...die Trennung steht kurz bevor und ich bin nur noch traurig...

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Forum: Trennung

Sorgerecht, Umgangsrecht, Unterhaltszahlung ... ? Wenn sich ein Paar zu einer Trennung entschließt, ergeben sich für jedes Elternteil ganz neue Fragen an die eigene Lebensplanung.

Beitrag von goingcrazy 08.08.07 - 13:54 Uhr

Meine Lieben

Ich lese hier schon eine ganze Weile mit und brauche jetzt auch ein wenig Unterstützung. Ich bin sehr traurig und fühle mich momentan sehr sehr schlecht. Bin seit 7 Jahren mit meinem Partner zusammen und seit 3 Jahren verheiratet. Ca. ein halbes Jahr nach unserer Hochzeit habe ich gemerkt, wie er sich immer mehr von mir entfernt. Wir hatten dann gut zwei Jahre überhaupt keinen Sex mehr - ich habe immer wieder gefragt was das Problem ist und nie eine Antwort bekommen. Immer nur ausweichende Rückmeldungen: es ist nicht Deine Schuld, ich kann momentan nicht....

Silvester 2006/2007 haben wir mit seinen Eltern gefeiert und ich habe mich wieder mal dazu beitreten lassen - obwohl ich wirklich grosse Probleme mit seiner Mutter hatte. Mitten am Abend meint sie dann zu mir: es sei kein Wunder, dass mich mein Mann nicht mehr anfassen würde - so wie ich aussehe. Zugegeben, ich habe in den letzten 2 Jahren gut 10 kg. zugenommen. Ist sicherlich auch mein Fehler. Habe mich aber nicht gehen lassen und versucht so gut es geht auf mein Äusseres zu achten.

Solche Seitenhiebe habe ich von ihr des Öfteren zu hören bekommen, aber so schlimm war es noch nie. Vor allem nicht in aller Öffentlichkeit. Ich habe mich so geschämt.

An dem Abend habe ich entschieden etwas zu ändern. Seit dem 3.1. gehe ich 3x die Woche ins Fintess und achte sehr auf meine Ernährung. Ich koche alles Essen zu Hause mit sehr viel frischem Gemüse und super gesunden Zutaten für meinen Mann und mich und habe seitdem 15 kg abgenommen. Ich habe wieder eine richtig gute Figur und alles ist sehr straff. Ich habe auch noch mehr Lust auf Sex und meine Libido hat noch mehr zugenommen. Inzwischen findet mich mein Mann wieder attraktiv und hat vor einigen Wochen versucht mit mir zu schlafen.

Alles in mir hat sich gesträubt und es hat nicht geklappt. Ich kann mit ihm nicht mehr intim werden. Es hört sich schrecklich an und ich fühle mich grässlich deswegen. Ich weiss, dass ihn das sehr verletzt und nun hat er begonnen, mich unter Druck zu setzen - so nach dem Motto: Es ist Deine Pflicht. Aber wie sieht es umgekehrt aus? Wäre es dann nicht auch seine Pflicht gewesen oder ist es Grund genug zu sagen: Du warst zu dick und ich fand Dich hässlich?

Ich wünschte mir sehr, ich hätte so viel Selbstvertrauen, wie viele die hier posten und könnte ihm klar und deutlich sagen, wie weh er mir getan hat. Inzwischen spüre ich einfach, dass ich ihn nicht mehr liebe und ich habe mich emotional stark zurück gezogen. Ich möchte mich von ihm trennen, aber bis anhin fehlt mir einfach der Mut dazu. Gott, wie schwach ich doch bin.

Was würdet Ihr mir raten, oder übertreibe ich es total? Vielen lieben Dank an Euch alle.

Eure M

Beitrag von cinderella2008 08.08.07 - 14:24 Uhr

Nein, M, Du übertreibst nicht.

Das ist nicht zu fassen. Der Mann rührt, Dich jahrelang nicht an, weil Du zugenommen hast und macht Dir jetzt - nachdem Du wieder so aussiehst, wie es ihm genehm ist - Vorwürfe, dass Du jetzt nicht mehr mit ihm intim sein kannst.

Ich denke, durch die Verletzungen der letzten Jahre, die er Dir zugefügt hat, hast Du eine Blockade.

