Wie reagieren wenn eigenes Kind haut?

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von goldie3311 13.08.07 - 22:00 Uhr

Hallo

Meine Tochter hat neuerdings den Tick, daß sie ihre Freundinnen hat. Einfach mal so. Und wenn ich dann sage bzw. schimpfe, daß sie aufhören soll macht sie es noch extra mal.

Wie kann ich am besten in so einer Situation reagieren. Es ist mir schon manchmal richtig peinlich gegenüber den anderen Müttern. Zur Seite nehmen und ihr sagen, daß man sowas nicht macht bringt nicht viel.

Freu mich über Tipps.

LG Kathrin mit Emily (*11.07.2005)

Beitrag von dachhase123 13.08.07 - 22:38 Uhr

Hallo Kathrin,

jaaa, das kenn ich auch - zumindest manchmal. Lillis kleiner Freundeskreis besteht nur aus "Kerlen" und neuerdings scheint sie ihr Kämpfer-Gen bemerkt zu haben #augen

Auf Rat unserer Erzieherin vom Mu-Ki-Turnen mach ich es so: ich knie mich auf Augenhöhe, sage ihr sie soll mir in die Augen gucken und erkläre ihr bestimmt, dass Hauen und Schlagen blöd ist und sie das sein lassen soll! Letztendlich frag ich sie, ob sie das verstanden hat, sie nickt dann. Naja, und meist setz ich ne Drohung an, dass wir nach Hause gehen, wenn sie nochmal haut, weil dann die anderen Kinder traurig sind.

Bislang klappts gut. Glaub vor allem, die gleiche Augenhöhe und Blickkontakt bringen was. Aber ich war auch so konsequent (1x) und bin mit ihr nach Hause... Aber wie gesagt: klappt auch nicht immer. Ist halt das Alter, glaub ich.

Viel Glück und Durchhaltevermögen :-D
LG*Jana + Lilli +11.9.2005

PS: Gebe keine Gewähr, dass das pädagogisch besonders wertvoll ist oder so... ;-)

Beitrag von rudika 16.08.07 - 22:32 Uhr

Hey, als diplomierte Sozialpädagogin #cool kann ich dir sagen, dass deine MuKi-Turn-Leiterin dir das wohl ganz gut angeraten hat.
Wichtig ist eigentlich nur (nur...!), dass du ernst meinst, was du sagst, Kinder merken das. Deshalb hilft auch dieses Geflöte (Julia, lass das mal bitte, dem Jungen tut das doch weh...) gar nichts. Wenn die Mutter ernsthaft wollen würde, dass Julia aufhört, würde sie zu Julia gehen und ihr das ins Gesicht sagen (so wie du!). Und zwar ernsthaft und glaubwürdig. Drohungen (die ja sehr verpönt sind...) kann man übrigens ruhig ausprechen, wenn man denn auch konsequent ist. Allerdings kann ich dich aus eigener Erfahrung warnen: Mein Sohn hat das verbotene Verhalten dann gezielt eingesetzt, weil er nämlich weg wollte! Ganz toll. Also besser nicht zu oft drohen oder die Drohungen immer mal wieder sinnvoll variieren... Und der Lerneffekt (bzgl. Sozialverhalten) ist auch größer ohne Drohung.
Lg
rudika

Beitrag von dachhase123 17.08.07 - 08:47 Uhr

Juhu!! Dann kann ich ja so weitermachen #huepf

...vielleicht bilde ich es mir ein, aber ich merke doch schon eine Besserung... #kratz

