Wird ALG II gekürzt, wenn man nur für Teilzeit vermittelbar ist - lang

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Beitrag von dana_maus 09.08.07 - 12:19 Uhr

Hallo ihr Lieben,

ich denke hier dürfte ich mit meiner Frage richtig sein.

Da ich nur ein befristetes Arbeitsverhältnis hatte, hab ich jetzt nach der Elternzeit keinen Job. Ich bekomme noch bis Oktober ALG I. Ich habe auf dem Arbeitsamt angegeben, dass ich für Teil- und Vollzeit zur Verfügung stehe.

Meine Tochter (wird im Oktober 2) geht zur Zeit immer bis 14:00 in Kiga. Jetzt hatte ich mehrmals nachmittags Vorstellungsgespräche, so dass ich sie mal eine Woche länger gelassen habe, so bis 16:00, je nachdem wann ich fertig war.

Das war die reinste Katastrophe, sie hat nur geweint. Die Erzieherin legte mir dann wirklich sehr ernstlich ans Herz, dass ich ihr das doch bitte nicht antun soll. Sie ist noch nicht soweit, solange in der Einrichtung zu sein und es tut ihr absolut nicht gut.

Jetzt überleg ich hin und her, was ich machen soll. Wenn nun ein Arbeitsangebot vom Arbeitsamt kommt, muss ich es ja annehmen, schließlich bekomme ich ja auch Geld von denen, was wir auch brauchen.

Mein Freund hat noch bis September Probezeit, jetzt hab ich mir überlegt, wenn er die übersteht und dann einen festen Arbeitsplatz hat, würde es uns auch reichen, wenn ich eine Teilzeitstelle finde, da er dort ganz gut verdient. Nur ist es wirklich schwer hier was zu finden und ich mache mir Gedanken, wieviel ich ALG II ab November bekomme, wenn ich nur teilzeit vermittelbar bin. Weiß das jemand von euch? Oder ist das genausoviel wie bei Vollzeit.

Falls meinem Freund noch während der Probezeit gekündigt wird, such ich natürlich weiter Vollzeit, denn dann ist er ja zur Not wieder zu Hause... Ich überleg hin und her und weiß nicht so recht, was richtig ist.

Danke schonmal für eure Antworten.

lg Sandy

Beitrag von dana_maus 09.08.07 - 12:20 Uhr

Meine Tochter wird im Oktober 3, nicht 2. Sorry.

Beitrag von goldtaube 09.08.07 - 12:44 Uhr

Beim ALG II ist das anders als beim ALG I. Du bekommst immer das gleiche egal ob Vollzeit vermittelbar oder Teilzeit oder Minijob. Das bekommt man ja auch, wenn man schon Jobs hat und unter seinem Bedarf liegt.

Natürlich kann gesagt, werden das du Vollzeit arbeiten gehen musst, aber nur wenn auch für dein Kind gesorgt ist in dieser Zeit. Ansonsten nicht.

Beitrag von dana_maus 09.08.07 - 12:48 Uhr

Danke für deine Antwort.

Ich wurde ja damals auf dem Amt gefragt, ob ich Teilzeit oder Vollzeit machen will und das hat die Dame dann eingetragen. Ob ich das dann beim ALG II - Antrag auch gefragt werde???

Ich werd es am Montag mal ansprechen, da hab ich einen Termin bei meiner Vermittlerin.

Der Kiga hat bis 17:30 geöffnet und Celine hat einen Ganztagsplatz, also theoretisch wäre sie untergebracht, ich kann ja da nicht kommen, dass die Erzieherin gesagt hat, ich soll sie nicht so lange lassen, oder?

lg Sandy

Beitrag von jamey 09.08.07 - 13:08 Uhr

bei celine wird es sicher auch nur ne gewohnheitssache mit der kita... sie ist es bis jetzt nicht gewöhnt so lange, klar weint sie da?!, überleg mal, wie lange sie noch nachmittag betreut werden muss - bis zur 5. / 6. klasse bestimmt, willst du da solange notfalls immer daheim bleiben. versucht doch, sie langsam an längere kita zeiten zu gewöhnen.

kinder sind freilich sehr verschieden, mein kleiner hat inzwischen keinerlei probleme mehr mit der länge des kitaaufenthaltes, er ist erst 17 monate.

ansonsten schließ ich mich meiner vorrednerin an: das alg2 wird deswegen nicht gekürzt.

Beitrag von dana_maus 09.08.07 - 23:41 Uhr

Hallo,

danke für deine Antwort.

Eigentlich hab ich auch so gedacht, sie wird sich mit der Zeit dran gewöhnen, irgendwann ist es halt Alltag für sie. Aber so richtig kann ich es mir auch nicht vorstellen.

