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Forum: Gesundheit & Medizin

Hier könnt ihr Fragen stellen zu allen Themen rund um Gesundheit, Vorbeugung, Kinderkrankheiten, Hausmittel und Naturheilmittel. Beachtet dabei bitte, dass medizinische Empfehlungen von interessierten Laien nicht den Gang zum Arzt ersetzen können.

Beitrag von chenonceau 07.08.07 - 19:41 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

ich bin eigentlich stille Leserin, aber heute möchte ich mir auch einmal etwas von der Seele schreiben.

Mir gehts im Moment echt bescheiden. Bin alleinerziehend und arbeite trotzdem wie ne Verrückte. An den Zustand allein mit Kind zu sein hab ich mich gewöhnt, auch dass ich von meinem Ex bei der Erziehung nicht unterstützt werde.

Letzte Woche auf Arbeit bekam ich eine Art Panikattacke. Ich bekam keine Luft. Mir war schwindelig, mein Herz raste und ich hatte ein irrsinniges Beklemmungsgefühl. Ich hab versucht mir nichts anmerken zu lassen. Mein Kollege bemerkte es und übernahm das Ruder, weil wir in einem Kundengespräch waren.
Das kenn ich nicht von mir. Ich hab einfach Angstzustände. Es fängt schon damit an, auf Arbeit zu versagen. Ich bin selbständig und kann mir nichts erlauben. Im Moment habe ich keine andere Arbeit in Sicht, dass ich an dieser Stelle anfangen könnte etwas zu ändern. Ich bin nervös, werde schnell gereizt, wenn etwas nicht so funktioniert, wie ich das gern hätte, bekomme Magenprobleme, kann nicht mehr schlafen..

Ich kenn das nicht von mir... Bekomme einfach den Spagat zwischen Arbeit und Privatleben nicht hin. Früher hat mir Stress nix direkt ausgemacht. Ich konnte zwar nie wirklich runterfahren, war meist angespannt und zappelig, aber im Moment fühl ich mich einfach nur leer. Komme morgens kaum aus dem Bett, hab ständig starke Kopfschmerzen.

Ich bin keine, die jammert. Ich hab mit niemandem drüber geredet. Aber ich weiß echt nicht mehr weiter. Ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll, außer dass ich einfach am Ende bin...
Kennt das einer von Euch? Würde mich freuen, wenn Ihr mir was dazu sagen könnt. Hatte mit dem Gedanken gespielt einen Arzt zu konsultieren, nur ist der Gedanke dabei, dass er mich als Simulant bezeichnet. Weil wer jung ist, sollte doch vor Energie sprühen...

Sorry.. is lang geworden.
LG Anne

Beitrag von sweety03 07.08.07 - 20:45 Uhr

Hallo!

Klingt für mich nach burn-out, bei Deinem Pensum auch kein Wunder. Warum sollte der Arzt Dich als Simulantin bezeichnen? Das haben mehr (junge) Leute, als man glaubt.
Ich würde mal zum Hausarzt gehen und ihm die Lage schildern. Hast Du schon mal Deine Schilddrüse untersuchen lassen? Die kann auch solche Symptome machen.
Auf keinen Fall solltest Du das in Dich reinfressen, sondern mit einer Person darüber reden, die Dir nahe steht.
Alles Gute und mach mal einen Termin beim Arzt!

Sweety

Beitrag von chenonceau 07.08.07 - 20:56 Uhr

Hallo Sweety,

vielen Dank für Deine Antwort. Das mit der Schilddrüse ist mir noch gar nicht in den Kopf gekommen. Hab es immer auf den Stress geschoben...

Den Arzttermin werde ich machen.. Bin sehr nervös deswegen... aber es muss sein.

Vielen Dank Dir.
LG

Beitrag von caesar3112 07.08.07 - 23:05 Uhr

Hi!

Hört sich an wie Hyperventilieren,so ähnliche Sympthome hatte ich auch...........Zu viel Stress,versuche ruhiger zu werden.
Wenn Dir die Luft wegbleibt,Hände vor Nase und Mund und ganz ruhig atmen;-)

Gute Besserung

LG Petra


Beitrag von raumzauberin 08.08.07 - 09:38 Uhr

Guten morgen....

also vorweg...ein guter Arzt bezeichnet dich nicht als Simulantin! Aslo keine Angst und ab zum Arzt.....

Das sind eindeutige Burn-out Symtome....

Sowohl mein Mann als auch ich vor 3Jahren waren schon mal an dem Punkt....

Das ist sozusagen eine Krankheit der heutigen Zeit! Weil alles immer schneller und schneller gehen muss. Du hast im Prinzip mit deinem Haushalt und deinem Kind schon einen Full-time-job und gehst ja trotzdem noch voll arbeiten....also kein Wunder das die Batterie irgendwann mal leer ist....

Da hilft wirklich nur Ruhe...und Zeit zum Entspannen...vor allem mal Zeit für dich zum Durchatmen....

Nun kann ich leider nicht sehen, wie alt dein Kind ist....hast du nicht die Chance es mal bei Großeltern unterzubringen?
Damit du vielleicht mal ein Wochenende für dich hast?
Oder generell mal einen festen Tag in der Woche bei Oma einplanen, denn du brauchst echt mal Zeit für dich!
Das ist nicht egoistisch!!! Du brauchst das, damit du wieder zu Kräften kommst....für dein Kind!!!!

