Ü35 bewusste Entscheidung gegen NT-Screnning und Amniozentese?

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von fireflyer13 08.08.07 - 06:17 Uhr

Hallo,

ich bin 36 und nun in der 14. SSW. Nach langem Hin- und er haben wir uns gegen ein NT-Screnning entschieden und auch die Amniozentese wollen wir wegen der Risiken nicht machen lassen. Meine FA ist davon überzeugt, solche Untersuchungen machen zu lassen und negiert das Risiko nahezu. Ich hab aber schon ganz viel über falsche Ergebnisse und Schädigungen durch die Untersuchung gelesen.

Wer von Eucht hat sich denn auch bewußt gegen diese Untersuchungen entschieden und wie eht es Euch damit?

LG Silke

Beitrag von cinderella1603 08.08.07 - 06:31 Uhr

guten morgen silke......

ich bin jetzt mittlerweile auch 35. mein fa hat mir sämtliche untersuchungen erklärt, die ich machen lassen kann, aber nicht muss. ich habe bisher nur die nackenfaltenmessung machen lassen. alles okay. eine amniozentese kam für mich eh nicht in frage. ich lasse nur noch den diabetestest durchführen und das wars. alles andere verunsichert nur zu sehr.
wenn eine dringende indikation zur durchführung dieser tests vorliegen würde, würde mein arzt diese schon anraten und mehr als nur empfehlen. aber mein arzt ist auch der ansicht, dass zu viele tests und zu viele untersuchungen (bei vorliegen einer normalen und gut laufenden ss) nur noch mehr verunsichern. und von einer fruchtwasseruntersuchung hält er, außer bei dringendem verdacht!, eh nicht viel.
mein kleiner mann entwickelt sich prächtig, also warum soll ich mich mit zu vielen untersuchungen nur konfus machen lassen? ;-)

ich wünsche dir noch eine tolle unbeschwerte kugelzeit

lg, tanja (18 ssw)

Beitrag von juuschi 08.08.07 - 07:02 Uhr

Hallo Silke,

schwieriges Thema... meine FÄ hat von diesen Untersuchungen eher abgeraten (bin 33, es ist unser erstes Kind).

Für meinen Partner und mich war - unabhängig von den Risiken einer Fruchtwasseruntersuchung - klar, dass eine Abtreibung wg. Behinderung für uns nicht in Frage kommt. Die Frage ist meiner Ansicht daher eher, wie Ihr mit einem negativen Ergebnis bei einer Untersuchung umgehen würdet...

Wir haben allerdings in der 22./23. Wochen eine Feindiagnostik per Ultraschall machen lassen - da kann man völlig gefahrlos evtl. Auffälligkeiten feststellen, und bekommt nebenher ganz tolle Fotos ;-) (zahlt jedoch nicht in allen Fällen die KK).

Liebe Grüße und eine schöne restliche Schwangerschaft, Jule

Beitrag von ianneke 08.08.07 - 07:05 Uhr

Guten Morgen, Silke!
Ich bin 37 und wir haben uns auch ganz bewusst gegen all diese Untersuchungen entschieden. Mein FA hat mit mir zu Anfang der SS sowas wie eine Risikobeurteilung gemacht und außer meinem Alter konnten sämtliche Faktoren ausgeschlossen werden.

Mein FA ist auch der Meinung, dass diese ganzen Untersuchungen, neben den Risiken für's Kind, auch sehr verunsichern können, da viele Ergebnisse entweder falsch sind oder Wochen auf sich warten lassen, was dann auch wieder nur Stress bedeutet.

Das Risiko muss natürlich jeder für sich selbst eingehen, aber wenn ein Kind wirklich schwere Defekte oder Fehlbildungen hat, gibt es dafür auch im Rahmen der normalen Untersuchungen bzw. während des Schwangerschaftsverlaufs Anhaltspunkte, aufgrund derer man immer noch weitere Untersuchungen machen lassen könnte und die Grundlage für neue Entscheidungen wären.

