Ist hier jemand vom Finanzamt?

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von kristina1978 15.08.07 - 09:39 Uhr

Hallo!

Ich habe dieses Jahr viel weniger Geld vom Lohnsteuerjahresausgleich zurückbekommen, als ich eigentlich bekommen sollte!
Nachdem ich Einspruch erhoben habe, bekam ich Post von einem der Sachbearbeiter, mein Einspruch hätte keine Chance auf Erfolg, ich soll diesen bis zum 31.07.2007 zurückziehen, damit eine "förmliche Zurückweisung" ausbleiben könne.
Ich habe nichts zurückgenommen, weil ich mich im Recht fühle, und bekam am Montag wieder Post, ich solle jetzt doch endlich den Einspruch zurück nehmen, man müsse mir sonst eine förmliche Zurückweisung schicken.

Wieso möchte dieser Mensch unbedingt, dass ich den Einspruch zurücknehme? Entstehen mir durch eine "förmliche Zurückweisung" Nachteile oder Kosten? Oder will der sich nur Arbeit sparen???

Danke für die Antworten im Voraus!
Kristina

Beitrag von dropsi_2 15.08.07 - 10:19 Uhr

Hallo,

ich zwar nicht vom FA aber ich würde den Widerspruch auf keinen Fall zurückziehen, warum auch?

Das entbehrt doch jeder Logik.

Ich denke eher, dass sich die Widersprüche türmen und auch sehr wohl Aussicht auf Erfolg haben. Wenn du also zurückziehst haste dir selber ins Knie geschossen.

Wir haben das Problem, das unser feiner SB falsche Berechnungen erhoben hat und wir auch Widerspruch einlegen mussten. Die sollen mal wagen uns sowas nahezulegen, dann brennt aber der Busch.

Wenn du tatsächlich nichts mehr bekommst, sollen die dir gefälligst ein ordungsgemäßes Schreiben in dem steht: Sachlage nochmals geprüft und abgelehnt!

Ohne dem, würd ich mich auf gar nichts einlassen.

Bleib cool!

gruß Katy

Beitrag von kiwoja 15.08.07 - 17:18 Uhr

Hallo,

ich arbeite zwar nicht beim Finanzamt, bin aber Steuerfachwirtin.
Also um zu sagen, ob du im Recht bist muß man natürlich den Sachverhalt kennen.

Die Finanzämter fordern oft auf, die Einsprüche zurück zu nehmen, mal sind sie im Recht mal nicht. Oft wollen Sie einfach genauere Ausführungen, wenn das nicht erfolgt bitten sie um Rücknahme des Einspruches. Fakt ist wenn das Finanzamt eine Einspruchsentscheidung macht (macht es nicht, wenn du ihn zurück nimmt), dann kannst du dagegen keinen Einspruch mehr einlegen, sondern dir würde nur noch der Weg zum Finanzgericht bleiben.

Liebe Grüsse

kiwoja

Beitrag von sunny2410 16.08.07 - 13:41 Uhr

Hallo,
also ich hab mal beim FA gearbeitet.
Hast du deinen Einspruch begründet?
Warum meinst du steht dir mehr Geld als Erstattung zu?
Hattest du einen Steuerberater?

Beitrag von kristina1978 17.08.07 - 08:43 Uhr

Hallo!

Ja, ich habe meinen Einspruch begründet. Ich habe noch einen Zweitwohnsitz, weil ich eigentlich nur wegen meines Jobs 300km weit von zu Hause weggezogen bin. Bisher habe ich immer eine Heimfahrt pro Monat absetzen können. Plötzlich geht das nicht mehr, weil das Finanzamt meint, ich hätte mich doch "mittlerweile von meinem Heimatort lösen müssen".
Wann ich mich von meiner Heimat löse, möchte ich aber immer noch selber bestimmen. Im Übrigen habe ich auch Arztrechnungen und Quittungen aus Essen eingereicht, also kann es sich nicht um reine Privatfahrten handeln, wie mir der Sachbearbeiter unterstellt.
Ich bin gespannt, was draus wird!

LG!
Kristina

Beitrag von kiwoja 17.08.07 - 16:19 Uhr

Hallo Kristina78,

also deinen Aussagen entnehme ich, dass es sich um eine Doppelte Haushaltsführung handelt. Es wird immer schwieriger diese durchzubringen. Du mußt nachweisen, dass dein Lebensmittelpunkt weiterhin in Essen ist. Bist du dort in Vereinen, Sportclubs, Fitnesstudio etc? Deiner VK entnehme ich, dass du in Darmstadt wohnst und du dieses Jahr geheiratet hast. Wohnt ihr gemeinsam in Darmstadt? Denn falls ja ist nämlich genau das der Knackpunkt. Dein Lebensgefährte wohnt mit dir zusammen und das bildet eigentlich auch deinen Lebensmittelpunkt. Es wird wirklich schwierig. Wir hatten genau den gleichen Fall, haben uns fast 3 Jahre mit dem Finanzamt gestritten und wir sind vom Fach. Letztendlich haben wir verhandelt und haben uns in der Mitte getroffen. Krass was so alles geht.

Dein Argument, dass es in Vorjahren anerkannt wurde zählt nicht. Jedes Jahr wird neu geprüft.

Ich wünsche dir viel Glück, sehe aber wenig Erfolgschancen.

Liebe Grüße

kiwoja

Beitrag von kristina1978 17.08.07 - 16:31 Uhr

Hallo!

Danke für die Antwort. Ich fürchte auch, dass ich kein Recht bekomme. Aber ich versuche es einfach mal. Ich habe Mitte 2007 geheiratet, wieso sollte da mein Lebensmittelpunkt nicht im Jahre 2006 noch in Essen gewesen sein?
Vielleicht bin ich ja eine von der ganz schnellen Truppe und kenne meinen Mann erst seit 2007 ???

Hintergrund meiner Frage war einfach, ob die sich nur Arbeit ersparen wollen oder ob mich eine "förmliche Zurückweisung" etwas kosten würde. Falls letzteres der Fall ist, müsste ich halt abwägen, ob die Kosten in Relation zu der eventuellen Rückerstattung stehen. Wenn nicht, nehme ich den Einspruch halt zurück!

Danke
LG!

Beitrag von kiwoja 17.08.07 - 18:06 Uhr

Nein, natürlich kostet dich eine Einspruchsentscheidung gar nix. Aber wie gesagt, ein Einspruch ist damit gegessen.

#freu versuch doch mal den Finanzbeamten überzeugen, dass ihr von der "schnellen Sorte" seit #freu

Wenn ihr allerdings bereits in 2006 zusammengewohnt habt, wird es schwer. Die haben auch gute Kontakte zum Einwohnermeldeamt. ;-)

Also nicht das ich dir das nicht gönne, mehr als das, aber da sitzen fast nur Sturrköpfe die manchmal fern ab von der Realität sind, aber eben nicht immer.

Viel Erfolg

kiwoja