Private Krankenver. oder freiwillig gesetzl.?

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von prydev8 08.08.07 - 20:22 Uhr

Hallo Ihr lieben.

Im November bin ich selbständig und bis dahin muss eine Entscheidung her.
Ich weiss nicht was ich machen soll? Frage s.o.!
Ich war schonmal selbständig und da freiwillig gesetzlich bei der IKK vesichert. Da hab ich dann 248.- € im Monat bezahlt + sämtliche Paxisgebühren. Das ist viel Geld für wenig Leistung.
Nun ist es so, dass ich keine Krankheiten habe. Allerdings ist die Familienplanung evtl noch nicht vorbei. Was wäre, wenn ich schwanger wäre? Wer zahlt dann die Kosten der Entbindung und der Untersuchungen davor?
Soll ich doch lieber in der gesetzlichen bleiben?
Ist jemand von Euch privat vers. und hat ein Kind bekommen?
So viele Fragen, schreibt mir einfach Eure Meinungen und Erfahrungen.

Danke ganz doll

Beitrag von teufelchen454593 08.08.07 - 20:33 Uhr

Hallo,

also das ist absolut abhängig davon, wie viel Du verdienen wirst. Bei meinem Mann z.B. wäre die gesetzliche 4 x so teuer als die private, obwohl unser Kind extra gezahlt werden muss.... lass Dir doch mal verschiedene Angebot mit gleichen Leistungen machen!

LG Andrea

Beitrag von pete1323 09.08.07 - 12:08 Uhr

Hallo Andrea!

"Bei meinem Mann z.B. wäre die gesetzliche 4 x so teuer als die private, obwohl unser Kind extra gezahlt werden muss...."

-> Das erscheint mir etwas komisch.

Entweder ist Dein Mann noch keine 21 Jahre alt, oder er hat einen Versicherungsschutz, der seinen Namen kaum wert ist, da für diesen Preis kaum ein ausreichender Versicherungsschutz hergestellt werden kann.

Bei welcher Gesellschaft sollte das sein? Und mit welchem Tarif?


gruß pete

Beitrag von ma14schi 08.08.07 - 20:39 Uhr

Bedenke immer, du musst die Rechnungen erst bezahlen musst, wenn du privat versichert bist.

Bei uns waren das nach fast 3 Wochen Urlaub mal eben 3000 Euro, für 2 Kinder und 1 Erwachsenen. Hat sich so angesammelt, alle Zahlungsziel 2 bis 4 Wochen. War offensichtlich Quartalsende.

Unser Konto war somit völlig strapaziert. Ehe die Kosten erstattet werden dauert.

Beitrag von miau2 09.08.07 - 11:41 Uhr

Hi,
das ist abhängig von der Versicherung.

Ich habe die Rechnungen (KH-Zusatzversicherung) immer direkt an dem Tag, wo ich sie bekommen habe, eingereicht - und die Überweisung von meinem Konto auf das spätest mögliche, aber fristgerechte Datum terminiert.

In allen Fällen, die unstrittig waren (bei der allerersten Rechnung gab es noch eine Überprüfung durch die KK, ob ich meine Gesundheitsfragen richtig beantwortet hatte - wurde vom Arzt bestätigt, dann gings auch schnell) hatte ich das Geld auf dem Konto, bevor ich die Rechnung zahlen musste.

Mein Freund hat einen Teil der großen KH-Rechnungen vom letzten Jahr direkt abrechnen lassen vom KH bei der Versicherung...hat auch prima geklappt.

Kommt also immer darauf an ;-).

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von pete1323 09.08.07 - 12:10 Uhr

Hallo ma14schi!

"Bedenke immer, du musst die Rechnungen erst bezahlen musst, wenn du privat versichert bist."

-> Das gilt in der Regel nur für ambulante und zahnärztliche Rechnungen. Die Abrechnung im stationären Bereich wird in der Regel direkt vom Krankenhaus mit der PKV abgerechnet.

"Unser Konto war somit völlig strapaziert. Ehe die Kosten erstattet werden dauert."

-> Ich kenne durchaus Gesellschaften, die 3 Tage nach Rechnungseingang den fälligen Betrag anweisen.


gruß pete

Beitrag von joy1975 08.08.07 - 20:55 Uhr

Ich bin total gerne Privatpatient, aber man sollte sich diesen Schritt schon sehr reiflich überlegen.
Ich kenne einige Freundinnen, die das mit der PKV bitter bereut haben. Denn wenn Du ein Kind bekommst, dann MUSS es privat versichert werden, selbst wenn Dein Mann in der Gesetzlichen ist.
Das kann sehr schnell ins Geld gehen.
Mit dem 'Vorstrecken' der Rechnungen hatte ich eigentlich nie ein Problem, zumal die das bei mir auch immer innerhalb von 14 Tagen begleichen.
Du solltest auf jeden Fall gut Tarife vergleichen und auch auf die Altersstruktur gucken.
Ich bin bei der Halleschen Nationalen, die schneidet schon seit Jahren in unabhängigen Tests recht gut ab und ich bin damit auch sehr zufrieden.

Es hat eindeutig Vorteile, Privatpatient zu sein (man kriegt immer einen Termin, muß nicht lange warten etc.), aber man sollte sich auch der (lebenslangen) Folgen bewußt sein.

Beitrag von pete1323 09.08.07 - 12:14 Uhr

Hallo joy1975!

"Denn wenn Du ein Kind bekommst, dann MUSS es privat versichert werden, selbst wenn Dein Mann in der Gesetzlichen ist."

-> Das ist leider nicht richtig. Hier kommt es auf Einzelheiten an.

