Schlimme Trotzphase. Wie verhaltet ihr Euch?

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von kiddy234 13.08.07 - 13:08 Uhr

Hallo,

habt ihr mir vielleicht einen Rat für den Umgang mit meinem Trotz-Sohn?

Fabian ist jetzt 3, und wir haben z. Zt. wieder täglich einen schlimmen Kampf, bei dem es immer um Nichtigkeiten geht (z. B. keine Süßigkeiten vor dem Essen). Wenn er nicht bekommt was er will, steigert er sich so sehr rein, dass er nur noch schreit, kreischt und was weiss ich was alles. Es wird immer schlimmer. Ich komme damit gar nicht zurecht, und trage ihn jedes mal in sein Zimmer und sage ihm, dass er erst wieder herausdarf, wenn er sich beruhigt hat.

Dann schreit er grade so weiter, will seinen Schnuller, den er eigentlich nur zum schlafen noch bekommt. Das ganze geht ziemlich lange, meistens raste ich dann auch noch aus und schreie ihn an.

Ich bin jedesmal fertig mit den Nerven. Ich überlege mir, was ich besser machen könnte - eine andere Strategie oder so. Ich will ihm aber einfach auch nicht nachgeben, er muss ja lernen, dass er bestimmte Regeln einhalten muss.

Was macht ihr in solchen Situationen, wenn alles eskaliert? Schade ich ihm, wenn ich ihn ins Zimmer schicke?

Ich bin sehr dankbar für tipps

Doro

Beitrag von naomi78 13.08.07 - 13:19 Uhr

Hallo,

mir geht es genauso wie Dir!
Mein Großer ist drei Jahre und geht in drei Wochen in den KIGA (ein Glück #schein).
Heute morgen war es wieder ganz schlimm. Nur Schreierei und ständig ist er seinen kleinen Bruder am ärgern.
Irgendwann bin ich dann ausgeflippt, habe ihn angeschrien (gut das wir alleine wohnen #schein) und in sein Zimmer geschickt.
Das wirkt aber nur kurzfristig.
Es ist echt zum verzweifeln im Moment.
Er spielt auch nicht mehr, nur wenn ich mit ihm spiele.
Ich glaube, wichtig ist trotz allem konsequent zu sein.
#liebdrueck
Gut zu hören, das andere auch so sind, das beruhigt mich immer etwas.
Ansonsten habe ich auch keinen Rat, bin aber gespannt, was andere schreiben.
Lg, Naomi78

Beitrag von mel1983 13.08.07 - 13:25 Uhr

Hallo Doro,

ich hatte das mit meiner Tochter auch schon.

Gedauert hat diese Phase ca. 3 Monate.

Dagegen kannst du nichts machen, ausser konsequent sein. Und ja, ich habe meine Tochter schreien lassen. Teilweise stundenlang. Das längste waren 4 Stunden.

Sie bockt halt. Aber auch mit Rumgeschrei kommt sie bei mir nicht weiter.
Niemand konnte sich vorstellen, was ich zu Hause durchmache (ausser meine Nachbarn ;-), hab jeden Moment drauf gewartet, dass das Jugendamt klingelt). Als die Kurze das aber mal machte, als meine Mutter dabei war (die sehen wir nicht sooft), wusste meine Mutter, warum ich so abgenervt bin. Und auch sie hat gesagt, schrein lassen, bis sie fertig ist, damit sie merkt, dass sie damit nicht durchkommt.

Ich hab sie zwischendurch immermal nett angesprochen. Hat sie nicht aufgehört, hab ich sie weiter rumbocken lassen. Bis sich bei ihr irgendwann der Schalter umlegte, und sie wieder ganz normal war.

Wie gesagt, es hat ca 3 Monate gedauert, und kam zu jeder Tageszeit. Aber ich hab es überstanden und sie hat daraus gelernt.

Ich wünsche dir Nerven wie Drahtseile und alles Gute.

LG Mel

Beitrag von diehebi 13.08.07 - 15:08 Uhr

Hallo,

jaja, die lieben 3-jährigen:-)!
Unsere Tochter hat auch diese Phasen, aber die sind sehr wichtig für ihre Entwicklung. Auch wenn es für uns Eltern schwer ist, damit klar zu kommen. Es hat etwas mitSelbst- und Fremdwahrnehmung zu tun. Für unsere Kiddies ist das alles richtig, was sie machen! Es hilft nur, durchhalten und dem Kind zeigen, daß wir es lieb haben. Ich würde meine Tochter nie und nimmer 4h schreien lassen, weil das Gedächnis schon so weit entwickelt ist, daß sie sich das merken würde! Ich kann mich auch noch an einige Trotzanfälle meinerseits erinnern:-[. Ich weiß nicht ob es Dir hilft, daß es anderen auch so geht!? Halte durch und gib Deinem Kind den Halt, den es in dieser schwierigen Phase (!!!Geht vorrüber) benötigt.
LG Susann

