Wie habt Ihr Euch getrennt?

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Forum: Trennung

Sorgerecht, Umgangsrecht, Unterhaltszahlung ... ? Wenn sich ein Paar zu einer Trennung entschließt, ergeben sich für jedes Elternteil ganz neue Fragen an die eigene Lebensplanung.

Beitrag von goingcrazy 09.08.07 - 09:30 Uhr

Ihr Lieben

In einem anderen Threat habe ich ja schon geschrieben, weshalb ich mich von meinem Mann trennen möchte. Den Entschluss habe ich auch schon gefällt - mir fehlt einfach noch die Kraft es tatsächlich durchzuziehen. Wie habt Ihr das gemacht? Wie seid Ihr vorgegangen.

Ich brauche mir keine grossen Sorgen betreffend Finanzen mache, da ich arbeite und gut verdiene. Das ist also kein Problem. Kinder sind zum Glück auch keine da.

Aber irgendwie fehlt mir trotzdem der Mut. Die 7 Jahre Demütigungen haben offensichtlich Spuren hinterlassen. Ich bin total fertig. Vielen Dank Euch allen für Eure Unterstützung. Ihr ahnt nicht wie viel mir das hilft.

Eure M

Beitrag von megamami 09.08.07 - 11:28 Uhr

hallo
ich würde mir eine wohnung mieten sie schön einrichten und dann wenn alles fertig ist , einfach gehen,genau so wie er es verdient hat.



gutes gelingen u liebe grüße mega

Beitrag von mweiler25 09.08.07 - 11:53 Uhr

Hallo,

also ich bin damals in der Mittagspause heim (wir arbeiten im gleichen Betrieb, er ist aber im Außendienst) und hab mit meiner Freundin meine notwendigsten Sachen (würd heute mehr mitnehmen) gepackt und meine Katze geschnappt.
Alles bei der Freundin verstaut und nen Zettel im Esszimmer hinterlegt. Bin dann zu der Freundin gezogen. War natürlich die ersten Tage ein großes Theater und nächtliche Anrufe.
Aber nach 2 Wochen hatte ich ne eigene Wohnung und ich bin ehrlich gesagt froh das ich diesen Schritt damals so gewählt habe.
Ich weiß das diese Art einer Trennung nicht schön ist.
Aber bei diesem Menschen war es die beste Art.

Ich weiß ja nicht wie ihr klar kommt miteinander.
Aber ansonsten würde ich einfach an einen Tisch sitzen mit ihm und genau sagen was Du vorhast und das es kein Zurück mehr gibt.
Dann kann er das ganze aufnehmen und verdauen.
Aber wie gesagt das muß jeder für sich selber entscheiden was die beste Lösung ist.
Mein Weg war für mich gut da ich dem Gesülze und Gelabere seinerseits aus dem Weg gehen konnte.

Viel Glück und alles Gute.

Beitrag von mweiler25 09.08.07 - 11:57 Uhr

Nochmal ich.

Ich denke wenn die Gefahr besteht das Du diesen Schritt nicht durchziehst wenn er Dich zutextet und versucht Dich zu beeinflussen, dann geh den radikalen Weg.
Pack Deine Sachen und geh!
Schau wo Du unterkommen kannst oder such Dir eventuell jetzt schon eine Wohnung und mach den Schritt dann wenn Du die Wohnung hast.
Weil ich hätte damals auch das Problem gehabt das wenn ich da bleibe und sage das ich gehe, er mich volltextet.
Ich hätte dann wieder ein schlechtes Gewissen gehabt und hätte klein beigegeben.

#pro

Beitrag von super_mama 09.08.07 - 19:30 Uhr

Ich habe jetzt wochenlang darauf gewartet das mein Mann mich dabei unterstützt beim Auszug denn die Trennung geht von ihm aus (er lebt schon bei seiner Neuen) ... jetzt habe ich es selbst in die Hand genommen. Komplett. Hab Job und Wohnung allein gesucht, Möbel wird er mir nachbringen "müssen" wenn nicht habe ich eine Liste mit allem was hie rim Haus ist - damit der nichts verschwinden lassen kann (was er teilweise schon getan hat).
Habt ihr den Mietvertrag gemeinsam unterschrieben für eure Wohnung ? Dann den Vermieter anrufen und sagen das du daraus gestrichen werden möchtest, gleichzeitig neue Wohnung suchen, Kleinigkeiten schon verschwinden lassen ... wie zum Beispiel Winterkleidung und so weiter und wenn er bei der Arbeit ist mobilisierst du Freunde und Verwandte, nimmst dir frei und räumst aus was dir gehört. Würde eine Liste und Fotos drüber machen damit es später nicht heisst das du das und das hättest mitgehen lassen. Man kann nie wissen wozu ein Mann im Zorn fähig ist.

LG

Beitrag von goingcrazy 10.08.07 - 08:26 Uhr

Vielen Dank Euch allen. Ich würde mir wünschen, die Trennung könnte anders von statten gehen und ich mich nicht in einer Nacht und Nebelaktion davonschleiche, aber ich werde es auf jeden Fall als Option im Hinterkopf behalten.

