DRINGEND! Wohnung abgelehnt --> unangemessen

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von thea21 09.08.07 - 14:35 Uhr

Hallo,

ich bin selbst irgendwie mit meinem Latein am Ende, deshalb muss ich folgende Probleme/Fragen mal an euch richten und hoffe das jemand helfen kann.

Meine Freundin (24), alleinerziehend mit einem Kind lebt derzeit auf knappen 38 qm mit ihrer Tochter.

Die Wohnung ist auf anderthalb Zimmer aufgeteilt, wirklich mehr als winzig und in einem zugegeben immer fragwürdiger werdendem Umfeld.

Ich versuch irgendwie mal geordnet zu erklären.

Sie wohnt dort seit Jahren nun schon, schon bevor sie schwanger wurde und das Kind bekam.

Nun ist ihre Tochter anderthalb Jahre alt und die Wohnung ist wirklich nicht mehr das non plus Ultra.

Im Raum stehen also bezüglich der Wohnung:

1) zu klein

2) niemand in dem Haus (Vermieter, ect.) fühlt sich für dringend notwendige Reperaturen zuständig (Waschbecken kaputt, Fenster allesamt undicht, Badfenster garnicht mehr funktionsfähig)

3) Im Haus wohnen 2 jüngere Meschen die Drogen konsumieren und auch verkaufen, tagtäglich findet im Haus ne "Klingelparty" statt, weil irgendwelche Käufer oder Freunde dieser zwei Herren in die Häuser wollen und halt überall klingeln. Auch sonst klingelt dort jeder der sich Zugangn zum Haus verschaffen will, überall.

4) Eingeschlagene Scheiben,Hundekot- und Urin im Hausflur, niemand fühlt sich zuständig das wegzumachen

5) Post verschwindet

Im Großen und ganzen ist es nun so das die Wohnung halt zu klein ist und das ganze Umfeld nicht wirklich toll für ein Leben mit aufwachsendem Kleinkind.

Nun hat sie mehrere Wohnungen angeschaut, und nun eine (Direkt in meiner Straße) gefunden die angemessen ist (gleiche Miete, gleicher Schnitt wie meine Wohnung) und hat sofort das Mietangebot mit Umzugsbegründung (oben angeführte Punkte) bei dem Jobcenter abgegeben.

Das passierte vor etwas mehr als einer Woche.

Die Wohnung hat 2 einhalb Zimmer, ist 55 qm groß und kostet warm 410 Euro (Die Obergrenzen in Berlin kenne ich, die Wohnung wäre also rein Miet und Größentechnisch angemessen)

Nun kam noch immer keine Stellungnahme, bzw Zu oder Absage der Arge, weshalb sie gestern mit dem potentiellen Vermieter sprach und ihm mitteilte das sie heute zum Jobcenter gehen wird und versucht da etwas Eile reinzubringen, da verständlicherweise der Vermieter nicht ewig warten will.

Dort war sie heute also nun und dort wurde ihr am Platz telefonisch durch die Bearbeiterin mitgeteilt das der Antrag abgelehnt wird, ohne angabe von Gründen bisher außer das ein Umzug/Auszug nicht angemessen wäre.

Sie würde das Schriftstück noch zugestellt bekommen und gut.

Der Mitarbeiter teilte ihr auf Nachfrage weder seinen, noch den Namen der Bearbeiterin im Zimmer (wo er durchrief um mehr zu erfahren) mit.

Sie ging dann (sehr standhaft ist sie in solchen Dingen leider nicht wirklich)

Da nun kein Name bekannt ist kann man weder Dienstaufsichtsbeschwerde (hab nur angerissen, aber die beiden Menschen dort waren wirklich sehr unfreundlich und wenig hilfsbereit) einreichen noch dem Vermieter eine halbwegs passende Auskunft geben.

Sie weiß nicht mehr wirklich weiter.