Beitrag von sarimaus 13.08.07 - 22:50 Uhr

Hallo Susann!
Darf ich da mal eine Zwischenfrage stellen... ?
Ich verstehe ja, dass meine Kleine eigentlich nichts für ihre Ausbrüche kann und dass das völlig normal ist. Komme damit auch grundsätzlich klar und akzeptiere das.
Aber was meinst Du mit "durchhalten" und auf der anderen Seite sagst Du, Du würdest sie niemals 4h schreien lassen??? Gibst Du jetzt doch vorher nach oder was????
Ich frag das deswegen, weil wir im Moment das Gleiche durchmachen. Unsere Maus macht Theater beim ins Bett gehen. Sie steht auf, ich steck sie wieder ins Bett. Das geht drei, vier Mal, dann dreht sie völlig durch. Ich komme dann körperlich nicht gegen sie an, weil ich Angst habe, ihr weh zu tun. Sie wehrt sich so heftig, dass ich sie nicht halten kann. Diskutieren klappt natürlich erst recht nicht. Ich hab jetzt auch die Tür von ihrem Zimmer von außen zugehalten um abzuwarten, dass sie sich beruhigt. Nach 5 Minuten bin ich wieder rein und das Theater geht von vorne los. Ich sag ihr ständig, dass ich sie lieb habe - auch in der Situation.
Aber außer mit - faulen - Kompromissen, Versprechungen oder so komm ich nicht durch.
Was gibt es für eine Alternative zu Schlagen - käme bei mir NIE in Frage, aber ich kann mir vorstellen, dass es Eltern gibt, die einfach die Nerven verlieren!!!! - oder Nachgeben, bis sie gar keinen Respekt mehr vor mir hat oder Anbrüllen - was aber auch nichts bringt und meiner Meinung nach auch nicht die Lösung sein kann...

Hast Du den Geheimtipp? Was heißt "Durchhalten"???

Danke und Gruß
Sarah

Beitrag von diehebi 14.08.07 - 09:50 Uhr

Hallo Sarah,
mit Durchhalten meine ich, daß das Rumzicken eine Phase ist, die irgendwann auch wieder vorbei ist. Hoffentlich.
Antonia versucht auch ständig mit mir zu verhandeln (nach dem Zähne putzen will ich aber noch spielen) und bis vor einigen Tagen habe ich auch noch mit mir verhandeln lassen. Kennst Du von Remo H. Largo "Kinderjahre"? Der hat auch "Babyjahre" geschrieben. Ich weiß, jeder hat ja seinen eigenen Erziehungsratgeber, den er toll findet. In diesem wird allerdings auch sehr auf die psyhischen Belange der Kinder eingegangen. Ich schreib Dir mal ein paar Zeilen ab, die mir geholfen haben. Das ist jetzt viel Text, einfach mal quer lesen:

Unter dem Kapitel "gehorsam und Selbstbestimmung" steht:
Angst, die Kontrolle über das Kind zu verlieren. In uns steckt immer noch die Befürchtung, daß, wenn wir nett zu einem Kind sind, es unser Wohlwollen mißbrauchen wird. Wir glaubenihm wieder den Meister zeigen zu müssen, damit wir es unter Kontrolle behalten können:wir bestimmen und können unseren Willen jederzeit durchsetzen. Diese Angst ist dann berechtigt, wenn zwischen dem Kind und uns eine vertrauensvolle Beziehung fehlt.
Angst vor negativen Gefühlen. Auf negative Gefühlsäußerungen reagieren wir oft mit Zwang und Druck, weil wir uns von ihnen bedroht fühlen. Wir glauben, solche Gefühlsregungen unterdrücken zu müssen, damit sie nicht mächtiger werden. So erleben manche Eltern die kindliche Aggressivität einer Trotzreaktion als willentlichen Akt der Auflehnung und versuchen, dem Kind das Verhalten-allenfalls mit körperlicher Strafe und Ablehnung-auszutreiben. Die Folge ist, daß die Trotzreaktionenan Häufigkeit und Stärke nicht ab- sondern zunehmen. Trotzreaktionen werden dann schwächer, wenn die Eltern darauf nicht reagieren, den Forderungen des Kindes aber auch nicht nachgeben. Trotzreaktionen entspringen nicht kindlicher Bösartigkeit, sondern sind ein normaler und notwendiger Ausdruck der Ich-Entwicklung. Ihr Ausbleiben wäre ein Grund zur Besorgnis. Wahrscheinlich machen uns die emotionealen Ausbrüche der Kinder auch deshalb angst, weil sie negative Gefühle in uns aktivieren und wir unsere eigenen Aggressionen unterdrücken müssen.

