Heute ist wieder mal so ein schwerer Tag

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Forum: Trennung

Sorgerecht, Umgangsrecht, Unterhaltszahlung ... ? Wenn sich ein Paar zu einer Trennung entschließt, ergeben sich für jedes Elternteil ganz neue Fragen an die eigene Lebensplanung.

Beitrag von goingcrazy 13.08.07 - 10:51 Uhr

Hallo Ihr Lieben

Heute ist wieder so ein Tag an dem ich einfach nur heulen könnte. Das Wochenende war wieder richtig depremierend mit vielen vielen Vorwürfen.

Er hat mich wieder so was von unter Druck gesetzt und ich wäre am liebsten weggelaufen. Habe aber einfach immer noch die Ansicht, dass ich es anständig abschliessen will. In den nächsten zwei Wochenenden stehen Sachen an, die schon seit Monaten geplant wurden und ich möchte ihn dan nicht vor allen blosstellen. Aber ich weiss, dass ich mich eigentlich auch nur dahinter verstecke. Mir fehlt nach wie vor der Mut meine Sachen zu packen und zu gehen. Es ist einfach schrecklich.

Ich weiss, dass ich nur ausserhalb dieser Beziehung - ausserhalb dieses Netzwerkes, dass nur aus Druck und Vorwürfen besteht, wieder glücklich werden kann. Weshalb bin ich einfach so feige. Ich habe solche Angst vor was noch kommen mag, wie die Zukunft aussehen wird, aber ich weiss auch genau - dass in dieser jetzigen Situation zu Grunde gehe. Ich mag nicht mehr .

Ich danke Euch allen sehr für Eure Hilfe und Eure Geduld.
Liebe Grüsse
Eure M

Beitrag von katrin.30467 13.08.07 - 20:21 Uhr

Hallo,

so wie es klingt bist du schon längere Zeit ziemlich unglücklich und ich weiß wie schlimm das ist, beziehungsweise kann es gut nachempfinden weil es mir vor vielen Jahren auch mal so ähnlich ging.
Hast du denn niemanden in deiner Familie oder Freundeskreis die dich unterstützen können, falls du dich doch zur Trennung entschließen könntest.
Wenn du möchtest kannst du dich gern mit mir in Verbindung setzen wenn du jemanden zum Reden brauchst. Das kann manchmal auch helfen, zumindestens vielleicht deinem seelischen Zustand.
Würde mich freuen wenn du mein Angebot annimmst und dich bei mir meldest.
LG

Beitrag von goingcrazy 14.08.07 - 08:57 Uhr

Liebe Katrin

Vielen Dank für Deine lieben Zeilen. Ich habe viel Unterstützung, von guten Freunden und auch von meinen Geschwistern. Meine Eltern wissen noch nicht, wie schlimm es um uns steht.

Aber ich mache mir doch grosse Sorgen und dieser Schritt in ein neues Leben fällt mir nicht leicht. Ich weiss, dass ich nicht mehr mit ihm zusammen sein möchte. Das weiss ich ganz genau, aber trotz allem, mache ich mir grosse Sorgen um ihn. Nicht um mich, denn mir wird es sehr gut gehen - davon bin ich überzeugt. Ich weiss einfach noch nicht, wie ich diesen Schritt vollziehen soll.

Du schreibst, Du warst in einer ähnlichen Situaiton. Wie hast du es gemacht? Ich weiss, es hört sich vollkommen bescheuert an und ich schäme mich auch für meine Schwäche. Aber ich bin halt so wie ich bin und kann nicht aus meiner Haut raus.

Vielen Dank nochmals.

Liebe Grüsse Deine M.

