Erfahrungswerte - Häuslebauer

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Forum: Haushalt & Wohnen

In diesem Forum haben Haushaltstipps und alle Fragen rund ums Wohnen und den Garten ihren Platz. Fragen zur Baufinanzierung sind besser bei Finanzen & Beruf aufgehoben. Viele Tricks und Kniffe zum Thema Haushalt findet ihr in unserem Service Die besten Haushaltstipps.

Beitrag von rubinstein 15.08.07 - 08:36 Uhr

Guten Morgen,

wir sind am überlegen, ob wir ein Grundstück in folgender Größe kaufen sollen.

Gesamtgröße 378 m²
Breite 14 m
Länge 27 m

Bebauungsgrenze rechts/links 2,50 m
vor dem Haus 3 m

Reicht diese Breite aus, um ein freistehendes Haus zu bauen? Evtl. soll es das Haus "Eugendorf" von Rensch-Haus sein.

Danke schon mal im Voraus für die Antworten.

Beitrag von sally1701 15.08.07 - 09:01 Uhr

Hallo !

Wir haben 440qm. 25m lang und 17,60m breit. Baugrenze rechts und links 3 Meter und zur Straße haben wir 5 Meter, 3 ist Minimum.

Wie groß man baut und wieviel Garten man haben möchte muss ja jeder für sich entscheiden.

Klar kann man bei den Maßen ein freistehendes Haus bauen.
Man muss sich nur im Klaren sein, dass der Nachbar nicht sooo weit weg ist.

Habt ihr euch das denn schon mal genau angesehen? Ist das ein Neubaugebiet oder einfach ein freier Bauplatz? Am besten vorher mal übelegen wie groß das Haus werden soll und mal mit einem langen Maßband hingehen und mal ausmessen und abstecken und dann gucken was an Garten übrig ist und wie groß der Abstand zum Nachbar wirkt. Das hilft manchmal sich ein genaueres Bild zu machen.

LG Sally
#blume

Beitrag von rubinstein 15.08.07 - 09:18 Uhr

Grüss Dich,

danke erstmal für die Antwort.

Es ist in einem Neubaugebiet - wir wohnen momentan in der gleichen Straße - halt zur Miete in einer Doppelhaushälfte.

Rechts und links davon ist zur Zeit noch frei.. es handelt sich um ein Gründstück in Waldrandlage, somit würde "hinten" keiner hinbauen.

Es ist kein Neubaugebiet, bei dem der eine auf dem anderen hockt. Somit müssen wir uns da keine Gedanken machen. Es geht wirklich nur darum, ob man bei der Breite ein "gescheites" Haus hinstellen kann.

Ich glaub ich vermess heute Abend mal unsere Doppelhaushälfte, damit ich ein Gefühl für die Hausbreite bekomme.

Beitrag von tannenbaum1 15.08.07 - 09:17 Uhr

Hallo,
falls ich mich nicht verrechnet habe, könnte das ein riesiges Haus werden:
Breite: 9 m
Tiefe/Länge: 24 m
;-)

Klar kann man auf dieser m² was großes hinsetzen, Bekannte von uns haben noch weniger m² (Nähe Köln, alles sehr teuer halt) und ein großes Haus (ca. 180 m² + Kellter) drauf gesetzt-.

Gruß
T

Beitrag von rubinstein 15.08.07 - 09:26 Uhr

ok.. dann bin ich beruhigt. Mir kam die Breite so wenig vor.

Wir sind erst am Anfang der Überlegungen und haben noch kein Gefühl für die Größe.



Beitrag von tannenbaum1 15.08.07 - 09:31 Uhr

Hallo,

keine Ursache - 9 Meter ist schon recht breit, wir haben die Maße 11 mal 10 - und somit fast 200 m².

