Egoistischer sein?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von Egoistischer sein 13.08.07 - 12:15 Uhr

Hallo Ihr Lieben!

Ich bin mit meinem Mann nun 9,5 Jahre zusammen, davon 1,5 Jahre verheiratet. Wir haben eine kleine Tochter mit 13 Monaten.
Wir sind vor 1,5 Jahren von der Stadt aufs Land gezogen, in das Dorf, wo mein Mann herkommt und wo seine Eltern und seine Verwandtschaft lebt. Meine Verwandtschaft wohnt im gleichen Landkreis, ca. 30 Minuten entfernt.
Wir haben uns damals gemeinsam dafür entschieden, hierher zu ziehen, da wir dachten, dass es für unsere Tochter besser ist, auf dem Land aufzuwachsen, wo sie dann auch Oma und Opa in der Nähe hat.
Nun ist es aber so, dass ich mich offensichtlich in der Zeit, in der wir in der Stadt gewohnt haben, zu einem Stadtmenschen entwickelt habe. Sprich: ich fühl mich hier unwohl. Uns besucht keiner von der Verwandtschaft (was wir uns erhofft hatten) und ich sitz hier den ganzen Tag allein rum. Da ich ja nicht von hier bin, kenn ich auch niemanden. Und ich muss ehrlich sagen, dass ich auch nicht das Bedürfnis habe, Leute von hier kennen zu lernen. Weiß auch nicht, warum. Mein Mann versteht nicht, dass ich mich hier unwohl fühle und langsam vereinsame. Ich hab nämlich auch kein Auto, damit ich mal zu meiner Verwandtschaft fahren könnte. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln wäre ich den halben Tag nur unterwegs. Auch wenn ich in die Stadt will, ist das für mich immer eine halbe Weltreise.
Wenn ich dann mal was abends mit meinem Mann unternehmen will, hat er keine Lust mehr, da er ca. 45 Min. auf die Arbeit fährt und dann kein Auto mehr fahren will (auch nicht, wenn ich fahren würde). Er setzt sich dann lieber vor den Computer und spielt. Allerdings erst, wenn unsere Tochter im Bett ist, vorher spielt er noch ein bißchen mit ihr.
Das heißt aber für mich, dass ich wirklich den ganzen Tag allein bin. Erst, weil er auf Arbeit ist, und dann, weil er Computer spielt.
Nun spiel ich mit dem Gedanken, einfach mal egoistischer zu sein und darauf zu pochen, dass wir wieder in die Stadt ziehen. Dann könnte ich tagsüber auch eher mal was mit meiner Tochter unternehmen. Hier gibt es ja praktisch keine Angebote für kleine Kinder.
Es belastet mich wirklich sehr. Mittlerweile kann ich mich kaum dazu aufraffen, die Hausarbeit zu erledigen, weil meine Gedanken ständig nur um dieses Thema kreisen. Ich bin die meiste Zeit schlecht gelaunt, was ja auch für unsere Tochter nicht gerade gut ist. Mein Mann versucht aber eher noch, mir ein schlechtes Gewissen einzureden. Soll ich notfalls eben alleine mit meiner Tochter in die Stadt ziehen?

Was würdet Ihr denn an meiner Stelle tun?

Liebe Grüße

Beitrag von friendlyfire 13.08.07 - 12:40 Uhr

Hallo,

was du tun sollst, das kann dir keiner sagen und hängt auch von einigen anderen Faktoren ab.
Was mich interessieren würde: Hätte es für deinen Mann fahrtechnisch Vorteile, wenn ihr in der Stadt wohnen würdet? Hätte es für Dich jobtechnisch Vorteile, wenn ihr umzieht?
Wie schauts in der Stadt mit Wohnraum aus? Zahlt ihr viel drauf, wenn ihr umzieht...
Wäre ein Umzug teurer, als ein billiges zweites Auto?
Sprich mit deinem Mann drüber und sag ihm dass du sogar erwägst alleine umzuziehen, so schlimm ist es für dich.
Wobei ich niemals meinem Mann das Kind nehmen würde, aber meiner ist da auch anders...

Lass dir die Fragen mal durch den Kopf gehen!

LG ff

Beitrag von Egoistischer sein 13.08.07 - 13:56 Uhr

Hallo!

Fahrtechnisch hätte es schon Vorteile, denn dann könnte er mit der Bahn fahren (wäre dann sogar weniger lang unterwegs als auf der Autobahn). Aber dazu ist er zu bequem.
Für mich hätte es jobtechnisch nicht unbedingt Vorteile, da es in meinem Beruf eh schwierig ist, etwas zu finden (bin Biologin). Da müssten wir sonst ganz weit weg ziehen. Ich hab bis jetzt nicht in meinem Beruf gearbeitet, denn eine Woche, nachdem ich das Studium abgeschlossen hatte, kam unsere Tochter zur Welt. Und im Moment kümmere ich mich auch um unsere Kleine.
Vom Wohnraum her würds in der Stadt schon gehen. Wir haben hier jetzt 110 qm; so viel wären dann natürlich nicht mehr drin, aber mich würde das auch nicht stören.
Da ich im Moment kein Geld verdiene könnten wir uns ein zweites Auto unmöglich leisten.
Ich will meinem Mann das Kind auch nicht nehmen, deshalb bin ich ja noch hier. Ohne Kind wäre ich wahrscheinlich schon umgezogen.
Ich hab meinem Mann auch schon mal gesagt, dass ich über getrennte Wohnungen nachgedacht habe. Er meinte nur, dass es dann für ihn aus wäre, denn er denkt nicht, dass wenn es mal so weit ist, die Beziehung noch zu retten ist #augen. Als ob es so besser wäre! Naja.

Beitrag von anila 13.08.07 - 16:36 Uhr

dir fehlt eine freundin...

Beitrag von schlange66 14.08.07 - 09:10 Uhr

bleib auf dem land ist fürs kind besser...frische luft und tiere...in der stadt nür lärm und stinkende autos...

sei froh das dein mann schufftet und euch ein schönes zu hause bietet und abends noch mit der kleinen spilet wer macht das schon als vater...ließ doch mal die anderen beiträge.


und nur wegen der scheiß stadt alles aufs spiel setzten....hat die ex von meinem mann uch mal gemacht ...alle leute scheiße im dorf...oh ne..


man muß die leute richtig kennenlernen und melde dich bei der kirche an da gibt es immer was zu tuen und man lernt nette menschen kennen.


;-)