Liebe Grüße*Jana

Beitrag von _sky_ 13.08.07 - 22:39 Uhr

Hallo!
Ich hab Samstag Abend einen sehr ähnlichen Bericht geschrieben, weil sich unsere Tochter (2 Monate jünger als Deine) im Moment genauso verhält. Ich hatte schon Respekt davor, heute nachmittag mit ihr zur Spielgruppe zu gehen, weil ich dachte, gleich gehts wieder los. Aber, Gott sei Dank, war sie ganz "harmlos" . Das ist für mich auch eine völlig neue Situation, weil sie ansonsten immer total lieb und zufrieden ist. Ich bin der Meinung, dass sie das im Moment total interessant findet, herauszufinden wie andere reagieren, wenn sie das macht. Ich nehme sie dann auch zur Seite und sage ihr, dass das böse ist. Ich habe den Eindruck, je mehr Wirbel man daraus macht, desto interessanter wird das ganze. Jetzt hab ich Dir zwar keinen Tipp gegeben, aber mich hat es beruhigt zu wissen, dass meine Tochter natürlich nicht die Einzige ist und dass es hoffentlich nur eine kurze "Phase" ist.
Viele Grüße

Beitrag von zottel 13.08.07 - 22:47 Uhr

Aaron ist heute 2,5 und haut gar nicht mehr, wedermich noch andere Kinder.
vor einem Jahr hatte er das auch drauf und bei ihm hat es sehr geholfen wenn ich dann mit dem anderem Kind gespielt habe( Sand gebuddelt oder so) und ihm gesagt habe das wir nicht mit ihm spielen weil er haut das tut weh und macht keinen Spaß.
Ich habe ihn nicht lange ausgegrenzt immer nur für 3 Minuten in etwa.
Allerdings bereuhe ich heute fast das ich versuche mein Kind sozialkompetent zu erziehen.
Er wird gehauen und steht dann da und sagt nein wir hauen uns nicht und Zack bekommt er noch einen mit der Schüppe.
Er geht hin und fragt darf ich mir das mal ausleihen und andere Kinder kommen und reißen das mal eben aus den Händen.
Mittlerweile heißt es bei mir nicht mehr wir hauen uns nicht sondern, du haust nicht zuerst aber du darfst zurückhauen. Finde ich echt schlimm aber ich weiß mir nicht mehr anders zuhelfen.
Mfg
Zottel

Beitrag von wir_beide 13.08.07 - 22:58 Uhr

Hallo Zottel,

finde Deine Einstellung absolut korrekt!

Ist doch toll, dass Dein Kleiner begriffen hat, dass man nicht zuerst haut, aber sich dennoch zu wehren lernen soll. Das ist wichtig! Er muss auch lernen, sich anderen gegenüber behaupten zu könne. Sonst hat er in der heutigen Zeit keine Chance. So ist es nunmal und so werde ich das bei meiner Tochter auch handhaben. Nichts wäre für mich schrecklicher, als mit ansehen zu müssen, dass mein Kind immer "auf die Mütze" bekommt und sich vor lauter "guter Erziehung" nicht wehren würde. Menschen, die sich trauen den Mund auf zu machen, sich zu wehren und für ihre Worte und Taten einzustehen, haben es im Leben vielleicht nicht immer leichter, müssen aber auch nicht die Kloppe einstecken. Auch wenn ganz viele eine solchen Einstellung sicherlich nicht gutheissen können ;-)

LG
Anja und Anna-Lena (*29.05.06)

Beitrag von zottel 13.08.07 - 23:12 Uhr

Hallo Anja,
Mir persönlich wäre es wirklich lieber es ginge ohne körperliche Gewalt.
Aber Aaron vertraut mir und auch meinen Ansagen und es tut mir wahnsinnig weh wenn er bedingt durch dieses Vertrauen zum Opfer wird.
Wir wohnen noch nicht mal in einem sozialen Brennpunkt , wie man so nett sagt, dennoch ist der Spielplatz eher ein Kriegsschauplatz.
Gestern erst hat ein etwa 4 JÄHRIGER eine 2 Jährige von der Rutsche geschupst, die Kleine hatte echt 100 Schutzengel und was sagt der Vater des Jungen...Naja es sind halt Kinder und er hat sie geschupst weil er die Rutsche für sich alleine haben wollte.
Wir haben direkt am Fuß der Rutsche gespielt
Seine Worte hau ab das gehört alles mir du darfst hier nicht spielen.
Ich hoffe das Aaron das mittelmaß zwischen sich wehren und dennoch nicht von sich aus Gewalt anwendend hinbekommt. Zumindest werde ich mich bemühen ihm das zu vermitteln

MfG
Zottel