Schau dir doch einfach Grundrisse an, die findest du bei google bei vielen Baufirmen. Dann bekommst du ein Gefühl dafür!

z.B.:
http://www.hib-immo.de/front_content.php?idcat=88&lang=1&client=1&id=1

Gruß
T

Beitrag von rubinstein 15.08.07 - 09:36 Uhr

Ich hab schon mal bei Schwörer geschaut.. da stehen die Außenmasse mit drauf. Ich denke auch, daß wir da bedenkenlos zugreifen können.

Grad hab ich den Bebauungsplan geschickt bekommen.. hach, ist das alles aufregend *g*

Beitrag von tannenbaum1 15.08.07 - 09:38 Uhr

Hallo,
dann viel Spaß beim Lesen ... und schön auf evtle. Auflagen achten.

Unser Architekt hatte die alle "überlesen", so dass wir uns nachher selber ans Planen gemacht haben. Hatten aber auch doofe Auflagen - schlafen nun in Bodenräumen - musste so deklariert werden, sonst hätten wir den Bau nicht genehmigt bekommen!

Gruß
T.

Beitrag von rubinstein 15.08.07 - 09:49 Uhr

Der Bürgermeister ist unser jetziger Nachbar. Er meinte gestern noch, daß die hier recht großzügig sind.. was z.B. Anstrich, Dachform etc. betrifft.

Sein Haus hat die höchst zulässige Höhe, so hat man dafür schon mal ein Gefühl - er hat 3 Stockwerke.

Ganz blick ich ja nicht, was da so alles steht.. aber lustig finde ich, dass pro Grundstück ein hochstämmiger Laubbaum gepflanzt werden soll, bevorzugt ein Obstbaum.


Ich arbeite bei nem Dachdecker.. meine Kollegen haben da mehr Ahnung und werden uns doch ab und zu mal beraten können.

Beitrag von tannenbaum1 15.08.07 - 10:21 Uhr

Ja, das mit der Bepflanzung haben wir auch drin stehen - einheimische Gewächse - sind denn Thuja (oder Thujen) einheimisch? Davon wimmelt es leider in der Nachbarschaft, in der Beziehung hat sich da wohl niemand so recht dran gehalten.
Unser Nachbar hatte allerdings Baustopp #schock, weil er die Bodenplatte falsch herum gießen ließ - bei uns musste alles parallel zur Straße sein ....

Beitrag von rubinstein 15.08.07 - 10:27 Uhr

ach Du Kacke.. und jetzt?

Hat er alles in Eigenregie gemacht oder kann er jemanden dafür verantwortlich machen?

Bei uns sieht mal viele Buchsbäumchen in den Vorgärten.. in allen Schnittvarianten.

Bei unserem sind 5 Kugeln hin geschnitten.. sieht aber nicht schlecht aus. Scheint momentan der Renner zu sein.

Beitrag von tannenbaum1 15.08.07 - 10:41 Uhr

Ist schon 5 Jahre her - wir haben erst letztes Jahr neben ihm gebaut.
Irgendwie weiß von der Geschichte das ganze Dorf, werden immer wieder darauf angesprochen.
Hmm, wie das genau ausgegangen ist, sieht man (über die entstandenen Kosten und die Schuldfrage weiß ich nichts): es musste gerettet werden, was zu retten war, deshalb hat das Haus jetzt 4 Giebel ...

Buchsbäumchen finde ich ja ganz schön, nur wachsen die ja sooo laaaangsam, plane die als Nutzgartenumrandung, da ist mir egal, wie lange das Zeug wächst (kleine kriegt man ja bei ebay günstig9 - aber diese grässlichen Thujen hier, ne, danke ...

Huch, jetzt sind wir aber weit weg vom eigentlichen Thema ...

Wenn du demnächst noch Fragen zum Hausbau hast, gerne auch per VK! Haben ganz praktisch gebaut mit kleinen Extras (z.B. das Haus vernetzen lassen).
T.