Beitrag von katrin.30467 14.08.07 - 17:34 Uhr

Hallo,
seid ihr verheiratet und habt Kinder? Wie lange bist du schon mit ihm zusammen? Wenn du schon jetzt weißt das du gar nicht mehr mit ihm zusammenbleiben willst und du von deiner Seite auch keine Chance mehr für diese Beziehung siehst, solltest du es ihm schnellstmöglich sagen und dann auch wirklich gehen. Ich glaube dir das es schwer ist aber wenn du es noch länger hinauszögerst wird es doch auch nicht besser und wie lange willst du noch so leiden? Warum machst du dir solche Sorgen um ihn ? Merkt er denn nicht selbst das es in eurer Beziehung kriselt? Hast du überhaupt schon einmal mit ihm darüber gesprochen, wie er eure Beziehung zur Zeit sieht und ob er der Meinung ist das da alles stimmt? Manchmal merken bzw. sehen die Männer das überhaupt nicht, wenn man sie nicht mit der Nase drauf stößt. Bei mir war das auch so. Ich habe einfach gedacht das mein Mann das merkt wie unglücklich ich bin und mich immer mehr zurückgezogen habe.
Ich hab mich zu der Zeit auch vor jeder Berührung geekelt und manchmal auch Haßgefühle entwickelt. Als ich es gar nicht mehr ausgehalten habe, habe ich ihm gesagt das ich mich scheiden lassen will. Er war total geschockt und wollte das nicht begreifen warum. Dann haben wir uns zusammengesetzt und uns ganz gründlich ausgesprochen. Ich habe alles das angesprochen was mich zur Trennung bewogen hatte und er hat Besserung versprochen und sich total verändert. Ich habe ihn aber trotzdem noch geliebt und wir sind immer noch verheiratet. Aber ich weiß wie man sich fühlt.
Ich kann dir nur raten wenn du dich fest zu einer Trennung entschlossen hast, schiebe es nicht mehr auf die lange Bank.
Es wird sonst noch schwerer und schlimmer.
Falls du jemanden brauchst kannst du dich jederzeit an mich wenden.
Ich wünsch dir alles Gute!
Liebe Grüsse
Katrin

Beitrag von goingcrazy 15.08.07 - 09:25 Uhr

Liebe Katrin

Vielen Dank für Deine Rückmeldung. Du hast ja so vollkommen recht mit dem was Du sagst. Wir sind verheiratet haben aber keine Kinder - zum grossen Glück.

Ich mache mir sehr grosse Sorgen um ihn weil ich weiss, wie er sich hängen lässt, wenn irgendetwas nicht so läuft wie es sollte. Das macht mir solche Angst. Ich habe ihn nun die letzten 7 Jahre immer getragen, habe versucht möglichst viel von ihm fernzuhalten aber ich kann nicht mehr. Ich habe leider auch grosse Probleme mti seiner Familie und habe so viele schlimme Sachen gesagt bekommen, die ich denen nicht verzeihen kann. Leider habe ich Stück für Stück meine Wut auf die Familie auch auf ihn porjieziert und ich bin einfach nur noch traurig. Habe mir festgenommen, dass es in den nächsten Wochen passieren muss.

Ich denke schon, dass er sehr wohl merkt wie schlecht es mir geht. Er kann aber mit der Situation überhaupt nicht umgehen. Ich war immer die Starke.

Ich bin total am Ende und Du hast es recht - es wird nur noch schlimmer. Ich muss es endlich schaffen.

Vielen Dank - ein Tritt in den Allerwertesten ist genau das was ich wirklich brauche. Ich muss den Mut haben mich da hinzustellen und zu sagen: ich will nicht mehr.

Liebe Grüsse Deine M

Beitrag von katrin.30467 15.08.07 - 16:52 Uhr

Liebe M,
ich denke das du auf dem richtigen Weg bist, denn du kannst auf ihn einfach keine Rücksicht mehr nehmen. Schließlich scheint es ihm ja auch egal zu sein wie es dir dabei geht. Tut mir leid das sagen zu müssen aber er kommt mir wie ein totaler Egoist vor und ich glaube das war nicht gut das du ihm die ganzen Jahre den Rücken freigehalten hast und immer die Starke warst. Er verläßt sich nur auf dich und interessiert sich keinen deut um deine Gefühle. Du bist schließlich nicht seine Babysitterin und ich denke er ist bzw. sollte alt genug sein, sein Leben in den Griff zu bekommen. Mach dir nicht so viele Gedanken um ihn, sondern denke jetzt endlich an deinen Seelenfrieden. War er eigentlich dabei, wenn seine Familie dich so schlecht behandelt hat und wenn ja was hat er dann dazu gesagt? Hat er nicht zu dir gehalten? Da ist es natürlich nachvollziehbar, wenn sich deine Wut gegen ihn wendet.
Wie alt seid ihr beiden eigentlich?
Ich würde mich sehr freuen wieder von dir zu hören und hoffe ich habe dir hiermit nicht allzusehr zugesetzt. Bleib bei deinem gesetzten Ziel, denn du hast auch ein Recht auf ein glückliches Leben!!!!
Vielleicht bis bald.
Liebe Grüße von Katrin

