Habe es heut geschafft, daß Foto unseres ersten Kindes anzusehen

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von knuddelsternchen 14.08.07 - 22:32 Uhr

Hallo,

wie ihr oben schon lesen könnt: ich habe es heute geschafft, daß Foto (welches in der Klinik bei der OP gemacht wurde) unseres ersten Kindes anzusehen.
Ich habe unser erstes Kind nach der 16. SSW verloren. Das Ganze ist zwar nun schon über 2 Jahre her, aber es bewegt einen immer wieder. In letzter Zeit mußte ich ganz besonders an Charly denken, da mir jetzt erst viele Sachen ganz bewußt werden. Ich kann mich z.B. nicht mehr richtig erinnern, warum uns nicht konkret der Vorschlag einer Beerdigung gemacht wurde. Ich hatte damals lediglich Faltblätter zu Selbsthilfegruppen bekommen. Ich weiß nur, daß Charly in einem Grab mit mehreren kindern (die durch FG auf die Welt gekommen sind) beerdigt sein soll (ob es so ist, weiß ich nicht 100%ig). Dort soll so eine Art Grabsäule stehen.
Als nächsten Schritt werde ich den Besuch auf dem Friedhof in Angriff nehmen. Bisher war ich nur in der Kirche und habe #kerze#kerze für Charly angezündet.
Ich finde es jetzt sehr schade, daß ich Charly nicht sehen konnte und auch keine Möglichkeit einer Beerdigung erwähnt wurde. Das bewegt einen schon sehr.
Aber in meinem #herzlich ist Charly immer da.

Als ich das Foto heut angesehen habe, habe ich gleich weinen müssen und es kamen nur die Worte: mein Baby.

Sorry, falls ihr das nicht so verstehen könnt...aber es bewegt mich schon.

knuddelsternchen

Beitrag von jamaica01 14.08.07 - 22:43 Uhr

Hallo,
kann dich voll und ganz verstehen.Mir geht es zur Zeit fast genauso,ja ich schäme mich manchmal,das ich damals nicht mehr nachgefragt habe.
Unser Baby wurde in der 9 SSW ausgeschabt,weil es leider Tod war.
Ich war damals fix und alle und konnte keinen klaren Gedanken fassen.Ich wollte einfach nur in Ruhe gelassen werden.
Und jetzt ( schon seit längerem) mache ich mir Vorwürfe,das ich damals nicht aber auch gar nichts gefragt habe.
Wo haben sie es hingetan?Haben sie es untersucht?War es ein Junge oder ein Mädchen?,...
Habe schon ein paarmal bei meinem FA nachgefragt ( Er hat die AS NICHT gemacht,da er keine Belegbetten hat,sondern hat mich an einem Kollegen überwiesen) aber er redet nicht darüber ,er meint nur ich solle nicht mehr daran denken,ich habe doch mittlerweile 2 gesunde Kinder und es wäre eh noch so klein gewesen,...
Klar war es klein - aber es war/ist trotzdem mein Kind.
Aber ich habe mir fest vorgenommen , demnächst den FA aufzusuchen der damals(2004) die AS gemacht hat und werde ihm meine Fragen stellen.Ich hoffe,damit er mir die Antworten gibt,...
LG Jamaica01

Beitrag von unicorn1984 15.08.07 - 08:49 Uhr

oh ich kann dich auch verstehen ich finds auch nicht toll das die dir den Vorschlag einer Beerdigung gar nicht gemacht haben ich wünsch dir alles alles gute und zünde eine Kerze für deinen Charly an #kerze

vlg Kathy + #stern Justus(SSW8) und Kira Sophie (08.08.07) im Arm

Beitrag von anja7511 15.08.07 - 11:03 Uhr

Hallo Du, ich kann Deine Gefühle gut nachvollziehen, lass Dich mal ganz lieb #liebdrueck. Ich selber habe im Mai unsere zwei Sonnenstrahlen in der 22. SSW verloren und bin der Hebamme heute noch dankbar, dass sie mir gleich nach der Geburt die Möglichkeit gegeben hat, Abschied zu nehmen. Ich hoffe, dass das Foto Deines #stern auch Dir hilft, Abschied zu nehmen (in Deinem#herzlichwird es natürlich immer bleiben). Wg der Beerdigung sagte man mir in der Klinik, das Kinder unter 500g (ich weiß, das klingt geschmacklos) nicht in einem separaten Grab beigesetzt werden dürfen, evtl. nur in ein bereits bestehendes hinein dürfen. Auch meine zwei Sonnenstrahlen werden im Oktober mit vielen anderen #sternchen zusammen beigesetzt. Ich wünsche Dir alles Gute, lieber Gruß Anja