Derzeit ist sie auf ALG2 angewiesen. Sie ist alleinerziehend, der Vater lebt in England (damals verschwunden), ihre Tochter geht am dem 1.10. in die Kita, damit sie dann wieder arbeiten gehen kann (bzw sich intensiv um Arbeit bemühen kann)

Noch länger, und versucht hat sie es schon mehr als lang genug, schafft sie es nicht dort wohnen zu bleiben.

Sie ist fertig mit den Nerven und ehrlich gesagt weiß ich nun auch nicht weiter.

Nun also einige Fragen an euch.

Ist der Auszug wirklich unangemessen, bzw unbegründet? Reichen vorliegende Gründe nicht aus?

Wenn es ausreichend sein sollte (wovon ich ja eigentlich ausgehe), warum wird abgelehnt?

Und Frage natürlich zum Schluss: WAS kann sie jetzt tun, damit sich das alles nicht in die Länge zieht und die Wohnung dann blöderweise anderweitig vergeben wird, denn Wohnungstechnisch sieht es hier in der Gegend zu oben genannten Mietkonditionen wirklich schlecht aus.

Hoffe ihr könnt mir und somit ihr ein wenig helfen.

LG

Beitrag von phoenix_steigt 09.08.07 - 16:02 Uhr

grusse,

die sollte mit IHR sachbeatrbeiter reden und nicht mit irgenwem. sehe die namen auf die papier kram.

gruss

Beitrag von nightingale1969 09.08.07 - 16:17 Uhr

Auch, wenn es abwegig klingt und sie das nicht gern lesen wird: Sie wohnt angemessen. Hier in Ffm. zum Beispiel würde es erst als unangemessen gelten, wenn man pro Nase weniger als 9m² hat.

Die äußeren Umstände rechtfertigen erst mal auch keinen Umzug, denn sie kann zunächst mal darauf verwiesen werden, mittels Vermieter und ggf. später Mietminderung etc. pp. die Zustände in ihrem Haus abzustellen.

Wenn das nachweislich (Schriftverkehr mit Vermieter, Polizei, vom Mieterverein...) nichts fruchtet, dann könnte evtl. eine andere Wohnung finanziert werden.

Nötigenfalls müsste sie sich ihren gesundheitlichen Zustand attestieren lassen, wenn das Wohnumfeld sie oder das Kind regelrecht "krank macht". Dann könnte ein "wichtiger Grund" anerkannt werden.

Ansonsten sind die aufgeführten Tatsachen keine "wichtigen Gründe", den man kann (und muss) sie zunächst auf die Selbsthilfe verweisen.

Denn mal ehrlich: Viele wohnen nicht zufriedenstellend und mit mehr oder weniger großen Nervbacken im Haus (ich auch). Aber viele müssen auch erst mal den Weg über Vermieter, Polizei etc. gehen oder die Dinge hinnehmen, weil sie sich keinen Umzug leisten können. Es ist spätestens seit 2005 sehr ristriktiv geworden und der Staat will (endlich), dass Menschen sich mehr eigenverantwortlich verhalten. Und dazu gehört auch, dass man nicht sofort Umzug und neue Wohnung bezahlt haben will, sondern dass man die Dinge regelt wie es Millionen anderer Menschen, die kein ALG II bekommen, auch tun müssen.

Seit Anfang 2007 ist es vielerorts noch restriktiver geworden.

Bei allem Verständnis, dass die Lage für Deine Freundin frustig ist: Sie muss das selbst und wie eine erwachsene Frau regeln. Seitens ARGE wird wohl kein Umzug finanziert werden.

Gruß
Ch.

Beitrag von laetitiajosephine 09.08.07 - 19:07 Uhr

Ja, mit ihrem Sachbearbeiter reden!