Beitrag von goingcrazy 16.08.07 - 10:55 Uhr

Liebe Katrin

Vielen Dank für Deine liebe Antwort. Er war meistens dabei und meinte danach immer: meine Mutter ist halt so, oder: sie meint es ja nicht bös. Nein, überhaupt nicht. Wenn man einen Menschen vor versammelter Gesellschaft bloss stellt, dann meint man es sehrwohl böse.

Ich bin 34 und mein Mann ist 43 Jahre alt. Als ich ihn kennelernte war er 36 und ich war seine erste wirklich feste Beziehung. Habe mich damals schon gewundert, weswegen das so ist. Heute weiss ich die Antwort. Die anderen waren einfach schlauer und haben ihre Koffer rechtzeitig gepackt.

Ich habe mir jetzt ein Enddatum gesetzt bis zu dem ich es geschafft haben möchte. Das hilft denke ich - denn es setzt ein wenig Druck auf. Ich muss da raus, ansonsten gehe ich zu Grunde. Vielen Dank für Deine klaren Worte.

Mein allergrösster Fehler war, dass ich mich wahrscheinlich nicht klar genug gewehrt habe. Tränen alleine sind da wohl nicht ausreichend. Ich hätte schon viel früher sagen müssen: entweder sie oder ich. Habe ich aber nicht. Daher liegt ein grosser Teil der Schuld auch an mir. Ich habe es zugelassen, dass ich mich immer mehr von ihm entfremdet und mich entliebt habe. Ein schreckliches Wort - aber es trifft den Nagel leider nur zu sehr auf den Kopf.

Es wird für beide Zeit einen neuen Weg einzuschlagen.

Vielen Dank nochmals für Deine Worte - es hilft mir unheimlich mit Dir zu sprechen.

Wünsche Dir ein tolles Wochenende.

Beitrag von katrin.30467 17.08.07 - 12:57 Uhr

Liebe M,
freue mich sehr für dich, das du dir jetzt einen Termin gesetzt hast und hoffe auch das du dann fest dazustehst. Ich weiß es wird bestimmt nicht immer leicht sein, vor allem wenn er dann vielleicht immer wieder kommt und bettelt. Aber du solltest dann wirklich hart und bei deinem Entschluß bleiben. Denn nichts ist schlimmer als eine Ehe oder Beziehung aus Mitleid zu führen, das kann auf keinen Fall gutgehen. Das weiß ich aus Erfahrung, allerdings war ich damals auch noch sehr jung und doof. Es war meine erste richtige Beziehung. Als ich dann schlußmachen wollte hat er mich mit Selbstmord erpresst und blöd wie ich war, bin ich bei ihm geblieben, obwohl ich wußte das ich ihn nicht liebe und er nicht der Mann fürs Leben ist. Ich bin dann 1 Monat vor der Hochzeit abgesprungen, so schnappab. Ich kann schon in gewisser Art und Weise deine Zweifel verstehen, aber du mußt dich davon befreien sonst gehst du daran kaputt. Wann willst du es denn in Angriff nehmen? Wenn du Probleme hast oder einfach jemanden zum Reden brauchst, würde ich mich sehr freuen. wenn du dich bei mir meldest. Vielleicht könnten wir auch nach deiner Trennung in Kontakt bleiben. Kannst dich ja dann über meine Visitenkarte bei mir melden. Es wäre sehr schön.
Liebe Grüße und viel Erfolg wünsch ich dir von ganzen Herzen
sowie trotzdem ein schönes Wochenende.
Katrin