Sie sagt:" Tut mir leid"

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von hoeppy 10.08.07 - 23:48 Uhr

Hallo,

meine Tochter ist 2 Jahre alt. Sie ist eigendlich ein total pflegeleichtes Kind, die auch schon sehr weit für ihr alter ist.

Wir haben vor 10 Wochen auch unser 2. Töchterchen bekommen. Da bleibt Stress natürlich nicht aus.

Es kommt öfters mal vor, dass ich mit unserer Großen schimpfe, weil sie die kleine absichtlich weckt, oder weil sie ihren Kopf durchsetzen will.

Wenn ich dann geschimpft habe, setze ich mich hinterher in einer ruhigen Minute mit ihr hin und sage ihr, dass es mir leid tut und erkläre ihr, warum ich geschimpft habe und sage ihr, dass ich sie ganz arg lieb habe.
Sie sagt dann auch meistens "tut mir leid" und "ich liebe Dich mami"

Lange dachte ich, dass sie es vielleicht nicht richtig versteht, doch wenn sie mich mal versehendlich tritt oder so, dann sagt sie von sich aus "tut mir leid"

Heute rannte sie (weil sie müde war) versehendlich gegen den Türrahmen. Ich meinte zu ihr "ohh mausi, musst Du aufpassen,....."
Sie sagte dann unter weinen zu mir "tut mir leid"

Wie würdet ir das interpretieren????

Das geht mir jetzt schon den ganzen Abend im Kopf rum. Irgendwie hat es mich schockiert. Meint ihr sie hat erwartet, dass jemand (der Türrahmen) sich bei ihr entschuldingt?

Ist es richtig von der Erziehung her, dass ein 2 Jähriges Kind die Worte "tut mir leid" schon kennt??

LG Mona

Beitrag von 01wba056 11.08.07 - 00:41 Uhr

Vielleicht interpretierst du da zu viel hinein und es tat ihr schlicht und einfach nur leid, daß sie da hineinrannte (tat ja auch ziemlich weh).

lg
Mia

Beitrag von parzifal 11.08.07 - 02:05 Uhr

Und warum nicht "tut mir leid... das ich nicht aufgepasst habe".

Genau das hast Du doch von dem Kind verlangt.

Letztlich ist das aber vollkommen egal.

Man kann sich auch ohne Grund das Leben durch Grübeln schwermachen.

Beitrag von bambolina 11.08.07 - 23:54 Uhr

>>>Man kann sich auch ohne Grund das Leben durch Grübeln schwermachen.<<<

sorry, völlig dummes Geschwätz...

Meine Meinung, lieber zuviele Gedanken machen als zu wenig.

Wir haben eine Mutter in der Nachbarschaft, die sich kaum Gedanken um ihren Sohn macht. Und alles mit den Worten abtut, mein Großer ist (war) genauso.
Entsprechend ist der Gute (5) auch drauf... vom Großen reden wir lieber nicht #augen

nix für Ungut
bambolina

Beitrag von parzifal 13.08.07 - 10:56 Uhr

Gegen das Argument "dummes Geschwätz" kann man natürlich nicht ankommen.

Die Überlegenheit dieses Arguments ist unübertroffen.

Du forderst Dein Kind zu etwas auf, weil es etwas falsch gemacht hat und machst dann eine Staatsaktion daraus, wenn es sich gerade dafür dann entschuldigt.

Diese Form von "zuviele Gedanken machen" führt leider oft zu einer Übermutter und gluckenhaftem Verhalten.

Jede kleinste Reaktion des Kindes wird analysiert und auf mögliche gravierende Spätschäden (die nur im Kopf der Mutter herumspuken) analysiert.

Ich gehe davon aus, dass es besser ist eine realistisch denkende und einschätzende Mutter als eine überängstliche Übermutter zu haben.

Ist ja aber nur "dummes Geschwätz". Gegenteilige Meinungen die nicht ins Bild passen werden niedergemacht.

