ständig schlechte Laune, wie geht ihr damit um?

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von andreah 07.08.07 - 19:50 Uhr

Hallo

meine Tochter wird bald 10 Jahre alt. Ich schätze, die Pupertät läßt nicht mehr lange auf sich warten.

Seit Ferien sind, ist meine Große oft schlecht gelaunt und lustlos. Dabei hat sie ein super Zeugnis, kommt aufs Gymnasium (eigener Wunsch), hat ein eigenes neues Zimmer bekommen (vorher hat sie es mit Schwester teilen müssen). Sie ist auch sehr froh endlich ein eigenes Zimmer zu haben, aber es ärgert mich, wenn ich seh, wie lustlos sie ihre Sachen umräumt und einräumt.
Vorhin wieder, ich sag ihr das muß noch gemacht werden, sie fängt an... 10 Min. später sitzt sie vorm Fernseher. Da ist mir doch fast der Kragen geplatzt.
Mich ärgert das alles sehr. Ich will nicht alles alleine umräumen, ist doch ihres. Wenn ich sie wäre, möchte ich meine Sachen doch lieber selber aufräumen, oder nicht? Ich helfe ihr aber etwas.
Ich verlange sicher nicht zuviel, aber ein bisschen mehr Begeisterung fände ich schon angebracht.
Wie würdet ihr auf so schlechte Laune reagieren, wenn man bedenkt, daß sie in die Pupertät kommen?
Bis jetzt war das Thema noch soooo weit weg!

Danke fürs lesen und antworten.
LG Andrea

Beitrag von chantal35_99 07.08.07 - 21:02 Uhr

Hallo Andrea, ich verstehe sehr gut, daß dich das ärgert. Du tust alles um sie glücklich zu machen und sie reagiert nicht. Du hast eine Erwartung an sie, die sie nicht erfüllt. Du gehst von dir aus. Du würdest so empfinden, wenn du das alles bekommen würdest. Aber sie reagiert anders. Warum das so ist, kann ich dir im Moment auch nicht sagen. Aber einen Grund hat sie, das ist sicher. Den weiß sie vielleicht auch nicht so genau, aber sie empfindet halt so. Hier kommt der Satz ins Spiel: Erwartungen werden grundsätzlich nicht erfüllt. Jeder hat ein anders Empfinden. Kinder sowieso. Wenn wir an unsere Kindheit zurückdenken, war das nicht anders. Nur wir hatten sehr viel klarere Regeln von unseren Eltern her, als unsere Kinder heute. Da liegt meiner Meinung nach das Problem. Ich habe auch früher immer gedacht, ich tue meinem Sohn (11 1/2 Jahre alt) etwas furchtbares an, wenn er mir helfen soll, oder wenn er sein Zimmer oder etwas anders aufräumen soll. Das ist ein falsches Denken. Kinder brauchen diese Aufgaben. Natürlich alles in Maßen. Es sind ja noch Kinder und keine Erwachsenen. Das muß immer bedacht sein.
Als ich meinen Sohn zum 1. Mal gebeten habe, die Spülmaschine auszuräumen, war er ca. 8. War meiner Meinung nach, viel zu spät, daß ich damit anfing. Aber es hat noch gereicht. Er sagte damals total unverständlich zu mir: IIIIch, das ist doch deine Arbeit. Und warum sagte er das? Weil ich es immer gemacht habe. Er kannte es nicht anders. Also sagte ich ihm, dass das ab jetzt seine Aufgabe ist, da er jetzt alt genug dafür ist. Seither macht er es. Glaube nicht, daß er es ohne zu murren tut. Aber er tut es immer, wenn ich es ihm sage. Und ob er rumschimpft oder nicht, ist mir glücklicherweise mittlerweilen egal. Das ist seine Aufgabe, er kann doch nicht meinen, daß er ein Leben lang bedient wird. Wie soll er später mal selbstständig werden, wenn man es ihm nicht Schritt für Schritt lernt. Was ich damit sagen will, ob er mault oder nicht, er muß es tun. Das ist die Regel. Tut er es nicht, egal ob es nun Zimmer aufräumen ist oder Spülmaschine usw., ( wenn es zumutbare Arbeiten sind) hat das einfach Konzequenzen.
Das Leben ist ein Geben und Nehmen. Wer immer nur nimmt, geht ziemlich schnell unter dabei. Das versuche ich meinem Sohn zu vermitteln. Wenn ich nehmen will, muß ich vorher geben. So einfach ist das. Uns Erwachsenen geht es doch nicht anders. Deine Tochter braucht gewisse Regeln, an die sie sich halten kann. Auch wenn sie die Arbeiten zuerst nicht machen will, wenn sie sie dann doch getan hat, wird sie zufriedener sein. Aber das heißt für dich: Wenn du Konsequenzen androhst, mußt du sie auch zu 100 % durchziehen, sonst bist du unglaubwürdig und sie nimmt dich nicht mehr ernst. Es müssen ja keine großartigen Konsequenzen sein.z.B. Räumst du dein Zimmer nicht auf, mach ich das oder das nicht für dich, oder schaust du heute abend deine Lieblingssendung nicht usw.. Du weißt am besten, wo du sie packen kannst. Ich hoffe, ich habe halbwegs verständlich geschrieben. Viel Erfolg- Gruß Bine#huepf

