Er möchte, dass wir auf den Kindesunterhalt verzichten

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von dennisjessie 13.08.07 - 14:08 Uhr

Hallo,

bin zwar nicht (mehr) alleinerziehend sondern lebe seit ca. 3 JAhren in einer neuen Partnerschaft, aber der Vater meines Großen (11 Jahre) macht uns solchen Stress.
Er hat aus seiner 1. Ehe noch zwei Mädchen (15 + 13 Jahre) und eben seinen Sohn mit mir (Dennis 11 Jahre)
Und er bezahlt seit Dezember keinem seiner 3 Kinder mehr Unterhalt. Vorher auch nur weniger als ausgemacht.

Jetzt ist er im Dezember arbeitslos geworden und hat gleichzeitig neu geheiratet. Und zwar eine Frau, die anscheinend so starke psychische Angststörungen hat, dass sie nicht arbeiten kann. Aber komischerweise geht shoppen und am Badesee liegen schon noch.#kratz
Na ja, jedenfalls ist er somit Alleinverdiener und muss sie mit unterhalten. Sie hat übrigens keine Kinder.
Jetzt hat er wieder einen Job angenommen, bei dem er weniger verdient, als er Arbeitslosengeld bekommen hat.:-[ Mit purer Absicht. Jedenfalls muss er laut Jugendamt 160 € geteilt durch 4 (3 Kinder + Exfrau) bezahlen.
Und er beschwert sich, dass das viel zu viel wäre:-[
Jetzt hat sein Anwalt an seine Exfrau geschrieben, sie solle doch bitte für sich und die Kinder auf den Unterhalt verzichten, da sie ja arbeiten gehe und Geld verdiene. Der Vater hätte ja sonst gar kein Geld mehr, und es "lohne" sich nicht mehr für ihn arbeiten zu gehen.#heul:-[:-[#heul
Ich habe zum Glück noch keinen solchen Brief bekommen, warte aber täglich damit.

Darf ein Anwalt so was schreiben??? Das ist doch eine Frechheit. Ich dachte immer, wenn ein Mann zu wenig verdient, um den Unterhalt zu bestreiten, muss er einen Nebenjob annehmen.

Ach ja, er hat übrigens wegen seiner vielen Schulden vor ein paar Jahren einen Antrag auf Privatinsolvenz gestellt, was auch genehmigt wurde. Dieses läuft 2008 aus.

Kann das denn sein, dass ein Vater nicht mehr für seine Kinder bezahlen muss, nur weil er mit Absicht eine Frau geheiratet hat, die berufsunfähig ist?(Waren ein paar Jahre getrennt, treffen sich, und sind nach ein paar Wochen verheiratet???)

Er hat seinen Sohn übrigens seit über 1,5 Jahren nicht mehr gesehen. Er weiß nicht mal auf welche weiterführende Schule er geht, wie es ihm geht, ob er was braucht. Er hat nur mal im Januar zu Dennis Geburtstag angerufen und gesagt, dass er geheiratet hat und ihm deshalb nichts zum Geburtstag schenken könne.

Seine neue Frau übrigens kann die Kinder nicht ausstehen, hauptsächlich Dennis. Sie ist neidisch, weil sie keine eigenen Kinder bekommen kann. Weil mein Sohn als Kleinkind sehr lebhaft war, hat sie mal gesagt, dass Dennis nicht ganz normal im Kopf sei und behandelt werden müsse.:-[

LG Corinna, die nur das Kindergeld hat und ansonsten auf Kosten von ihrem Freund lebt. Aber im September wieder arbeiten geht;-)

Beitrag von cinderella2008 13.08.07 - 14:12 Uhr

<Kann das denn sein, dass ein Vater nicht mehr für seine Kinder bezahlen muss, nur weil er mit Absicht eine Frau geheiratet hat, die berufsunfähig ist?(Waren ein paar Jahre getrennt, treffen sich, und sind nach ein paar Wochen verheiratet???) >

Nein, das kann nicht sein. Der Unterhalt der Kinder steht immer an erster Stelle.

Wenn es Schwierigkeiten gibt, nimm Dir einen Anwalt!

