bin ich zu engstirnig oder steht die Ehe vor dem Aus?*lan*

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von liebersoheute 08.08.07 - 11:30 Uhr

Hallo,

ich hätte gerne mal eure Meinung gewusst:

Mein Mann und ich sind seit 9 Jahren ein Paar, 3 Jahre davon verheiratet. Wir haben einen 3jährigen Sohn.
Nun zu meinem Problem. Ich stehe momentan vor der großen Frage ob unsere Ehe noch zu kitten ist, weil ich gewisse Dinge meinem Mann einfach nicht verzeihen kann und einige Dinge in seinem Verhalten nicht tolleriere.

Ich muss ein bißchen weiter ausholen:
Mein Mann wusste schon immer, wie sehr ich mir einen Heiratsantrag von ihm gewünscht hätte, hab ich nie bekommen (kleineres Übel, kann ich drüber hinweg sehen).

Er hat mir unsere Hochzeit total verdorben, weil er sich schlimm mit seinem Schwager zerstritten hat während der Feier und sie sich sogar beinahe geprügelt hätten. Danach ist er für fast 2 Stunden einfach verschwunden und keiner wusste wo er war (vermutlich frust ablassen irgendwo...) und alle Gäste haben es mitbekommen. Stimmung und Feier waren hin.
Jede Braut / Frau kann sicher verstehen, wie schlimm das für mich gewesen ist. Das kann ich ihm bis heute nicht verzeihen, zumal der Streit vermeidbar gewesen wäre, und er ging von ihm aus (belastet mich psychisch immernoch so eine versaute Hochzeit gehabt zu haben, aber ich dachte ich könnte ihm das irgendwann verzeihen...).

3 Monate nach der Hochzeit war ich schwanger. Ich hab es ihm gesagt und ihm ein Ultraschall-Bild hingelegt und er sagt "ja und??" Er behauptet er hätte es nicht auf Anhieb direkt verstanden was ich ihm sagen wollte, ich sage, er ist einfach so arrogant. Ich hab dann gesagt "kannst dich ruhig freuen und mich umarmen....." (war ein absolutes Wunschkind von beiden). Er dann "ach sooo, ja natürlich Schatz. Schön" Aber ziemlich abgehackt alles.
Auch ein kleineres Übel, da will ich auch mal drüber hinwegsehen #schein

Er wusste immer, dass ich mir am ersten Tag nach der Geburt des Kindes zu Hause ein paar Ballons gewünscht hätte, oder zumindest irgendein kleines Willkommens-Geschenk (ist ja nicht wirklich viel verlangt). Wir kommen nach Hause nach der Entbindung: Wohnung sieht aus wie Sau, er schlecht gelaunt, nichts geschmückt, sagt er hätte noch was zu erledigen und verschwindet für über eine Stunde. Ich stehe da alleine mit dem Kleinen, begreif überhaupt nix, total entäuscht von seinem Verhalten etc. und kann nur noch heulen. Das kann ich auch bis heute nicht richtig verzeihen. So geht man doch nicht mit seiner Frau um, die gerade ein Kind bekommen hat und ihren ersten Tag nach Hause kommt #heul

Nun ist es so, dass er unsere Finanzen regelt. Ich habe zwar sehr viele Freiheiten (kann raus wann immer ich will, gehe abends öfter weg während er babysittet, muss nichts fragen, kann Geld holen wann und soviel ich will. Da schränkt er mich in wirklich nichts ein - das rechne ich ihm hoch an). Aber er spart und spart und spart. Spricht ja auch nichts dagegen. Finde ich super. Aber wenn wir mal paar Monate haben, wo es echt eng ist, und wir auch schon mal ins Minus gehen, dann nimmt er ums Verrecken kein Geld mal vom Sparbuch und zahlt es auf´s Konto ein. Lieber gehen wir dann im Verlaufe der Monate wieder ins Minus - aber hauptsache 20.000 Euro auf der Kante #augen - ok, Ansichtsache. Wir haben zwei Autos (beide bar bezahlt), aber eines davon ist völlig überflüssig, weil er mit dem Motorrad nur unterwegs ist. Wobei wir schon beim nächsten wären. Motorrad kostet ja auch Geld. So haben wir also alle paar Monate Steuern und Versicherungen die ein riesen Loch ins Konto reißen, weil sein heiliges Auto eigentlich nur Deko ist und nur für Urlaubsfahrten 2x im Jahr genutzt wird. Ich begreif es einfach nicht!!! :-[ Ich kriege ihn auch nicht überzeugt mein Auto zu verkaufen und seins zu nutzen, weil sein Auto ist ja heilig und wenn da was dran kommt!!! #augen

