hab ne ganz blöde frage!!

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Forum: Unterstützter Kiwu

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Beitrag von screamqueen 13.08.07 - 20:07 Uhr

hallo,


ich bin jetzt schon im 13 üz und habe jetzt mal ne blöde frage!! wie is das eigentlich wenn eine künstliche befruchtung gemacht wird oder das sperma an den gebärmuttermund gespritzt wird, werden die spermien dadurch nicht beschädigt??ich meine besteht da nciht ne größere gefahr das das kind irgendwelche behinderungen hat??

bitte nicht schlagen anmeckern oder so, aber mich interessiert das, habe etwas angst das beim spermiogramm meines mannes etwas nciht ok is, der hat am 23 nen termin :-(

gruß scream!!


p.s. einzigste hoffnung im 2. zyklus mit dexa hat es damals geklappt nur leider ne fg :-(

Beitrag von elfine 13.08.07 - 20:20 Uhr

Hallo Scream,

bei einer IUI werden die aufbereiteten Spermien in die Gebärmutter gespritzt. So weit ich weiß, nennt man sowas eine "assistierte Befruchtung". Die Spermien werden vorher durch eine Zentrifuge gejagt. Dadurch werden die Langsamen und Unbeweglichen von den schnellen und somit für eine Befruchtung geeigneten Spermien getrennt. Diese werden dann für die IUI genommen.
Ich habe mal gehört, dass bei dem Mann mindestens 5 Mio. bewegliche Spermien vorhanden sein sollten.

Ich hoffe, ich konnte dir helfen.

LG
Elfine

Beitrag von monalou 14.08.07 - 11:16 Uhr

Da deine Frage eine gewisse Besorgtheit ausdrückte, ob das Kind durch den Vorgang der assistierten Befruchtung nicht einem größeren Risiko eine Behinderung zu bekommen ausgesetzt ist, möchte ich speziell dazu noch was sagen.

Eine (genetisch bedingte) Behinderung beim Kind entsteht durch Fehler / Defekte im Erbgut, welches sich in den Chromosomen im Spermienkopf befindet.

Das Aussehen eines Spermiums hat dafür keinerlei Bedeutung. Bei einem Spermiogramm wird zwar auch auf das Aussehen und die Beweglichkeit der Spermien geschaut, diese beiden Aspekte sind jedoch nur insofern von Bedeutung, dass langsame und unbewegliche Spermien kaum Chancen haben, innerhalb ihrer Lebensspanne von wenigen Tagen auf natürlichem Weg bis zur Eizelle vorzudringen. Spermien mit Kopfdeformationen können, soweit mir bekannt ist, nicht die Zellhaut der Eizelle durchdringen.
Trotzdem können auch solche Spermien ganz normales und völlig intaktes Erbgut enthalten. Nur bei der Produktion des "Transportmittels" in den Hoden ist halt was nicht ganz optimal verlaufen. Umgekehrt kann auch das am besten und am fittesten aussehende Spermium einen Chromosomendefekt aufweisen, so dass in ihm möglicherweise wichtige Gene fehlen. Liegt nach der Befruchtung im entstandenen Embryo ein Chromosomendefekt in Form eines Genmangels vor, kommt es in den meisten Fällen zu gar keiner Einnistung, bzw. zu einer sehr frühen FG, die man meistens überhaupt nicht als solche registiert. Nur sehr wenige Chromosomendefekte gestatten es überhaupt, dass sich das Kind bis zum Ende entwickelt (z.B. Trisomie 21).


Das Risiko liegt also im Inneren - und da steckt man halt nicht drin. Fehler können in den Spermien, aber auch in deinen Eizellen vorliegen. Das Risiko ist deutlich erhöht, wenn bereits in deinen eigenen Chromosomen Defekte bestehen, die sich aber vielleicht nicht negativ ausgewirkt haben. Z.B. könnte ein Stück von einem Chromosom abgebrochen sein und sich an ein anderes Chromosom angehängt haben. Damit hättest du in deinen sämtlichen Zellen den kompletten Chromosomensatz mit sämtlichen Genen und wärst somit völlig gesund, aber wenn in einer Eizelle dann gerade das zu kurze Stück enthalten wäre, würde daraus mit hoher Wahrscheinlichkeit nichts werden. Deshalb geht man vor der KiWu-Behandlung auch noch zum Humangenetiker, der per Chromosomenuntersuchung bei euch genau dieses Risiko abcheckt.


Das Filtrieren der Spermien vor einer Insemination bringt keine Gefahren mit sich, es werden dadurch nur die Spermien aussortiert, die ohnehin keine Chance hätten

Auch das Anpieksen der Eizelle zur Injektion eines Spermiums bei der ICSI führt zu keiner späteren Behinderung des Kindes. Ich stelle mir gerade vor, dass all die Millionen ICSI-Kinder irgendwo am Körper ein zusätzliches tiefes Loch hätten. Na gut, da hätte man bei der WM 2006 gut die Deutschlandfahne reinstecken können, um die Hände zum Klatschen frei zu haben #freu.

Bei einer IVF oder ICSI besteht die Möglichkeit, ein Assisted Hatching zusätzlich vornehmen zu lassen, bei dem durch Anritzen der Hülle der befruchteten Eizelle das "Schlüpfen" und somit das Einnisten in der Gebärmutter erleichtert werden soll. Da das mit einem Laser passiert, besteht da ein ganz winzig kleines Risiko, dass ausser der Hülle auch noch eine der schon vorhandenen Zellen mit beschädigt werden könnten. Das bedeutet aber dann trotzdem nicht, das dem Kind am Ende ein Arm oder die Nase fehlt, sondern das dieser Embryo sich dann einfach nicht mehr weiter entwickelt.

Das war jetzt sehr viel, aber mir hilft das Schreiben auch immer, die Zusammenhänge mehr und mehr zu verinnerlichen und zu verstehen. Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig weiterhelfen und dir zeigen, dass eine assistierte ("künstliche") Befruchtung keine wesentlich größeren Risiken für eine Behinderung des Kindes mit sich bringt. Die Spermien werden dabei auch nicht beschädigt, und selbst wenn mal an einem das Schwänzchen abbrechen sollte, spielt das auch keine Rolle.

Gruß,
Mona-Lou