Phimose-Op>>Wer hats hinter sich?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von gaku 13.08.07 - 12:21 Uhr

Hallo,
unser Sohn wird am 24.08. operiert. Um die Op an sich mach ich mir weniger Sorgen, sondern mehr um das danach.
Ist es so, daß die Eichel durch die Beschneidung extrem reizbar und empfindlich ist? Ich meine, wenn der Penis (die Eichel) dann ständig den Schlüpfer berührt oder evt. die Hose reibt.
Was habt Ihr oder Eure Jungs für Erfahrung gemacht?


Gruß Mary

Beitrag von mutterschaf 13.08.07 - 13:08 Uhr

Hallo, unser Junge wurde vor einigen Monaten operiert. Die Vorhaut war mit der Eichel völlig verklebt.
Die ersten Tage waren furchtbar. Ihm tat alles weh: Laufen, sitzen und auch liegen, sobald die Bettdecke seinen Penis berührte. Vom Baden ganz zu schweigen.
Wir haben ihn eine gute Woche lang ohne Unterhose in Jogginganzüfen herumlaufen lassen. So lass sein Penis viel Platz hatte.
Ich denke, der Arzt wird euch noch Tipps geben, wenn es soweit ist.
Alles Gute, Sandra

Beitrag von gretli 13.08.07 - 14:37 Uhr

Hallo Mary,

mein Kind stand mal kurz vor so einer Op.
Ich habe nur eine Frage, da ich jetzt mit meinem anderen Sohn wahrscheinlich auch das selbe Problem habe.
Wir haben die Verengung mit einer Creme die Hormone enthielt in den Griff bekommen, das hatt ihn vor einer Op bewahrt.
Habt ihr das mal probiert???

Gruss Manja

Beitrag von gaku 13.08.07 - 15:22 Uhr

Hallo,
mit der Salbe wird es nicht funktionieren, sagte der Arzt.
Man sieht nichts von seiner Eichel, er kann die Vorhaut kein bißchen zurück schieben.
Wir hätten ja auch lieber eine Teilbeschneidung, aber bei ihm wird es wieder zusammen wachsen.


Gruß Mary

Beitrag von soriso 13.08.07 - 15:40 Uhr

nun, ich kann zwar nicht von einem kind berichten, aber von einem erwachsenen mann, der das gleiche problem hatte.

vielleicht werdet irh glück haben und das wetter spielt mir, so laß ihm alles was hose ist vom leib, mein holder gatte lief 2 tg zu hause ohne alles rum und sahs immer auf einem handtuch oder hatte eine ganz weite unterhose an.
duschen , was ja mehrfach am tag gemacht werden mußte, immer nur lau warm.

denke die kids haben das schnell im griff als erwachsene männer, denn mein lieber mann mußte dann noch nachoperiert werden und alles in allem hatten wir 3 monate damit zu kämpfen.
naja aber weite uhosen und stoffhosen oder jogginghosen werden die kinder schnell tolerieren, zumal sie überm spiel viel vergessen

drück die daumen

verena

Beitrag von markus_m 14.08.07 - 11:18 Uhr

Hallo Mary!

Bevor ich Dir etwas dazu sage, was man nach einer Beschneidung tun kann, um dem Jungen Schmerzen zu ersparen bzw. sie zu lindern, einige Bemerkungen zur medizinischen Indikation überhaupt:

Ich finde es immer wieder interessant, wenn Ärzte sich als Hellseher versuchen oder ganz natürliche Dinge den Eltern als „bedrohliche Gefahr“ verkaufen. Natürlich hat jede Mutter Angst um ihr Kind und möchte nur das Beste und lieber etwas zu viel vom Besten als etwas zu wenig. Aber manchmal ist das meiste noch lange nicht das Beste – und einem Jungen einfach mal die komplette Vorhaut abzuschneiden, womöglich, ohne dass dort etwas erkrankt, entzündet ist, eben nur, weil sie halt eng ist, halte ich im Zeitalter der Mikrochirurgie für geradezu mittelalterlich!

Ja natürlich ist die Vorhaut bei kleinen Jungs mit der Eichel total verklebt! Aber das ist doch kein Befund, der eine OP erforderlich machen würde.

Sowohl eine Phimose (Vorhautverengung) als auch eine Vorhautverklebung stellen, solange sie symptomfrei bleiben, keinen OP-Grund dar.

Ausschlaggebend für eine medizinisch NOTWENDIGE OP ist einzig und allein, ob der Junge gegenwärtig tatsächliche Probleme hat – Schmerzen, WIEDERHOLTE Entzündungen oder Probleme beim Pullern (nachhaltiger Harnstau).