Ein bisschen sollte man da sicher auch noch seinem Körper vertrauen! Wenn ich allerdings beispielsweise Blutungen in der Früh-SS gehabt hätte oder der hcg-Wert am Anfang der SS nur zögerlich angestiegen wäre oder irgend sowas in der Art, dann hätten wir wahrscheinlich anders entschieden.

Aber meine SS verlief wie nach Lehrbuch! Ich habe allerdings auch lange nachgedacht, ob diese Entscheidung wirklich richtig war. Seit ich meine Kleine aber regelmäßig spüre, sind die Sorgen wie weggeflogen. Und seit ich beim ersten CTG das erste Mal die Herztöne auch hören konnte, sind auch wirklich die letzten Zweifel beseitigt.

Aber wie gesagt, jeder muss das für sich selbst entscheiden. Und es gibt sicherlich eine Menge Leute, die einem unterstellen, man würde verantwortungslos handeln. Aber das sind dann auch oft die, die an anderen Stellen beichten, sie könnten nicht auf die letzten drei Zigaretten verzichten oder manchmal könnten sie dem Gusto auf ein Alster einfach nicht wiederstehen.... Jeder soll da erstmal vor seiner eigenen Haustür kehren! Ich muss diese Entscheidung mit meinem Gewissen vereinbaren können!

Alles Gute und noch eine schöne Kugelzeit!

Anneke mit #baby girl inside 35+4

Beitrag von suscha 08.08.07 - 07:27 Uhr

hallo liebe silke,

ich bin jetzt "schon" 40 bei meiner ersten ss und habe mich für nt und gegen fruchtwasseruntersuchung entschieden...

ich weiß immer ganz gerne womit ich zu rechnen habe, deshalb auch die entscheidung für nt. ich würde ein kind mit down-sysndrom nicht abtreiben, solange keine anderen schweren behinderungen hinzukommen... doch ich denke wissen ist immer besser als augen verschließen und hoffen... dann entstehen vielleicht erst recht ängste...

das risiko der fruchtwasseruntersuchung ist mir eindeutig zu hoch, und auch ich denke, dass später beim feinultraschall das wichtigste schon abgeklärt wird...

dass du diese frage einstellst, zeigt ja schon, dass du nicht 100% zu deiner entscheidung stehst und etwas verunsichert bist... vielleicht solltest du auch zumindest die nt machen, das kann ungemein beruhigen...

alles liebe für dich und dein baby
suscha +#ei (13 +3)

Beitrag von phoenix1970 08.08.07 - 07:38 Uhr

Hallo,

auch ich bin 36 und bei der Geburt unseres Babys 37! Wir haben uns für die Fruchtwasseruntersuchung entschieden und haben die auch machen lassen! Auch die Feindiagnostik haben wir machen lassen.

Grundsätzlich muss man entscheiden, was man macht, wenn eine Schädigung des Kindes vorliegt! Wenn man mit einer Behinderung leben kann bzw. damit klar kommt, so bin ich voll dafür sich gegen eine Fruchtwasseruntersuchung zu entscheiden. Die Technik gibt es mittlerweile und man kann sie nutzen oder nicht!

Bei uns war das nicht so klar aber ich wollte wissen was auf uns zukommt. Eine Gefahr für das Kind bestand bei der Untersuchung zu keinem Zeitpunkt! Das waren aber auch Profis, die nur sowas machen!

Was mich allerdings verwundert ist, dass Dein FA so drauf pocht, diese Untersuchung machen zu lassen. Er muss bei unserem Alter darauf hinweisen, dass wir zu einer Risikoschwangerschaft wegen Alter gehören und diese Untersuchung dann auch die Kasse zahlt. Aber man muss doch sagen, dass unser Alter doch mittlerweile mehr als normal ist! Wegen einem Jahr hin oder her ist das Risiko nicht so groß!

Macht Dein FA diese Untersuchungen selber????? Das würde dann zumindest erklären warum er so dafür ist!

Lass Dich nicht verunsichern, mach das, was Du für richtig hälst!

Lieber Gruß Angi

Beitrag von rumi 08.08.07 - 07:47 Uhr

Hallo!