Kann sein, dass nur die Umzugskosten abgelehnt wurden. Entscheiden tut das alles der/die Zuständige von der Arge. Ich hätte das gleich bei dem selbst beantragt, ausführlich begründet (schriftlich), bsp. keine Essecke möglich / offene Küche, Zustand der Wohnung nicht zumutbar, Vermieter macht nichts, Durchgangszimmer bzw. Kind hat ein recht auf eigenes Zimmer etc pp. Dann kommt ein Außendienstmitarbeiter und prüft vor Ort, ob das alles stimmt, dann entscheidet wieder der/die Zuständige von der Arge, mit diesem bescheid dann zum neuen Vermieter gehen...
Wäre sehr traurig, wenn das nicht genehmigt würde.

Ist sie denn vor ALG2-Bezug dort eingezogen oder erst mit ALG2-Bezug? Das ist leider auch wichtig...

Beitrag von sveavk 09.08.07 - 19:31 Uhr

hallo,

das ist aber komisch...
ich lebe ebenfalls in berlin, hartz4-empfängerin.
ich hab in bequemen 2zimmern mit 53m² gewohnt, bevor ich schwanger wurde und alleinstehend. mitten in der schwangerschaft habe ich umzug beantragt näher zu großeltern, für 2personenbedarf, weil mein vermieter auch keine kidnerwagen im haus erlaubt etc...
ich bekam die erlaubnis umzuziehen und hab mir eine whg ausgesucht, 3zi, 77m², 490warm, würde selbstverständlich zuzahlen.
da mußte ich kämpfen, aber die miete wurde übernommen, umzugskosten und kaution abgelehnt. da haben mir meine eltern geholfen.

ich würde auf jeden fall kämpfen, ihr steht bei 2 personen warmmiete bis 444euro zu und wesentlich mehr m²!
auf die hueldrüse drücken beim jobcenter, nicht schimpfen...betteln und weinen...

ihre situation ist ja viel krasser als meine...

udn wirklich versuchen zum entscheidenden sachbearbeiter vorzudringen udn dem das alles zu erzählen...
und schriftlich jeden 2.tag...fax, post...?

toitoitoitoi, ich drück so doll die daumen...

meine kleine kommt in 3 wochen und ich fühl mich hier echt wohl udn wünsche das auch allen anderen!!!

svea und anouk inside et 30.8.07

Beitrag von maeuschen06 09.08.07 - 19:39 Uhr

Hallo,

hast du eigentlich überhaupt kein Schamgefühl? 77 qm für eine Person mit einem Säugling #schock Also manchmal frage ich mich wirklich, wofür ich arbeiten gehe. Ich kenne viele, die trotz zweier Einkommen sich eine so große Wohnung nicht leisten können. Und ein Säugling braucht auch kein eigenes Zimmer.

Aber es ist ja so bequem, wenn der eigene Luxus von anderen bezahlt wird. Traurig, dass die Arge da mitgemacht hat.

Kein Wunder, dass Sozialgelder immer weiter reduziert werden. Wenn die Hilfe so schamlos ausgenutzt wird.

lg

Beitrag von thea21 09.08.07 - 20:36 Uhr

Also,

erstmal danke für die Antworten.

Zunächst sieht es so aus das die Gute immer gearbeitet hat, seit sie 16 ist (Ausbildung), danach feste Einstellung, leider wurde ihr kurz vor der Schwangerschaft (sie erfuhr kurz danach das sie Schwanger ist) betriebsbedingt gekündigt.

Die Wohnung bezog sie AUßERHALB der ALG2 Zeiten, hat also damals, als sie noch arbeitete, und alleine war die Wohnung gesucht, welche damals noch in den Händen einer anderen Wohnungsbaugesellschaft lag UND für sie allein gereicht hat.

Nun wechselte kurz nach der Geburt ihrer Tochter die Wohnungsbaugesellschaft und es wird immer schlimmer.

Ich geb selten was auf "gehörtes" aber was dort passiert ist nicht mehr feierlich.

Sie haust in einer Bruchbude, das Umfeld wird immer schlimmer, hauptsache die Wohnungen werden vermietet, niemand kümert sich WER in die Wohnungen kommt.

Sie rief schon öfter die Polizei und erstattete Anzeige.