Beitrag von knuddelsternchen 02.09.07 - 13:46 Uhr

Hallo,

Dir auch vielen lieben Dank für Deine Mail.
Laß Dich auch erst mal #liebdrueck. Es tut mir für Euch auch sehr leid, daß Ihr Eure beiden Mäuse verloren habt. Du warst ja noch weiter als ich. Ist denn damals ein grund gefunden worden, was die FG ausgelöst hat?
Du mußtest sie ja wahrscheinlich auch normal zu Welt bringen. Klar, da ist es dann schön, wenn die Hebamme, Dir die Kleinen gezeigt hat. Ich denke wenn ich normal hätte entbinden können, dann hätte ich Charly bestimmt auch zu sehen bekommen. Ich verstehe nur nicht, warum man mich nicht noch mal nach der OP gefragt hat. Wer weiß, wo unser Charly da schon war#heul. Auf jeden Fall bin ich froh, daß ich wenigstens die Fotos habe und ihn jetzt noch mal auf den Fotos sehen konnte.
Hast Du dann selbst noch Fotos machen können von Deinen Kindern?
Charly war so klein, aber unheimlich lebensstark. Es ist erstaunlich, wie weit entwickelt die Kleinen schon in den ersten Wochen sind.
Ich habe das mit der Beerdigung unter 500g in einem "Sammelgrab" erst im Nachhinein gelesen. Ich habe aber auch im Nachhinein gehört, daß man die Kinder trotzdem beerdigen kann, auch wenn sie weniger wiegen (in Baden-Württemberg zumindest).
Ich finde es nur schlimm, da0 man sich nicht wirklich die Zeit genommen hat, mir jemanden zu schicken, der sich mit der Thematik auskennt und mit mir darüber unterhält.
Naja, ich weiß, daß es ein Sammelgrab gibt, aber es wurde uns auch nicht genau gesagt, wann die Beerdigung ist. Wir haben es dann so gehandhabt, daß wir an seinem eigentlichen ET in der Kirch waren und #kerzeangezündet haben.
Aber demnächst gehen wir auf den friedhof ihn besuchen. Victoria soll auch wissen, daß sie einen Bruder hat, auch wenn sie es jetzt noch nicht versteht.
Ich drücke Euch die #pro, daß es doch noch mit Nachwuchs klappt. Du siehst, ich habe genau 1 Jahr später ein Mädchen bekommen (bin also 3 Monate nach der FG wieder#schwanger gewesen). Jetzt probierne wir es wieder und wer weiß, vielleicht wird es ja wieder ein Juni-Kind.

knuddelsternchen

Beitrag von knuddelsternchen 02.09.07 - 13:35 Uhr

Hallo,

vielen Dank für Deine lieben Worte.
Ja, daß mit der Beerdigung ist schon blöd, aber im Nachhinein kann man nix mehr tun. Ich glaube, ich war in dem Moment, wo ich im KH war so geschockt, daß ich noch nicht mal an die einfachsten Dinge selber denken konnte. Aber dafür sollten ja eigentlich auch Schwestern und Ärzte ausgebildet sein, daß sie jmd. in so einer Situation einfühlsam und umfassend beraten. Bei mir blieb es nur bei dem Satz: "Wollen Sie das Kind sehen - ja, nein. Hier haben Sie Broschüren, wo Sie sich an Selbsthilfegruppen wenden können." Also schon ziemlich heftig.
Die Trauer an sich habe ich verarbeitet. ich hatte im Vorfeld schon Bücher gelesen und im Forum mit urbianern gesprochen, die ähnliches durchgemacht haben.
Wie war das bei Deinem Sternenkind? Wie hattest Du es verloren? Sind Dir Möglichkeiten einer Beerdigung o.ä. angeboten worden?
Naja, inzwischen sind wir zu Dritt. Auch bei uns kam kurz nach der FG der nächste positive SS-Test. Jetzt sind wir auch wieder am probieren, damit Victoria nicht so allein ist.

knuddelsternchen

Beitrag von funnyfipsi 15.08.07 - 22:07 Uhr

hallo,ich kann dich sehr sehr sehr gut verstehen wie du dich fühlst.gerade letze woche war ich bei meiner freundin von ihrem baby auf der beerdigung.sie hatte es in der 17. woche still geboren gehabt.bei uns ist es hier neu,dass die baby´s ein grab bekommen.es ist annonym aber jedes baby bekommt sein eigenes grab auf dem sonnenhügel bei uns auf dem friedhof.da sind schon einige und an diesem tag waren nur wir da.die anderen 2 elternpaare hatten es wohl nicht geschafft dort zu erscheinen was ich auch sehr gut nachvollziehen kann.was ich dir nur raten kann ist deine trauer nicht zu erdrücken und schreibe viel dadrüber oder rede auch viel darüber.auch wenn es sehr schwer fällt aber blicke nach vorne.man macht sich sonst selber nur kaputt.ich selber habe eine seite bei mir in die hp gestellt weil ich damit auch erst mal klar kommen muß.mir ist zwar sowas noch nie passiert aber ich kann mich sehr gut hineinversetzetn.ich wünsche dir noch alles gute und am ende wird alles wieder gut.

