mal ne frage an alg-experten

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von bobb 09.08.07 - 14:04 Uhr

eine freundin und ich haben schon öfter mal hier gelesen,daß familien,die neben einem vollen einkommen(meist ehemann),kindergeld und erziehungsgeld auch algII kriegen.
wir haben nun darüber diskutiert,ob das wirklich geht.wir meinen nämlich,daß man während der erziehungszeit,in der man erziehungsgeld bekommt,das doch nicht bekommen könnte.
wir kennen uns nicht mit alg aus,daher bitte verständnis für unsere frage.
ist das nun das ergänzende algII,um einen gewissen finanziellen standard haben zu können?muß man dem arbeitsmarkt dann zur verfügung stehen?denn das können/wollen viele mütter in der erziehungszeit ja nicht,oder noch nicht.
klärt uns doch mal bitte auf!
vielen dank schon mal!

Beitrag von schildi1981 09.08.07 - 14:20 Uhr

huhu

nun antworte ich dir auch ;-)

also arbeitslosengeld II ( hartz IV) ist grob gesehen die alte sozialhilfe. hören bloss die leute nicht gerne

es ist durchaus möglich, dass man trotz einem hauptverdiener in der Familie und den Bezug von Bundeserziehungsgeld oder Landeserziehungsgeld und Kindergeld anspruch auf ALG II hat.
Kommt auf den Gesamtbedarf der Bedarfsgemeinschaft an.
Bedarfsgemeinschaft sind alle im direkten Haushalt zählende Personen.Natürlich werden die einkommen dann zusammengerechnet.
Wenn dann das einkommen mit dem Bedarf gegenüber gestellt wird und der bedarf geringer ausfällt bekommt man den differenzbetrag vom amt bezahlt. (vereinfacht dargestellt)wenn jedoch die Miete unangemessen hoch ist wird nahegelegt umzuziehen.

Also mutter steht man in der erziehungsphase dem arbeitsmarkt in der regel nicht zur verfügung. das ist denen auch bewusst. man muss denen halt nur erklären, wieso keine kinderbetreuung von oma, opa oder anderweitiger in frage kommt.

Ich sag immer.. Probieren.. und wenn nur 50 € rauskommen.
und falls n ablehnungsbescheid kommt, dann wisst ihr wenigstens bescheid.

hoff ich konnt bissle helfen
schildi

Beitrag von goldtaube 09.08.07 - 15:01 Uhr

Beim ALG II ist das durchaus möglich, nur beim ALG I nicht.

Beim ALG I muss man dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.

Beim ALG II ist das so, dass man schaut ob man unter dem ALG II Bedarf liegt. Es ist egal ob nun schon beide Vollzeitjobs haben oder Teilzeitjobs oder nicht. Es ist auch egal ob man in Erziehungszeit ist. In den 3 Jahren der Erziehungszeit muss man dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen. Man muss in der Zeit auch keinen Job annehmen. Erst nach den 3 Jahren ist das anders. Allerdings gilt dann, dass das Kind versorgt sein muss. Man muss dann schon, wenn das Kind z. B. im Kindergarten ist, einen Job annehmen. Also immer für die Zeit wo das Kind versorgt ist.

Der ALG II Bedarf berechnet sich aus den Regelsätzen + angemessener Miete + Heizkosten

Davon abgezogen wird das Kindergeld. Das Erziehungsgeld wird nicht angerechnet. Elterngeld wird in der Höhe des Sockelbetrages (300 Euro) nicht angerechnet, sondern nur das was über den 300 Euro liegt.
Vom Bruttoeinkommen wird ein Freibetrag berechnet, der vom Nettogehalt abgezogen wird, was dann das anzurechnende Einkommen ergibt.

Hier mal ein Beispiel:
Frau (Erziehungsurlaub), Mann verdient 1600 Euro brutto und 1250 Euro netto, 1 Kind (6 Monate), Warmmiete 500 Euro (ich nehme das jetzt mal als angemessen), Heizkosten 60 Euro, Kindergeld 154 Euro, Elterngeld 300 Euro

Der Bedarf der Familie wäre folgender:
2x 312 Euro + 208 Euro + 500 Euro + 60 Euro = 1392 Euro

1392 Euro ALG II Bedarf - 154 Euro Kindergeld - 940 Euro anzurechnendes Erwerbseinkommen = 298 Euro ALG II Anspruch.

D. h. die Familie hätte mit ALG II im Monat folgendes zur Verfügung:
298 Euro ALG II + 154 Euro Kindergeld + 1250 Euro Gehalt + 300 Euro Elterngeld = 2002 Euro