Meiner Meinung nach liebt Dein Mann Dich nicht wirklich. Dann wäre es ihm nämlich sch**** -egal gewesen, ob Du 10 kg mehr oder weniger drauf hast. Jedenfalls hätte er sich aus diesem Grund nicht von Dir zurückgezogen.

Bevor alles noch schlimmer wird, fass Mut und trenne Dich von ihm. Das hört sich jetzt sehr hart an. Ich weiß auch, dass in so einem Moment ein riesiger Berg vor einem liegt, den man glaubt, nicht bewältigen zu können. Aber man kann!!!

Ich bin auch von meinem Mann getrennt, inzwischen geschieden. Er hat mich verlassen. Die Gründe lagen nicht in meinem Gewicht, aber im weitesten Sinn bestehen doch Ähnlichkeiten. Bei der Trennung habe ich sehr gelitten. Aber heute, nachdem ich alles verdaut habe, geht es mir wieder gut, besser als mit ihm. Das einzige Ärgernis für mich ist, dass nicht ICH es war, die IHN verlassen hat. Leider hat mir dafür auch das Selbstvertrauen gefehlt.

Ich wünsche Dir alles Gute!#liebdrueck

Beitrag von goingcrazy 08.08.07 - 15:20 Uhr

Liebe Cinderella

Vielen Dank für Deine Antwort. Es ist eine grosse Beruhigung zu lesen, dass man nicht vollkommen verrückt ist. Ach Gott, ich weiss nicht, weshalb es so kommen musste. Bevor ich ihn kennenlernte war ich so fröhlich und aufgestellt und jetzt bin ich nur noch ein Nervenbündel. Versteh mich bitte nicht falsch, ich weiss, dass ich unzählige Fehler gemacht habe. Habe mich zu wenig abgegrenzt, zu wenige nein gesagt, zugelassen, dass diese schreckliche Frau in meinem Leben rumgewühlt hat und vor allem mich immer runtergemacht hat. Ich weiss nicht wie oft ich geweint habe, nachdem wieder so eine Attacke kam. Meisten bin ich nur auf Unverständnis gestossen. Ich kann das ja sogar noch irgendwie verstehen - wenn man mit so einem schrecklichen Mensch aufgewachsen ist und nie was anderes erlebt hat, dann ist das für einen "normal".

Auf jeden Fall versuche ich mir jetzt mal feste einzureden, dass ich es schaffen werde ihn zu verlassen, dass ich wieder auf eigenen Füssen stehen werde und meiner Zukunft wieder in die Hand nehmen werde.

Vielen Dank nochmals für Deine Worte - sie haben mir sehr gut getan.

Liebe Grüsse
M

Beitrag von mili21 08.08.07 - 16:42 Uhr

Liebe M!
Ich denke auch, Dein Mann hat Dich zu sehr verletzt, das läßt sich so einfach nicht reparieren…wenn man jemanden wirklich liebt, ist es shitegal welches Gewicht derjenige hat. Man findet ja nicht nur den Körper anziehend.
Ich würde ihm das knallhart vor den Kopf knallen, dass er Dir in den letzten 2 Jahren gezeigt hat, was er für ein oberflächliches A…ist und er Dich deswegen gar nicht mehr anzieht. Basta! Such Dir jemanden, der dich wirklich liebt und verschwende nicht mehr Deine Zeit! Und von dieser Schwiegermutter würde ich mich sowieso fernhalten, gibts doch wohl nicht! Aber wie heißt es doch so schön? »Der Apfel fällt nicht weit vom Baum«
Alles Liebe und geh Deinen Weg!!
Mili

Beitrag von kitti27 09.08.07 - 07:28 Uhr

Oje Süsse,

fast genauso was habe ich auch m it gemacht! Ich wollte es aber nie sehen, dass er nicht mehr mit mir schlafen will, weil er mich nicht mehr liebt, bzw weil ich zugenommen hatte!
Parallel schaute er sich aber dann ständig nackte Weiber per PC oder Fernseh an, um seine Geilheit zu befriedigen!
Das hat mich so sehr verletzt!!!!!!!!!!!!!
Mittlerweile hab ich 12 kg abgenommen, ( wiege 67 kg bei 1,74 cm Grösse ) bin also nie wirklich dick gewesen!

