Ach Mädels, wie steht ihr das durch?

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Forum: Unterstützter Kiwu

Dein Arzt hat Hindernisse für eine normale Empfängnis festgestellt und du bist in Behandlung in einer Kinderwunschpraxis? Hier kannst du dich mit anderen über die künstliche Befruchtung etc. austauschen. Auch nützlich: Lexikon der Abkürzungen. Unser Kinderwunschmediziner Dr. David Peet beantwortet deine Fragen in unserem Expertenforum.

Beitrag von larasophie777 08.08.07 - 21:04 Uhr

Hallo Mädels,
meine Frage steht oben. Wie schafft ihr das euch nicht in die Tiefe ziehen zu lassen. Ich bin gerade so down. Immer diese Fragen: warum gerade wir? Was haben wir falsch gemacht? Ich kann mir mein Leben ohne Kinder nicht vorstellen, ich weiss es genau - ich werde mich nie mir Kinderlosigkeit abfinden können. Ich habe so Angst, dass ich mein Leben lang so unglücklich bleiben werde. Wir wollten eigentlich schon früher Kinder haben, dann habe ich aber lange studiert und nun mit 27 versuchen wir endlich ein Kind zu bekommen und es klappt nicht. Ich habe mich immer so auf diesen Moment gefreut, habe immer gedacht, komm machst dein Studium fertig und dann können wir loslegen, deine Kinder werden es dir um eine gesicherte Zukunft danken. Und nun? Man kommt sich so vereppelt vor, wozu überhaupt die jahrelange Verhütung? Ich komme mit der Situation überhaupt nicht zurecht, ich kann mich damit nicht abfinden. Ich bewundere euch Mädels, dass ihr trotz allem die Kraft habt, an ein glückliches Ende zu glauben.
Sorry, ist etwas wirr geschrieben, so ist auch meine Stimmung gerade.

Beitrag von dulty 08.08.07 - 21:17 Uhr

Hey, lass dich mal ganz doll#liebdrueck!
Ich weiss ja nicht, wie lange ihr schonübt, aber mir ging es so, dass ich irgendwann besser damit zurecht kam. Gibt natürlich immer wieder depri phase, aber es geht auch weiter. Ich bin übrigends auch 27J. ;-) Ich will auch auf jedenfall kinder in meinem Haus haben, notfalls nimm ich pflegekinder mit aussicht auf adoption. ist zwar nicht die totale erfüllung, aber es würd mich auch glücklich machen.
Wir schaffen das!!!#blume#pro#herzlich

Beitrag von clazwi 09.08.07 - 08:29 Uhr

....dass es nicht "die totale Erfüllung" ist? Hast Du Dir mal überlegt, wie sich ein Kind, das schon mal Eltern verloren hat fühlt, wenn es spürt, es war nur eine Notlösung???

Meine Adoptivtochter hinterfragt den Grund ihrer Adoption schon sehr genau:

"Mama, hättest Du mich auch aus Afrika geholt, wenn Du ein leibliches Kind bekommen hättest?"

(Unsere Tochter weiss, dass wir auf jegliche Medizin verzichtet haben, weil uns eine Schwangerschaft nicht so wichtig war).

Wie willst Du dann wahrheitsgemäss auf so eine Frage antworten ohne Dein Kind noch mehr zu verletzen als es ohnehin schon verletzt wurde?

Adoptiv- bzw. Pflegekinder müssen eh schon mit der Tatsache leben, dass sie schon einmal "nicht gewollt" waren oder aus schlimmen Umständen von den Eltern weggenommen werden mussten, von denen sie die eigentliche Ur-Liebe empfangen hätten.

Eine Adoption ist nicht dazu da, um ungewollt kinderlose Paare glücklich zu machen, sondern um Kinder, die furchtbares mitgemacht haben, ein liebevolles Zuhause zu geben und sie in WÜRDE gross werden zu lassen.
Und unter "Würde" verstehe ich nicht, dass sie eine Notlösung waren und jetzt halt doch nicht die "totale Erfüllung" sind.

Bitte denk' mal nach, ob Du das einem Kind wirklich antun möchtest!

Claudia

Beitrag von pantherli 09.08.07 - 09:37 Uhr

Liebe Claudia,

das ist ein toller Beitrag mit einer klasse Einstellung.

Ich denke, für viele in unserer Situation stellt die Adoption eine "Notfalllösung" dar. Egoismus ist wohl die Ursache dessen. Man sucht den Weg, um selbst glücklich zu sein bzw. um Fehlendes zu scheinbar ersetzen und vergisst, worum es bei einer Adoption wirklich geht - nämlich Eltern für ein Kind zu sein.

Du hattest bei unserem letzten Posting einmal geschrieben, dass die Trauer um eine ungewollte Kinderlosigkeit unbedingt verarbeitet sein muss, bevor man über Adoption nachdenkt.

Nachdem der dolle Schmerz des letzten Negativs bei mir etwas abgeklungen ist, verstehe ich genau, was du meinst. Und es ist nur richtig. Eigener Kinderwunsch und Adoption sind zwei ganz unterschiedliche Dinge.

Ich finde es ganz ganz klasse von dir, dass du mit deinen eigenen Erfahrungen anderen Frauen hier hilfst!!!

DANKE!
liebe Grüße von Silke

Beitrag von clazwi 09.08.07 - 09:59 Uhr

Liebe Silke,

ich bin froh, dass mein Beitrag richtig verstanden wurde #herzlich, denn die Kinder sind bei der Adoption diejenigen, denen man nicht noch zusätzlich zum Schmerz der eigenen "Weggabe" den Schmerz der ungewollten leibl. Kinderlosigkeit der annehmenden Eltern aufbürden kann.
Die Kinder sind das schwächste Glied in der Adoptionskette.

Alles Liebe für Dich,
Claudia

Beitrag von suseschu 09.08.07 - 11:53 Uhr

Hallo,

mir ging es vor einiger Zeit auch so, aber ich genieße auch mein jetziges Leben und die Unabhängigkeit machen zu können, was ich will. Wenn es nicht klappt dann, werde ich wahrscheinlich mit meinem Mann auswandern. Mich hält hier nichts. Wenn man noch Träume hat, die man verwirklichen kann, dann ist das alles leichter. Und meist ist es so, dass man dann schwanger wird, wenn man schon losgelassen hat und gar nicht mehr damit rechnet. Habe auch studiert und jahrelang verhütet. Hätte ich mir wahrscheinlich sparen können.

LG und den Kopf nicht hängenlassen. Das Leben ist auch so viel zu schnell vorbei.