Wie manche Ärzte mit dem Thema Phimose umgehen, ist in meinen Augen leichtfertig und unverantwortlich – und das sage bei weitem nicht nur ich, das sagen durchaus namhafte, in der med. Fachwelt anerkannte Ärzte.

http://www.universimed.com/frame.php?frame=http%3A//www.universimed.com/stage/networkcenter.php%3Fnw%3D2%26cat%3D%26table%3D%26view%3Darticle%26id%3D10272


Eine Salbe wird nicht wirken – woher weiß der Onkel Doktor das?

Und wenn er es weiß, warum erklärt er es Dir nicht?

Es handelt sich hier um Hormonsalben, die zeitlich begrenzt eingesetzt werden. Die Erfolgsrate kannst Du hier erkennen (S. 10).

http://www.medreports.de/medpdf/Rev12_04.pdf


Bei all diesen Jungen hat es geholfen, nur 2 wurden operiert (von 107) und auch bei diesen beiden wurde nicht etwa beschnitten, sondern es kamen moderne, vorhauterhaltende Verfahren zum Einsatz.

Merkwürdigerweise bist Du nicht die einzige Mama, der man dann erzählt, dass das ausgerechnet bei ihrem Sohn nicht geht. Die Begründungen, warum es nicht geht, sind nicht selten hanebüchen oder werden gleich ganz vorenthalten.

Das nächste „Argument“, das dann kommt, ist, das sich nach einer Teilbescheidung wieder etwas verengen könnte. Richtig – das ist das Risiko einer Teilbeschneidung, das man vorher kennen sollte und mit dem man rechnen muss, allerdings bei weitem nicht so oft, wie man dieses „bedrohliche Szenario“ aus der Mottenkiste holt.

VERSCHWIEGEN wird dabei vermutlich nicht selten, dass es ganz andere, sanftere, weniger invasive und für das Kind weniger belastende Verfahren gibt, z. B. die Triple Inzision oder ähnliche Verfahren, die im Wesentlichen alle darauf hinauslaufen, dass die enge Vorhaut ein- oder mehrfach eingeschnitten, aufgelehnt und wieder vernäht wird. Es wird NICXHTS abgeschnitten, es verengt sich nichts wieder, weil es keine um den Penis herum verlaufende Narbe gibt, Aufwand und Kosten sind nicht höher als bei einer Radikalbeschneidung und der Junge sieht hinterher genau so aus, wie zuvor (psychologischer Aspekt).

http://www.phimose-info.de/medizinische-studien-ueber-phimose/triple-inzision-als-sinnvolle-alternative-zur-zirkumzision-bei-der-operativen-behandlung-der-phimose-7096-26.php

Und in dieser Studie wurde auf die möglichen Langzeitfolgen einer Radikalbeschneidung, die aus dem lebenslangen Fehlen der Vorhaut resultieren, noch gar nicht eingegangen – bereits die kurzfristigen Vorteile reichen aus, um Beschneidung dahin zu befördern, wohin sie (abgesehen von sehr speziellen Diagnosen) gehört – ins Museum!

Problem bei diesen neuartigen Verfahren: Man braucht einen Arzt, der das beherrscht! Und da liegt der sprichwörtliche Hund nämlich begraben. Es gibt keine Lobby für kleine Kinder, schon gar nicht für Jungen – man bleibt lieber beim Althergebrachten. Trotzdem: Mit etwas Mühe findet man solche Ärzte.

So, genug davon. Meine Meinung dazu muss ja nicht die nicht Deine sein.

Deine Frage nach dem Verhalten „danach“:

Vieles wurde hier schon gesagt:

Weite, lockere oder gar keine Unterwäsche anziehen, T-Shirt reicht in der Wohnung.

Kamillenbäder fördern die Heilung.

Pullern kann unmittelbar nach der OP ziemlich weh tun. Abhilfe: Den Jungen in eine warme Badewanne setzen und dort rein pullern lassen. „Unter Wasser“ tut’s nicht so weh.

Das Wasser darf aber wirklich nur körperwarm sein, da auch zu hohe Temperatur „da unten“ weh tut.

Die Eichel nicht berühren – die Spülung durch das Badewasser reicht für die Sauberkeit.

Beim Schlafen die Decke z. B. in Höhe der Bettumrandung spannen (wie ein Zelt), damit sie den Penis nicht berührt. Nur eine leichte Decke verwenden – eine dicke Bettdecke drückt auf die Wunde und das tut weh. Ich erinnere mich, dass früher im Krankenhaus Holzgestelle ins Bett gestellt wurden, worüber die Decke gelegt wurde.