Sie ist sehr sensibel. Ich hatte schon vorm Kiga-Start meine Bedenken. Wir hatten ja zwei Wochen Eingewöhnung und meiner Meinung nach lief alles ganz gut. Allerdings, wenn ich hier im Kindergarten-Forum les, dass die alle gleich am ersten Tag allein und freudig da bleiben, dann lief es wohl doch nicht so gut bei uns.

Es ist auch nicht so, dass sie erst frisch im Kiga ist. Nächsten Monat wird es schon ein Jahr, dass sie geht. Und hat immer noch ihre Probleme. In ihrer Gruppe denk ich läuft es ganz okay, sie macht auch alles mit und die Kinder sind alle wirklich lieb, trotzdem merkt man ihr manchmal noch sehr ihre Unsicherheit an. Vorallem den größeren Jungs gegenüber. Ist halt ne altersgemischte Gruppe, sie ist halt noch 2 und es sind 3- und 4-jährige in der Gruppe. Die Jungs sind wohl manchmal zu stürmisch, wenn sie sie mit zum Spielen nehmen wollen oder so.

Und ganz schlimm ist es wohl im Garten. Am Anfang hat ihr das am meisten gefallen, weil sie rutschen und schaukeln kann. Aber dann wurde sie wohl paar mal umgerannt oder es wurde wieder bissel heftig an ihr gezerrt oder was, seitdem (jetzt schon bestimmt ein halbes Jahr) verbringt sie die komplette Gartenzeit nur an der Hand von der Erzieherin.

Deshalb sind die Nachmittag für sie dann so schlimm. Ich denk mal, wenn die in ihrem Gruppenraum geblieben wären, hätte sie das nicht so schlimm gefunden, denn das Vesper und so hat sie auch noch fröhlich mitgemacht ohne nach mir zu weinen. Hatte ihr ja früh gesagt, dass sie länger bleibt.

Aber im Garten war´s dann vorbei. Sie hat jeden Tag komplett durchgeheult. Das zerreißt mir echt das Herz. Ich kann nur hoffen, dass halt mit dem Alter auch ihr Selbstbewußtsein steigt. Wenn sie dann nicht mehr immer nur die Kleine ist, dass sie dann mutiger wird. Dann macht es ihr bestimmt auch wieder Spaß im Garten.

Gute Nacht wünsch ich dir.

Sandy

Beitrag von angeloona 09.08.07 - 21:24 Uhr

Hallo Sandy,

ich kann dich gut verstehen! Meine Tochter ist auch erst drei Jahre alt, geht allerdings schon eine längere Zeit in den Kindergarten.

Du hast zwar bisher angegeben, auch Vollzeit arbeiten gehen zu können, kannst aber auch angeben, daß du nur Teilzeit arbeiten möchtest. Und kannst das auch ruhig sagen mit deiner Tochter. Wenn sich dann dein Berater quer stellt, sag ok, dann eben auch Vollzeit. Und wenn dann Angebote kommen, gut, dann bewirbst dich da eben nicht mit soviel Engagement wie bei Teilzeitstellen. Ja, ich weiß, auch wenn das jetzt hier viele nicht verstehen können.

Genauso wie viele immer sagen, na klar kannst du auch mit Kind deine 10 Stunden am Tag arbeiten gehen. Sicher kann man das, aber hat man deshalb Kinder in die Welt gesetzt? Um die Betreuung ausschließlich anderen zu überlassen, nur noch so wenig Zeit mit dem Kind verbringen zu können.

Mir ist momentan eine Teilzeitstelle auch lieber, gerade weil 3 Jahre eben noch sehr jung sind, und auch meine Tochter gerade jetzt sehr braucht! Kann ich verstehen, daß du sie nicht so lange da lassen möchtest. Und keine Angst. dir werden da sicher keine Nachteile entstehen! Auch bei ALGII nicht.

Viel Glück bei der Jobsuche!
Angeloona

Beitrag von dana_maus 09.08.07 - 23:28 Uhr

Hallo Angeloona,

vielen Dank auch für deine Antwort.

Ja, ich mach mir zur Zeit ganz schön nen Kopf. Bis jetzt hab ich das einfach so als selbstverständlich angesehen und gedacht, dass wird dann schon klappen. Heute, wo mir halt das Thema so im Kopf rumschwirrt, hab ich mir das ganze auch mal versucht richtig vorzustellen.

Die Kleine früh wegbringen, dann erst 17:30 wieder aus dem Kiga holen. Tja und dann hätt ich auch nicht mehr die Zeit, mich ordentlich um sie zu kümmern. Denn der Haushalt will ja auch gemacht werden, die Wäsche und alles. Und dann ist der Tag auch schon rum. Klar man hat dann noch das WE, aber ich könnte mir schon vorstellen, dass meine Tochter ganz schön drunter leiden wird. Und das will ich absolut nicht.