Beitrag von dennisjessie 13.08.07 - 14:23 Uhr

Hallo,

das mit dem Anwalt geht leider nicht. Ich habe einfach nicht das Geld dafür. Ich habe die ganze Sache jetzt dem Jugendamt übergeben.
Ich weiß, es gibt Prozesskostenhilfe, aber da muss mein Freund auch Angaben über seine finanziellen Verhältnisse machen, da wir zusammenleben. Er verdient zwar nicht die Welt, aber knapp über dem Sozialhilfesatz ist es ca.
Und er hat gestrichen die Schnauze voll. Er bezahlt ALLES, Miete, Strom, Telefon, Essen und alle Sachen für MEINEN Sohn, die er braucht.
Er kann echt nicht sein, dass er dann auch noch die Prozesskosten übernehmen muss. Da weigert er sich.

LG Corinna

Beitrag von cinderella2008 13.08.07 - 14:29 Uhr

Aber es geht doch um den Unterhalt für das Kind, das heißt, der Anwalt vertritt nicht dich, sondern Dein Kind. Das hat aber noch kein Einkommen, also müsste doch die PKH greifen?
Oder habe ich da einen Denkfehler drin.

Mein Sohn war fast 18, als es um den Unterhalt von seinem Vater ging. Meine Anwältin hat nicht nur mich, sondern auch ihn vertreten. Die Rechnung für (meine) Scheidungsangelegenheiten musste ich zahlen. Meinen Sohn hat das alles nichts gekostet, auch ich musste nicht "einspringen". Wir haben für ihn nur einen Schein beim Amtsgericht geholt (Kostenbefreiung), ich weiß leider nicht mehr den konkreten Fachausdruck dafür.

Erkundigen würde ich mich an Deiner Stelle auf jeden Fall.

Ansonsten müsste aber auch das Jugendamt weiterhelfen, wobei ich damals das Gefühl hatte, dass die - zumindest bei uns - ziemlich "lasch" arbeiten.

Beitrag von cinderella2008 13.08.07 - 14:46 Uhr

Was mir grade noch einfällt:

Auf Kindesunterhalt DARF gar nicht verzichtet werden. Dieses Geld steht dem zu unterhaltenden Kind zu und nicht dem Elternteil, bei dem es lebt. Schon deshalb: wehre Dich! Ich frage mich, was das für ein Anwalt ist, den Dein Ex hat, der müsste eigentlich wissen, dass das nicht zulässig ist.

Beitrag von krokolady 14.08.07 - 22:55 Uhr

also ich kam Beratungshilfe bewilligt OHNE das irgendwas geprüft wurde.
Es wurd sich nur der ausgefüllte Antrag angeschaut.

Ich bin neu verheiratet!
Und mein Mann verdient gut.

Also, ab zum Gericht mit Dir......den Antrag auf Beratungshilfe kannst dir auch online ausdrucken

Beitrag von lollorosso71 13.08.07 - 20:53 Uhr

noch ist das neue unterhalts recht nicht durch. noch geht die ex-ehefrau vor dem kind, das nach der ehe entstanden ist. insofern stimmt die aussage des jugendamtes: 160 euro durch 4 personen.

an die posterin: natürlich müsste er einen nebenjob annehmen. und wenn du den nerv und das geld hast, diesen anspruch jahrelang durchzuprozessieren bekämst du vielleicht auch ein entsprechendes urteil. aber ob das lohnt?

ich nehme an, das jugendamt hat die beistandsschaft für das kind? dann lass die das weiter regeln, aber mach dir keine hoffnungen, einem nackten mann ist nunmal schwer in die tasche zu greifen. heiraten kann er, wen er will.

wie schon gesagt wurde, auf kindesunterhalt verzichten kannst du nicht, aber so wie ich es verstanden habe, sollte ja auch die ex-frau auf ihren unterhalt verzichten, so dass für die kinder mehr da wäre, das ginge schon.

für dich ist das leider einer der situationen, die gemein sind und ungerecht, sich aber nicht ändern lassen und deshalb ist es besser, die nerven zu sparen und energien positiver zu verwenden.

gruß, lollo

Beitrag von manavgat 13.08.07 - 14:40 Uhr

Ich hätte nur einen Rat:

Gib die Anglegenheit an eine versierte Anwältin und zeig ihn an wegen Unterhaltspflichtverletzung.

