Chef zahlt nicht, wann verjährt das Gehalt?

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Beitrag von zahnfee71 13.08.07 - 10:22 Uhr

Hallo und guten morgen,

ich frag hier mal für meine Kollegin, da ich bereits anwaltlich vertreten werde.

Kurze Zusammenfassung ;-)

Wir haben beide zum 1.6. bei einem neuen AG angefangen,
dieser kündigte uns dann im Juli wieder, mit dem versprechen uns zum 1.9. wieder einzustellen (Kreditmauschelei).

Nun haben wir aber noch kein Lohn für Juni und Juli erhalten.
Ich bin gleich zum Anwalt, da ich auch Schwanger bin (von wegen kündigen)
So, und meine Kollegin wird jetzt seit Juli hingehalten mit irgendwelchen ausreden, warum sie noch kein Geld hat.

Ich habe aber gehört, das irgendwann das Gehalt verjährt, wenn man es nicht anmahnt. Sie mag nicht zum Anwalt gehen um die Einstellung (nun zum 1.10.) nicht zu gefährden.

Weiß hier jemand darüber bescheid, ab wann man spätestens was tun muß???

Würd ihr gerne helfen, denn ich denke das er versucht es so lange wie möglich rauszuschieben, in der Hoffnung das er nicht mehr zahlen muß.
Die anderen Kollegen haben ihr Juni Gehalt bekommen, warten aber jetzt noch auf das Juligeld.

Hoffe das ich das Problem verständlich geschildert habe, und mir jemand eine Antwort geben kann.

LG Tanja

Beitrag von bobb 13.08.07 - 12:11 Uhr

kann dir nichts genaueres sagen.aber warum geht deine kollegin nicht auch zum anwalt.würde ich an ihrer stelle sofort machen,am besten gestern!

und mal ehrlich:wollt ihr euch dort wirklich wieder einstellen lassen?das ist kein chef,das ist ein verbrecher und ausbeuter...neben veräppelt er auch noch.

Beitrag von nobility 13.08.07 - 14:16 Uhr

Hallo,

eine Verjährungsunterbrechung beginnt nicht erst mit einem Vollstreckungstitel oder Mahnbescheid wie viele irrtümlich meinen, sondern bereits mit einem Mahnschreiben. Dieses sollte jedoch vorsorglich als Beweissicherung per E/R erfolgen.

Also das vom AG noch offene Gehalt per E/R anfordern.

Anmerkung:

In aller Regel wird im Arbeitsvertrag die Höhe und der Zeitpunkt der Lohnzahlung vereinbart. Bleibt die Lohn/Gehaltszahlung über den vereinbarten Zeitpunkt hinaus offen, so befindet sich der AG mit der Lohnzahlung bereits in Verzug.

Im Grunde genommen, könnte man hier aus Rechtlicher Sicht Zweigleisig fahren. Zum einen Mahnbescheid beantragen, oder vorher als Druckmittel durch Drohung anwenden, und zum anderen mit Klage ( Arbeitsgericht ) drohen.

Was aber ist, wenn der AG das Wiedereinstellungsversprechen nur als Hinhaltetaktik verwendet um den ausstehenden Lohn nicht zu zahlen? Was macht der AN danach ? Was wenn es die Fa. bis dahin nicht mehr gibt oder wenn die Fa. der AG bis dahin Insolvenz eingereicht hat oder sonstwie seine Zahlungsunfähigkeit erklärt? Dann hat der AN weder Lohn noch Arbeitslosengeld.

Viel Glück !
Nobility

Beitrag von mork 13.08.07 - 15:59 Uhr

Hallo,

wieso soll ein einfaches Mahnschreiben die Verjährung unterbrechen?

Dies ist nicht der Fall!

mork

Beitrag von nobility 13.08.07 - 18:22 Uhr

Hallo mork,

wieso recherchierst du nicht vorher - und bitte gründlich - bevor du falsch antwortest.

Nobility

Beitrag von mork 17.08.07 - 09:48 Uhr

Hallo,

"wieso recherchierst du nicht vorher - und bitte gründlich - bevor du falsch antwortest. "

Das muss ich zurückgeben.

Deine Antwort hilft nicht weiter.

Leider weiß ich immer noch nicht, wieso Du auf die irrige Idee kommst, dass ein einfaches Mahnschreiben die Verjährung unterbrechen würde.

Die Verjährung beginnt erneut, wenn

1. Der Schuldner den Anspruch anerkannt hat oder

2. eine gerichtliche oder behördliche Vollstreckungshandlung vorgenommen oder beantragt wird.

Von einem einfachen Mahnschreiben zur Unterbrechung der Verjährung finde ich im Gesetz nichts.

mork

Beitrag von mork 19.08.07 - 20:59 Uhr

Hallo,

da Du eine mir falsche Anwort unterstellst wäre eine Begründung Deiner Meinung schon angebracht gewesen.

mork

Beitrag von zahnfee71 14.08.07 - 08:35 Uhr

Hallo Nobility,

danke erstmal! Was Du geantwortet hast wußte ich schon so einigermaßen, vielleicht hab ich nicht richtig gefragt.

Also, das Junigehalt hätte am 5.7. gezahlt werden müsse, das ist nun ca. 6 Wochen her.

Bis wann hat meine Kollegin noch Zeit etwas zu unternehmen, damit ihr dieses Gehalt nicht flöten geht? Oder ist es schon zu spät?

Ich finde ihr Verhalten schon ein bischen dumm, da ich der Meinung bin das er sie eh nicht wieder einstellt #kratz

Für mich ist der AG abgeschrieben, der ist ein A..... :-[

LG Tanja

Beitrag von mork 13.08.07 - 16:06 Uhr

Hallo,

prinzipiell verjähren Lohnforderungen in drei Jahren.

Es können aber deutlich kürzere Fristen INSBESONDERE DURCH TARIFVERTRAG ( bspw. drei Monate) vereinbart sein, in denen der Anspruch (schriftlich oder gerichtlich) geltend gemacht werden muss.

mork

Beitrag von nobility 13.08.07 - 18:33 Uhr

Zum zwecke evtl. Gerichtlichen Beweises für einen späteren Rechtsstreit sollte eine schriftliche Lohnforderung per E/R erfolgen.

In dieser sollte eine genaue Auflistung enthalten sein, z.B. ;

a) für welchen Zeitraum ( von - bis, Datum )
b) für welche Arbeitszeit ( Auflistung der Arbeitstage/Stunden )
c ) für welche Lohn/Gehaltshöhe
d ) evtl Urlaubsansprüche

Das Problem ist nähmlich, dass auf einer einmal gestellten Lohnforderung - und dass gilt auch später bei einem Streitfall vor dem Arbeitsgericht - sich schlecht Nachforderungen durchsetzen lassen, falls man was übersehen hat.