UND mittlerweile lebe ich ja getrennt, wo ich froh drüber bin!
So Männer, die nicht mehr mit einem schlafen wollen, weil man entweder zu dick ist oder sie einen nicht mehr richtig lieben, die kann man doch zum Teufel scheren! Das ist nichts!

Und ich kann Dich vollkommen verstehen, wenn Du sagst, Deine Gefühle sind abgeklungen oder weg! Vööllig normal!

Leb Dein Leben, mit irgendwann einem netteren Mann!

lg
Kitti

Beitrag von goingcrazy 09.08.07 - 09:18 Uhr

Liebe Kitti

Vielen Dank für Deine Zeilen. Es tut so gut das zu lesen. Ich habe mich so lange dafür geschämt und die Schuld immer nur bei mir selber gesucht. Bis zuletzt habe ich mich kaum noch in Kleiderläden getraut - immer die Angst vor Augen, dass ich womöglich nirgends reinpassen könnte. Die verbalen Attacken von ihm und seiner Mutter waren einfach allgegenwärtig und rückblickend kann ich nicht verstehen, weshalb ich mich nicht gewehrt habe. Wahrscheinlich hat man einen Menschen irgendwann so klein, dass er sich nicht mehr wehren kann. Auf jeden Fall habe ich mich entschlossen ihn zu verlassen - ich habe noch nicht die Kraft das heute oder morgen zu machen, habe mir aber geschworen, dass ich bis Ende September weg bin. So kann es nicht weitergehen.

Ich bin so unglaublich traurig und irgendwie auch wütend. Nicht nur auf ihn - denn wenn man mit so einem Menschen aufwächst, dann nimmt man das selbstverständlich auch an. Seine Mutter ist die frustierteste und unglücklichste Frau auf dieser Welt und braucht dafür immer wieder mal ein Ventil. Ich habe diese Aufgabe nun 7 Jahre wahrgenommen und habe als psychischer Mülleimer fungieren dürfen. Ich habe in den 7 Jahren nicht nur den Respekt vor meinem Mann sondern vor seiner gesamten Familie verloren.

Eure Antworten haben mir aber sehr viel Kraft gegeben. Ich weiss, dass es noch einmal ein grosser Kraftakt sein wird, bis ich den Absprung tatsächlich geschafft habe und ich weiss jetzt schon, dass er es unter anderem auch mit der Mitleidstour versuchen wird. Aber ich werde mich darauf vorbereiten und versuchen nicht weich zu werden.

Vielen herzlichen Dank Euch allen. Wie habt Ihr denn den Absprung geschafft?

Liebe Grüsse
Eure M

Beitrag von kitti27 09.08.07 - 18:23 Uhr

also ich hätte den Absprung wahrscheinl. immer noch nicht gewagt, wenn ihn mein Mann mir nicht abgenommen hätte. wo ich soooooooo froh drum bin! Er hat im Endefekt zuerst alles beendet, nach einem riesen Streit! Und als er dann merkte, ups die meint es auch ernst mit ner Trennung, wurde er etwas kleiner, und hat auf Mitleid getan! ABER, da war ich stark genug um es endgültig durch zu ziehen! Und ich danke dem lieben Gott dafür, dass es so gekommen ist! Ist es das BEste, was mir in meinen jungen Jahren jetzt passieren konnte!

Wenn Du es machst, dann lass Dich nicht einlullen, dann zieh es auch wirklich durch!

Was willst Du mit dem Kerl? Ein KErl, der nur mit Dir schläftr, wenn Du abnimmst? HALLO? Bitte werd wach! Ich weiss, ich hab auch viel zu lange dafür gebraucht, um es zu checken! Aber WIR sind nicht die Schuldigen, nein, dass sind die Kerle!
Ich war auch so klein, dass ich mir alle Schuld eingeredet habe!

Mir haben zum Glück wahsninnig tolle Freunde, immer wieder das Gegenteil gesagt! Und sie haben Recht!

Viel Glück, und viel Kraft dafür und für Deine Zukunft!