Beitrag von rubinstein 15.08.07 - 10:51 Uhr

da ich keine Ahnung habe, was Thujen sind, kann ich dazu recht wenig sagen *smile*

Die Buchsbäumchen sind bei uns auch nur im Vorgarten. Hinten haben wir nichts außer Rollrasen. Wir sind im Januar erst eingezogen und befassen und jetzt eigentlich schon wieder mit dem Auszug *verdreht die Augen* deshalb stecken wir da auch kein Geld mehr rein.

Wir konnten leider nicht gleich kaufen, da mein Schatz intern eine neue Stelle angeboten bekam und wir dadurch erst zusammen + hierher ziehen konnten. Wir mussten erst abwarten, ob er seinen Job behalten darf.. bzw. ob er sich bewährt. Wies ausschaut können wir uns in der Gegend niederlassen. Ich konnte meinen Job durch den Umzug behalten - das Schicksal meinte es in der Beziehung gut mit uns *strahlt*

Achso.. dann steht sein Haus also.. ich dachte, er wäre momentan im Bau.

OK.. wenn ich noch Fragen haben - und die habe ich sicherlich - ras ich zu Dir.

Beitrag von der_eisbaer 15.08.07 - 09:48 Uhr


Bebauungsplan

Ein Bebauungsplan (B-Plan) bezieht sich immer auf ein genau festgelegtes Gebiet und wird von einer Gemeinde als Satzung beschlossen. Diese Satzung besteht aus einem ausführlichen Textteil, der alle Festsetzungen des Bebauungsplans genau beschreibt und einem oder mehreren Planwerken, in denen die Festsetzungen graphisch dargestellt werden.
Im Bebauungsplan sind für den Hausbau unter anderem Geschossflächen- und Grundflächenzahl, Anzahl der gestatteten Vollgeschosse und die Bauweise, aber auch Baulinien, Baugrenzen und Bebauungstiefe festgelegt. Dazu kommen oft ergänzende ortsgestaltende Auflagen durch Satzungen der Gemeinde, die etwa Dachformen, Farben, Materialien oder gar bestimmte Haustypen fordern oder verbieten. Allgemein gilt: Was im Bebauungsplan nicht geregelt ist, kann frei bestimmt werden, insofern es sich in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt. Weiter kann ein B-Plan Angaben über Stellplätze für PKW, Spielplätze, Grünanlagen, unbebaubare Flächen, Lage von Versorgungsleitungen, Stellflächen für Mülltonnen und Flächen für besondere Nutzung, wie z.B. Gewerbe, enthalten. Neben den Vorgaben eines Bebauungsplanes gilt immer die Baunutzungsverordnung (BauNVO) und die Landesbauordnung.


Bebauungspläne sind in der örtlichen Baubehörde einzusehen und zu erwerben. Teilweise werden B-Pläne von Baubehörden auch auf deren Websites bereitgestellt.

Man unterscheidet zwei Arten von Bebauungsplänen. Den einfachen Bebauungsplan und den qualifizierten Bebauungsplan.


Ein qualifizierter Bebauungsplan enthält mindestens Festlegungen über Art und Maß der baulichen Nutzung, die überbaubaren Grundstücksflächen und die örtlichen Verkehrsflächen. Fehlen eine oder mehrere dieser Festlegungen, so spricht man von einem einfachen Bebauungsplan. Bei diesem richtet sich die Regelung der fehlenden Angaben, die Sie ja zur Genehmigungsfähigkeit einhalten müssen, nach der Eigenart der näheren Umgebung, der BauNVO und der Landesbauordnung.


Ein Bebauungsplan muss nicht immer von Vorteil für Sie sein, da er ganz genaue Vorgaben beinhaltet, die sie eventuell zu sehr einschränken könnten. Zum Beispiel könnte es sein, dass Sie eine ganz bestimmte Dachform haben möchten, aber diese durch den Plan ausgeschlossen wird.


