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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von tini26 12.08.07 - 17:29 Uhr

Ich stelle hier mal einen Artikel ein, er wird zu Diskussionen führen und das weiss ich auch.

Es ist meinerseits keine Wertung damit verbunden, sondern nur als Information für Euch gedacht. Er wurde im FOCUS veröffentlicht.

Ich sag es vorneweg, Hebammen kommen hier nicht besonders gut weg. Über diesen Artikel wurde auch bei Focus Online viel diskutiert.

Streitet nicht zu sehr darüber, lest es - wenn ihr wollt - es ist wie gesagt nicht sehr positiv für Hebammen. Einfach nur als Information gedacht.

http://www.focus.de/gesundheit/baby/geburt/hebammen/geburtshilfe_aid_20734.html

Beitrag von stubbel 12.08.07 - 17:39 Uhr

Naja, ich finde den Artikel ziemlich platt. Da wurden Einzelsituationen rausgepickt und das war es. Genauso gut gibt es auch solche Ärzte, in jedweder Abteilung oder allgemein in allen Jobbereichen.
Natürlich gibt es solche Hebammen und solche, nur hier in dem Artikel werden sie alle über einen Kamm geschert, was ich eh prinzipiell immer nicht in Ordnung finde aus den oben genannten Gründen. Einfach ein schlecht bis überhaupt gar nicht recherchierter Artikel, mehr nicht #augen...
Ich bin froh, meine Hebamme zu haben, die viel Erfahrungen sammeln konnte in den letzten Jahren. Auch wird bei meiner Geburt eine Hebammenschülerin im letzten Jahr dabei sein, einfach damit sie selber mal dabei war, lernt, ebenfalls Erfahrungen sammelt usw, was dann späteren zu betreuenden Schwangeren ja nur zu Gute kommt. Also ich würde mir immer wieder eine Hebamme neben dem FA suchen..
lg anne mit Emilia 36. SSW

Beitrag von nightwitch 12.08.07 - 17:49 Uhr

Hallo,

danke für die Info, aber der Artikel hat mich nur noch mehr dazu bewogen auch wirklich in einer Klinik zu entbinden. Sicherlich ist es ein schönes Gefühl zuhause oder in einem Geburtshaus zu entbinden, aber ich hätte immer die Angst im Nacken, dass etwas schief laufen könnte und das Baby oder ich in Lebensgefahr sein könnten und dann schnell in ein Krankenhaus gebracht werden müssen - falls dies überhaupt geschieht.

Daher bin ich froh, dass ich ein Krankenhaus gefunden habe, dass auch obwohl es über medizinische Vorteile verfügt, sehr privat und schon fast häuslich aussieht.
Ausserdem weiss ich, dass in dem Krankenhaus meine Tante arbeitet und zu der habe ich schon seit Jahren ein gutes Verhältnis und vertraue ihr.

Ich würde mich immer für eine Krankenhausgeburt entscheiden, da ich ein sehr ängstlicher Mensch bin und gerne soviel Sicherheit wie möglich haben möchte.

Daher suche ich mir immer mehrere Meinungen und vertraue nicht nur auf meinen Arzt, meine Hebamme oder auf das Internet sondern frage wenn nötig viele Menschen um ihre Meinung. Bislang bin ich immer - also nicht nur in meiner Schwangerschaft - sehr gut damit gefahren und daher werd ich das auch weiterhin so handhaben.
So hat mir eine Hebamme (meine war leider an dem Tag verhindert) nämlich gesagt, dass man bei Diabetisschwangeren definitiv immer einen KS macht, mein Arzt, meine Tante und die Hebamme aus dem Krankenhaus meinten allerdings total entsetzt, dass dies überhaupt nicht grundsätzlich gemacht wird, sondern nur wenn die Umstände dies erfordern. Die Hebamme und der Arzt aus dem Krankenhaus meinten sogar, dass das Risiko bei Diabetisschwangeren bei einem KS höher ist, da durch die Zuckerwerte evtl die Wundheilung schlechter sein kann und auch die Belastung während des KS zu hoch sein kann.
Klingt für mich logisch, da ich weiss, dass zuckerkranke Menschen das sogenannte "schlechte Heilfleisch" haben.


