Finanzielles Polster schaffen, aber in welchen Höhe?

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Beitrag von sammy7 14.08.07 - 12:54 Uhr

Hallo, ich lese hier des öfteren, dass man sich erst mal ein finanzielles Polster schaffen sollte, bevor man mit dem Kinder bekommen los legt. Das finde ich auch sehr wichtig. Aber in welcher Höhe sollte man da vorsorgen? Ich meine, sollte es für eine neue Waschmaschine reichen oder für einen Gebrauchtwagen? Woher weiß man denn, wieviel ausreicht? Wie handhabt ihr das?

Beitrag von maeuschen06 14.08.07 - 13:00 Uhr

Hallo,

zunächst sollte das Polster so groß sein, dass man die Erstausstattung bezahlen kann, ggf. eine größere Wohnung und in der Zeit, in der Frau zu Hause bleibt, zu dritt gut über die Runden kommen kann.

Wie hoch dafür das Polster sein muss, hängt von den indivuduellen Ansprüchen ab und natürlich davon, wie hoch das Gehalt des arbeitenden Partners ist.

Für die Zeit danach muss man überlegen, wie das Kind betreut wird, wenn beide wieder arbeiten und was das kostet. Viel länger würde ich dann auch nicht planen, man kann nicht alles einkalkulieren. Aber die ersten vier Jahre sollte man schon gut im Blick haben.

lg

Beitrag von cinderella2008 14.08.07 - 13:02 Uhr

Ich denke, das kann man nicht pauschalisieren. Das hängt von den persönlichen Lebensumständen ab, wie hoch der jeweilige Lebensstandard und die Ansprüche sind. Sonst könnten sich Gering-Verdiener doch nie Kinder anschaffen.

Außerdem hängt es auch davon ab, ob Frau bald wieder in den Beruf einsteigen will oder länger daheim bleiben möchte.

Hat Frau vor, lediglich für ein oder zwei Jahre auszusteigen, würde ich denken, es reicht, wenn so viel Geld vorhanden ist, dass eventuelle Neuanschaffungen wie Waschmaschine, Kühlschrank drin sind, dass zur Not Geld für eine unvorhersehbare Zahnarztrechnung oder auch Reparaturen vorhanden ist.

Sollte geplant sein, länger zuhause zu bleiben, hängt das wohl auch vom monatlichen Einkommen des Partners ab, wie sicher ist sein Job, etc.

Ich glaube nicht, dass hier eine pauschalierte Summe genannt werden kann.

Beitrag von nina001 14.08.07 - 13:03 Uhr

hallo,
für mich bedeutet finanzielles polster, dass ich die nächsten 3 jahre nicht vom staat lebe. ein polster von 20.000 euro sollte da schon da sein. es fällt schliesslich ein gehalt komplett weg, dass zwar im 1. jahr durch das elterngeld etwas kompensiert wird, aber die 2 darauf folgenden jahre gibt es garnicht.
grüß

Beitrag von kja1985 14.08.07 - 13:12 Uhr

Ich denke, das hängt unter anderem davon ab, welchen Lebenstandard man halten möchte.

Beitrag von jamey 14.08.07 - 13:22 Uhr

die kommentare sind ja teilweise...

eh mancher 20000€ auf der hohen kante hat ist er alt und grau.

ich hatte gar nichts auf der hohen kante ausser rote zahlen (bafög) und lebe immernoch, und das auch nicht auf staatskosten - okay, ich habe die erstausstattung finanziert bekommen, so ehrlich muss man schon sein, aber dafür ruhe ich mich auch nicht auf meiner elternzeit aus sondern gehe arbeiten und zahle artig meine beiträge.

wenn man weiß was man will und dies auch anpackt braucht man keine 20000 auf der hohen kante.

und die ersten vier jahre im blick haben... das ist lächerlich, nicht mehr als ein wunschtraum. von einen tag auf den anderen kann alles anders sein, der vierjahresplan hinüber... und dann... wer kann heutzutage noch vier jahre im voraus planen: keiner. man hat doch das schicksal nicht im griff, andersherum wird ein schuh draus

Beitrag von maeuschen06 14.08.07 - 13:29 Uhr

Hallo,

selbstverständlich kann man nicht wissen, was in vier Jahren passieren wird. Aber man sollte sich doch Gedanken machen, wie man alles finanziert. Du hast dir doch auch überlegt, dass du eben früher arbeiten musst, um alles bezahlen zu können.

Man muss eben von seinem heutigen Stand ausgehen und überlegen, wie kann ich das alles bezahlen. Wenn es nicht geht, muss man eben warten. Für Notfälle springt der Staat ja ein, das ist auch richtig. Aber völlig blauäugig, ich krieg mal ein Kind, das wird mir schon irgendwie bezahlt werden, das geht auch nicht.