Außerdem wird als Überlegung angebracht, warum Wohlverhalten belohnt werden soll, weil damit dem Kind vermittelt wird, daß Wohlverhalten keine Selbstverständlichkeit darstellt. Belohnungen halten das Kind unselbständig und hindern es daran, Eigenverantwortlichkeit zu entwickeln. Ein Kind soll nicht "bestochen" werden, um "gut" zu sein.

Sooooo, jetzt habe ich nur einen Bruchteil abgeschrieben. Das Buch beschäftigt sich sehr kritisch mit autoritäter, aber auch mit antiautoritärer Erziehung. Für mich ist es gut, solche Denkanstöße zu bekommen.

Zu Deinem Nicht-ins-Bett-gehen-wollen-Mäuchen: Das kenne ich auch. Antonia kam gestern um 10 noch raus...Vielleicht kann sie sich ja im Bett noch ein Buch angucken und darüber einschlafen? Funktioniert bei uns allerdings auch nicht. Oder sie soll ihren Puppen, Kuscheltieren etc erzählen, was sie am Tag alles erlebt hat. Das Aufstehen wirst Du nicht verhindern können, denke ich, aber vielleicht die Wutausbrüche. Ich habe keinen Geheimtipp, wie Du siehst. Bei uns klappt ganz gut, wenn ich mich mit Antonia auf einer Ebene unterhalte-am besten vor dem Ausbruch. Ich laß sie dann ne Weile allein-geh wieder hin und bin da. Entweder sie will meine Hilfe oder nicht. Oh je, beim Schreiben merke ich, wie schwer Erziehung eigentlich ist!!!Und das ist noch nicht mal die Pubertät#gruebel.

Ich hoffe, das war jetzt nicht alles zu verworren!!!???

Viele liebe Grüße,
Susann

Beitrag von sarimaus 14.08.07 - 12:46 Uhr

Hallo Susann,
danke für Deine lange Antwort!!!! Da hast Du Dir ja richtig Zeit genommen!!!
Also das Buch hört sich echt interessant an. Klar hat jeder "sein" Buch und ich bin auch eigentlich dagegen, mein Kind nach einem Buch zu erziehen, aber gegen Denkanstöße und Ideen ist ja nichts zu sagen! Bin ich immer sehr dankbar für!!!

Ich glaube auch, wenn einer DEN Geheimtipp hätte, wäre er bereits Millionär und hätte 10-12 Kinder :-)

Wir bleiben tapfer... Und wenn die Pubertät kommt, suchen wir ihnen eine eigene Wohnung :-p

LG Sarah

Beitrag von jamjar_2004 13.08.07 - 15:10 Uhr

Hallo Doro,

unser Kleiner (2,5 Jahre) ist schon seit längerem in seiner Trotzphase. Mal gibt es richtig schlimme Tage und an manchen geht es wieder. Er schreit dann wie verrückt und wirft sich auf den Boden. Ich versuche immer erst ruhig zu bleiben und ihm zu erklären warum er etwas nicht darf. Funktioniert allerdings auch nicht immer. Ich werde also auch ab und zu mal laut. Anfangs haben wir ihn auch ins Zimmer geschickt wo er sich dann oft in sein Bett gelegt und geschlafen hat. Aber ich finde das Zimmer sollte kein Ort sein wo er rein muß um bestraft zu werden. Also haben wir ihm einen kleinen Stuhl in den Hausflur gestellt auf den er sich dann setzen muß, wenn er mal wieder etwas angestellt hat. Das klappt ganz gut. Inzwischen brauchen wir nur noch mit dem Stuhl zu drohen und das hilft oft schon.

Ich hoffe ich konnte ein bißchen helfen.