Wir haben uns vor ein paar Jahren ein Haus gekauft. Das macht das Ganze natürlich auch nicht einfacher. Mein Mann kann das Haus auch alleine tragen - das ist zum Glück möglich. Er hat den Löwenanteil der Gelder für den Kauf gebracht und daher finde ich auch, dass das Haus ihm gehören soll. Ich möchte einfach den Betrag zurück, den ich beigesteuert habe. Das wärs. Ich will ihn ja um Gottes Willen nicht finanziell ruinieren. Das bringt mir ja auch überhaupt nichts.

Sicher er hat mich sehr verletzt mit seinem Verhalten - aber wir hatten auch sehr gute Zeiten und die möchte ich gerne in Erinnerung behalten und ich möchte auch gerne nach der Trennung nach wie vor in den Spiegel sehen können. Wenn er mich geschlagen hätte oder sonst wie schlecht behandelt, würde ich wahrscheinlich anders denken. Aber ich will ohne schlechtes Gewissen gehen können. Der Mann ist mit der Mutter schon zur genüge gestraft. Aber solange er sich nicht aus dieser geströrten Beziehung lösen kann, kann es niemand anders für ihn tun. Vielleicht kriegt er aber durch die Trennung den Anstoss etwas zu verändern. Ich würde es ihm wünschen.

Bin seit 2 Monaten in psychologischer Behandlung, da ich kurz vor einer Depression stand und ich es nicht darauf ankommen lassen wollte. Die Stunden tuen mir unheimlich gut und ich atme jedes Mal auf, wenn ich dort war. Der Psychologe hat mir voll und ganz bestätigt, dass die Beziehung zwischen Mutter und Sohn sehr gestört ist. Das hat mich sehr beruhigt - also bin ich nicht einfach nur hysterisch. Auch Eure Rückmeldungen tuen mir so gut und ich fühle mich dadurch sehr bestärkt. Ich weiss, dass noch eine sehr sehr schwere Zeit vor mir steht und ich weiss auch, dass ich viel Kraft brauchen werde, bis ich wieder aufatmen kann. Aber alles ist besser, als dieser ständige Druck und dieses Gefühl einfach nur noch ausbrechen zu wollen. Ich will keine dieser Menschen mehr im Nacken haben - weder ihn noch seine Mutter - und will wieder einmal frei durchatmen können.

Die Mutter war von Anfang an so schlimm. Ich hätte damals schon merken müssen, wie sehr ich auf dem Holzweg bin. Aber was vergangen ist ist vorbei und kann nicht mehr geändert werden. Nun heisst es in die Zukunft zu sehen und sich ein neues Leben aufzubauen.

Ich danke Euch allen sehr für Eure Unterstützung und werde mir Eure Ratschläge auf jeden Fall zu Herzen nehmen.

Eure M

Beitrag von purzel25 14.08.07 - 14:20 Uhr

Leider geht es manchmal nicht anders als den Weg zu nehmen, der am wenigsten Hindernisse mit sich bringt. Erst einmal finde ich deine Einstellung zu allen Dingen wie z. B. Finanzen, Haus etc. klasse. Genauso habe ich es auch gemacht, habe aber auch schon Wochen vor der endgültigen Trennung, als mein Entschluss feststand zu gehen, eine Wohnung angemietet und renoviert, Möbel gekauft (Gott sei Dank bin ich auch finanzell unabhängig) und natürlich unseren Haushalt (Kleinteile) aufgeteilt (fiel bei der Menge nicht so sehr auf). Dies habe ich dann schon mal eingepackt, was nicht mal heimlich sein musste, da mein Mann die ganze Woche beruflich unterwegs war. An Möbeln habe ich ihm fast alles gelassen bis auf Waschmaschine, Trockner und mein schönes Esszimmer.
Nach Anmietung der Wohnung habe ich dann allerdings auch meine Tochter von der Trennung unterrichtet. Sie hatte gerade ihr Abitur in der Tasche (so lange habe ich noch gewartet) und war nicht mal sehr erstaunt, denn sie hatte ja genug in der Vergangenheit mitbekommen.
Meinen Mann habe ich dann kurzfristig unterrichtet, es gab keinen großen Stress, natürlich Enttäuschung, da hatte er wohl nicht mehr mit gerechnet.
Sicherlich - es hat eine Zeit gedauert, bis wir wieder normal miteinander umgehen konnten und eines habe ich auch gemacht, ich bin immer zu allen Geburtstagen seiner Geschwister nebst Anhang gegangen. Das wollte ich so, aber durch meine Normalität ihnen gegenüber, waren sie auch fair zu mir, obwohl anfangs doch teilweise recht schwierig.
Ich muss dazu sagen, dass ich mich nicht wegen einem anderen Mann getrennt habe, sonst hätte es sicherlich mehr Stress gegeben.
Heute ist nach 12 Jahren Trennung alles normal, wir gehen oft gemeinsam essen, einkaufen usw. "Es hat eben halt nicht sollen sein" war mal sein Kommentar.
Aber Angst hatt ich schon als ich damals ging, aber auch Freude daran, mein Leben in die Hand nehmen zu können, und vor allem war meine Tochter auch nach anfänglichem Rumgezicke dann doch sehr einverstanden mit unserem neuen Leben. Sie hat viel Zeit bei ihrem Papa verbracht, zumal auch ihre Freunde dort wohnten.
Also in diesem Sinne, nur Mut, es wird schon. Plane alles sorgfältig nach und nach.
LG Anne