Den gegnerischen Anwalt würde ich auf die Anwältin verweisen. Der glaubt auch, er macht einmal "Buh" und Du fällst tot um.

Alles Gute

Manavgat

Beitrag von kati543 14.08.07 - 19:19 Uhr

Er ist der Vater seiner Kinder und diese haben einen Anspruch auf den Unterhalt. Da wird er sich nicht herausdrehen können. Die Exfrau hat allerding gerade Pech. 1. wird er nicht mehr unterhaltspflichtig für sie sein. 2. sind ihre Kinder zu alt, um Unterhaltsvorschuß vom JA zu bekommen. Aus diesem grund wird sie sicher auch diesen Brief bekommen haben. Dein Kind ist jedoch noch unter 12 und damit würde ich an deiner Stelle den Rest das JA regeln lassen. Was soll all dieser Streß.
Ach ja: Bei dem Alter der Kinder der Ex kann sie auch laut Gesetzgeber durchaus wieder arbeiten gehen.

Beitrag von dennisjessie 16.08.07 - 00:21 Uhr

Hallo,

die Exfrau geht ja arbeiten. Und genau das ist der Grund, warum der Anwalt will, dass sie auf den Unterhalt verzichtet. Auf ihren Unterhalt UND auf den für die KINDER.
Sie hätte ja genug Geld zum Leben.:-[
Ich habe wohl noch kein Schreiben bekommen, weil ich nicht arbeite (hab noch eine Tochter 19 Monate mit meinem Freund). Ich gehe aber ab September auch wieder arbeiten, wenn alles klappt.

Unterhaltsvorschuss gibt es für keines der 3 Kinder mehr, ist alles schon voll ausgeschöpft.

Ich lasse das ganze ja schon das Jugendamt regeln,aber da die meinen, es könnte zu einem Prozess kommen, haben sie mir ein Formular zum Ausfüllen mitgegeben wegen Prozesskostenbeihilfe. Und dort zählt das Einkommen meines Freundes mit.#kratz:-[
Das ist sooo unfair, mein Freund bezahlt also für sich selbst, für seine Tochter, für mich UND für meinen Sohn.
Und der Vater meines Sohnes soll für ihn gar nicht mehr aufkommen???? Und das weil er vielleicht 200 € weniger als mein Freund verdient. Wir sind aber zu Viert, und die zu Zweit.

Es kotzt mich einfach an, dass dieser Typ rumjammert, er hätte kein Geld, aber vor einigen Jahren sein Geld mit vollen Händen zum Fenster raus geschmissen hat und jetzt Privatinsolvenz angemeldet hat. Das ist doch nicht MEIN Problem. Und wenn er meint, ein Frau heiraten zu müssen, die NIEMALS wieder arbeiten gehen kann und für die er aufkommen muss, ebenfalls sein Problem.
Aber das entbindet ihn meiner Meinung nach nicht von seinen Zahlungspflichten seinen Kindern gegenüber.


LG Corinna

Beitrag von katta0606 15.08.07 - 20:20 Uhr

Hallo,
also, Kindesunterhalt geht immer vor. Seine jetzige Frau müsste da theoretisch im Unterhalt rausfallen, weil er sonst der Unterhaltspflicht gegenüber der minderjährigen Kinder nicht nachkommen kann. Und um dieser Pflicht nachkommen zu können, kann ein Gericht ihn dazu verpflichten, einen Nebenjob anzunehmen.
Also erst die Kinder, dann die Frau, dann die Ex-Frau, so ist die Reihenfolge.
Ich würde mir an Deiner Stelle einen Anwalt nehmen und sofort einen Antrag auf Prozesskostenhilfe stellen. Denn so wie das aussicht, kommt es zu einem Prozess....


LG Katja

Beitrag von lollorosso71 15.08.07 - 21:46 Uhr

noch ist das alte unterhaltsrecht gültig!!! und da kommt die ex-ehefrau vor den kindern, die nach ihrer ehe entstanden sind!!

gruß, lollo