Es brodelt an so vielen Ecken

Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von mistake 15.08.07 - 10:41 Uhr

Guten Tag
Weiss gar nicht, wo anfangen, denn es brodelt an so vielen Stellen. Weiss echt nicht, wie ich alles unter einen Hut bringen soll. Zu mir: Seit 6 Jahren getrennt, seit 3 Jahren geschieden, 2 Kinder. Guter Kontakt zu Ex und zu meinen Kindern sowieso. Sehe die Kids fast jedes Weekend. Meine Ex hat seit bald 5 Jahren einen Freund, der ebensolang bei ihr wohnt. Zwischen den zwei gibt es schon länger Probleme und zwar meist, wenn es um die Kinder geht. Sie geraten sehr oft in Streit und meine Tochter (10) hält das kaum noch aus. Er (der Freund) behandelt meine Tochter ungerecht im Vergleich mit dem jüngeren (auch meinem) Sohn. Ist etwas kaputt, war sie es. Geht etwas schief, bekommt sie die Schuld ..... einfach immer sie. Meine Ex schützt natürlich die Tochter, weshalb dann immer Aerger entsteht. Daheim bei der Ex ist für meine Tochter ein sehr ungesundes Klima und sie (Tochter) ruft mich auch vermehrt weinend an. Das alles hat vermutlich auch dazu beigetragen, dass sich meine Tochter nichts sehnlicher wünscht, als dass ich wieder Heim komme. Dies nach 6 Jahren Trennung. Sie weint so viel in letzter Zeit und sie möchte nur noch bei mir sein.
Mit der eigenen Beziehung läuft es auch nicht so. Ich bin seit 2 Jahren mit ihr zusammen. Sie ist ein liebenswerter Mensch, aber so sensibel und labil. Sie hat ein Kind und ist Alleinerziehend. Der KV will keinen Kontakt zu seinem Sohn. Meine Freundin war, seit ich sie kenne, noch nie wirklich mit beiden Beinen auf dem Boden. Ich hab sie rasch finanziell unterstützt. Einerseits um ihr dauerndes down etwas aufzupolieren und andererseits um überhaupt annähernd elementare Dinge der Beziehung leben zu können. Was mir grossen Kummer bereitet, dass sie sich stets abhängig macht von mir. Ich spüre deutlich, dass sie am liebsten nicht arbeiten würde. Sie hält diesen Druck von Arbeit, Haushalt und Erziehung nicht aus. Sie ist ständig überfordert und wird sogar krank deswegen. Erst kürzlich hat sie ihren Job aufgegeben, weil sie dem Druck nicht mehr Stand hielt, wie sie sagt. Sie hat derzeit keinen Job und ist top gelaunt. Vor 4 Wochen fand sie eine neue Anstellung, doch sie steht davor, alles hinzuschmeissen, vor dem ersten Arbeitstag. Ja und neu will sie unbedingt auf Herbst mit mir zusammenziehen und sie will es sich nicht ausreden lassen. Diese Frau ist lieb, ich liebe sie auch, aber mir graut vor der Zukunft. Ich werd einfach das Gefühl nicht los, als hänge sie sich mir um den Hals mit der Absicht, nicht oder viel weniger arbeiten zu müssen. Nicht falsch verstehen Frauenwelt, ich übernehme gerne Verantwortung, auch finanzielle, aber ich habe diese Person noch nie wirklich auf eigenen Beinen stehen sehen und das alleine ist abschreckend für mich. Für sie stimmt derzeit einfach alles. Eben waren wir zwei Wochen in Urlaub in Griechenland, was ich berappte. Doch auf dieser Basis kann ich mir einfach keinen gemeinsamen Haushalt vorstellen. Ich hab echt keine Ahnung, was ich tun soll.

Beitrag von *nachdenk 15.08.07 - 11:07 Uhr

Hatten wir doch erst vor ein paar tagen, die gleiche problematik:
Sie will nicht arbeiten, fühlt sich durch alles überfordert, warst du das auch?

Beitrag von mistake 15.08.07 - 11:12 Uhr

Hallo, wo, hier im Forum? Also ich schreib zum ersten Mal davon.

Beitrag von werdegeliebt 15.08.07 - 11:23 Uhr

wie sie will nicht arbeiten? Diese Dame konnte nicht arbeiten...immer diese Vorurteile*gr*

Beitrag von mistake 15.08.07 - 17:03 Uhr

Hallo. Ich möchte nicht falsch verstanden werden, wirklich. Vertrete nicht die Meinung, eine Frau im Haushalt habe zu arbeiten. Dies überhaupt nicht. Meine Freundin war, als ich sie kennenlernet, schon ein halbes Jahr auf Stellensuche. Nach 15 Monaten trat sie die erste Stelle an. Innerhalb der 15 Monate wurden ihr 3 Stellen zugesagt, die sie allesamt wieder absagte. Klar, es waren keine Traumjobs, aber irgendwann muss man auch mal was annehmen können, finde ich. Ein erfolgsversprechender Job konnte sie im Okt. beginnen. Sie kam leider nicht zurecht mit diversen Dingen und sie kündigte Ende Mai wieder. Zum Glück fand sie schnell was neues. Am Montag wäre nun Beginn, doch sie steht wieder davor, abzusagen. Dabei stimmt so vieles. Ist kaum 5 Minuten von zu Hause weg, auf dem Land, geregelte Arbeitszeit, guter Verdienst. Ich meine immer, versuchs doch mal. Vielleicht ist es gar nicht so schlecht. Ich kann mit meinem Einkommen nicht Allimente bezahlen und noch eine 2. Familie ernähren. Gut, es ginge schon, aber da wären Probleme vorprogrammiert. Und dann hab ich doch da meine Tochter, die mich mehr als sonst zu brauchen scheint. Und mein Kind hat Vorrang.

Beitrag von tinaxx 15.08.07 - 13:49 Uhr

Hallo!

Kurz und knapp:

Zieh nicht mit deiner Freundin zusammen, wenn dir das jetzt schon Bauchschmerzen bereitet und du das Gefühl hast, überwiegend als "Goldesel" zu dienen.

Nimm dir ganz bewusst viel Zeit für deine Tochter, sie scheint dich im Moment ganz stark zu brauchen. Sie ist schon in der (Vor)Pubertät und braucht jetzt einen Vater, der sie so annimmt, wie sie ist.

Wünsch dir viel Kraft!
LG, Tina.

Beitrag von nele0511 15.08.07 - 14:48 Uhr

Habt ihr gemeinsames Sorgerecht? Wenn es deine Tochter so schwer hat bei ihrer Mutter und deren Freund, bist du als Vater gefragt. Du schreibst, du hast ein gutes Verhältnis zu deiner Ex-Frau? Dann beratschlage dich mit ihr, ob deine Tochter nicht für eine Zeit bei dir wohnen kann (geht nat. nur, wenn ihr noch in einem Ort wohnt). Es ist gut und wichtig, dir Sorgen um sie zu machen.
Zu deiner Freundin: Lass dich nicht unter (moralischen) Druck setzen von ihr. So wie du schreibst, würdest du ersticken, wenn du mit ihr zusammenziehst. Sie nimmt dir die Luft...
Problem Nr. 1 sollte deine Tochter sein. Zieh (noch) nicht mit deiner Freundin zusammen...

Liebe Grüße

Nele