS aber nicht. Genau wie alle anderen Softmarker kann es ein Anhaltspunkt sein, aber für sich hat es keinen diagnostischen Wert. Das sich keine Fehlbildungen oder sonstige Besonderheiten zeigen, erhöht die Wahrscheinlichkeit, das du ein Regelkind erwartest.

Und wenn man bedenkt, dass das Risiko einer durch die Fruchtwasserpunktion (http://www.regenbogenzeiten.de/amnio.html) ausgelösten Fehlgeburt bislang durchschnittlich je nach Quelle mit 0,5 bis 2% beziffert wird und eine jüngere Studie Werte von 0% (wenn insbesondere keine vaginalen Blutungen vorliegen/vorlagen und es in früheren Schwangerschaften keine spontanen Fehlgeburten oder Schwangerschaftsabbrüche gab) bis etwa 3-4% angibt (wenn entsprechende Risikofaktoren vorliegen/vorlagen), sollte man sich schon gut überlegen, ob man das Risiko eingeht. Meist ist die Wahrscheinlichkeit für ein Kind mit Down-Syndrom geringer als die, das Kind zu verlieren:

Die Wahrscheinlichkeit für eine Frau im Alter von 25 Jahren, mit einem Kind mit Down-Syndrom (Trisomie 21) schwanger zu werden, liegt bei weniger als 0,1 %, im Alter von 35 Jahren bei 0,3 %, im Alter von 40 Jahren bei 1 % und im Alter von 48 Jahren bei 9 %. Die Wahrscheinlichkeit für andere Chromosomenbesonderheiten wie z.B. Trisomie 8, 9, 12, 13, 18, 20, X ist deutlich geringer als die Wahrscheinlichkeit für ein Kind mit Down-Syndrom, denn die Trisomie 21 kommt weltweit am häufigsten vor (durchschnittlich 1x bei 700 bis 800 Geburten).

...und das es auch kein Weltuntergang ist, ein Kind mit Down-Syndrom anzunehmen, großzuziehen und einfach zu lieben, weil es in erster Linie "Kind" ist und nicht "Kind mit Down-Syndrom", zeigen ebenso eindrucksvoll wie ehrlich die unter diesem Link aufrufbaren Erfahrungsberichte: http://www.regenbogenzeiten.de/LinksErfahrungsberichte.html

Von daher sollte die Frage vielleicht auch sein: Welcher Umstand würde an der Liebe zu deinem kleinen Knirps etwas ändern? Bzw.: Welches Wissen ist jetzt so wichtig, dass es sich lohnt, vermeidbare Risiken einzugehen?

Liebe Grüße
Sabine

Beitrag von isalabell 07.08.07 - 20:28 Uhr

Hallo,
also diese Untersuchungen mit nicht eindeutigem Ergebnissen verunsichern einfach total und ich hatte genau diese Situation Ende 2003, damals legten mir die Ärzte sogar die FU nahe und´ich habe sie gemacht und dann hatte ich Ruhe und Gewißheit. Ich habe eine Cousine mit Downsyndrom und arbeite auch mit "Down-Patienten" und ich hätte die Kraft, den Mut und Energie nicht da bin ich ganz ehrlich #gruebel

Ich habe auch diesmal eine Untersuchung machen lassen, eine Chorion weil ich nur die Trisomien ausschließen wollte und alles andere war für uns nicht wichtig.
Ich mußte nur an diesem Untersuchungstag liegen, danach hab ich mich aber noch etwas vermehrt geschont, also nicht geputzt oder so....war aber nicht medizinisch notwendig habs einfach nur für mich getan (natürlich auch für unsere Kleine!)

Ich würde es jedes mal wieder machen lassen und auch meine Freundinnen denken seit unserem Schock von 2003 anders über dieses heikle Thema.
Ich sag immer dazu: WIR müssen damit leben können, unser Kind, unsere Familie und Freunde und wir müssen damit umgehen können und niemand kann diese Entscheidung treffen als mein Mann und ich. #kratz
Es geht keinen was an, und schon gar nicht NICHT-Mütter und NICHT-Schwangere-Klugsch....:-[
Genauso wird es bei Euch sein, es ist EUER Leben und es wird viele versch. Meinungen geben!!!
Ich habe mich in einer Pränatalpraxis untersuchen lassen, nicht bei meinem Gyn ,denn diese machen diese Untersuchungen jeden Tag etwa 10-15 Mal und sind einfach Profis. Auch die Risikoraten sind schwindend gering!!!!!
Informier Dich doch mal was in Deiner Umgebung für Spezialisten sind und wäge dann nochmal ab.
Solltest Du Dich für diese Untersuchung entscheiden, dann werden sicher die kommenden Wochen und Monate einfach entspannter sein, denn diese "Sorge" kannst Du dann abhaken.

Alles alles Liebe für Euch
Anderl 29. SSW mit Annika
Ps. für Fragen gerne über meine VK

Beitrag von p.u.e.p.p.i 08.08.07 - 22:33 Uhr

Hallo Sabine,

vielen vielen Dank für deine Antwort. Hat mich vor meinem Beratungsgespräch doch etwas ruhiger werden lassen.

Das Gespräch heut war sehr informativ und das Risiko liegt bei 1:225. Die FG bei einer FWU liegt bei 1:200.

Und da wir für uns entschieden haben, das Baby auf alle Fälle zu behalten, werde ich mich gegen eine FWU entscheiden.

Vielen Dank #danke nochmal

LG Anne & #babyboy 21+1

Beitrag von algarve 07.08.07 - 20:08 Uhr

Es kommt natürlich darauf an, wie Du reagieren würdest, wenn bei Deinem Sohn etwas nicht in Ordnung wäre.
Wenn Du sowieso nicht abtreiben würdest, würde ich sie nicht machen lassen.
Das würde ich mir auf jeden Fall vorher überlegen.

Ansonsten keine Panik: Ich habe bereits 3 Fruchtwasseruntersuchungen hinter mir und ich kenne insgesamt acht Frauen persönlich, die auch eine haben machen lassen, da ist auch nichts passiert.
Auch meine Frauenärztin hat in ihrer 10jährigen Berufslaufbahn noch nie erlebt, dass was passiert ist.
Du musst Dir natürlich einen guten, erfahrenen Arzt suchen und Dich anschließend konsequent schonen.

Das Risiko liegt bei 0,5 bis 1%. Aber damit werden meiner Meinung gerade die Fälle abgedeckt, in denen die Ärzte nicht erfahren waren oder die Frauen sich nicht geschont haben.
Nehmen z.B. Assistensärzte die FU vor, liegt das Risiko für eine Fehlgeburt bei 1,8%. Das sagt ja wohl alles.

Also, lass Dich nicht verrückt machen.
Mir wäre die Gewissheit, dass mit meinem Baby alles in Ordnung ist, viel wichtiger. Du kannst die Schwangerschaft sonst nicht mehr genießen.
Ich würde die FU auf jeden Fall machen lassen.

Liebe Grüße
Algarve