Beitrag von doula-nina 16.08.07 - 09:44 Uhr

Hallo

ja, es geht vielen Frauen wie dir.
ich befinde mich gerade in der Ausbildung zur Doula und werde mich mit meinen Kolleginnen dafür einsetzen, dass Frauen mehr zu ihrem Recht kommen und sich nicht noch jahrelang mit solchen gedanken (Wo ist mein baby hin gekommen?) plagen.

http://www.doula-info.de
nina

Beitrag von knuddelsternchen 21.08.07 - 13:17 Uhr

Hallo,

das ist sehr schön, daß ihr die Rechte der Frauen (Eltern) verstärkt in den Vordergrund rücken wollt.
Ich empfand mich damals (als man mich in der Klinik aufgenommen hatte) als Sensationsobjekt und zum Teil nur als irgendeine Patientin.
Sensationsobjekt: weil unser Baby eine sehr schwere Form der spina bifida hatte und somit für alle Ärzte die Sensation auf dem US war. Es standen bestimmt bei der Klinikaufnahme vor der eingeleiteten Geburt 6 Ärzte und mehrere Studenten um mich herum. Man hatte mich noch nicht mal vorher gefragt, ob es für mich ok ist.
irgendeine Patientin: man sagte mir, wie ich das Kind zur Welt bringen soll und das war's....mit dem Schmerz wurden wir als Eltern allein gelassen. Bei der Aufnahme in der Klinik mußte ich sehr lange warten und es hat mich keiner gefragt, wie es mir dabei ging.

knuddelsternchen

Beitrag von doula-nina 21.08.07 - 20:17 Uhr

Guten Abend,

das verstehe ich sehr gut.
Hier in Kassel gibt es ein Heilhaus, in dem Kinder "respektvoll " geboren werden können und Mütter sich auch in Ruhe von ihren Tot geborenen Babys verabschieden können.
Auch gesunde Geburten und auch passive Sterbebegleitung sind dort möglich, neben vielen anderen Angeboten.
Aber es ist eben kein Krankenhaus und bietet daher keine eigentliche medizinische Versorgung.
Also Geburtseinleitung ist nur im KH möglich und dort mangelt es meist sehr an -den besonderen Umständen angepassten- Möglichkeiten, an der Feinfühligkeit und dem Respekt.
Liebe Knuddelsternchen, schön, dass du hier über deine Erfahrungen schreibst.
In der Hoffnung, auf Dauer etwas verändern zu können
(fast-)Doula Nina

Beitrag von knuddelsternchen 28.08.07 - 13:21 Uhr

Hallo,

danke noch mal für Deine Antwort.
Ja, es war mir ein Bedürfnis darüber zu schreiben, da es anderen Frauen nicht auch so ergehen soll, wie mir.
Vielleicht haben ja auch (wie Du) andere Frauen, die vielleicht Krankenschwester, Ärztinnen oder Hebammen sind diese Zeilen von mir gelesen und können diese Erfahrungen nutzen, um etwas zu verändern.
Ich finde die Idee, das Kind nicht in einem KH zu gebären, sehr schön. Ich selber hätte nur Angst, was wäre, wenn ein Notfall eintritt. Ich hatte ja die Geburt eingeleitet bekommen, dann hatte ich nach 2 Tagen den Blasensprung und dann passierte nix mehr. Aufgrund einer Infektion mußte ich dann operiert werden (anschließend gleich AS). Ich habe unser Kind nie wirklich sehen können, da ich noch in Vollnarkose war. Vor der ganzen behandlung mit den wehenauslösenden Mitteln hatte man mich gefragt, ob ich das Kind sehen will. Da wußte ich noch nicht so richtig, ob ich das Kind sehen will. Klar man ist überfordert mit so einer Frage. Aber direkt vor bzw. nach der OP hat mich keiner mehr gefragt. Und das finde ich heute im nachhinein sehr schade.
Aber immerhin sind mir die Bilder geblieben.

Andere Frage: wie wird man Doula? ich habe mal gehört, daß man selbst schon Kinder haben sollte bzw. ein Kind geboren haben sollte. Braucht man dazu eine medizinische Ausbildung? Kannst mir ja auch ne e-Mail über meine VK schreiben.
Übrigens habe ich mal in hann. Münden gewohnt. Jetzt wohnen wir in Offenburg. Aber ab und zu besuchen wir meine Schwiegereltern und meine Omi in Hann. Münden.

knuddelsternchen