Lotta´s Sturzgeburt! August-Baby wurde knapp ein Juli-Baby!

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von njenny2011 07.08.07 - 19:40 Uhr

Hi,

hier nun mein Geburtsbericht. Lotta´s ET war der 05.08. doch die Dame hatte es eilig! Am Anfang ließ sie sich zwar Zeit (musste sich wohl noch schön machen), doch dann stürzte sie in die Welt hinein!

Montag, der 30.07.2007. Ich ging morgens um 11 Uhr gemütlich duschen, nachdem ich fast nicht aus dem Bett kam. Ich war urmüde. Nach dem Duschen zog ich mich an und entdeckte wenige Minuten später auf der Toilette eine rosafarbene Flüssigkeit im Slip. „Aha, die Zeichnungsblutung“, dachte ich und ging meine Haare fönen. Kurz darauf spürte ich leichte Kontraktionen, die aber nicht nennenswert waren, da ich schon 6 Tage vorher ständig am Rumwehen war und der Muttermund bereits 1 cm geöffnet war. Trotz allem rief ich meinen Mann an und teilte ihm mit, er solle heute keine weiten Strecken für die Arbeit übernehmen. Immer häufiger merkte ich, wie ich „nass“ unten wurde. Um 14 Uhr rief ich ihn nochmals an und bat ihn nach Hause zu kommen, da ich mich nicht wohl fühlte und mein zweijähriger Sohn Luca ausgerechnet heute keinen Mittagschlaf machen wollte. Um 14.20 Uhr war mein Mann da und wir fuhren los um Luca zur Oma zu bringen. Dort angekommen, tranken wir noch gemütlich einen Kaffee und die Wehen wurden etwas stärker. Meine Schwester kam auch noch und ich erzählte ihr von der Zeichnungsblutung. „Meinst du nicht eher, dass das ein Blasensprung ist? Bei mir war das genauso. Eine ganz leicht rosafarbene Flüssigkeit und auch nur ab und an floss was.“ Irgendwie kam ich ins Zweifeln, denn bei Luca war die Zeichnungsblutung keine Flüssigkeit sondern blutiger Schleim. Okay, wir machten uns dann auf den Weg ins Krankenhaus, da ich das abklären lassen wollte, da ja bei einem Blasensprung die Gefahr einer Infektion gegeben ist. Um 16:30 Uhr waren wir im Krankenhaus und die Hebamme bestätigte den Verdacht: Blasensprung, sofortige stationäre Aufnahme. Doch der Wehenschreiber zeichnete keine Wehen auf und deshalb beschlossen ich und mein Mann noch mal ne Runde spazieren zu gehen. Auch das bewirkte nicht viel außer ein paar unregelmäßigen Wehen. Um 20 Uhr gab es nochmals eine CTG-Kontrolle. Diesmal wurden leichte und regelmäßige Wehen aufgezeichnet. Der Muttermund war nun 2-Finger-durchlässig geöffnet. Die Hebamme gab mir Globulis um die Wehen ein bisschen anzuregen. Um noch etwas Schlaf zu bekommen, wurden wir aufs Zimmer geschickt. Dort tat sich aber nicht viel und um 2 Uhr gingen wir wieder in den Kreißsaal zur nächsten Kontrolle. Dort entschieden wir uns, ein Wehengel legen zu lassen. Dieses wird vor den Muttermund gelegt um diesen weicher zu machen und Wehen anzuregen. Um 4 Uhr merkte ich nun endlich, dass sich etwas tat. Die Wehen wurden intensiver, aber noch gut auszuhalten. Der Muttermund war nun 3 cm offen und die Blase hatte sich wieder gestellt. Sie war laut Hebamme wieder ganz prall. Um 6 Uhr erreichten die Wehen nun fast den Höhepunkt, aber der Muttermund öffnete sich nicht weiter. Er war noch immer bei 3 cm. Um 7 Uhr war dann der nächste Hebammenwechsel, den ich aber nicht mehr wirklich mitbekam, weil die Wehen 10 Minuten zuvor unerträglich wurden. Die Hebamme kontrollierte wiederum den Muttermund und war vollkommen überrascht, dass er sich innerhalb von einer Stunde um 4 cm geöffnet hat. Nun fehlten noch 3 cm bis zur vollständigen Öffnung. Die Hebamme half mir bei der richtigen Atmung, da ich durch die Intensität der Schmerzen unkontrolliert zu atmen begann. Einen Augenblick später meinte sie, sie müsse kurz ins Labor wegen meiner Blutwerte. Aber ich solle ruhig weiter atmen, sie sei gleich wieder da. Kaum hatte sie den Raum verlassen, platzte bei der nächsten Wehe um 7:25 Uhr meine Fruchtblase. Ich spürte den Schwall Wasser und hab mich unheimlich erschrocken. „Scheiße, zieh mir die Hose aus!“, schrie ich meinem Mann zu , der den Blasensprung gar nicht mitbekommen hatte. Ich zitterte am ganzen Leib und hatte Panik. Keine Hebamme da und das Kind drückte dermaßen nach unten, dass ich das Gefühl hatte ständig pressen zu müssen „Hol Hilfe, ich muss pressen!!!“ brüllte ich meinem Mann zu, der nur sagte, ich solle nicht pressen, das sei zu früh! Dann kam die Hebamme. Sie befahl mir ganz ruhig zu atmen und bloß nicht zu pressen. Angst stieg in mir hoch, weil ich nicht ruhig atmen konnte und der Pressdrang mich überrollte. Doch ich wusste, dass ich noch nicht pressen darf! Sofort kontrollierte sie den Muttermund, der um 7:35 Uhr noch immer nur 7 cm geöffnet war. Ich sollte dann erstmal aufstehen, um zu schauen, ob die Wehen im Stehen besser zu veratmen wären. Doch da versagte mir der Kreißlauf. Ich fing an zu hyperventilieren. Also legte ich mich wieder aufs Stationsbett, das auch im Kreißsaal stand. Wieder kam dieser unglaubliche Drang zu pressen und ich gab dem nach. „Nein, Sie dürfen noch nicht, der Muttermund ist noch nicht vollständig geöffnet“,versuchte die Hebamme mir klar zu machen. Doch vergebens. Ich drückte und presste, was das Zeug hielt. „Holt das Ding aus mir raus!!! Ich kann nicht mehr!!! Hilfeeee!“ War alles was ich noch brüllen konnte. Die Hebamme zerrte nun an mir rum und befahl mir, aufs Kreißbett zu liegen. „Ich kann nicht, das Kind kooommmmmt!!!“, schrie ich und spürte, wie die Hebamme mir zwischen die Beine griff und das Kind zurückschob! „Gehen sie aufs Kreißbett“, „Nein! Ich kann nicht!“, „Sie müssen aber!“ und zu zweit zerrten sie mich aufs Kreißbett und einen Bruchteil später um 7:42 Uhr war das Köpfchen geboren. Ich war plötzlich total erleichtert, griff nach unten und streichelte Lottas Kopf. Und bei der nächsten Wehe um 7:43 Uhr erblickte Lotta das Licht der Welt. Ganz ohne Arzt, denn dieser wurde 3 Minuten zuvor erst benachrichtigt. Sie legten mir die Kleine auf den Bauch und ich fühlte mich einfach nur super! Vergessen war die Angst und Panik der letzten halben Stunde, denn jetzt konnte ich meine lang ersehnte Tochter im Arm halten. Und sie war ja so hübsch! Später meinte die Hebamme nur, dass sie solch eine rasante Geburt auch selten erlebt. Muttermund bei 7 cm und 8 Minuten später ist das Kind bereits auf Mama´s Arm.
Ja, die Geburt war wirklich schnell! Aber auch leider nicht sehr schön, denn die Angst und Panik der letzten halben Stunde werde ich so schnell nicht vergessen. Auch hatte Lotta die Nabelschnur um ihren Hals gewickelt. Doch das Ergebnis ist atemberaubend!!! Ich liebe Dich kleine Lotta!