Meiner Erfahrung nach ist ein solches Verhalten ein Zeichen dafür, dass man es eigentlich besser weiß aber nur nicht wahrhaben will. Ansonsten würde man sich konstruktiv auseinandersetzen

Beitrag von bambolina 13.08.07 - 23:39 Uhr

>>>Die Überlegenheit dieses Arguments ist unübertroffen<<<

ist es das für dich wirklich - für DICH???



>>>Ich gehe davon aus, dass es besser ist eine realistisch denkende und einschätzende Mutter als eine überängstliche Übermutter zu haben. <<<

Stimmt, du hast Recht...
Was ich mit meinem Posting andeuten wollte, lieber eine gluckenhafte Übermutter, als eine, die ihr Kind der "einfachheitshalber" gewähren läßt.

Dehalb mein (dein) "dummes Geschwätz" und "lieber zuviel des Guten...", als zu wenig - aber du scheinst mich nicht verstanden zu haben #kratz

Beitrag von hoeppy 13.08.07 - 23:46 Uhr

Hallo,

im übrihen hast Du die ganze Zeit nicht mir- der Ausgangsposterin geantwortet, sondern den anderen Mitschreibern.

Wenn Du richtig gelesen hättest, dann würdest Du wissen, dass ich mein Kind NICHT auffordere, sich zu entschuldingen. Für was auch.

Ich entschuldung mich bei ihr, wenn ich sie mal zu unrecht schimpfe und sie hat das nun übernommen.

Aber lieber bin ich eine Mutter, die such zuviele Gedanken um ihre Kinder macht, als zuwenig.

Gruß Mona

Beitrag von lachiara 11.08.07 - 09:22 Uhr

Liebe Mona...

ich glaube, Deine Sorge geht tiefer.

Es geht eigentlich nicht darum, dass Deine Tochter sich entschuldigt, sondern Du hast ein schlechtes Gewissen, dass Du ihr vielleicht nicht mehr gerecht wirst, weil Du ihr nun nicht mehr Deine ungeteilte Aufmerksamkeit schenken kannst.

Das ist normal! Mir ging es ähnlich.
Vielleicht schaffst Du es ja, regelmäßig Zeit allein mit Deiner Großen zu verbringen. Das muss nichts Besonderes sein. Einkaufen z.B. ohne Baby mit ihr als "großer Hilfe" oder Wäsche waschen und sortieren ohne Baby.... Hin und wieder etwas Tolles, wie z.B. Schwimmbad oder Ähnliches wird natürlich nicht schaden.

Meinem Sohn hat es auch gut getan, dass ich ihn in seinen Empfindungen bestärkt habe... "Puh, die Jette schreit aber manchmal echt laut, das nervt, stimmt`s?" oder "So oft warten bis ich Jette gewickelt/gestillt/ins Bett gebracht habe ist bestimmt doof und langweilig..." und Sätze wie "Jetzt machen wir zwei "Große Jungs Sachen" und Jette bleibt bei Papa/Oma!" haben uns beiden gut getan!

Ben und Jette sind mittlerweile gerade 5 und fast 3 Jahre alt und haben ein tolles Verhältnis zu einander.

Liebe Grüße, Sylvia!

Beitrag von stehvieh 11.08.07 - 09:31 Uhr

Hallo!

Ich kann dir nur sagen, dass sie dann offensichtlich gute Vorbilder hat, die sich bei ihr auch für Versehen entschuldigen - das ist doch sehr positiv! Denn wenn man dem Kind aus Versehen irgendwie weh getan oder unrecht getan hat, muss man ihm das ja auch sagen, damit es einen respektieren kann. Wenn sie das selbst tut, dann muss sie es ja von irgendwem haben. Also ich find das gut!