Soweit ein paar „Sofortmaßnahmen“.

Eine vollständige Beschneidung hat aber auch mitunter Langzeitfolgen, von denen Eltern selten etwas mitbekommen. Dazu hier mehr:

http://www.phimose-info.de/seiten-fuer-eltern/ihr-sohn-ist-beschnitten-und-hat-ein-problem-damit-7028-26.php

Ich hoffe, mein Geschreibsel hat etwas geholfen, egal, was Du nun tun wirst.

Viele Grüße und dem Jungen alles Gute!

Markus

Beitrag von gaku 14.08.07 - 13:28 Uhr

Hallo,
Dein Beitrag verunsichert mich jetzt schon etwas.
Natürlich muß ich erstmal den Ärzten vertrauen, wir selbst haben doch keine Ahnung.
Unser Sohn pieselt (es ist eher ein Tröpfeln) ein. Wir waren schon bei Ärzten und Homöophaten, aber das Problem wurde nicht erkannt. Nun hab ich auf dem Narkoseblatt gelesen, daß es bei einer starken Vorhautverengung zum Harnrückstau kommen kann. Und ich denke, daß das sein Problem ist. Er hat ständig eine feuchte Unterhose.
Mein Mann hatte nochmal im KH angerufen und gesagt, daß wir nicht unbedingt eine komplette Beschneidung möchten, weil wir das nicht schön finden. Ihm wurde gesagt, daß wir das beim Narkosevorgespräch nochmal sagen sollen. Aber können die Ärzte da auf uns Rücksicht nehmen, ob uns was gefällt oder nicht. Was ist wenn wieder gesagt wird eine Teilbeschneidung ist unmöglich?

Mary

Beitrag von markus_m 14.08.07 - 18:36 Uhr

Hallo Mary!

Also ein AKUTER Harnstau wirft natürlich ein etwas anderes Licht auf die Sache. Das war aus Deinem 2. Beitrag so nicht erkennbar.

Bleiben trotzdem noch die alternativen OP-Varianten, die eben nicht mit einer radikalen Entfernung der Vorhaut einhergehen. Frag' mal nach einer Erweiterungsplastik - das ist KEINE Teilbeschneidung!

Dies im Narkosevorgespräch anzusprechen, na ja, wenn der operierende Arzt anwesend ist, OK. Ansonsten, wenn nur der Anästhesist dabei ist, bringt das ja nix. Wann soll denn dieses Narkosegespräch sein? Der Anästhesist ist nur für die Betäubung bzw. Schmerzausschaltung zuständig – den OP-Verlauf bestimmt der Arzt. Der Patient bzw. sein gesetzlicher Vertreter müssen dem vorher zustimmen – oder eben nicht.

Man kann den Arzt, wenn er es nicht von sich aus sagt, auf andere Methoden hinweisen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein ausgebildeter Arzt die von mir genannten Varianten nicht kennt. Wenn er selbst sowas nicht anbietet, wird er vermutlich kaum Werbung dafür machen, aber er muss sie nennen! Er MUSS UMFASSEND aufklären! Der Arzt muss diese Methoden nicht anbieten, er muss also nicht auf den Wunsch der Eltern eingehen, genau so oder anders zu operieren. Er sagt, wie ER operieren würde – die Eltern stimmen dem entweder zu oder sie lehnen ab – und müssen dann ggf. einen anderen Arzt suchen. Das tun wir als Erwachsene, ohne dem Arzt gleich irgendwelche Vorwürfe zu machen - dieses Recht steht auch Kindern zu, wahrzunehmen durch die Eltern.

Solange man (Frau) unsicher ist UND man Zeit hat, also die OP nicht dringend ist, bleibt die Option, eine 2. Meinung einzuholen. Das würde ich jedenfalls tun.

Die umfassende, MÜNDLICHE Aufklärung der Patienten bzw. der Eltern hat mindestens 24 Stunden VOR der OP zu erfolgen – und da muss klar sein, was eigentlich gemacht werden soll. Einen Rückzieher kann der Patient trotzdem auch noch kurz vor der OP machen. Diese Zeitgrenze soll dazu beitragen, dass der Patient nicht unter Stress oder in Angst Entscheidungen trifft (die vor Gericht vermutlich sowieso keinen Bestand hätten). Das bedeutet übrigens Sicherheit sowohl für den Patienten als auch für den Arzt.