Du solltest dir wirklich Hilfe holen...von den Seiten die dir möglich erscheinen....kein Mensch kann das alles alleine bewältigen!!!

Also keine Angst, geh zum Arzt....sprich mit ihm!

Ich wünsche dir alles Liebe!!!
Kopf hoch#herzlich

Beitrag von chenonceau 08.08.07 - 10:04 Uhr

Hallo raumzauberin,

meine Eltern nehmen die Kleine schon, wenn ich beruflich unterwegs bin, was derzeit sehr oft ist. Deshalb geht es wenn ich daheim bin nicht, dass ich sie dann auch noch abgebe. Das heißt ich hab dann wiederum ein schlechtes Gewissen, dass ich mir für sie keine Zeit mehr nehme... Also bin ich dann auch voll da... Meine Kleine ist knapp 2 Jahre alt.

Ich bau mir innerlich so nen Druck auf, dass alles 100%ig sein muss. Im Beruf und daheim.

Ich werde auf alle Fälle zum Arzt gehen, da mich diese ständige Nervosität, gerade in Bezug auf die Arbeit und das Herzrasen etc. einfach nur mürbe macht.
Von meiner Freundin kann ich nichts erwarten. Sie ist der Ansicht, dass ich selbst schuld bin. Deshalb frage ich Euch eben...

Vielen Dank Dir.. Macht mir Mut mit dem Gang zum Doc.
LG

Beitrag von joulins 08.08.07 - 09:59 Uhr

Hallo Anne,

ich tippe auch auf Burn-Out. Wann hast du das letzte Mal Urlaub gemacht? Oder könnten deine Eltern dein Kind mal mit in den Urlaub nehmen?

Ich bin auch selbständig, habe zwei Kinder und einen Mann, der NIE einspringt, wenn mal ein Kind krank ist, weil er selbst totalen Streß hat und immer von 7 bis mindestens 20 Uhr aus dem Haus ist.

Mein großer Sohn (4,5 Jahre) ist jetzt in einer Ganztagsvorschule (8-16 Uhr), der Kleine (2,5 Jahre) im Kindergarten. Dennoch schaffe ich manchmal einen Auftrag nicht und es piept mich an, IMMER um 15.30 wie eine Irre aus dem Büro losrennen zu müssen, um die Kinder abzuholen. Und dann muß ich sofort "umschalten" auf Kinder, deren Bedürfnisse, den Einkauf (mein Mann fährt nicht Auto, muß ich alles allein machen, mit den Kindern dabei), dann Haushalt, Abendessen, Kinder-ins-Bett, wieder Haushalt - ehe ich weiterarbeiten kann, ist es oft 22 oder 23 Uhr. Da bin ich auch manchmal wie gerädert, denn am nächsten Tag geht es um 6 Uhr wieder von vorn los. Ich habe hier keine Großeltern vor Ort, andere Notfallmöglichkeiten gibt es kaum, bzw. ich nehme es ungern in Anspruch, wenn es "nur" wegen der Arbeit ist.

Mich streßt es ENORM, wenn ich morgens schon merke, daß eines der Kinder kränkelt, und ein ganzer Arbeitstag für mich ausfällt. Gottseidank sie beide wirklich selten krank, und sie können ja auch nichts dafür. Der Große (4,5 Jahre) ist auch schon soweit, daß ich trotz Kind im Haus auch mal 2 Stunden arbeiten kann, er baut dann mit Legos oder darf ausnahmsweise mal fernsehen, das findet er klasse (fernsehen dürfen meine Kinder sonst nicht).

Du schreibst ja, daß eine Kollegin dein Gespräch übernommen hat. Also bist du zumindest nicht allein im Büro, und jemand anders kann für dich einspringen. Ich bin momentan ganz allein und es wird wohl noch eine Weile so bleiben, denn meine "Kollegin" hat vor ein paar Tagen ein Baby bekommen ... ich muß hier momentan alles allein managen. Aber es gibt auch manchmal ruhigere Tage, wo man mal ins Internet kann (wie jetzt #schein), und dazu kommt, Rechnungen zu schreiben, etc.

Dennoch, manchmal wäre ich auch gern angestellt und könnte in Ruhe "Kind-krank" abfeiern ... So arbeite ich oft nachts, wenn ein Auftrag am nächsten Tag in jedem Fall raus muß.

Du bist also nicht ganz allein! #liebdrueck

Dennoch, sollten die Panikattacken usw. anhalten, dann mußt du zum Fachmann (Neurologe, Psychiater), das ist in jedem Fall erstzunehmen. Auch Magenverstimmungen, Kopfschmerzen etc. solltest du nicht auf die leichte Schulter nehmen. Dein vegetatives Nervensystem will dir damit was sagen!

Ich weiß, wie schwer es ist, aus der Falle rauszukommen. Ich habe es bis jetzt auch nicht geschafft, und fahre immer am Limit meiner Kräfte. Mein Rat wäre, daß du dir eine "Rückfallebene" organisierst - vielleicht eine fitte Rentnerin, die dein Kind auch mal im Notfall übernimmt (Leihgroßmutter?), oder andere Kindergarteneltern (du schreibst ja nicht, wie alt dein Kind ist), die einen einem Tag der Woche regelmäßig dein Kind mitnehmen, damit du mal einen Abend "open end" im Büro hast?

Alle Gute wünsche ich dir jedenfalls, viel Kraft und Nerven wie Drahtseile!

Gruß von Joulins #klee