Also eigentlich ist Geld unser Hauptstreitthema. Und dann kann er sehr schlecht Gefühle zeigen, ist kaum zärtlich, eine Wucht im Bett ist er auch nicht wirklich (könnte ich drüber stehen wenn diese ganzen anderen Dinge nicht wären). Er blamiert mich mit seiner Art oft bei Freunden. Schnautzt mich schonmal an vor anderen. Dann haben wir momentan das Thema dass meine ganze Familie in unser Heimatland zurückgezogen ist. Nun ist meine Sehnsucht groß auch wieder zurückzugehen, weil wir hier nun keinen mehr haben. Auch mein Mann hat bedingt durch den Streit auf der Hochzeit keinen Kontakt mehr zu seiner Familie (Eltern sind beide tot). Er hat zwar einen festen Job, aber ich nicht wirklich. Es ist alles sehr unsicher bei mir, ständige Umstrukturierungen in der Firma, kein Festvertrag. Hab ihm angeboten zu meiner Familie zu ziehen nach Frankreich, aber das möchte er nicht. Er hätte sehr gute Möglichkeiten in seinem Job eine Anstellung zu finden, und ich auch bessere als hier. Aber das will er nicht, weil er die Sprache nicht spricht und "wir hier sicher sind". Da gehen unsere Meinungen auseinander aber egal. Jedenfalls belasten all diese Dinge unsere Ehe momentan sehr. Die Dinge die ich ihm nicht verzeihen kann, meine Sehnsucht nach meiner Familie, seine bestimmende Art.... Ich tue wirklich sehr viel für ihn. Er muss im Haushalt nichts tun etc.. Von ihm kommt aber nie mal eine Aufmerksamkeit, eine nette Geste. Tut sich schwer mir Geschenke zu machen an Feiertagen wie Geburtstag etc., weil er sich nicht ernsthaft darum kümmert. Letztes Jahr hatten wir auch schon wegen dieser Dinge eine schwere Krise wo dann auch ein anderer Mann eine Rolle spielte. Ich habe die Geschichte schnell wieder abgebrochen und es nicht weiter kommen lassen, weil ich meinem MAnn und mir noch eine Chance geben wollte. Mein Mann hat sich dann ein paar Monate um mich bemüht und ich dachte, jetzt kann ich ihm verzeihen und neu beginnen. Aber seit Anfang des Jahres zeigt er die gleichen Muster wie vorher auch und sogar schlimmer.

Nun frage ich mich, sehe ich alles zu engstirnig oder ist mein Gedanke an eine Trennung berechtigt? Ich weiß nicht ob ich so mit ihm ein Leben lang verbringen möchte, bzw. kann. Vielleicht könnt ihr mir auch sagen, wie ich es schaffen kann die Dinge die er getan hat, zu verzeihen. Ich möchte es ja gerne, aber ich schaff es einfach nicht. #schmoll

Vielen Dank für ernstgemeinte Kommentare.

viele Grüße
Ela

Beitrag von frejas.sal 08.08.07 - 11:40 Uhr

Hallo Ela,

es klingt, als wärst du ihm eigentlich nicht wirklich wichtig - als wäre es für ihn ganz angenehm, daß du da bist, daß da jemand ist, daß er nicht alleine ist und seinen Haushalt alleine machen muß - aber Liebe sieht anders aus.

Kannst du mit ihm reden? Läßt er sich auf dich ein? Nimmt er dich ernst? Hättest du eine Chance, etwas auf Dauer zu ändern bei ihm?

Wenn nicht, kannst du entweder akzeptieren, daß er dich vollkommen vernachlässigt, weil du ihm im Grunde egal bist, oder du gehst und findest mit Glück jemand, dem du nicht egal bist.

Ich habe es auch geschafft. #herzlich

Ich wünsche dir viel Glück #klee

Beitrag von haebia 08.08.07 - 11:45 Uhr

Hallo Ela,

dein Mann erinnert mich ein bisschen an meinen.
Zu sehr hole ich jetzt nicht aus, weil ich gerade wenig Zeit habe.

Also ich finde es aber nicht engstirnig, wenn du an Trennung denkst. Daran denke ich auch immer wieder.
Nur bei einem Punkt ist es bei uns anders: er gibt viel Geld aus und schaut nicht. Geld, das wir aber nicht haben.
Und er verbringt mehr Zeit am PC als mit uns.

Ich spiele in Gedanken immer wieder die Trennung durch, aber so ganz raffe ich mich nicht auf. Dann kommen wieder so Gedanken wie "alles doch nicht so schlim, es gibt Männer, die rauchen, saufen, gehen fremd, schlagen etc.". So ist er ja nicht.

Es ist schwierig.

Aber ich finde, wenn es dir nicht gut geht so, dann trenne dich. Kann man nur so leicht sagen, ich selber beherzige es bisher ja auch nicht.

