Wechsel der Steuerklasse? Und andere Fragen!

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von susan382 12.08.07 - 21:46 Uhr

Hallo.

Ich erwarte im September mein 1. Kind. Ich bin allein erziehend, verstehe mich aber mit dem KV noch recht gut, er wird sein Kind auch regelmäßig sehen und seinen Unterhalt zahlen.
Nun zu meiner Frage. Da ich Geringverdiener bin und dadurch keine Lohnsteuer zahle, wollte ich fragen ob es auch möglich ist das der KV die Steuerklasse wechseln kann wenn das Kind da ist, oder gibt es da Probleme? Er hat dann wenigstens ein Nutzen von und kann das Geld was er dadurch spart lieber seiner Tochter zugute kommen lassen.

Außerdem wollte ich fragen, da ich trotz Lohn auch noch ALG2 beziehe, da ich so wenig verdiene, wie das aussieht mit einem Sparkonto fürs Kind. Ich wollte nämlich ein Konto einrichten auf das der Kindsvater, oder Oma und Opa und so etwas für die Kleine einzahlen können. Weiß jemand ob das beim ALG2 angerechnet wird, oder wieviel da anrechnungsfrei ist?

Außerdem habe ich vor das Erziehungsgeld auf 2 Jahre aufzuteilen, was ja dann nur ein geringer Betrag jeden Monat ist. Kann mir das Amt da Ärger machen da sie ja dann mehr ALG2 für mich und die kleine zahlen müssen, als wenn ich den doppelten Betrag hätte, wenn ich nur 1 Jahr beantragen würde?

Ich hoffe mir kann jemand weiterhelfen!
Danke schon mal im voraus!

LG Susan und #baby-GIRL inside.

Beitrag von kerstinkueken 12.08.07 - 22:11 Uhr

Hallo,

von der Lohnsteuerklasse habe ich keine Ahnung. Einfach mal im Kreisverwaltungsreferat nachfragen.

Der Freibetrag für dein Kind müsste 3100 Euro betragen. Alles was darüber ist wird als Einkommen gerechnet und mit AlgII verrechnet. Lass lieber gleich Oma und Opa das Konto anlegen.

Elterngeld wird nicht auf AlgII angerechnet. Das bekommst Du obendrauf.

lg

Kerstin

Beitrag von amely_09 12.08.07 - 22:29 Uhr

Hallo Susan,

das sind die Informationen, wie ich sie mir zusammensuchen konnte:

der alleinerziehende Elternteil (bei dem das Kind lebt) bekommt Steuerklasse II. Der unterhaltspflichtige Elternteil kann nur den halben Freibetrag eintragen lassen.

Jeder Elternteil bekommt ein halbes Kind auf die Steuerkarte. Dieses "halbe Kind" ist NICHT übertragbar. Einzige Ausnahme: der unterhaltspflichtige Elternteil bezahlt kontinuierlich weniger als 75% des Mindestsatzes. Wenn der unterhaltsberechtigte Elternteil dies nachweisen kann, kann der UNTERHALTSBERECHTIGTE Elternteil das ganze Kind auf die Steuerkarte bekommen.

(Früher war es so, daß man dem Vater das ganze Kind übertragen konnte, damit er den ganzen Freibetrag bekommt. Geht jetzt aber nicht mehr.)

Das müßte in deinem Fall heißen: Der Vater kann nur dann seine Steuerklasse ändern, wenn er als alleinerziehender Elternteil gilt. Damit wäre das Kind bei ihm angemeldet, etc. Das wäre aber wohl wirklich nicht die Situation, die du möchtest, oder? (Und du eben dann nicht mehr!)

(Damit bist du dann aber auch nicht mehr unterhaltsberechtigt!)

zu deinen anderen Fragen kann ich dir leider nichts sagen....

lg,

Amely

Beitrag von amely_09 12.08.07 - 22:33 Uhr

noch was: du weißt schon, daß in den nächsten drei Jahren (eigentlich jetzt schon, da du ja schon im Mutterschutz bist), nicht die Arge sondern der Vater deines Kindes dir gegenüber unterhaltspflichtig ist!! Sie werden sich also möglichst viel von dem Geld, daß sie dir zahlen, von ihm zurückverlangen.

(Der Unterhalt für dich ist aber, im Gegensatz zum Kindsunterhalt, von der Steuer absetzbar, soweit ich weiß...)

amely

Beitrag von picco_brujita 13.08.07 - 11:55 Uhr

der unterhalt ist nur bei getrennt lebenden bzuw. geschiedenen eheleuten steuerlich absetzbar, wenn der unterhaltsbeziehende teil eine verzichtserklärung beim FA abgibt.

in ihrem fall kann er den unterhalt nicht von der steuer absetzen.

lg
brujita

Beitrag von amely_09 13.08.07 - 12:07 Uhr

ui. danke. hätte nicht gedacht, daß beim BU nochmal so ein unterschied gedreht wird zwischen ehelichen und nicht-ehelichen müttern. ganz schön blöde für die männer, muß ich sagen....

Beitrag von picco_brujita 13.08.07 - 12:22 Uhr

naja, dafür bekommt - zumindest noch, bis das gesetzt jetzt endgültig geändert wird - die ledige mutter auch nur 3 jahre unterhalt und die ex-frau 8 oder 12 jahre.

ich frag mich auch, wie es nächstes jahr dann weiter geht, wenn der unterhalt für mich weg fällt. deshalb ganztags arbeiten und gar keine zeit mehr für mein kind? ne, das will ich nicht - dann heist es eben gürtel auf die rippen schnallen und nix mehr leisten können...

Beitrag von picco_brujita 13.08.07 - 11:59 Uhr

wie es mit dem ALG ist, kann ich dir nicht sagen, da ich (zum glück) keines beziehen muss, da ich halbtags arbeiten gehe.

wollte dir nur sagen, dass er seine steuerklasse nicht abändern kann. das kannst nur du, da du der elternteil bist, bei dem das kind aufwächst und auch gemeldet ist.
um himmels willen, lass die finger davon, das kind auf ihn anzumelden und ihm die sorge zu übertragen - dann wärst du ihm barunterhaltspflichtig und er hat das kind bei sich. das sind ein paar euro nicht wert, die er sich vielleicht sparen könnte!

ein sparbuch auf den namen deines kindes kannst nur du anlegen - oder jemand, dem du deine unterschrift dafür gibst.
es gibt einen freibetrag, der nicht angerechnet wird - wie hoch der ist, solltest du bei der arge erfragen.

lg
brujita