Ich bin zwar erst 32 und werde mich wahrscheinlich auch dagegen entscheiden. Verstehe Deine Meinung und kann die Gründe nachvollziehen.

LG Rumi

Beitrag von exodia 08.08.07 - 08:10 Uhr

Hi Silke,
ich bin ebenfalls 36 und in der 11.SSW. Wir haben uns für die NFM entschieden und machen von diesem Ergebnis eine weitere Fruchtwasseruntersuchung abhängig.

Wir haben uns aber auch darauf geeinigt, dass wir kein Kind mit Handicap möchten.

Ich denke, dass muss jedes Paar für sich selber entscheiden.

Ich finde es genauso ok bewusst darauf zu verzichten. In beiden Fällen kann diese Entscheidung Folgen haben, die vorher durchdacht sein sollten.

Liebe Grüße
Andrea

Beitrag von kleinemaus74 08.08.07 - 08:38 Uhr

Bin zwar "erst" 33, habe aber auch nur den normalen ausführlichen US in der 22.Woche mit Organ usw. machen lassen.

Nackenfaltenunters. würde ich echt nicht machen, da ich schon sehr, sehr viel darüber gehört habe bzgl. negative Falschergebnisse. Und was nütz Dir eine Prozentzahl???

Nehme mein Kind auch so wie es kommt!!!

Beitrag von exodia 08.08.07 - 08:51 Uhr

Hallo kleinemaus,
ich habe auch schon vom Fein-US in der 22. Woche viel Negatives gehört...

Man hört überall Negatives, wenn man es denn will. Ich habe von der Praxis wo ich die NFM durchführen lasse, nur Positives gehört.

Fakt ist, dass die NFM, wenn sie professionell durchgeführt wird zu 90% eine sichere Aussage liefern kann. Mir persönlich reicht das, weil ein Restrisiko immer bleibt.

Gruß
und noch eine schöne Kugelzeit
Andrea

Beitrag von kruemel0308 08.08.07 - 08:54 Uhr

Guten Morgen, Silke.
Ich bin 36 und in der 9. Woche. Im Oktober werde ich 37.

Meine Frauenärztin hat mir die Untersuchungen auch empfohlen.
Mein Mann und ich haben entschieden, das wir das nicht wollen. Was wir noch überlegen is die Fein-Diagnostik. Da unterhalte ich mich bei der nächsten Vorsorge-Untersuchung nochmal m it meinem Dok. drüber.

Ich für meinen Teil, möchte nicht im zweiten Drittel der Schwangerschaft entscheiden, ob mein Baby leben oder sterben soll.

LG
Heike mit #ei inside (9.Ssw)

Beitrag von s_a_m 08.08.07 - 10:24 Uhr

Ich habe schon oft gelesen, dass Schwangere auch innerlich richtige Kämpfe ausgefochten haben, um zu einer Entscheidung gegen eine oder mehrere pränataldiagnostische Untersuchungen zu kommen. Da spielen viele Faktoren eine Rolle, z.B. die Meinung "Alle tun das", "Ich verpasse was, wenn ich es nicht machen lasse", "Ich bin eine Rabenmutter, weil ich mit ´nur` auf mein Bauchgefühl verlasse", "Meine Freundinnen haben es alle machen lassen", "Mein Arzt ist so überzeugt von der Untersuchung", "Wenn es doch schonmal angeboten wird, ist es komisch, es auszuschlagen" usw. Teils auch mit dem Partner werde da heftige Diskussionen geführt. Aber vielen Frauen geht es nach dieser nervenaufreibenden Zeit und dem auch innerlichen Hin- und Her ab dann wieder deutlich besser und sie sind innerlich ruhiger und können sich besser auf das Baby einlassen, wenn sie ihre Entscheidung endgültig getroffen haben: "So mach ist es und damit basta. Es ist mein Bauch, mein Kind, meine Entscheidung und ich stehe dazu."