Aber jeder soll für sich entscheiden, was das beste für sich und das Baby ist.
Für mich ist es definitiv die Medizin im Krankenhaus!

LG
Sandra, 35. Woche

Beitrag von nightwitch 12.08.07 - 17:57 Uhr

Hab noch was vergessen #hicks

Auch wenn ich in einem KH entbinden werde, heisst dies nicht, dass ich alle Hebammen über einen Kamm schere.
Wie meine Vorrednerin schon meinte, es gibt immer solche und solche, nur ich würde mich auch schon aus dem bauch heraus nicht nur auf Hebammen oder dem KH entscheiden.

Aber die Entbindung wird für mich definitiv in einem KH stattfinden :-)

LG
Sandra

Beitrag von tini26 12.08.07 - 18:02 Uhr

ich seh es ähnlich wie Du...

meine Vorsorgeuntersuchungen würde ich alle vom FA machen lassen, meine Entbindung nur in einer Klinik, eine Hebamme würde ich bei anderen Sachen (Akkunpunktur, Rückbildung, Wochenbett) um Rat fragen.
Ein Geburtshaus od. Hausgeburt käme für mich nicht in Frage, nicht erst seit dem Artikel, der, da gebe ich der Erstrednerin Recht, alle Hebis natürlich auch über einen Kamm schert. Am besten man befragt immer mehrere Personen und informiert sich umfassend.. sowohl bei Hebi als auch bei FA. Aber nie nur bei einer Hebamme - das ist eben meine Meinung.

LG tini

Beitrag von stubbel 12.08.07 - 18:18 Uhr

Ist bei mir genau das gleiche. Meine Hebamme hat einen Vertrag mit dem Krankenhaus, in dem ich entbinden werde. Dementsprechend ist alles mögliche an notwendigen technischen Geräten da, sollte es zu Komplikationen o.ä. kommen und trotzdem ist sie die "Hauptperson" in dem Moment, die mich unterstützt und auch anleitet (ist ja schließlich mein erstes Kind :) ). Das war mir sehr wichtig, dass notfalls auch die Kleine dann medizinisch versorgt werden kann sollte was sein, deswegen würde ich bei einer ersten Geburt auch immer eher in's Krankenhaus gehen als Zuhause oder in einem Geburtshaus. Das überlass ich dann lieber den schon erfahreneren Müttern, die sich sowas zutrauen.
Aber ansonsten kenn ich es anders als wie es im Artikel geschildert wird, da meine Hebi z.B. auch mit meiner Frauenärztin zusammenarbeitet wenn es notwendig ist, da sie sich schon seit Jahren kennen und auch die ein oder andere Geburt zusammen gut "hinter sich" gebracht haben. Da ist von Konkurrenz keine Spur sichtbar #freu...

Beitrag von miau2 12.08.07 - 18:18 Uhr

Hi,
ich habe solches und solches erlebt.

Die eine Seite bei mir: lt. Aussage meiner Wochebetthebamme hätte mich mit meiner medizinischen Vorgeschichte kein Geburtshaus und keine Hebamme für eine Hausgeburt betreut. Lt. ihr hätten alle abgelehnt und mich an eine Klinik verwiesen. Da ich meinen Ärzten vertraue, bin ich auch nie auf den Gedanken gekommen, mit dem Leben meines Kindes zu spielen und was anderes als eine Klinikgeburt zur probieren. Allerdings war bei mir halt auch schon lange klar, dass die Entbindung für meinen Kleinen zum Problem werden könnte...was dann auch so war. Nach mehreren Stunden (9 Stunden nach Blasensprung durch Wehenbelastungstest), in denen eine natürliche Geburt versucht wurde und ich, zumindest in den letzten Stunden, eine panische Angst um mein Kind hatte beim Blick auf das CTG, wurde auf KS entschieden. So rechtzeitig, dass ich doch noch ein Geburtserlebnis hatte, weil der KS ganz entspannt unter PDA durchgeführt wurde. Die PDA hatte mir übrigens die Hebamme ans Herz gelegt, begründet.