Ich werde es am Montag auf jeden Fall auf dem Amt ansprechen. Ich lass es erstmal so wie es ist, aber wenn mein Freund dann fest übernommen wird, also die Probezeit vorbei ist (am 18. Oktober), dann werd ich mich nur noch für Teilzeit bewerben. Damit fühl ich mich viel wohler meiner Tochter gegenüber.

Bei ihr ist es auch so, dass sie ja nun fast ein Jahr in den Kiga geht, aber sich immer noch nicht so 100%ig gut fühlt dabei. So in ihrer Gruppe, ist es ganz okay, denn das sind auch alles super liebe Kinder, aber sobald es raus in den Garten geht, ist sie nur bei der Erzieherin an der Hand.

Das tut mir so leid, denn eigentlich ist sie super gern draußen und auf Spielplätzen. Aber dort hat sie irgendwie Angst vor den größeren Kindern. Sie wurde wohl paar mal im Eifer des Gefächts umgerannt oder bissel zu heftig mitgerissen (die Großen meinen das ja nicht böse) und das macht ihr Angst.

Vormittag sind sie immer so 1 - 1 1/2 Stunde draußen und dann ab halb drei wieder bis zum abholen. Und das wäre dann für sie absolut Horror, wie mir ihre Erzieherin gesagt hat. Die war selber total fertig und hat hin und her überlegt, ob sie mich anruft. Und meinte halt, Sandy, bitte tue ihr das nicht an.

Das macht mir ganz schön zu schaffen, dass ich da so überhaupt noch nicht drüber nachgedacht hab, wie es für sie ist. Mist, muss gleich wieder heulen. Ich sag einfach so gedankenlos bei dem Vorstellungsgespräch, Na klar, kann ich halb acht anfangen und muss aber um fünf wieder los, weil der Kiga nur bis halb sechs aufhat, und hab in dem Moment gar nicht dran gedacht, dass Celine ja dann über 10 Stunden dort sein müsste. Nee, jetzt weiß ich selber, das geht einfach nicht. Naja, die nehmen mich eh nicht, da deren Arbeitszeit bis um sechs geht mit fast täglichen Überstunden.

Danke nochmal für deine lieben Worte und gute Nacht.

Sandy

Beitrag von angeloona 10.08.07 - 07:59 Uhr

Hallo Sandy,

kann dich wirklich sehr gut verstehen! Mir geht es ja nicht ähnlich.

Auf der einen Seite das Pflichtgefühl, gut zu verdienen, das heißt dann auch lange arbeiten, um das nötige Geld zu verdienen, um dem Kind dann auch einiges ermöglichen zu können, ohne auf jeden Cent achten zu müssen.

Dann wieder das schlechte Gefühl, sie so lange in der Kita lassen zu müssen. Ich denke, da muß man einen Kompromiß machen. Also nicht zu lange in der Kita, nicht zu lange arbeiten, aber eben auch nicht nur vom Amt leben, sich selbst auch ein bißchen Selbstständigkeit zusprechen.

Aber weißt du, ich glaube, das schlechte Gewissen wird uns nie wirklich verlassen, es wird immer wieder auftauchen, spätestens an Tagen, wo die Mäuse überhaupt nicht in den Kindergarten wollen, wo man morgens hingeht und sie weinen, weil sie nicht dableiben wollen... Aber das geht ja anderen genauso, und ich denke, im großen und ganzen sind sie dort sehr gut aufgehoben! Und deine Tochter wird ja auch größer und stärker und selbstbewußter, irgendwann wird sie sich sogar gern Kräftemessen mit den anderen Kindern und die Angst jedenfalls größtenteils verlieren. So war es bei meiner auch, der das Kindergartenleben nur mehr Selbstbewußtsein geschert hat.

Kopf hoch und alles Liebe, dir und deiner kleiner Familie!

Angeloona

Beitrag von dana_maus 09.08.07 - 23:48 Uhr

Ich nochmal. Das mit dem "der Haushalt muss ja auch noch gemacht werden" klingt zwar vielleicht übertrieben und man könnte ja sagen, der Papa kann ja auch was machen, aber es ist leider so, dass der Papa Sonntag abend los macht und erst Freitag nacht wieder heimkommt.

Da das ja erst seit April so ist (vorher war er nicht im Fernverkehr) hat sie damit auch schon zu tun.

So, nun muss ich aber wirklich ins Bett. Kann ja nun nicht die ganze Nacht mit Kopfzerbrechen verbringen... Du schläfst bestimmt schon schön, oder?? ;-)