"Du solltest auf jeden Fall gut Tarife vergleichen und auch auf die Altersstruktur gucken."

-> Das ist für einen Verbraucher (Versicherungsnehmer) nicht möglich.

"Ich bin bei der Halleschen Nationalen, die schneidet schon seit Jahren in unabhängigen Tests recht gut ab und ich bin damit auch sehr zufrieden."

-> Es gibt leider in diesem Bereich viele Test, die eben nicht unanhängig sind. Weiterhin stellt sich doch immer das Problem, wonach in welchen Tests gefragt wird.
Durch die richtige Fragestellung bekommt man fast jeden Tarif/jede Gesellschaft in einer Rangliste in den vorderen Bereich.

"Es hat eindeutig Vorteile, Privatpatient zu sein (man kriegt immer einen Termin, muß nicht lange warten etc.), aber man sollte sich auch der (lebenslangen) Folgen bewußt sein."

-> Dem kann und will ich nichts hinzufügen.


gruß pete

Beitrag von kati543 08.08.07 - 21:29 Uhr

Überlegt es euch gut. Beides hat viele Vor-und Nachteile. Unsere Familie zahlt derzeit 720€ PKV für 3 personen. Dein Kind müsste dann natürlich auch in die Private. Das kostet ca. 100€ pro Monat. Einen Eigenanteil hast du eigentlich bei allen Versicherungen - das ist dann wesentlich mehr als die 10€ Praxisgebühr. Ich habe z.B. pro Person 300€. Kinder sind natürlich ständig krank also gehen diese 300€ auch noch zusätzlich drauf. Die SS wird von der PKV auch komplett bezahlt. Allerdings wirst du staunen, was du da alles vorstrecken darfst. Schon das erste Blutabnehmen in der SS kostet knapp 400€ (mit den Laborkosten). Einen PKV-Patienten fragt natürlich ein FA nicht jedesmal wegen US oder dem Toxotest. Der wird einfach gemacht. Wenn du schwanger sein solltest, nimmt dich keine PKV. Das ist eine der Gesundheitsfragen. Schwangerschaft ist unglaublich teuer.
Ach ja: Ich reiche ca. jeden Monat Rechnungen bei der PKV ein. Sonst würde der Betrag zu hoch und ist nicht mehr vorfinanzierbar. Die PKV braucht ca. 1 Monat zum bezahlen.
Bei uns ist es mittlerweile (was ich auch gut finde) nicht mehr so, das Privatpatienten dermaßen bevorzugt werden - z.B. im Wartezimmer. Natürlich nimmt sich der Arzt mehr Zeit - er bekommt ja auch mehr als das Doppelte an Geld dafür. Bei meiner 1. SS war ich gesetzlich versichert. Jetzt bin ich Privatpatient. Es ist schon ein Unterschied beim Arzt im Sprechzimmer - aber es ist auch ein nicht zu unterschätzender Mehraufwand, die Rechnungen zu zahlen und immer die Abrechnung der PKV zu kontrollieren.

Beitrag von pete1323 09.08.07 - 12:16 Uhr

Hallo kati543!

"Die PKV braucht ca. 1 Monat zum bezahlen."

-> Da würde ich mir mal Gedanken machen. So kann und dürfte das nicht richtig sein.


gruß pete

Beitrag von prydev8 09.08.07 - 09:11 Uhr

Guten Morgen.

Danke für Eure hilfreichen Antworten. Ich bin mittlerweile jeden Gedanken durch gegangen und kann wohl nur abwarten, was mein Einkommen sein wird und dann nochmal nachrechnen.
Teufelchen hat in dem Sinne ja Recht, Ihr Mann verdient so viel, dass die gesetzliche immens hoch wird und dadurch die Private in frage kommt. Ich werd wohl erstmal abwarten müssen.
Naja, mal schauen.

Bye

Beitrag von pete1323 09.08.07 - 12:21 Uhr

Hallo prydev8!

Nachdem ich jetzt meine Meinungen zu den Mitschreibern geschrieben habe, möchte ich Dir als Fragestellerin natürlich auch antworten.

Generell ist dieses Problem für Dich alleine nicht lösbar. Ohne Hilfe wirst Du wahrscheinlich nicht die richtige Entscheidung treffen können. Dir fehlen einfach die Kenntnisse der Systemunterschiede zwischen GKV und PKV. Weiterhin wirst Du kaum die Möglichkeit haben alle ...huntert Tarife der PKV vergleichen zu können.
Nebenbei bräuchtest Du auch noch eine Glaskugel für die Zukunft, um jetzt eine richtige Entscheidung treffen zu können.

Was Du nun am Ende schreibst, ist der richtige Weg. Erstmal gucken, was als Einkommen zu Buche steht und dann entscheiden.

Ich möchte Dir aber noch einen kleinen Tipp geben:
Es gibt die Möglichkeit, eine so genannte Anwartschaft auf eine spätere Vollversicherung abzuschließen. Der Vorteil wäre, dass nun geguckt würde, wie Dein Gesundheitszustand JETZT ist.
Durch eine kurzfristig auftretende Krankheit hättest Du sonst unter Umständen gar nicht mehr die Möglichkeit zu wählen, da Dir die PKV nicht mehr offen stünde.


gruß pete

Beitrag von baumrock 09.08.07 - 12:47 Uhr

Hallo,

<<Teufelchen hat in dem Sinne ja Recht, Ihr Mann verdient so viel, dass die gesetzliche immens hoch wird und dadurch die Private in frage kommt.>>

Schau mal unter Beitragsbemessungsgrenze in google nach. Da wird nach 3XXX Euro gekappt. Egal wieviel mehr man verdient.

Gruss
Baumrock