„Wer hat auch NT Messung abgelehnt ??Und warum??“
http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&id=977737


Vielleicht ist das hier interessant zum Thema "fortgeschrittenes mütterliches Alter - Wahrscheinlichkeit für ein Kind mit Behinderung":

Keine vorgeburtliche Untersuchung ist in Deutschland für eine Schwangere verpflichtend, sie muss nichts machen, was sie nicht möchte und wovon sie nicht bereit ist, die möglichen Konsequenzen zu tragen. Egal wie alt sie ist und egal ob die behandelnde Ärztin / der behandelnde Arzt von dieser oder jender Untersuchung "überzeugt" ist ;-).

Zumindest noch haben werdende Eltern das Recht, selbst zu entscheiden, was sie für sinnvoll halten und was sie an Pränataldiagnostik machen lassen möchten und auch, was sie nicht in Anspruch nehmen wollen. Wenn eine Frau älter als 35 Jahre ist, haben Frauenärztinnen hierzulande die Pflicht, die werdende Mutter über die prinzipielle Möglichkeit der Inanspruchnahme der Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung) aufzuklären.

Wenn man es mal "böse" aber korrekt formuliert, liegt das im Grunde daran, dass ab diesem Alter die Wahrscheinlichkeit für eine Frau, ein Kind mit z.B. Down-Syndrom (Trisomie 21) zu erwarten, statistisch gesehen fast genauso hoch ist wie das mögliche Risiko, dass sie ihr Kind durch eine durch die Untersuchung ausgelöste Fehlgeburt verliert. Es ist in gewisser Weise ein Gegeneinanderrechnen von behinderten und fehlgeborenen Kindern.

Die Raten kommen ab dem Alter von 35 Jahren und steigend relativ bald in etwas auf das gleiche raus, sodass man sagen kann: Ab hier würde es sich statistisch gesehen eher "lohnen", das Risiko einer Fehlgeburt einzugehen, um zu gucken, ob das Kind behindert oder soweit man das sehen kann "normgerecht" ist, als bei niedrigerem mütterlichen Alter. Statistisch gesehen! Persönlich sieht das immer anders aus, denn man trägt ja keine unpersönliche Zahl in sich, sondern ein Baby, zu dem man eine persönliche Bindung hat ;-)

Hier lässt sich die Entwicklung ganz gut ablesen wenn man bedenkt, dass das Risiko einer durch die Fruchtwasserpunktion ausgelösten Fehlgeburt bislang durchschnittlich je nach Quelle mit 0,5 bis 2% beziffert wird und eine jüngere Studie Werte von 0% (wenn insbesondere keine vaginalen Blutungen vorliegen/vorlagen und es in früheren Schwangerschaften keine spontanen Fehlgeburten oder Schwangerschaftsabbrüche gab) bis etwa 3-4% angibt (wenn entsprechende Risikofaktoren vorliegen/vorlagen):

Die allgemeine Wahrscheinlichkeit für eine Frau im Alter von 25 Jahren mit einem Kind mit Down-Syndrom (Trisomie 21) schwanger zu werden, liegt bei weniger als 0,1 %, im Alter von 35 Jahren bei 0,3 % und im Alter von 40 Jahren bei 1 %. Die Wahrscheinlichkeit für andere Chromosomenbesonderheiten wie z.B. Trisomie 8, 9, 12, 13, 18, 20, X (siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Trisomie) ist deutlich geringer als die Wahrscheinlichkeit für ein Kind mit Down-Syndrom, denn die Trisomie 21 kommt weltweit am häufigsten vor (in Deutschland derzeit durchschnittlich 1x bei 500 bis 600 Geburten).


...und das es auch kein Weltuntergang ist, ein Kind mit Down-Syndrom anzunehmen, großzuziehen und einfach zu lieben, weil es in erster Linie "Kind" ist und nicht "Kind mit Down-Syndrom", zeigen ebenso eindrucksvoll wie ehrlich die unter diesem Link aufrufbaren Erfahrungsberichte:
http://www.regenbogenzeiten.de/LinksErfahrungsberichte.html

Liebe Grüße
Sabine