Allerdings ist auch möglich (wegen der Sache mit dem Türrahmen), dass sie es etwas falsch verstanden hat. Meine Tochter hat mit 2 Jahren mit "Das tut mir leid" manchmal eindeutig gemeint, "das tut mir weh", also man merkte an der Situation, dass sie dem eine falsche Bedeutung gegeben hatte. Wäre ja bei dem mit dem Türrahmen auch möglich?

Aber 2-jährige personifizieren wiederum auch gern Gegenstände. Meine Tochter sprach mal mit dem Pudding auf dem Tisch, "Pudding, dich können wir nachher auch essen, ja?", oder fragte den Staubsauger, ob er gut geschlafen hätte - also wenn die sich bei einem Türrahmen entschuldigt hätte, hätte ich mich auch nicht gewundert... #;-)

LG
Steffi

Beitrag von quiny 11.08.07 - 22:59 Uhr

Hallo Mona,

Leonie verhält sich genau wie deine Tochter auch. Nur dass sie "schuldin" (Entschuldigung) sagt. Selbst, wenn ich ausversehen auf ihren Fuß trete, sagt sie "schuldin, Mama"#kratz

Hab mir da jetzt deshalb keine näheren Gedanken drüber gemacht, weil sie öfter mal Dinge vertauscht z. B. wenn sie hoch will, sagt sie "runter" oder wenn ich das Licht an machen soll, sagt sie Licht aus machen Mama. Evtl. hängt es einfach noch an der sprachlichen Entwicklung, denn sie weiß sehr wohl, wenn es hell oder dunkel ist oder das Radio an/aus ist.
Es fällt ihnen wahrscheinlich vom Kopf her noch schwer, ihr Wissen in Sprache umzusetzen.

Wann sind deine beiden den geboren? Sie scheinen ja im gleichen Alter zu sein, wie meine (Leonie *01.01.05 und Robin *28.05.07)

LG
quiny

Beitrag von hoeppy 11.08.07 - 23:14 Uhr

Hallo,

Jamie wurde am 4. August 2005 geboren und Josylina am 1. Juni 2007.

Heute war es putzig. Wir waren zur Taufe meines Patenkindes und mein Patenkind(18Mon) hat die Herdplatte eingeschaltet.

Die Oma meines Patenkindes hat den kindern dann erklärt, das man das nicht darf und meine Maus sagte wieder "Tut mir leid".

Da hab ich es ihr dann aber gleich erklärt, dass sie nichts gemacht hat.


LG Mona

Beitrag von quiny 12.08.07 - 18:21 Uhr

Hallo Mona,

da sind die beiden ja doch noch ein paar Monate auseinander.

Heute mußte ich an deinen Thread denken. Als wir heute Mittag spazieren waren, ist Papa mit dem Kinderwagen über Leonies Fuß gefahren. Was sagt SIE..... Schuldin, Papa!#kratz

Sie werden es bestimmt noch lernen.

LG
quiny

Beitrag von ratpanat75 12.08.07 - 15:45 Uhr

Hallo,

mein Sohn ist noch keine 2 Jahre alt und sagt schon seit einiger Zeit " Entschuldigung" oder "tut mir leid".

Ich finde es ganz normal, dass Kinder das lernen, wenn sie das von ihren Bezugspersonen auch hören, genauso, wie sie "bitte" und "danke" lernen.

Ich glaube, du machst dir eher Sorgen, dass deine Grosse im Moment wegen ihrem Geschwisterchen vielleicht etwas zu kurz kommt oder dass du etwas gestresst bist und eventuell mal unnötigerweise mit ihr schimpfst.

LG

Beitrag von winterzauber 13.08.07 - 13:14 Uhr

Hey,

nich so viel interpretieren, einfach mal so hinnehmen und sich freuen, so ein aufmerksames, lernfreudiges Kind zu haben. Scheinbar habt ihr eine super Vorbildfunktion.

Lg, Katy mit Hanna Julie *14.Dezember 2003