Verunsichern wollte ich Dich natürlich nicht, aber vielleicht konnte ich ja mal aufzeigen, dass das Thema etwas komplexer ist, als es landläufig betrachtet wird.

Also, schlaf erstmal ne Nacht drüber und dann lies Dir das alles noch mal in Ruhe durch – entscheiden müssen letztlich die Eltern und dass sie natürlich dem Arzt vertrauen, ist doch in Ordnung. Ich hab‘ in einem anderen Forum allerdings auch schon Fälle erlebt, da war z. B. die Kinderärztin total dankbar für einen entsprechenden Tipp. Warum? Weil sie derartige Probleme so gut wie nie in ihrer Praxis hatte und das Thema in der Ausbildung halt auch keinen breiten Raum einnimmt, was angesichts des breiten Spektrums der kinderärztlichen Praxis ja auch völlig klar ist.

Es geht also nicht drum, den Arzt zu berichtigen oder platt zu reden, es geht mir z. B. darum, den Eltern Anhaltspunkte zu geben, wonach sie gezielt fragen können und sollten. Und wenn ein Arzt nicht sofort sachkundig zu einem solch speziellen Thema ist, dann kann er das doch ehrlich sagen, sich kundig machen und dann erneut mit den Eltern reden.

Viele Grüße!

Markus

Beitrag von stern65 14.08.07 - 11:30 Uhr

Hallo Mary,
nach diesen Antworten auf Dein Posting fühl ich mich berufen, Dir unbedingt zu antworten... ;-)
Unser Sohn (4,5) hat diese OP im März gehabt. Mal abgesehen von den positiven medizinischen Aspekten bis hin zur Hygiene hat unser KA uns auch gesagt, die OP sei notwendig. Erst nach der OP stellte sich raus, wie notwendig... Wir waren und sind froh, den Schritt getan zu haben. Je älter ein Junge wird desto mehr psychische Probleme bekommt er mit so einer OP. Nun zum eigentlichen Thema. Die OP ist Routine und das danach war auch nicht schlimm. Du bekommst Kompressen und Salbe mit, diese ist ganz dick aufzutragen und drüber einfach eine engere Unterhose, dass es hält. Also unser Kleiner hat das weggesteckt - einfach super. Ich hatte vorher den totalen Horror und er war gleich am nächsten Tag topfit.
Also nicht so grosse Sorgen machen und glaub mir, für ein Kind ist es schlimmer, monatelang zu salben und Sitzbäder machen zu müssen und weiß Gott noch, was es da alles an Methoden gibt... ;-)
Alles Gute!!!

Beitrag von gaku 14.08.07 - 13:22 Uhr

Hallo,
vielen Dank für Deine Antwort. Wurde bei Deinem Sohn eine Teilbeschneidung oder eine Komplette gemacht? Was meinst Du denn damit, daß sich die Notwendigkeit erst nach der OP heraus stellte?


Gruß Mary

Beitrag von stern65 14.08.07 - 15:59 Uhr

Hallo Mary,

bei meinem Sohn wurde eine komplette Beschneidung gemacht, der Doc hatte uns erklärt, dass es besser ist, denn die Wahrscheinlichkeit aus der gesammelten Erfahrung besagt, dass bei einer Teilbeschneidung oftmals nochmal beschnitten werden muss. Die haben die Vorhaut von dem Kleinen eingeschickt und es hat sich rausgestellt, dass er im Anfangsstadium einer frag mich bitte nicht-Krankheit war, die durch eine Entzündung durch die verengte Vorhaut, entsteht.
Grüsse

Beitrag von tammyli 14.08.07 - 11:51 Uhr

Unser Moritz hatte seine OP im Juni und hat alles super überstanden, nie gejammert und am gleichen Tag noch so getan als ob nix wäre #augen. Er hat Paracetamol bekommen am Tag nach der OP und das scheint auch gewirkt zu haben. Eine andere Mutter hatte da mehr Probleme, Geschrei und Gezeter ohne Ende. Dieser Junge war aber auch schon 1 Jahr älter und hat auch alles schon mehr verstanden. Vieleicht war da auch mehr die Angst im Vordergrund.

Du mußt Ihn nach der OP bestärken und nicht ach und ojemineh sagen, das kann ihm auch mehr Furcht einflösen.

Abe es ist wie eh und je, jedes Kind ist anders.

Viel Glück ;-)

Beitrag von gaku 14.08.07 - 13:29 Uhr

Hallo,
vielen Dank für Deine Antwort.
Unser Sohn ist eher der leidende Typ. Er wird schon ganz bleich, wenn er sich nur am Finger verletzt.


Gruß Mary