Anders eine Bekannte, die in einem Geburtshaus entbunden hat. Viel zu spät wurde dort festgestellt, dass absolut nichts mehr ging. Sie wurde dann erst in einer halbstündigen Autofahrt von der Hebamme ins Krankenhaus gefahren...direkt in eines mit Kinderklinik. Die war auch nötig, das Kind lag eine Woche auf der Intensivstation (hat aber alles gut überstanden). Ach ja, die Geburt endete in einem echten Not-Kaiserschnitt. Maske drauf, Vollnarkose, Kind raus.

Die Aussage, dass Vorbereitungskurse und Rückbildungskurse überflüssig werden ist schlicht und ergreifend Blödsinn. Sicher, es muss kein "Hechel-Kurs" sein, wenn man direkt einen KS will. Aber die eigentliche Geburt hat bei unserem Kurs eine Stunde von ich glaube 10 in Anspruch genommen. Alles andere war durchaus auch mit Kaiserschnitt zu gebrauchen ;-), und es steht einer Schwangeren ja oft frei, sich einen Kurs mit den gewünschten Inhalten auszusuchen.

Und Rückbildungskurse machen nach einem KS genau so Sinn wie nach normaler Entbindung, und Wochenbettbetreuung - mit vielleicht ein wenig anderen Inhalten - ebenfalls.

Ich denke, dass mit dem Artikel Panikmache betrieben wird. Sicher gibt es Hebammen, die Situationen falsch einschätzen und dadurch großen Schaden anrichten. Gibt es übrigens auch unter Ärzten ;-), auch dann, wenn viel zu schnell gegen den Willen der Frau auf KS entschieden wird, weil der nun einmal dem Krankenhaus mehr Geld bringt.

Der Kaiserschnitt wird fast schon verherrlicht als schnelle, einfache, schmerzfreie, komplikationsfreie Methode, ein Kind zu bekommen. Das ein KS eine OP ist, wo der Frau der Bauch aufgeschnitten wird, und dass die Heilung auch nicht schmerzfrei abläuft, dass es ein - sehr kleines, aber vorhandenes - Risiko für spätere Schwangerschaften gibt, dass es - ebenfalls geringe, aber vorhandene - Narkoserisiken gibt - das wird gerne unter den Tisch gekehrt.

Die meisten Frauen, die heute Kinder bekommen, sind in einem Alter, wo sie eigentlich selbst auch ein wenig nachdenken können. Mit 44 würde ich eher einem Arzt vertrauen, denn dass das Risiko mit dem Alter erheblich ansteigt, weiß heute eigentlich jede Schwangere. Mit 44 ist eine Schwangerschaft nun mal eine Risikoschwangerschaft, und ich gehe mal davon aus, dass sie wenigstens einmal beim Arzt war und über die Risiken aufgeklärt wurde. Auch wenn ich jetzt vielleicht dafür gesteinigt werde, dass ich von werdenden Müttern "mitdenken" verlange.

Klar, man muss Vertrauen haben. Aber wenn ich an meiner Hebamme zweifele, und gesunder Menschenverstand hätte die Frau im ersten Beispiel zweifeln lassen können und müssen, dann würde ich mir mindestens eine weitere Meinung einholen. Genau so übrigens, wie wenn ich an meinem Arzt zweifeln würde.

Ich für meinen Teil hatte vollstes Vertrauen in meine Hebamme und habe mich super betreut gefühlt. Allerdings hat sie mich auch nie vor die Wahl gestellt, einen Teil der Untersuchungen nicht beim FA sondern bei ihr durchführen zu lassen...diese Wahl wäre bei mir mit einer mehrfach begründeten Risikoschwangerschaft ein Grund für mich gewesen, an ihr zu zweifeln. Denn mir war mit etwas nachdenken schon klar, dass meine Probleme zwar nicht extrem, aber halt auch nicht harmlos waren.

Diese gesamte Schwarz-Weiß-Malerei - auf der einen Seite total abgehobene Hebammen, die so predigen, wie das sicher einige tun, und auf der anderen Seite Ärzte, denen schon das große KS in den Augen leuchtet, wenn sie eine Schwangere von Weitem sehen (weil sie damit nicht nur mehr Geld fürs KH verdienen, sondern vielleicht auch weniger Arbeit haben); dann die Mütter - auf der einen Seite die, die einen KS "verherrlichen" und als das Non Plus Ultra sehen, auf der anderen Seite die, die KS-Mütter direkt ab Geburt als Rabenmütter sehen - ich finde das alles ziemlichen Schwachsinn.