Wichtig ist ja auch, dass du dich wohl fühlst.
Und die wichtigste Frage: Liebst du ihn noch?

Gruß,
Bianca

P. S. Kannst mir ja über VK mailen.

Beitrag von liebersoheute 08.08.07 - 12:32 Uhr

ja genau so geht es mir eben auch. Ich denke manchmal "wenn der richtige Zeitpunkt zum Trennen gekommen ist, dann wirst du es merken und bereit dazu sein". Aber soweit bin ich einfach noch nicht. Er hat natürlich auch viele Gute Seiten. Er ist ein wundervoller Vater und wie gesagt, lässt mir alle Freiheiten die ich will, unterstützt mich in allem was ich tue. Aber einfach diese Dinge, die passiert sind....
ich habe einfach Schiss, dass ich mich trenne und dann denke "sch... jetzt haste den Salat. Eigentlich wolltest das gar nicht." Weil ich leider auch manchmal den Hang dazu haben zu überstürzt zu reagieren ohne Rücksicht auf die Folgen....

ich wünsche uns, dass wir irgendwann den richten Weg finden :-)

#liebdrueck
Ela

Beitrag von jamey 08.08.07 - 11:49 Uhr

schwierig.dein mann hat reichlich seltsame verhaltensmuster...für mich wars nix. er scheint sehr...naja..egoistisch, ein ich-mensch, etwas gefühlskalt. wage die vorsichtige behauptung, dass es auf kurz oder lang zur trennung kommt. das du mit ihm nicht glücklich bist zeigt ja auch die tatsache, dass ein anderer mann es geschafft hat sich dazwischen zu mogeln.

was mich wundert - bitte fühl dich nicht angegriffen - solche verhaltensmuster kommen doch nicht von heute auf morgen. die waren doch mehr oder minder schon immer / länger vorhanden. warum heiratet man dann? was vor der hochzeit nicht ist wird auch danach nicht werden - mal von den positiven dingen ausgehend. eher andersherum wird ein schuh draus. was vorher halbwegs lief, läuft mglw. irgendwann nicht mehr.

man kann dir zu nix raten, wenn du bist jetzt nicht verzeihen oder vergessen konntest, dann wird das sicher auch nix mehr! es wird immer mal wieder phasen geben, in denen sich dein mann mühe gibt, auf kurz oder lang wird er seine muster aber beibehalten und ausbauen.

du hörst dich sehr unglücklich an, klärende und wirkungsvolle gespräche gibt es nicht...tja...

da ist tatsächlich zu überlegen, sich zu trennen. sicher nicht schön wenn eine ehe zu bruch geht, aber auch nicht aussergewöhnlich. nicht umsonst sagt man doch: lieber ein ende mit schrecken als....

denke, bei euch würde es sich zu einem schrecken ohne ende auswachsen. willst du das? bedenke auch, der kinder zuliebe sollte man nicht mit einem partner zusammenbleiben, die kids spüren ohnehin wenn was nicht stimmt und leiden mit. ferner wirst du nicht jünger. warum willst du deine besten jahre unglücklich verbringen?!

das sind meine gedanken dazu, andere denken bestimmt anders. raten kann man dir nicht, du musst es entscheiden. hast du dich mal deinen eltern anvertraut? so komisch wie es klingen mag, aber die haben erfahrung, haben schon die ein oder andere krise gemeistert und können dir zur seite stehen, auch und vor allem dann, wenn du dich trennen solltest

#herzlich

jana

Beitrag von liebersoheute 08.08.07 - 12:36 Uhr

du hast recht, einige Verhaltensmuster hatte er schon vorher, aber durch diesen anderen Mann stören sie mich jetzt einfach noch mehr als vorher, und da waren wir schon verheiratet. Sie waren auch vor der Hochzeit längst nicht so ausgeprägt wie heute. Ich glaube das hat sich alles mit der Zeit entwickelt. Und um ganz ehrlich zu sein, vor der Hochzeit war er in manchen Dingen sogar noch schlimmer.

Warum ich ihn trotzdem geheiratet habe? Ich will nicht sagen, weil ich dumm war, ich habe ihn damals sehr sehr geliebt und die Dinge die ich ihm nicht verzeihen kann begannen erst auf der Hochzeitsfeier, da war es schon "zu spät" würde ich sagen ;-) . Druck von der Familie, Blindheit teilweise. Keine Entschuldigungen ich weiß, aber ich war´s selber Schuld, eindeutig. Davon spreche ich mich auch nicht frei. Und jetzt hab ich den Salat und weiß nicht wie es weitergehen soll.

#liebdrueck
Ela

Beitrag von susi345 09.08.07 - 20:16 Uhr

Dein Gedanke an eine Trennung ist aber sowas von BERECHTIGT!!!