Lieben Gruß
Jacky

Beitrag von minismama 13.08.07 - 20:16 Uhr

Hallo Doro!!
Als ich deinen Thread gelesen habe, dachte ich du schreibst über meine Tochter.
Katharina ist gerade 3 geworden und seit 1.8. in der Kita. Sie fängt auch wegen allem, was nicht nach ihrem Willen geht, an zu schreien. Sie heult dann richtig mit Tränen und kreischt.
Meistens gehe ich dann aus dem Zimmer und sage ihr, dass sie zu mir komme kann, wenn sie sich beruhigt hat. Ich versuche miest ruhig zu bileben. Manchmal schicke ich sie in ihr ZImmer und schließe die Tür (NICHT ABSCHLIEßEN!!)
Ich habe auch schon mal zurückgekreischt. Da fing sie an zu weinen und meinte:"Nein, Mama, nicht schreien!" #schrei
Aber letzte Woche wusste ich nach über einer halben Stunden Schreikrampf nicht mehr, was ich machen sollte. Sie fing an mich zu schlagen und zu treten und wollte sich nicht Bettfertig machen lassen. Da ist mir dann der Geduldsfaden gerissen und ich habe sie kurzerhand samt Unterwäsche und Socken unter die Dusche gestellt und kühl abgebraust. :-[ Ob es richtig war oder nicht, darüber hat dann mein Mann als er Heim kam mit mir diskutiert. (Aber er war ja auch nicht in dieser Situation!!:-[)
Ich denke es war besser so, als dass mir vielleicht die Hand ausgerutscht wäre.
Meine ältere Schwester ( Mutter von 4 Kinder, die mittlerweile erwachsen sind) meinte, dass man bei aller Beherrschung auch sich selbst gerecht werden müsste. Irgendwann kann man halt nicht mehr.
Und wehgetan hat es ihr nicht!! Sie war im ersten Moment erschrocken und schrie noch mehr, aber dann hat sie aufgehört und ich konnte sie in ihr Zimmer bringen und sie ins Bett legen.
Was mir in solchen Situationen immer sehr wichtig ist, dass wir uns danach wieder vertragen und ich ihr sage, dass ich sie lieb habe, auch wenn sie gerade so ein Theater gemacht hat. Aber ich sage ihr auch, dass ich das vorher nicht in Ordnung fand.
Tja, nach allem, was ich jetzt hier gelesen und von Bekannten gehört habe, müssen wir da wohl durch!!!
Ich wünsche uns allen hier starke Nerven und dass diese Phase bald vorbeigeht.
minismama
PS: Nachdem Katharina heute die Erzieherinnen in der Kita zur Verzweiflung gebracht hat mit ihrer Schreierei, schläft sie seit über einer halben Stunden friedlich wie ein Engel in ihrem Bett. #schein

Beitrag von tippsy11 14.08.07 - 10:09 Uhr

Hallo Doro,

schau mal hier:
http://www.hallo-eltern.de/M%5FKleinkind/trotz.htm

Wir sind auch so langsam in dieser Phase, meine Tochter ist 2 1/2 und kann manchmal eine ganz schöne Zicke sein... #augen Wenn sie ihren Willen nicht kriegt wird erstmal losgekreischt daß einem die Ohren wegfliegen... #schock Das versuchen wir ihr im Moment abzugewöhnen, indem ich ihr vermittle, daß sie mit der Kreischerei erst recht nichts erreicht bei mir und versuche, es weitestgehend zu ignorieren. #cool Wenn's ganz schlimm wird steck ich sie auch in ihr Zimmer und sie darf erst wieder rauskommen, wenn sie sich beruhigt hat. Meistens geht das dann aber ganz schnell, und sie kommt raus "Mama ich bin wieder lieb" und wir knuddeln und alles ist wieder gut. #schein Aber es gibt auch Tage wo sie schon morgens auf Krawall gebürstet ist, und nichts paßt ihr, und das sind dann die Situationen wo sich's hochschaukelt und ich dann auch mit ausraste :-[ weil ich total genervt bin, und sie anbrülle. Dann hilft nur noch Abstand. Hinterher entschuldigen wir uns dann meistens gegenseitig #hicks. Meistens passiert sowas wegen Kleinigkeiten, wenn man hinterher drüber nachdenkt wär die Aufregung meistens eigentlich gar nicht nötig gewesen... #kratz

Es hiflt bei uns zum Beispiel auch, wenn sie die Konsequenzen ihres Handelns direkt zu spüren bekommen, zB wenn sie beim Essen absichtlich was runter wirft gibt's nichts neues, oder wenn sie beim einkaufen Unsinn macht (sie will immer laufen), muß sie das nächste Mal eben im Einkaufswagen sitzen, oder wenn sie sich im Auto nicht anschnallen lassen will, stelle ich sie neben das Auto und sage, 'wer nicht angeschnallt ist darf auch nicht mitfahren', und tu so, als ob ich jetzt ohne sie losfahren will. Plötzlich will sie dann doch mit und das Anschnallen klappt auf einmal... ;-) Aber auf diese Tricks mußte ich auch erstmal kommen, am Anfang gab's da auch ne Menge Kampf...

Halt durch, auch diese Zeit wird vorbeigehen... Wünsche uns allen starke Nerven! ;-)

LG, Carina & Zickchen Lucy (*21.01.05)