LG
Jenny + Luca (2 1/4) + Lotta (7 Tage alt)

Beitrag von megamami 07.08.07 - 21:55 Uhr

hallo
wir haben auch einen luca und eine julia die erst 4monate ist ,aber dein name lotta hammer mäßig schön.

liebe grüße und ganz viel glück mit deinen mäusen

mega mit luca fast2 und julia

Beitrag von njenny2011 09.08.07 - 19:57 Uhr

Hi,

danke! Zum Glück ist der Name auch recht selten, was man ja von Luca nicht behaupten kann ;-)

LG und ebenfalls viel Spaß mit deinen Süßen!

Jenny

Beitrag von caro1608 08.08.07 - 11:42 Uhr

Hi Du,

mensch, das klingt meiner Geburt echt ähnlich!
Bin ich froh, dass andere auch mal an ihrer schnellen Geburt zu knabbern haben...

Lg, Caro

Beitrag von njenny2011 09.08.07 - 19:59 Uhr

HI,

oh ja, da knabber ich noch ne Weile dran. Ist ja toll, wenn die Geburt so schnell geht, aber die Schmerzen einer schnellen Geburt sieht keiner. Die Wehen sind ja um einiges intensiver! Hab ja den Vergleich. Luca kam zwar auch schnell (3,5 Stunden) aber die Endphase war länger und nicht nur 8 Minuten. Wie war denn deine Geburt?

LG
Jenny