Das schlimmste an der Situation ist das ihr mehrfach schon körperliche Gewalt angedroht worden ist nachdem durch Schlampigkeiten rauskam das sie es war die die Polizei rief.

Aber all das ist nebensächlich.

Ich sehe es ähnlich wie die meisten hier, das viele Menschen das engmaschige Sozialnetz ausnutzen, ABER man kann es auch übertreiben und für mich hört ehrlichgesagt der Spaß auf, wenn eine junge Mutter mit Kind (die wirklich viel versuchte) in unzumutbaren Wohnzuständen hausen muss, mit fragwürdiger Mieterschaft und vor allem in solch beengten Raumverhältnissen.

Es geht ihr weder um Umzugskosten die genehmigt werden sollen, noch um Kautionszahlungen, das alles würden gütigerweise (eben weil sie am Ende mit ihren Nerven ist und so schnell wie möglich raus möchte) ihre Eltern übernehmen.

Nur stellt sich bis dahin das Problem, dass BIS sie eben in Arbeit kommt, die Miete seitens des Jobcenters angemessen sein muss, sowie die Größe und das ist sie nunmal.

Ich ärger mich schwarz wenn ich Beispiele XY lese, wo jemand ohne wirklich erkennbaren Grund auszog und sich nen Lenz drauf macht.

Dann kommt jemand daher der wirklich einen Grund für einen Umzug hat, und dann kommt man mit der Aussage der Unangemessenheit daher, bzw das DAS alles ja garkeinen Auszugsgrund darstellt.

Sicherlich will und bekommt sie keinen Palast. ABER das will sie wie gesagt auch nicht.

Es geht nur darum das ein 2 mal 2 Meter raum fürs Kind, wo man sogut wie nichts unterbringen kann, ein Schlafzimmer kleiner als ein Mauseloch und ein Wohnzimmer welches gerade mal 3 mal 3 Meter MIT mini offener Küche, für mich nicht mehr wirklich lebenswert ist wenn DANN noch alle anderen Umstände dazukommen.

Würden die anderen gravierenden Umstände nicht so einher gehen, wäre es für sie garkein Problem noch ein halbes Jahr zu warten, das steht doch außer Frage.

Beitrag von nightingale1969 09.08.07 - 20:57 Uhr

"Sie rief schon öfter die Polizei und erstattete Anzeige."

Na also, dann ab mit dem Schriftverkehr zur ARGE. Genau das schrieb ich doch auch schon als Tipp, von daher verstehe ich Deine Litanei nicht wirklich.

Es ist nunmal leider die harte Realität, was ich geschrieben habe. Dass ich auch weiß, dass unter den ALG II-Beziehern X Menschen sind, die vorher viel gearbeitet haben, ändert nichts an den rechtlichen Tatsachen.

"Das schlimmste an der Situation ist das ihr mehrfach schon körperliche Gewalt angedroht worden ist nachdem durch Schlampigkeiten rauskam das sie es war die die Polizei rief.
Aber all das ist nebensächlich."

Wer schrieb denn, dass es nebensächlich ist?!

Sorry, aber wolltest Du hier nur zustimmendes Gegreine hören oder aber die harten Fakten und konkrete Tipps?!

Christine
...die zu Zeiten als Alleinerziehende mit Baby/Kleinkind auch auf 48 m² hauste - in der Gießener Nordstadt (google mal danach)... Hinter meiner Tür stand ein abgeschraubtes Tischbein in Form eines Baseballschlägers - für den Fall der Fälle.

Beitrag von thea21 09.08.07 - 21:12 Uhr

Hallo,

darum ging es garnicht, Zustimmung wollte ich nicht hören, denn ich will ihr helfen.

Das was ich nach meinem ersten Post schrieb, sollte nur als Allgemeininformation dienen, damit man die näheren Umstände etwas besser verstehen kann.

Und wie gesagt, ich weiß und auch das ist bitter, das es Menschen gibt die noch schlechter leben/gelebt haben.