Die Bauweise: Grundsätzlich werden zwei verschiedene Formen der Bauweise unterschieden. Dabei sind weder Konstruktionsformen noch Fertigungstechnik gemeint. Es handelt sich um die Anordnung der einzelnen Bauwerke. Die "offene Bauweise" (gekennzeichnet durch ein "o") schreibt vor, dass die Bauwerke einzeln stehen müssen, d.h. Abstände zwischen ihnen eingehalten werden müssen. Die "geschlossene Bauweise" schreibt vor, dass Haus an Haus zu bauen ist (Reihenhausbauweise). Zudem kann noch die Zulässigkeit von Einzelhäusern (E) und/oder Häusergruppen (H) festgelegt werden.


Die Art der baulichen Nutzung: Diese Regelt sich nach der festgelegten Art des Baugebiets (z.B. WA - Allgemeines Wohngebiet oder MI - Mischgebiet), wie sie bereits im Flächennutzungsplan angedacht wurde. Welche Nutzungen in den einzelnen Baugebieten möglich sind regelt die Baunutzungsverordnung.


Das Maß der baulichen Nutzung: Die Bebauung eines Grundstücks wird von vielen Kriterien beeinflusst. Die Kriterien sind im einzelnen: Anzahl der Vollgeschosse (römische Zahl), höchstzulässige Anzahl der Wohnungen je Gebäude (2 WO), Wandhöhe (WH 5,20 m) Bauflucht, Dachvorgaben, Grundflächenzahl GRZ, Geschossflächenzahl GFZ (Zahl im Kreis), Vorschriften für Stellplätze und Erschließung, Grundstücksgrenzen, Abstandsflächen, Baugrenzen, Baulinien und die Eigenart der näheren Umgebung.


Die Dachvorgaben: Für die Dachvorgaben kann vorgeschrieben sein, die Ausrichtung des Dachfirstes, das zur Deckung vorgesehene Material und die Dachneigung (DN 18°-28°)


Grundflächenzahl GRZ: Sie legt das Maß der maximal überbaubaren Fläche fest. Bei einem Grundstück mit 400 m² Grundfläche und einer GRZ von 0,4 dürfen sie also maximal 400m² x 0,4 = 160m² Grund überbauen. Zudem dient die GRZ der Ermittlung ihres Anteils an den Erschließungskosten für Regenwasser.


Geschossflächenzahl GFZ: Mit Hilfe der GFZ ermittelt man den Erschließungskostenbeitrag für Abwasser und die Menge der erreichbaren Gesamtfläche aller Geschosse, also der Geschossfläche. Angenommen, Sie haben ein Grundstück mit einer GFZ von 1,2 und einer Grundfläche von 400 m² so ergibt das eine Geschossfläche von 400m² x 1,2 = 480m². Die GFZ dient auch zur Ermittlung der Anzahl der Vollgeschosse. Bleiben wir bei unserem Beispielgrundstück. Wir dürfen hier also maximal 160m² überbauen und unsere maximale Geschossfläche darf 480m² sein. Damit ergeben sich 480m² / 160m² = 3 Vollgeschosse, die Sie auf so einem Grundstück errichten dürfen.


Dachgeschosse und Keller: Diese sind in der Regel keine Vollgeschosse und können noch hinzugerechnet werden. Das Haus könnte also maximal ein dreigeschossiges mit Keller und Dachgeschoss werden, falls die Geschosszahl im Bebauungsplan nicht zusätzlich limitiert wird. Unter welchen Voraussetzungen ein Dach- oder Kellergeschoss nicht als Vollgeschoss zu rechnen ist, legt die entsprechende LandesBO fest, und muß zur Baugvorlage vom Entwurfsverfasser rechnerisch nachgewiesen werden.


Baugrenzen: Sie legen den Bereich fest, innerhalb welchem gebaut werden darf.


Baulinien: Ist eine Baulinie festgesetzt, so muss entlang dieser gebaut werden!


Baufenster: Das Baufenster ist ein im Bebauungsplan festgelegter, von vier Linien umschlossener Teil auf einem Grundstück. Das Bauwerk muß sich innerhalb dieses Baufensters befinden. Die Begrenzung des Baufensters kann mittels Baugrenze oder Baulinie definiert werden.

Knut