Ein Polster von 20.000 Euro finde ich auch übertrieben, aber einen Haufen Schulden sollte man auch nicht haben (wobei ich Bafög Schulde weniger schlimm finde, als Konsumschulden, denn das zeigt, dass man mit Geld nicht umgehen kann). Man muss irgendwie für sich den Mittelweg finden.

lg

Beitrag von jamey 14.08.07 - 13:44 Uhr

ich konnte mir gar nix überlegen - zum glück - denn ich wurde ungeplant schwanger.

ich konnt mir vorher nicht überlegen "hey...dann geh ich eben zeitig wieder arbeiten...."

HAHA, ich habe gerade dipl. arbeit geschrieben, wurde schwanger, verlor meinen job wieder da ich als schwangere keine führungspos. einnehmen konnte, ich stand vor dem nix.

als mein sohn gerade geboren war stahl sich der vater dazu aus dem leben, soviel zum thema gutverdienender mann....

da hieß es umdenken von jetzt auf dann.

Beitrag von manavgat 14.08.07 - 13:24 Uhr

Ich kann empfehlen:

Bodo Schäfer:

K(l)eine Rente - na und.

und

Der Weg zur finanziellen Freiheit.

Da sind gute Rechenbeispiele drin.

Gruß

Manavgat

Beitrag von pati_78 14.08.07 - 13:51 Uhr

Schauen, ob vorne und hinten stimmt.
Das heisst: Nachdem die Miete und saemtliche Fixkosten weg sind, sollte noch Geld zum normalen Leben vorhanden sein, sprich etwa 1000-1500 Euro, naja, 1200 Euro. Dann steht dem Kind nichts im Wege.

Aber Ersparnisse wie sie hie genannt wurden finde ich echt uebertrieben. Eine oder zwei Kreditkarten (fuer die wirklich schlimmen Notfaelle) tun es auch.

Das was hier genennt wurde ist masslos uebertrieben.

Beitrag von jamey 14.08.07 - 13:53 Uhr

find ich auch. aber wegen solcher überlegungen hat deutschland ja auch massive "nachwuchsschwierigkeiten"....

Beitrag von cinderella2008 14.08.07 - 13:53 Uhr

<Das heisst: Nachdem die Miete und saemtliche Fixkosten weg sind, sollte noch Geld zum normalen Leben vorhanden sein, sprich etwa 1000-1500 Euro, naja, 1200 Euro. Dann steht dem Kind nichts im Wege. >

Deine Zahlen sind aber auch unrealistisch und für die meisten Familien nicht händelbar.

Von diesen Summen kann manch Vollzeitbeschäftigter nur träumen.#kratz

Beitrag von pati_78 14.08.07 - 14:12 Uhr

Kommt darauf an - und auch das wurde erwaehnt - welchen Standard man hat und lebt.

Auch wenn es "nur" 800 Euro sind, lasst es sich noch ganz gut leben.

Sagen wir mal (ich gehe jetzt mal vom westlichen Norddeutschland aus, ich bin mir durchaus bewusst, dass es im sueden deutlich teurer ist). Mann verdient etwa 2100 Netto, davon geht Miete: 600-700 Euro, Telefon: 50 Euro, Versicherungen: ca. 200 - 300 Euro, plus paar weitere Verbindlichkeiten sagen wir mal: 200 Euro.

Dann kann man sich schon ganz gut ein Kind leisten, ohne z.B. auf gelegentlich Luxus zu verzichten, oder sich andauernd einschraenken zu muessen.
Denn das staendige Einschraenken macht nicht auf Dauer gluecklich. Seien wir mal realistisch. Kinder sind naemlich eine Sache, aber man hat auch eigenes Leben. Das Leben ist einzigartig und zwar aus biologischer Sicht ledeglich dazu da um Nachfahren zu produzieren, aber mal im Ernst: Man moechte sich erfuellen und sich was Gutes als Belohnung fuer die ganzen Strapatzen goennen.

Und da hat natuerlich jeder unterschiedliche Vorlieben, die eigenen, sowie die hobbies der Kinder kosten Geld. Man moechte mal verreisen, sich ein Buch kaufen, zum Friseur gehen, da geht etwas kaputt, mal ist es teurer, mal guenstiger u.s.w, u.s.f.

Ich spreche jetzt nicht von Millionen, ansonsten wird nichts wirklich geschaetzt, aber finanzieller Frust wirkt sich schnell auf Kinder und Familie aus und das muss nicht sein.

Ich spreche vom ganz normalen Leben mit Verzichten - denn die Summe die ich genannt habe ist keine Unsumme, aber gerade genug, um normal funktionieren zu koennen.

Beitrag von cinderella2008 14.08.07 - 14:43 Uhr

Das ist schon alles richtig, vieles sehe ich genauso wie Du.