Alles Liebe

Beitrag von alpenbaby711 09.08.07 - 13:00 Uhr

Also ich hab seit ich vor 10.5 Jahren meinen jetzigen Mann kennenlernte auch zugenommen. Doch das zählt für ihn nicht sondern die Gefühle. Das dein Mann dich nach dem Gewicht beurteilt finde ich enttäuschend für ihn, wirklich!!! Vor allem sind 10 kg da noch nicht mal viel.
Abgesehen davon finde ich es einen Hammer für diese Flasche ( sorry aber is so) das er mit dir nicht redet aber mit seiner Mama über euer Sexleben. Der hat se doch nicht mehr alle. Biste sich das das noch -Gefühle sind die euch zusammen halten????

Ela

Beitrag von super_mama 09.08.07 - 19:36 Uhr

War bei un snicht viel anders, habe in der Schwangerschaft so viel zugenommen (Gestose - war nicht mal meine Schuld) und die gingen einfach nicht runter, egal was ich tat ... Sex wollte er schon ab und an, abe rich schämte mich - auch blöd, aber naja.
Vor kurzem bekam ich raus das er ein Verhältnis hat ... in der Zwischenzeit, vom 1. Verdacht bis jetzt, nahm ich (in einem Monat) fast 20 kg ab ... konnte nicht essen, übergab mich pausenlos allein vom Geruch ... das es wirklich so ist wie befürchtet fan dich erst vor wenigen Tagen / Wochen raus, in der Zeit dazwischen hatten wir den besten Sex überhaupt und den habe ich auch genossen - auch wenn der Gedanke doch recht eklig ist im nachhinein.
Ich weiß das ich ihn noch liebe #heul, auch wenn er jetzt unseren Sohn und mich total im stich gelassen hat, also anders als bei dir ... aber wenn du wirklich weißt das du gehen willst weil du ihn nicht mehr liebst, dann geh. Lass di rnicht länger weh tun und zieh für dich den Schlußstrich. ... ich wünschte das ich das auch könnte #schmoll.

#liebdrueck

Beitrag von goingcrazy 10.08.07 - 13:50 Uhr

Vielen Dank nochmals. Ich bin Euch allen sehr dankbar. Es macht es für mich Schritt für Schritt einfacher. Ich bin einfach immer noch mit ihm verbunden - ich fühle diese Bindung auch nachwievor. Es ist nicht mehr Liebe aber es ist ein Verantwortungsgefühl. Ich habe ehrlich gesagt auch etwas Angst um ihn. Ich weiss, dass diese gestörte Beziehung mit seiner Mutter wahrscheinlich sein Leben zerstört. Das tut mir unendlich leid. Im Grunde seines Wesens ist er ein sehr liebenswerter Mensch. Ich weiss nicht, weshalb das Gewicht so ein Problem für ihn war denn auch er hat zugenommen. Nicht soviel wie ich, aber hat doch ein Bäuchlein bekommen, aber mir wäre nie in den Sinn gekommen, ihn deswegen zurückzustossen. Ich bin wahrscheinlich im Innersten sehr von ihm enttäuscht. In einer Ehe sind meiner Meinung nach Liebe und Zuneigung, Vertrauen und Einfühlungsvermögen wichtiger, als die äusserliche Erscheinung. Wo soll man sich denn sont mal fallen lassen, wenn nicht in der Ehe. Wenn man aber den Partner abstossen findet - wie soll denn dieses Vertrauen überhaupt aufkommen. Es ist einfach nur schrecklich und ich bin so tief traurig für ihn. Im Grunde seines Herzens hat er ein riesiges Verlangen nach Harmonie. Aber ich kann ihm die nicht mehr geben.

Heute Morgen habe ich mir überlegt, dass ich den 22.9. als das Enddatum nehme. Bis dahin muss es passiert sein. Wahrscheinlich muss ich mich einfach ein wenig unter Druck setzen, damit ich es auch wirklich durchziehen kann. Ich möchte bis zum 22.9. weg sein und habe mir jetzt vorgenommen, jeden Tag an mein neues Leben zu denken und was ich dann alles machen werde.

Ich hasse mich manchmal wirklich für meine Schwäche. Weshalb bin ich nur so.

Ich danke Euch aber allen sehr für Eure aufbauenden Worte und werde mir vieles ganz fest zu Herzen nehmen.

Liebe Grüsse
Eure M