Beitrag von andreah 07.08.07 - 21:17 Uhr

Hallo Bine
Vielen Dank für deine Antwort. Stimmt schon alles, was du schreibst. Ich erwarte, und bin dann enttäuscht, weil sie nicht so reagiert.
Glücklicherweise hilft sie sonst schon im Haushalt mit, und ist auch eine ganz liebe.#freu
LG Andrea

Beitrag von sonne2601 07.08.07 - 22:41 Uhr

Huhu,

da möcht ich auch mal....
1. ich kenne das Problem allgemein, mein Großer ist gerade 11 geworden und macht auch nichts freiwillig...

aber ich denke, deine Tochter hat andere Probleme (nicht wirklich...)...
die Sommerferien vor einem Schulwechsel sind glaube ich ein denkbar schlechter Zeitpunkt, um vom Kind zu erwarten, sich ein schickes Zimmer einzurichten... sie muss sich doch gerade erstmal schon auf ihre neue Schule, neue Leute usw. vorbereiten, da st es sicherlich ein wenig zu viel verlangst, noch mehr für sich selbst zu tun, wenn man ja eh schon so mit sich selbst und evtl. Ängsten zu tun hat....

das war so mein Gedanke dazu, weil du ja geschrieben hast, dass sie sonst so ihren normalen Pflichten schon nachkommt (Haushalt helfen und so)....
wenn du den Platz (ihren alten) brauchst, geb ihr Kisten und sie soll ihre Sachen in die Kisten räumen. Die kann sie ja dann in ihrem neuen Zimmer lagern.... bis sie bereit ist selbst etwas an diesem Zustand zu ändern!
Nur ihr neuer Arbeitsbereich + Bett muss natürlich in Ordnung sein, damit sie in der neuen Schule nicht gleich Probleme bekommt... der Rest ist ihre eigene Freizeitbeschäftigung und die wird ihr schon irgendwann fehlen!
Ach so.... du hast geschrieben, sie war nach 10 Min. am fernsehen, obwohl sie räumen sollte... falls sie einen Fernseher & Co im Zimmer hat, würde ich das bis auf Weiteres entfernen - zumindest so lange, bis das Zimmer in ordentlichem Zustand ist....
wobei ich persönlich das aber für meinen Sohn niemals in Erwägung ziehen würde, einen Fernseher zur freien Verfügung ins Zimmer zu stellen..... das würde nix werden.


LG, #sonne Susanne (18. SSW - Baby Nr. 4)

Beitrag von sonne2601 07.08.07 - 22:44 Uhr

*gg* aber Sommerferien allgemein sind wohl ein schlechter Zeitpunkt zum Zimmer Aufräumen - meiner räumt sein Zimmer nun schon seit Ferienbeginn auf (wo?????) und die Ferien sind schon in knapp 2 Wochen um..... #schock .... und wir haben keinen Schulwechesel vor uns - den Wedhsel Grundschule - Gymnasium hatten wir letztes Jahr schon.

LG und gute Nerven #blume

#sonne

Beitrag von andreah 08.08.07 - 20:23 Uhr

Hallo

Danke für deine Antwort
Wir haben noch 4 Wochen Ferien, und meist schlechtes Wetter.
Fernseh hat sie keinen Eigenen.
Dafür hat sie heute von allein aufgeräumt#freu
Eigentlich ist alles nur halb so wild. Hab mich nur etwas aufgeregt, jetzt wieder abgeregt.

LG Andrea
noch schöne Ferien