Werdende Mütter gehören ordentlich informiert und betreut, und zwar objektiv und ohne Vorurteile gegen die eine oder andere Seite. Und zwar von allen Ärzten und Hebammen. Hetze und Panikmache wie dieser Artikel sind da nicht gerade förderlich.

Aber was erwartet man auch vom Focus.

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von alarabiata 12.08.07 - 19:15 Uhr

...aber schon komisch wie die niederlande usw. zu ihren guten hausgeburtsstatistiken kommen, oder?;-)

LG

bianca

Beitrag von delphax 12.08.07 - 20:41 Uhr

ja komisch :-) das in einem modernen Land wie die Niederlande soviele Frauen gute Hausgeburten haben und insgesamt fast nur von Hebammen betreut wird und Deutschland hat den höchsten Kaiserschnittanteil bei Geburten in ganz Europa (wenn ich mich nicht irre #kratz vielleicht gibts ja noch ein Land mit sooo hoher Kaiserschnittrate) und es wird immer noch gemeckert, dass zuviele Geburten natürlich ablaufen (nix gegen den KS im allgemeinen) #gruebel naja, das ist einfach ein schlechter Artikel #augen
man kann das alles differenzierter sehen, wenn man sich besser informieren würde als diese Journalistin #augen

Beitrag von merlin111 12.08.07 - 19:36 Uhr



Also ich finde den Artikel sehr oberflächlich,und zweifle (nicht zum ersten mal bei Focus) die saubere Recherche an.

Auch wenn ich selbst für eine natürliche Geburt bin, und den WKS nicht für gut heiße.Bitte nicht steinigen!

Aber eine gute Hebamme sollte gerade ausmachen, ein Risiko für Mutter oder Kind zu erkennen und entsprechend zu handeln.Ich denke das trifft auch auf die meisten zu.

Ich hatte nicht mal das Glück eine zu bekommen(ET 21.12.),
weil 4 von 6 Hebammen in Urlaub waren, und der Rest entsprechend "überfordert". Also es ging super ohne, ich kann im nachhinein sagen, daß ich alles in Griff bekommen habe, im schlimmsten Fall half der Kinderarzt. Brauche auch diesmal keine.

LG merlin,12.SSW

Beitrag von elfenmariechen 12.08.07 - 20:31 Uhr

Typisch Focus halt, warum die sich "Nachrichtenmagazin" nennen dürfen, wird mir ewig ein Rätsel bleiben #augen...
Allein schon dieser Satz zum Thema Kaiserschnitt:

"...der Kurs für die Geburtsvorbereitung und Rückbildungsgymnastik können entfallen."

Grammatikalisch und inhaltlich falsch - großartige journalistische Leistung!

Beitrag von snow_white 13.08.07 - 08:36 Uhr

Hallo,

man kann auch im Krankenhaus Pech mit der Hebamme haben (ich würde trotzdem der Sicherheit wegen immer im KH entbinden).

Bei meinem jüngsten Sohn konnte bis zu letzt angeblich der Kopfumfang (38 cm) nicht ermittelt werden.

Führte dazu, daß die Geburt zum Stillstand kam, das Kind beschissene Herztöne hatte, es für nen Kaiserschnitt zu spät war und ich ihn mit Wehentropf mehr oder weniger noch gerade so "rausgequetscht" habe.
4100 g, 56 cm, ich selbst ein "Persönchen".

Daß ich unter der Geburt den Drang hatte, rumzulaufen, hat keinen interessiert, ich mußte liegenbleiben, kaum auszuhalten.

Nebenbei hatte ich noch höchst "angenehme" Krämpfe in den Beinen, da ich diese permanent mit meinen eigenen Armen umfassen und halten mußte.

Meine Hebamme hat mir null geholfen, das einzige, was sie gemacht hat, war die Ärztin zu holen, als es kritisch wurde.


Naja. letzednlich zählt das Ergebnis, ne Sauerei war`s trotzdem...


LG

sw