Sollte ich mich trennen?

Archiv des urbia-Forums Trennung.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Trennung

Sorgerecht, Umgangsrecht, Unterhaltszahlung ... ? Wenn sich ein Paar zu einer Trennung entschließt, ergeben sich für jedes Elternteil ganz neue Fragen an die eigene Lebensplanung.

Beitrag von schmalspur 13.08.07 - 10:55 Uhr

Hallo,

ich bin im Moment in einer Krise, weil es zuhause ganz und gar nicht mehr nett und harmonisch ist.
Mein Mann kommt mit der Erziehung unserer Tochter nicht mehr klar. Ich gehe um 7 Uhr aus dem Haus und komme um 17 Uhr wieder. Er bleibt dann allein mit dem Kind.

Wenn er eine gute Laune hat und das Wetter schön ist, geht er vielleicht einmal in der Woche mit dem Kind nach draußen. Sonst bleiben die beiden den ganzen lieben Tag lang im Haus. Begründung: Sie ist müde und wäre ja unausstehlich.

Seit dem letzten halben Jahr ist mein Mann gereizter und sogar jähzornig geworden. Wenn die Kleine bockt, schlägt er die Türen zu und schreit herum. Dann kommt die Kleine zu mir auf den Arm gekrochen und sagt: "Papa Türen knallt, hab Angst!" Wenn sie mir von dem Tag erzählt, dann ist sie meistens hingefallen - dann war Papa "böse" und "hat geschrien".

Uns als Paar geht es dadurch auch nicht besser. Wegen jeder Kleinigkeit meckert er sofort rum oder fühlt sich persönlich angegriffen. Ich brauche abends nur zu fragen, was wir heute essen wollen, da glaubt er sofort, ich würde seine Haushaltsführung kritisieren.

Wenn ich abends zuhause bin, guckt er mich und das Kind mit dem Allerwertesten nicht mehr an. Das ist seine "Ruhepause".

Ich könnte stundenlang so weiter erzählen. Fakt ist, dass wir nicht einfach so die Rollen tauschen können, weil er keinen Job hat und keinen Job bekommt. Zumindest keinen, der gut genug bezahlt wird. Einer Therapie würde er sich nicht anschließen - und das ist ja wohl Voraussetzung. Ich könnte ihm im Gegenzug aber drohen, dass ich meine Koffer packen würde. Denn er würde mich (uns) nie gehen lassen.

Auf der einen Seite klingt alles so, als könne man irgendeine Lösung finden. Aber auf der anderen Seite sehe ich ja, wie er sich verändert. Erst gestern bin ich weinend ins Bett gegangen, weil er die Kinderzimmertür abends so dolle geknallt hat, das das Nachtlicht runtergefallen ist.

Ich weiß nicht, ob noch Potential vorhanden ist. Er kennt meine Gefühle - ich habe ihm erst vor ein paar Tagen einen Brief geschrieben. Er war auch danach netter - einen ganzen Tag lang.

Ich stehe vor einem Scherbenhaufen. Gibt es einen guten Kleber?

LG

Beitrag von freydis 13.08.07 - 12:23 Uhr

hallo,

hm, ich vermute mal, dass dein mann mit der kindererziehung evtl. überfordert ist und mit der situation, dass er jetzt hausmann ist nicht klar kommt.

bei euch sind die traditionellen rollen vertauscht und es gibt männer, die damit einfach nicht klar kommen (erziehung, klischee, gene??? )

habt ihr schon mal überlegt euer kind in eine kita zu geben, damit dein mann wieder arbeiten kann - auch wenn der job nicht so gut bezahlt ist?

das waren meine ersten gedanken als ich deinen bericht durchgelesen habe.

natürlich weiß ich, dass es heutzutage nicht so einfach ist einen job zu finden. aber ein versuch wär es wert.

ob du dich trennen sollst?
du musst wissen welche gefühle du noch für deinen mann hast. frag ihn mal wie er eure beziehung sieht.

viele grüße und alles gute,
freydis

Beitrag von janamausi 13.08.07 - 12:37 Uhr

Hallo!

Mein erster Gedanke war auch, dass er mit dem Kind überfordert/unglücklich etc. ist. Wenn es nicht geht, dass Du daheim bleibst und Dein Mann arbeitet, könnt ihr ja z.B. euer Kind in eine Krippe/Tagesmutter geben und geht beide arbeiten. Und bis dahin würde ich klare Regeln aufstellen. Es geht ja wohl überhaupt nicht, dass man nur einmal wöchentlich mit einem Kind raus geht...

Wenn das alles nichts bringt, würde ich dir wirklich zur Trennung raten, da mir euer Kind sehr leid tut. Der Satz "Papa Türen knallt, ich hab Angst" von eurem Kind, sagt ja schon alles und wie ergeht es wohl einem Kind, dass täglich mit Papa, vor dem sie Angst hat, alleine ist!

Alles Gute
janamausi

Beitrag von schlange66 14.08.07 - 09:13 Uhr

er ist überforderd wie andere frauen auch in der situation...

und das er nicht raus geht macht doch nichts...ich gehe auch kaum raus..dazu muß ich sagen ich gehe noch arbeiten aber unsere tagesmutter geht auch nicht viel raus....


;-)

Beitrag von babsi1785 14.08.07 - 15:18 Uhr

Hallo,

also entweder überfordert oder unterfordert. Mir ging es auch mal MOnate lang so wie deinem Mann. Ich war gegen jedem und alles gereizt. Irgend wann, setzte sich mein Mann Abends mit mir hin und redeten. Da wurde uns klar, das mir die Rolle "Hausfrau" nicht gefällt. Also schon gefällt aber ich hatte das gefühl ich verblöde . . . Nun mache ich Ehrenamtliche Arbeit und WE gehe ich arbeiten. Habe das Gefühl auch was "Wert" zu sein.

Rede mal mit deinem Mann, evt. wäre das beste für alle, wenn er arbeiten geht und dein Kind zur tagesmutter oder Kindertagesplatz geht es sicherlich wieder berg auf.

Wünsche euch alles Gute

Babsi