Trotzdem, wie viele Familien (auch wenn beide Partner voll arbeiten) gibt es denn schon, die so viel übrig haben nach Abzug der Fixkosten. Das sind nicht viele.

Beitrag von pati_78 14.08.07 - 15:00 Uhr

Leider nicht... da hast Du Recht.
Andererseits auch viele die das und noch viel mehr haben. Und jede bestimmte, ich nenne es jetzt voellig vorurteilsfrei: Familienschicht hat schon vor dem Kinderkriegen einen bestimmten Lebensstandard gelebt.

Genau dieser soll auch mit dem Kind moeglichst erhalten bleiben, ansonsten sind alle Beteiligten frustriert. Kleine Verzichte sind kein Weltuntergang.
Richtig traurig wird es, wenn der Job unerwartet verloren geht, wenn keine finanziellen Polster vorhanden sind. Aber man muss nicht immer vom schlimmsten Szenario ausgehen, denn dann waere der Mensch eine bedrohte Art.
In so einer Situation ist es auch berechtigt sich Hilfe vom Staat zu holen. Man kann nicht alles planen, manchmal geht auch die beste Rechnung nicht auf.

Beitrag von cinderella2008 14.08.07 - 19:57 Uhr

Unterschreib.#pro

Und aufgrund der verschiedenen "Familienschichten" bin ich der Meinung, dass man da pauschal keine Summe sagen kann. Das muss jeder für sich selber entscheiden, inwieweit er bereit ist, sich einzuschränken oder auch nicht.

Beitrag von rudi333 14.08.07 - 14:11 Uhr

Das ist eigentlich ganz einfach!

Du musst nur wissen, wielange Du zu Hause bleiben willst (möchtest).

Dann rechnest Du Dir aus, wieviel Geld Du in der Zeit NICHT verdienen kannst, ziehst davon das Kinder- und Elterngeld ab und dann hast Du genau den Betrag, der Dir in der Zeit fehlt. Das sparst Du vorab und dann kann (solte) nix mehr schief gehen!

Beispiel:

Nettoeinkommen 1200 €

Du möchtest 2 Jahre daheim bleiben

Dir fehlen dann 28800 €

1 Jahr lang erhältst Du 67% Elterngeld = 9648 €

Kindergeld auf 2 Jahre gerechnet = 3696 €

Dir fehlen also 15456 € und falls Du nicht verheiratet bist, musst Du Dich im 2. Jahr selbst krankenversichern (ca. 1440 € im Jahr).

Beitrag von clara1976 14.08.07 - 14:12 Uhr

Hallo Sammy,

hier etwas zu den "Mindestkosten" eines Kindes

http://www.familie.de/detail/Eltern/F%FCr%20kein%20Geld%20der%20Welt.../33/a6eae8342c/

Dazu kommen dann noch "Deine" Kosten, deren Höhe Du sicherlich selbst am besten einschätzen kannst.

LG

clara

Beitrag von sammy7 14.08.07 - 14:19 Uhr

Danke schon mal für eure Antworten. Finde es besonders schön, dass ich auch mal eine Antwort von rudi33... bekommen habe. Ich finde diese Antworten von ihr meistens ziemlich ehrlich und passend. Gerade wenn es um sogenannte "Sozialschmarotzer" geht. Danke!

Beitrag von jamey 14.08.07 - 14:24 Uhr

ich glaub ich muss heim. büroluft schadet. wurde rudi33 umoperiert, hab ich was verpasst. dachte immer das wär ein mann....

ich geh ma besser.... mein finanzielles polster mit meinem kind in der eisdiele verfressen ;-)

Beitrag von rudi333 14.08.07 - 14:28 Uhr

Danke, bin trotzdem immernoch männlich!

Kleine Anmerkung noch:

Meine Rechnung gilt für alle die, die ihr Leben so weiterführen wollen wie bisher, auch mal weggehen und nicht in Kik-Fetzen rumlaufen wollen.

Beitrag von sammy7 14.08.07 - 14:35 Uhr

Ups, sorry. Wollte dich nicht umoperieren. Hab mir noch nie Gedanken darüber gemacht, ob du männlich oder weiblich bíst. Fand halt nur deine Antworten immer ziemlich passend.

Beitrag von nisiho 16.08.07 - 15:49 Uhr

Hallo Sammy!

Denk bei Deiner Rechnung daran, daß Dein Mann die Steuerklasse wechseln kann und er dann vielleicht viel mehr netto verdient als jetzt. Wenn Du jetzt jeden Monat einige hundert Euro sparen könntest, brauchst Du sie doch gar nicht zu sparen, Du kommst dann ja jetzt schon mit weniger Geld aus. Verstehst Du, was ich meine?

Liebe Grüße

Nicole